• Darf ein Gerichtsvollzieher sich so verhalten?

    Ich habe eine Frage und da mir das etwas peinlich ist, stelle ich sie als Alias. Bei mir hat heute unangekündigt (ich weiß, die dürfen das) der Gerichtsvollzieher geklingelt und ich habe ihm auch aufgemacht. Da ich psychisch krank und momentan nicht in der Lage bin einen Termin wahrzunehmen, habe ich ihm ein Attest geschickt, mit der Bitte, eine andere…
  • 94 Antworten

    Und ja, es macht schon Sinn, dass er unangekündigt da ist. Wie viele Schuldner sind wohl außer Haus wenn der Besuch angekündigt wird? Oder wie viele verstecken dann noch Gegenstände?


    Wenn einem selbst das nicht einfallen würde, OK, es gibt aber sicher genug andere.

    _Lynx_ schrieb:

    Ich habe nichts gesessen, dass darauf hinweist, dass sich der Gerichtsvollzieher danebenbenommen hätte. Man liest nur die unkonkretisierte Bewertung der TE, dass sich der Mann unangemessen verhalten hätte, wobei sich die TE konkret nur auf Sachen beruft, die normal sind. Mir scheint, die TE hat eher ein Problem mit der Situation an sich gehabt, als dass sich der Gerichtsvollzieher unangebracht verhalten hätte. Dafür kann aber der Gerichtsvollzieher nichts. Zumal auch der Gerichtsvollzieher sowie die Sache mit dem Haftbefehl das Ende einer langen Kette sind, in der man die Situation hätte abwenden können.

    dann solltest du vielleicht genauer lesen. Nicht jeder, der Schulden hat, ist ein Arschloch oder ein schlechter Mensch. Mehr als sich kümmern kann man nicht tun. Und das habe ich.

    Aber muss man sich so was gefallen lassen? Ich denke nicht. Alles hat Grenzen und das gilt übrigens auch für die Beiträge hier!

    Paritu schrieb:

    Manche Menschen (viele) vertragen es nicht, Macht zu haben über andere.


    Und in wirklich jeder einzelnen Situation des Lebens gilt: Der Ton macht die Musik.


    Eine ernste Ansage ist definitiv auch möglich ohne herablassende Demütigung.

    danke Paritu, das tut gerade echt gut! Das meinte ich damit, dass da jemand vielleicht seine Macht eingesetzt hat. Schon beim ersten Telefonat, in dem ich mich ihm gegenüber erkären konnte, ließ er das durchblicken. Er ließ mich nämlich einfach gar nicht zu Wort kommen und drohte mir sofort mit Haftbefehl. Hatte damals danach sofort mit meiner Beraterin bei der Schuldnerhilfe telefoniert, weil ich ziemlich fertig war. Kenne so was überhaupt nicht.

    Alias 976558 schrieb:

    Aber muss man sich so was gefallen lassen? Ich denke nicht. Alles hat Grenzen und das gilt übrigens auch für die Beiträge hier!

    Du willst anscheinend nur Antworten hören, die deiner Meinung zustimmen. So ist das in einer Diskussion aber nicht - weder hier, noch im "echten" Leben.

    Alias 976558 schrieb:

    ja, ich weiß, leider.

    Ich habe mich an die Schuldnerhilfe gewandt und mir Hilfe geholt. Mit denen arbeite ich schon länger zusammen. Also, ich habe mich schon gekümmert.

    Es geht mir nur um das Verhalten, das ich schon fast unmenschlich fand. Mir vor meinem eigenen Kinde zu drohen. Ich kenne sowas nun mal nicht.

    und genau das sind die Geschichten, die er tagtäglich hört. Man hat sich schon ewig gekümmert, man steht mit sämtlichen Institutionen in Verbindung und natürlich hat er sich ungebürlich verhalten und das, wo man doch so unverschuldet in diese Situation gerutscht ist.


    Ja es haben immer die anderen Schuld.


    Und nochmal, der Gerichtsvollzieher kommt erst, wenn man 100000 Möglichkeiten verspielt hat.

    Alias 976558 schrieb:

    a, ich weiß, leider.

    Ich habe mich an die Schuldnerhilfe gewandt und mir Hilfe geholt. Mit denen arbeite ich schon länger zusammen. Also, ich habe mich schon gekümmert.

    Halte ich für ne Schutzbehauptung, sorry.


