Eltern mischen sich in Bewerbungsverfahren ein - direkte Absage?

    Hallo, wie ich vorhin erfahren durfte, meinte mein Vater, der sich grundsätzlich eh viel zu gerne in mein Leben einmischt, er müsse sich nun auch noch in einen laufenden Bewerbungsprozess einmischen :-o>:(.


    Ich bin nun auch schon Mitte 20, also nichts mit gerade erst volljährig und erfahren. Leider habe ich einen total verkorksten Lebenslauf und war umso überraschter, dass ich trotzdem von einem großen Unternehmen zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Es geht um einen Ausbildungsplatz, den ich wirklich unglaublich gerne bekommen würde!


    So, leider passte der vorgeschlagene Termin so gar nicht und natürlich habe ich versucht, das Gespräch zu verschieben. Gestaltete sich jedoch schwierig, deswegen habe ich dann sofort gesagt, nein, das hat definitiv Vorrang vor meiner Freizeitgestaltung, ich nehme den Termin wahr und verschiebe dafür eine geplante und gebuchte Reise.


    So, meinem Vater gefiel diese Entscheidung nicht, er war nämlich der Meinung, dass man das doch wohl verschieben könnte. Deswegen rief er auf eigene Faust im Unternehmen an, ließ sich mit mehreren Leuten verbinden und teilte mir nun freudestrahlend mit, er hätte den Termin verschieben können, sei alles kein Problem gewesen und ich hätte halt einfach mit den falschen Leuten gesprochen. Randbemerkung, ich habe die Nummer angerufen, die im Einladungsschreiben angegeben war zwecks Terminbestätigung- oder Verschiebung.


    Ich bin aus allen Wolken gefallen und bin so stinksauer und enttäuscht. Auf der anderen Seite hatte ich sowas schon fast befürchtet, ist nicht das erste Mal, dass er sowas macht, aber das erste Mal bei so einer wichtigen Sache.


    Angeblich soll ich nun, so meinte er, eine neue Einladung zugeschickt bekommen. Aber mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist das denn? Vermutlich bin ich nach der Nummer doch gleich a) die Lachnummer und b) aus dem Verfahren raus, oder?


    Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich hätte die Chance so gerne wahrgenommen, aber das kann ich nach der Aktion doch wohl eher vergessen, oder?

  • 62 Antworten

    Wenn Dein Vater den Termin echt noch verschieben konnte, ist das für das Unternehmen mindestens so peinlich, wie für Dich. Immerhin bist Du volljährig, und wen auch immer er angerufen hat - derjenige hätte einfach höflich darauf hinweisen müssen, dass das ganze Verfahren Deinen Vater nichts angeht.

    Ich würde erstmal davon ausgehen, dass der von Dir letztlich bestätigte Termin steht. Wahrscheinlich fährst Du am besten damit, wenn Du noch mal Deinen Ansprechpartner kontaktierst (ggf. per Mail), darauf hinweist, dass es ggf. wegen eines nicht mit Dir abgesprochenen Anrufs deines Vaters ein Missverständnis wegen des Termins gegeben hätte, und dass Deine Zusage natürlich steht.

    Wenn es tatsächlich ein grösseres Unternehmen ist, dann besteht die Chance, dass die Leute die für das Verschieben zuständig waren und die, die letztlich die Entscheidung treffen nicht miteinander darüber gesprochen haben. So interessant ist ein verschobener Termin nun auch nicht.


    Termin wahrnehmen und in Zukunft solche Informationen nicht mehr mit den Eltern teilen, wenn dein Vater sich offenbar nicht zurückhalten kann.

    Erst einmal finde ich die Überschrift etwas irreführend. Berufungsverfahren hat eigentlich eine völlig andere Bedeutung.


    Zitat

    Angeblich soll ich nun, so meinte er, eine neue Einladung zugeschickt bekommen. Aber mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist das denn? Vermutlich bin ich nach der Nummer doch gleich a) die Lachnummer und b) aus dem Verfahren raus, oder?

    Ich würde es auch so machen, wie Nilpferd bereits vorgeschlagen hat.

    Du kannst natürlich auch warten, ob dir eine neue Einladung zugesendet wird. Die Entscheidung liegt bei dir.

    Vorstellungsgespräch nicht Berufungsverfahren ;)


    Ich würde auch einfach zu dem Termin gehen und das Thema garnicht weiter ansprechen. Für den Fall das es dennoch angesprochen wird solltest du dir aber schonmal überlegen was du dazu sagst.


    Wichtig finde ich das du dich, gerade nach dieser Aktion, stärker von deinen Eltern abnabelst. Wenn du mit solchen Informationen nicht zu denen kommst können die sich auch nicht einmischen. Dazu solltest du da jetzt mal auf den Tisch hauen und denen klar machen das du kein Kleinkind mehr bist und diese Aktion extrem peinlich und unangenehm für dich war.

