Darf Laden Kunden aufgrund von Erkältungssymptomen abweisen trotz Maske?

    Hey,

    darf ein Laden Kunden wegschicken wenn sie Erkältungssymptome aufweisen aber eine Maske tragen?

    Gibt ein Schild bei meinem Einkaufsladen auf dem steht dass Menschen mit Erkältungssymptomen keinen Zutritt haben. Für Leute mit chronischen Erkrankungen oder Allergien ist das halt ein bisschen blöd. Die können ja nichts dafür.

  • 114 Antworten

    Meine juristisch sehr ungebildete Meinung ist: ja, darf er. Er muss prinzipiell an niemanden verkaufen, nur ist es halt fraglich ob das wirtschaftlich sinnvoll ist.

    jrk schrieb:

    darf ein Laden Kunden wegschicken wenn sie Erkältungssymptome aufweisen aber eine Maske tragen?

    meiner meinung nach: ja, weil hausrecht.

    aber könnte man dann nicht auch einfach -mal sehr sehr drastisch ausgedrückt- sagen: "keine schwarzen hier" oder" keine frauen hier" oder "keine schwulen hier" oder "für behinderte kein zutritt" ohne dafür ärger zu bekommen? da gilt dann ja auch hausrecht.

    Na, das ist aber eine ganz andere Schiene, die Du jetzt fährst %:|. Der Unterschied sollte doch nun wirklich klar sein.

    Ich arbeite nicht im Laden, sondern in einem medizinischen Institut und bei uns darf man schon seit Mitte März nicht mehr rein, wenn man Erkältungssymptome hat.

    Anweisung ist: Heimgehn, Nummer von der Corona-Stelle anrufen, warten was die sagen.

    Und wir dürfen das definitiv.

    Schwarz oder schwul sein ist nicht dasselbe wie krank sein. Das ist bitte mal ein schräger Vergleich.

    jrk schrieb:

    aber könnte man dann nicht auch einfach -mal sehr sehr drastisch ausgedrückt- sagen: "keine schwarzen hier" oder" keine frauen hier" oder "keine schwulen hier" oder "für behinderte kein zutritt" ohne dafür ärger zu bekommen? da gilt dann ja auch hausrecht.

    Das kannst du so überhaupt nicht vergleichen. Das eine ist Diskreminierung, das anderen ein Schutz der Mitarbeiter, für den der Unternehmer sogar Sorgen MUSS.

    jrk schrieb:

    aber könnte man dann nicht auch einfach -mal sehr sehr drastisch ausgedrückt- sagen: "keine schwarzen hier" oder" keine frauen hier" oder "keine schwulen hier" oder "für behinderte kein zutritt" ohne dafür ärger zu bekommen? da gilt dann ja auch hausrecht.

    Nein.


    Denn das wäre dann Diskriminierung u und ist schon per Grundgesetz verboten.


    Und im GG steht nicht "niemand darf wegen einer Erkältung die ansteckend sein könnte eines Ladens verwiesen werden". Wohl aber das niemand wegen nicht ansteckender Behinderungen abgewiesen werden darf.


    Das in einen Topf zu werden ist wirklich weit hergeholt.


    Ich bin übrigens selbst Allergiker, konnte einen Laden der das so handhabt aber verstehen.

    jrk schrieb:

    aber könnte man dann nicht auch einfach -mal sehr sehr drastisch ausgedrückt- sagen: "keine schwarzen hier" oder" keine frauen hier" oder "keine schwulen hier" oder "für behinderte kein zutritt" ohne dafür ärger zu bekommen? da gilt dann ja auch hausrecht.

    nein, die zeiten sind vorbei, weil das diskriminierung wäre (früher wäre das tatsächlich möglich gewesen). jetzt gilt:


