Durchboxen mit Fleiß ? [Studium Psychologie]

    Ich möchte gerne Psychologe studieren habe aber Angst dass ich mich damit in etwas stürze was ich gar nicht schaffen kann.


    Mein Abi ist lange her, ich käme über die Wartequote rein und ich war in der Schule eher jemand mit nur befriedigenden Ergebnissen. Ich bin auch einfach nicht so super intelligent wie viele andere Studenten in solchen Fächern.


    Ich will es aber trotzdem machen und frage mich ob man mit purem Fleiß in dem Studium bestehen kann oder ob man wirklich Talent in den Bereichen Mathe, Statistik und Naturwissenschaft braucht. In Mathe war ich immer schlecht bis das Niveau dann im Oberstufengrundkurs stark sank. Biologie hatte ich in der Oberstufe gar nicht. Aber mich interessieren die Inhalte auch, ich kann sie nur nicht.

    Kann man die können wenn man sich reinhängt?


    Mich verunsichert auch dass Erfahrungsberichte bei dem Studiengang meistens von 1er Schülern kommen. Dass die das für voll machbar halten heißt ja für jemanden wie mich nicht viel.

  • 89 Antworten

    Das heisst du hast dich schon seit dem Abi auf einen Platz beworben, oder?(Wartesemester sind nicht einfach die Zeit zwischen Abi und Inskription).

    Nach zehn Jahren an der Uni kann ich ansonsten nur sagen: Nein, klug sind da definitiv nicht alle, sehr viele richtige Dummbatzen sogar. Und Schulnoten sagen sehr wenig über den Erfolg im Studium aus, mach dir da keine Sorgen. Vor allem in der vor-akademischen Phase im Bachelor reicht Fleis definitiv :)

    Fiorentina2017 schrieb:

    Das heisst du hast dich schon seit dem Abi auf einen Platz beworben, oder?(Wartesemester sind nicht einfach die Zeit zwischen Abi und Inskription).


    Nein, bei anderen Studienfächern sammelt man Wartesemester doch auch, solange man einfach an keiner Uni eingeschrieben ist.


    Das Fleiß reichen kann klingt aber gut.

    Nikki Fury schrieb:
    Fiorentina2017 schrieb:

    Das heisst du hast dich schon seit dem Abi auf einen Platz beworben, oder?(Wartesemester sind nicht einfach die Zeit zwischen Abi und Inskription).


    Nein, bei anderen Studienfächern sammelt man Wartesemester doch auch, solange man einfach an keiner Uni eingeschrieben ist.


    Das Fleiß reichen kann klingt aber gut.

    Entschuldige, da hab ich mich selbst verwirrt zwischen Nachrücken und Wartesemester. Du hast komplett recht!


    gar kein Problem :) Was den Fleiß und so angeht meintest du das Studium allgemein oder? Und nicht speziell Psychologie

    Ich behaupte mal, dass man ohne Fleiß in keinem Studium dauerhaft zurechtkommt. Und wahrscheinlich gibt es auch in jedem Studium Bereiche oder Fächer, die nerven, lästig sind, einen nicht interessieren oder die man später nie mehr braucht... und die dann trotzdem zu lernen, ist doch genau der Grund, warum man Selbstverantwortung und Disziplin benötigt für ein Studium.

    Dorfnixe schrieb:

    Ich behaupte mal, dass man ohne Fleiß in keinem Studium dauerhaft zurechtkommt. Und wahrscheinlich gibt es auch in jedem Studium Bereiche oder Fächer, die nerven, lästig sind, einen nicht interessieren oder die man später nie mehr braucht... und die dann trotzdem zu lernen, ist doch genau der Grund, warum man Selbstverantwortung und Disziplin benötigt für ein Studium.


    Das ist ganz sicher so. Ich frage mich jedoch ob Disziplin und Fleiß alleine reichen. Davor habe ich eine Menge Angst. Wenn man eigentlich nie so talentiert war beim Lernen und auch gerade in den Fächern des angestrebten Studiums ob man dann weit kommen kann.


    Ich habe Angst das Studium zu beginnen und dann zu merken dass es vorne und hinten nicht reicht selbst wenn ich von früh bist spät lerne.

    Nikki Fury schrieb:

    Ich habe Angst das Studium zu beginnen und dann zu merken dass es vorne und hinten nicht reicht selbst wenn ich von früh bist spät lerne.

    Da sind wir dann im Bereich der Motivation: Interessiert es dich denn? Beschäftigst du dich "freiwillig" damit, hast du einen eigenen inneren Antrieb dazu, hast du Bock drauf? Wenn ja, wirst du wahrscheinlich einiges an Energie fürs Lernen aufbringen können (sofern eben Disziplin hinreichend vorhanden ist), wenn nein, wird es schwierig.

    Was ist dein Ziel, dein Hauptgewinn, warum willst du dieses Studium?

