Frage zum Arbeitszeugnis

    Hallo zusammen,


    ich habe noch einige Wochen zu arbeiten, dann bekomme ich am letzten Arbeitstag ein qualifiziertes Arbeitszeugnis.


    Was mir Schwierigkeiten macht ist, dass seit meiner Kündigung meine Vorgesetzten ungehemmt Gehässigkeiten von sich loslassen: er hat kein Bock mehr zu arbeiten, du erklärst deinen Kollegen Sachen falsch, nach mir die Sinnflut, etc.


    Ich habe berechtigte Sorge, dass sich das auch im Arbeitszeugnis widerspiegelt, obwohl die Anschludigungen völlig aus der Luft gegriffen sind. Einen Fürsprecher habe ich leider nicht, auch bin ich nicht in der Gewerkschaft.


    Macht es Sinn einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu Rate zu ziehen? Mit wie vielen Stunden komme ich da weg?


    Danke euch.

  • 24 Antworten

    ich würd auch sagen, drücks durch, geh notfalls in den krankenstand... um rechtliche schritte kannst du dich dann immer noch bemühen, wenn dein arbeitszeugnis nicht wie gewünscht ausfallen sollte

    Bist Du denn auf das Arbeitszeugnis angewiesen? Man kann ja nicht davon ausgehen, dass hier eine objektive Bewertung stattfindet. Und ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn man das einklagt. Beim Jobwechsel besteht ja keine Pflicht ein solches Zeugnis vorzulegen.

    marblemadness schrieb:

    Bist Du denn auf das Arbeitszeugnis angewiesen? Man kann ja nicht davon ausgehen, dass hier eine objektive Bewertung stattfindet. Und ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn man das einklagt. Beim Jobwechsel besteht ja keine Pflicht ein solches Zeugnis vorzulegen.

    Keine gesetzliche. Aber ich würde auch erstmal abwarten wie es wirklich ausfällt.

    Mir wurden 260.- die Stunde vom Fachanwalt genannt;

    geeinigt haben wir uns darauf, dass eine Pauschale in Abhängigkeit zum letzten Brutto-Gehalt für den ersten (umfangreichen) Brief an den Ex-Chef ausgehandelt worden ist.

    Wenn danach noch was kommt, muss man weiter sehen.

    Wenn Deine vorigen Zeugnisse in Ordnung waren, wird sich ein potentiell neuer Arbeitgeber auch seinen Teil denken.

    Der Fachanwalt meinte zu mir auch, dass es manchmal gar nicht schlecht ist, wenn ein Zeugnis Schrammen hat, dann würde der nächste AG sehen,

    dass man nicht eingeklagt hat.

    Ich würde es schon aus rein zeitlichen Gründen bleiben lassen.

    Wenn ein Arbeitsverhältnis endet, sucht man sich ja in aller Regel ein neues.

    Im besten Fall hat man die neue Stelle direkt im Anschluss.

    Und dann ist da noch ein Gerichtsverfahren wegen Zeugnisberichtigung beim alten Arbeitgeber anhängig?

    Ich glaube das kommt nicht gut rüber.


    Was wäre denn, wenn du gar keines bekommen hättest? Auch das könnte man einklagen. Aber welcher Arbeitgeber legt schon Wert darauf, das sein potentieller neuer Mitarbeiter erstmal beim alten Arbeitgeber das Zeugnis einklagt?

    Bis das gerichtlich durch ist, kann sich der neue Arbeitgeber selbst ein Bild machen während der Probezeit.

    Asiga schrieb:

    Oder aber ein neuer Arbeitgeber stellt einen ohne Zeugnis gar nicht erst ein

    Auf den kann ich dann aber auch sehr gut verzichten.

    Vielleicht hat der jetzige Arbeitgeber auch keine Lust auf Stress und stellt einfach ein normal gutes Arbeitszeugnis aus. Standard Note 2 halt.

    Zu vollständigen Unterlagen gehört auch ein Zeugnis. Selbst wenn das Zeugnis nicht beim unmittelbar nächsten AG wichtig ist, weil da ist die Bewerbung idR schon gelaufen, so ist es dennoch für den darauffolgenden wichtig.

    Ich würde mich als personaler oä wundern, wenn da eins fehlt.

    Zudem ist das Zeugnis nicht nur eine Beurteilung, sondern es listet ja auch die Tätigkeiten auf. Anders als der Lebenslauf etc sind die von einer dritten Partei und zeigen zumindest, dass die Fachkenntnisse nicht erfunden sind.

    Also einfach darauf verzichten würde ich nicht und ja, sollte es unfair sein, auch klagen... allerdings haben einige schon recht: erstmal warten, ob es überhaupt schlecht ausfällt und wenn ja, kann man ja auch nochmal das Gespräch ohne Anwalt suchen.