    Doch, leider werden die sich wohl schon austauschen, so wie ich das verstanden habe :-(. Er hat den Chef der Personalabteilung angerufen, der letztlich über alles entscheidet und der hält auch Rücksprache mit den Leuten, die für die Verschiebungen zuständig sind. Ganz doof gelaufen.


    Die Idee mit der Mail ist gut, zu verlieren habe ich ja eh nichts mehr. Ich bin so sauer, ich weiß gar nicht, wie ich jemals wieder mit meinem Vater reden soll, ohne ausfallend zu werden.


    Solche Informationen nicht zu teilen ist utopisch. Den Brief mit der Einladung und den Terminen hat meine Mutter geöffnet, weil ich, als die Post kam, nicht da war und sie neugierig war. Ist Standart hier. Privatsphäre für mich ist ein Fremdwort. Und ausziehen geht erst, wenn ich ein geregeltes Einkommen habe...

    Argh, verdammt, die Überschrift ist natürlich selten dämlich, ich wollte "Bewerbungsverfahren" schreiben und die Autokorrektur hat es dann geändert. Und zum vernünftigen Korrekturlesen bin ich scheinbar noch zu wütend. Kann man das ändern lassen?

    Zitat

    Den Brief mit der Einladung und den Terminen hat meine Mutter geöffnet, weil ich, als die Post kam, nicht da war und sie neugierig war.

    Grenzen setzen, immer wieder. Und immer wieder klar ausrücken das es so nicht geht. Und notfalls halt auch mal lügen ("jaja, Termin ist verschoben") wenn es nicht anders funktioniert. Es hat bei deinen Eltern offenbar nicht "klick" gemacht das du kein kleines Kind mehr bist. Das ist etwas das du eher jetzt sofort als "irgendwann mal" angehen solltenst, auch wenn es viele Nerven kosten wird.

    Du bist Mitte 20, also kannst du auch ohne geregeltes Einkommen ausziehen, ab 25 steht dir notfalls Grundsicherung zu. Weiterhin könntest du dir auch einfach irgendeinen Job suchen und von dem aus eine Ausbildung. Zumindest in meiner Region gibt es jede Menge Jobs für ungelernte Im Niedriglohnsektor für den Anfang, in Gastronomie, Reinigungsgewerbe etc.

    Du musst dich dringend von deinen Eltern abnabeln, das geht alles gar nicht und ich wage zu behaupten so lange du zuhause wohnst, klappt das niemals.

    Ja, ich weiß, ich muss Grenzen setzen, immer und immer wieder. Ich mache das seitdem ich 18 bin, doch es bringt einfach nichts. Meine Mutter ist leider auch psychisch krank ohne jegliche Einsicht, das macht die Sache nicht leichter. Grenzen, die ich setze, werden stumpf ignoriert und ich werde absolut nicht für voll genommen.


    Auf staatliche Hilfe habe ich keinen Anspruch, alles schon mehrfach versucht und auch schon Kontakt mit den entsprechenden Institutionen aufgenommen. Abgesehen davon, dass ich nicht dem Staat auf der Tasche liegen will. Ich habe einen kleinen Nebenjob, aber das reicht vorne und hinten nicht. Was anderes suche ich, doch meine Gegend ist ziemlich strukturschwach, da was zu finden ist nicht so einfach. Schon gar nicht, wenn man davon komplett leben muss. Deswegen ja die Hoffnung auf den Ausbildungsplatz.


    Wie gesagt, mir ist absolut klar, dass es so nicht weitergehen kann und ich bin da auch dran, doch darum soll es hier nicht gehen. Ich wollte nur eine Einschätzung, ob ich den Ausbildungsplatz jetzt vergessen kann oder nicht. Der Tipp mit der Mail war z.B. sehr gut!

    Alias 943552 schrieb:

    Ich wollte nur eine Einschätzung, ob ich den Ausbildungsplatz jetzt vergessen kann oder nicht.

    Das hängt ganz davon ab, wer da entscheidet, wie der oder die drauf ist, was für einen Eindruck Du im Vorstellungsgespräch machst, wie es mit Mitbewerbern aussieht und und und.

    filosofia, das habe ich schon längst aufgegeben. Wenn ich das androhe, kommt nur ein hämisches "das will ich sehen, das machst du doch eh nicht, das ist unser Haus" und wenn ich es dann tatsächlich tue, sitze ich auf der Straße.

    Shojo, ich meinte eher, ob ich wohl nach der Aktion überhaupt noch eine Chance habe, eingeladen zu werden.


    Zum ausziehen, siehe die vorherigen Beiträge. Glaubt mir, ich würde nichts lieber als das tun. Vielleicht verbringe ich zumindest die nächsten Nächte erst mal bei einer Freundin.