    Ich habe bei mehreren alten Freunden/Bekannten mitbekommen, wie die ihr Studium abgebrochen bzw gewechselt haben, weil sie aus den "falschen Gründen" damit begonnen haben. Einer zB wollte ans große Geld um jeden Preis, hat Wirtschaft studiert, lief ein paar Jahre super. Je näher der Abschluss kam, umso mehr widerstrebte ihm das, weil er innerlich viel lieber Physiker sein wollte, aber da lockt eben nicht die fette Kohle. Er hat letztendlich gewechselt, war zufriedener und sagt im Nachhinein, dass er 2 Jahre verschenkt hat, in denen er im Grunde schon wusste, dass Wirtschaft das falsche Fach ist, aber zu stolz zum Wechseln war.

    Ich glaube, wenn genug Interesse vorhanden ist, kann man fast jedes Fach schaffen. Interesse/Motivation als notwendige Bedingung, Fleiß/Disziplin als hinreichende Bedingung. Oder so.

    Zitat

    Ich frage mich jedoch ob Disziplin und Fleiß alleine reichen.

    Psychologen sagen :) :

    30 zu 70 bzw. neuere Studien:

    20% Talent, 80% Fleiss.

    Hier sind mal Selbsttests für das Psychostudium.

    https://www.psychlinker.de/Psy…studium.php?id=Selbstests

    Man muss dazu sagen, dass Uni-Studiengänge seltenst vereinheitlicht sind, weil keine Lehrpläne.

    Es kommt halt auch darauf an, wo Du das Studium absolvieren möchtest, Statistik I und II wird immer dabei sein, ob der Schwerpunkt aber dann auf messen oder auswerten oder Modellierung gelegt wird und vor welchem Paradigma, ist der Uni überlassen.

    Quantitativ, also "messen" ist Psychologie immer, Psychologie ist die Lehre vom Vermessen und Zuordnen des Menschen nicht "des Helfens" .

    Zitat



    Ich glaube, wenn genug Interesse vorhanden ist, kann man fast jedes Fach schaffen.

    nö,

    würde ich widersprechen, auch, wenn Du "fast" schreibst. Das sehe ich an der Uni als Dozent Tag für Tag - seit Jahren.

    criecharlie schrieb:
    Zitat



    Ich glaube, wenn genug Interesse vorhanden ist, kann man fast jedes Fach schaffen.

    nö,

    würde ich widersprechen, auch, wenn Du "fast" schreibst. Das sehe ich an der Uni als Dozent Tag für Tag - seit Jahren.

    Im Bachelor? Danach würd ichs anders sehen, aber die vor-akademische Phase ist für fleissige Lerner ein Traum.

    Sagen wir mal so: mit Fleiß kannst Du all das lernen, was man auswendig lernen kann.

    Aber es gibt auch Dinge, die man verstehen muß, wo nicht einfach so abgefragt wird, ....so nach dem Motto: Sagen Sie mal das -Vater unser- auf!

    Du mußt schon selbstständig schöpferisch denken können, sonst wird es wohl nichts.


    Ich kann mich noch an die Schulzeit erinnern: hatte von Geschichte absolut null Plan, aber trotzdem eine gute Note, weil ich die Text alle auswendig gelernt habe und im Test dann hingepinnt habe. Ich habe die Wortwahl immer ein wenig umgebaut, damit es nicht so auffällt....hat hingehauen. So habe ich auch Chemie hinbekommen. Verstanden habe ich es nie.


    Will sagen: wenn Du später mal Menschen behandeln willst und deswegen Psychologie studierst, solltest Du das Ganze auch verstehen.

    also ich bin/war in der Schule planlos mit Mathe und Chemie,

    ich habe bergeweise Aufgaben, auch Abi-Aufgaben ! auswendig gelernt, sie mir am Anfang der Schulaufgabe auswendig auf Schmierpapier hingeschrieben und mich daran entlang gehangelt;

    auch habe ich nie für was anderes gelernt als für die NaWi-Fächer und zwar mind. 3, oft 7 Stunden am Tag.

    Ergebnis:

    meist 5, nie 6, ab und zu 4.


    In der Uni hatte ich Statistik (Psychologie), die habe ich besser bestanden, eben gerade, weil es mehr um Anwendungen ging und weniger um auswendig lernen, aber sobald es in die Basics aus der Schule ging, war es vorbei.


    Ich bin/war seit über 10 Jahren nun Dozent an der Uni (nicht für Psychologie, aber etwas, was mit Sozialpsychologie zu tun hat, geht so Richtung Bildungsforschung, kulturelles Miteinander etc..)

    Und selbst,wenn ich in der Vorlesung alle Fragen der Klausur verrate bedeutet das nicht, dass alle eine 1 haben oder gar bestehen. Der Stoff ist einfach zu komplex.