    Wenn ein Gerichtliches Mahnverfahren lief (Und das muss es bevor ein GV überhaupt vorbei schaut), du keinen Widerspruch eingelegt hast dann ist die Sache durch und man hat einen Titel gegen dich.


    Und den kann auch die Schuldnerberatung nicht wegzaubern .. Da ist egal wer die Schulden tatsächlich fabriziert hat denn du hattest ja die Gelegenheit gegen die Forderung zu widersprechen was du offenbar nicht gemacht hast da der Gerichtsvollzieher erst in Aktion tritt WENN das Gerichtliche Mahnverfahren durch ist.


    Worum du dich gekümmert haben willst, erschließt sich mir also nicht so direkt.


    Der Haftbefehl ist übrigens nur obligatorisch. Damit hat man nicht vor dich tatsächlich von beginn an zu verhaften sondern nur wenn du die Abgabe der Eidesstaatlichen Versicherung ablehnst.

    Und es ist klar dass man dir damit "droht" denn wenn du Wirtschaftlich blank bist, kann man ja ansonsten mit nichts anderem drohen ..


    Übrigens hat der Gerichtsvollzieher gegenüber den Gläubigern eine Sorgfaltspflicht. Die machen auch Druck wenn der GV Monate lang keine Ergebnisse liefert.


    Du kannst dich Natürlich beschweren aber das wird im Sande verlaufen.

    Eine Privatinsolvenz wäre keibe Option für dich?

    Zumindest tauchte bei uns keiner mehr auf, als meine Eltern ihre Zahlungsunfähigkeit vereidigt hatten. Wenn mich nicht alles täuscht, kommt damit ja auch ein Vollstreckungsverbot.

    Aber das ohne Gewähr.

    Alias 976558 schrieb:

    Nee nee nee, Moment mal. Ich habe den Gerichtsvollzieher angeschrieben und ihm erklärt, warum ich nicht zu ihm kommen kann und ob er eine andere Lösung hätte. Z B ein Büro in meinem Stadtteil, in dem ich die EV abgeben kann. Ich habe ein Attest geschickt, in dem meine Diagnose und auch die körperliche Einschränkung angegeben wurde. Mehr kann ich nicht tun. Er ist auf nichts eingegangen, sondern hat immer nur mit Haftbefehl gedroht.

    Und dann ist er dann zu dir gekommen, damit du nicht hingehen musst, oder? Die Hauptsache ist doch, dass es nun erledigt ist, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Alias 976558 schrieb:

    Er kennt ja nu auch die Person, der ich diesen Schlamassel zu verdanken habe.

    Ich verstehe da jetzt auch noch nicht ganz, was da das Problem ist, dass dein Sohn da war. Er kennt dich ja auch und weiß ja, dass es dir nicht gut geht, oder? Und dass du so einen Schlamassel gemacht hast, das weiß er sicher trotzdem. Kinder sind ja nicht blöd.

    Alias 976558 schrieb:

    Ich habe alles versucht, mit dem GV eine Einigung zu finden, mehr kann ich nicht tun. Alles, was er für mich übrige hatte, war Verachtung, Drohungen und mich als Lügner hinzustellen. Als würde eine Therapeutin einfach so lügen oder gar ein Krankenhaus, dass es eine OP durchgeführt hat, die mich einschränkt?

    Hätte dir da die Schuldnerberatung nicht bei der Kommunikation mit dem Gerichtsvollzieher auch helfen können?

    Alias 976558 schrieb:

    Warst du dabei? Unfassbar, was für Mutmaßungen hier ans Licht gelangen! Wenn man nix sinnvolles zu sagen hat, sondern lieber Salz in eine Wunde streut, dann sollte man vielleicht besser gar nichts sagen. Er hat mich behandelt wie den letzten Dreck und das war sehr hart für mich. Weil mein Sohn ALLES mitbekommen hat.

    Man kann hier nicht feststellen, ob sich der Gerichtsvollzieher unangemessen benommen hat. Was man dir nicht absprechen kann ist, dass du dich erniedrigt gefühlt hast und es dir peinlich war, dass dein Sohn dabei war. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist die Sache mit dem Gerichtsvollzieher ja für einige Zeit erledigt. Übrig bleibt, dass du sein Verhalten unangemessen gefunden hast und da kannst du dich beschweren. Ansonsten würde ich schauen, dass, so lange du dich psychisch nicht erholst, dir Hilfe bei solchen Dingen suchst.