    "Wird ein Geschäft für den „allgemeinen Publikumsverkehr“ eröffnet – wie es bei Supermärkten der Fall ist –, erteilt der Besitzer „generell und unter Verzicht auf eine Prüfung im Einzelfall eine Zutrittsbefugnis“ (LG Bonn 10 O 457/99). Es gibt also keine Türsteher, die Ausweise oder Frisuren kontrollieren."


    https://www.focus.de/finanzen/…n-zwingen_id_5466671.html


    "Doch es gibt eine Ausnahme, nämlich die „Störung des Betriebsablaufs“ (BGH NJW 1994, 188 f. m.w.N.). Sieht der Besitzer seinen Betriebsablauf als gestört an, darf er doch von seinem Hausrecht Gebrauch machen – und den Kunden im Zweifelsfall vor die Tür setzen."


    die diskussion wurde jetzt während covid19 ja auch schon in bezug auf kinder geführt, die manche marktbetreiber aktuell nicht in ihren läden haben wollen. es gilt:


    "Zunächst kann sich ein Händler die Kunden nicht aussuchen und nach belieben Personen oder Gruppen ausschließen. Aber wenn der Betriebsablauf gefährdet wird, kann der Inhaber eines Supermarktes entscheiden, wer sich in seinem Laden aufhält und wem er dies verweigert. Die Marktbetreiber befürchten unter anderem, dass bei einer Infektion von Mitarbeitern der Verkauf nicht weitergeführt werden könnte. Dann wäre sogar die Lebensmittelversorgung regional gefährdet. Die rigide Maßnahme soll also helfen, das Infektionsrisiko zu senken. Auch die von manchen Eltern hinzugerufene Polizei kann hier nicht helfen"


    https://www.chip.de/news/In-Ze…verweigern_182594500.html

    Fiorentina2017 schrieb:

    Ich arbeite nicht im Laden, sondern in einem medizinischen Institut und bei uns darf man schon seit Mitte März nicht mehr rein, wenn man Erkältungssymptome hat.

    Anweisung ist: Heimgehn, Nummer von der Corona-Stelle anrufen, warten was die sagen.

    Und wir dürfen das definitiv.

    Schwarz oder schwul sein ist nicht dasselbe wie krank sein. Das ist bitte mal ein schräger Vergleich.

    Es ging mir nicht um die Krankheit sondern um die Aussage dass man als Inhaber ein Hausrecht hat und somit entscheiden kann wen man reinlässt und wen nicht.

    Aber Erkältungssymptome sind ja nicht gleich eine Erkältung. Sonst hätte ich seit 5 Jahren eine Erkältung. Es kann doch nicht sein dass ich jetzt nicht mehr einkaufen kann ohne meine Mama anzurufen. Ich bin 24 ...

    Ich finde es auch diskriminierend wegen einer chronischen Erkrankung nicht mehr in den Laden gelassen zu werden.

    jrk schrieb:

    aber könnte man dann nicht auch einfach -mal sehr sehr drastisch ausgedrückt- sagen: "keine schwarzen hier" oder" keine frauen hier" oder "keine schwulen hier" oder "für behinderte kein zutritt" ohne dafür ärger zu bekommen? da gilt dann ja auch hausrecht.

    natürlich. jeder kann selber entscheiden wem er zutritt zu seinen räumlichkeiten gewährt.

    und kinder müssen ja auch nicht mit zum einkaufen. die kann man zuhause oder im auto lassen. aber irgendwer muss ja einkaufen.

    rr2017 schrieb:
    jrk schrieb:

    aber könnte man dann nicht auch einfach -mal sehr sehr drastisch ausgedrückt- sagen: "keine schwarzen hier" oder" keine frauen hier" oder "keine schwulen hier" oder "für behinderte kein zutritt" ohne dafür ärger zu bekommen? da gilt dann ja auch hausrecht.

    natürlich. jeder kann selber entscheiden wem er zutritt zu seinen räumlichkeiten gewährt.

    und dass das diskriminierend ist ist dabei egal oder wie?