    Alias 976558 schrieb:

    Es geht mir nur um das Verhalten, das ich schon fast unmenschlich fand. Mir vor meinem eigenen Kinde zu drohen. Ich kenne sowas nun mal nicht.

    Natürlich hast du das als Drohung empfungen, wenn er gesagt hat, entweder passiert das oder sonst Gefängnis, allerdings ist das einfach auch ein Aufzeigen der Konsequenzen. Er sagt nur, was er in seinem Job für Schritte tun wird. Wenn du das tust, passiert das, wenn nicht, dann Gefängnis. Ob da nun ein leider dabei ist oder nicht, würde zumindest für mich keine Rolle spielen, da er seinen Job macht. Auch der Hinweis, dass wenn er drauf kommen sollte, dass das Attest nicht zutrifft, Konsequenzen hat, ist an sich auch keine unbedingte Drohung. Dass das von dir so aufgefasst wird, ist wieder völlig nachvollziehbar. Es wurde auch schon erwähnt - wenn du meinst, er hätte versucht seine Macht auszuspielen, dann kannst du dich über ihn beschweren und in Zukunft schauen, dass jemand dich unterstützt. Er muss schon schauen und prüfen, ob das, was ihm erzählt wird, auch wirklich zutrifft und er ist Gerichtsvollzieher und kein Psychologe.

    Konsequenzen aufzeigen ist kein Drohen. Hat er dir wirklich gedroht? Ich lese nämlich nichts, was der Definition entspräche. Vielleicht war er nicht sehr lieb und einfühlsam, aber wahrscheinlich im Rahmen dessen, was er darf.

    Wie laut er wurde un dob er wirklich "ausrasten" würde, oder das seine flapsige Formulierung für "Da würde ich mir ärgerlich an den Kopp fassen", kann letztlich niemand hier beurteilen. Da müssten wir dabei gewesen sein. Dementsprechend helfen die Einschätzungen dazu auch nicht wirklich, weil sie nur auf Vorstellungen wie es gewesen sein könnte, basieren,

    Alias 976558 schrieb:

    Kenne das so nicht, habe ich zum erstenmal erlebt. Das bitterste daran ist, dass es nicht mal meine eigenen Schulden sind, aber das ist eine andere Geschichte. Ich habe die Verantwortung dafür übernommen.

    So etwas ist in der Tat ärgerlich, aber als Gerichtsvollzieher würde es mir auch aus den Ohren raushängen. Letztlich ist das nicht sein Bier. Schulden sind deine, auch wenn du dafür nicht für dich persönlich einkaufen warst oder wie auch immer es dazu kam.

    Alias 976558 schrieb:

    wenn er merken würde, dass ich zum einkaufen gehe, aber den Termin bei ihm nicht wahrnehmen könnte.

    Ja, das wäre ja auch ein dickes Ding, wenn du ausgerechnet dann einkaufen gehen "müsstest"

    Melete :)^

    Dass der Sohn das mitbekommen hat, finde ich auch nicht gut. GV und Mutter haben offenbar nicht daran gedacht, dass das Kind das nicht mitbekommen sollte. Aber auch das wirft man entweder beiden oder keinem von beiden vor.

    Alias 976558 schrieb:

    Ich habe den Gerichtsvollzieher angeschrieben und ihm erklärt, warum ich nicht zu ihm kommen kann und ob er eine andere Lösung hätte. Z B ein Büro in meinem Stadtteil, in dem ich die EV abgeben kann. Ich habe ein Attest geschickt, in dem meine Diagnose und auch die körperliche Einschränkung angegeben wurde. Mehr kann ich nicht tun. Er ist auf nichts eingegangen, sondern hat immer nur mit Haftbefehl gedroht.

    Doch, er hat dir jeden Weg erspart und ihr habts bei dir geregelt.

    Da müsste man ihn fragen, aber was bringt es denn in allem was Böses zu sehen?
    Vielleicht kam er lieber spontan, weil er aus seiner Erfahrung damit rechnete, das sonst niemand da ist.

    Das Maximum reingedrückt hat er ihr jedenfalls nicht.

    Plüschbiest schrieb:

    Warum hat der GV denn nicht einfach gesagt dass er zur Schuldnerin nach Hause kommt?

    Weil er das nicht ankündigen muss.