Freizeitaktivitäten - wie bekommt man mehr Energie?

    Im Zuge der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist nach und nach herausgekommen, was und wie viel andere in ihrer Freizeit so alles machen, neben ihrer Vollbeschäftigung.


    Mich fasziniert das, weil ich schon öfter den Eindruck hatte, dass andere mehr Energie haben und mehr "erledigt bekommen" in ihrer Freizeit als ich.


    Daher wollte ich fragen, ob ihr Ideen habt, wie man privat mehr Energie bekommen kann und mehr geschafft bekommt?


    Bei mir sieht es eben so aus, dass ich morgens zur Arbeit gehe und gegen 18:30 Uhr wiederkomme Mo-Fr. Je nach Arbeitspensum kann es auch mal 19 Uhr werden an einzelnen Tagen.


    Vor Corona bin ich in guten Wochen zweimal direkt nach der Arbeit zum Vereinssport gegangen, habe danach dann gegen 22 Uhr noch was gegessen und zum Abschalten von all den ganzen Menschenkontakten auf der Arbeit und beim Sport noch etwas online gelesen, bevor es wieder ins Bett gegangen ist.

    An den anderen Werktagen sah es genauso aus, nur ohne Sport. Nach der Arbeit bin ich erst einmal müde und muss mich selbst zum Essenmachen aufraffen. Eigentlich habe ich dann auf gar nichts Lust. So nach 2-3 h geht es wieder und ich nutze das an guten Tagen für Haushaltskram und andere so anfallende Aufgaben, nur muss ich dann ja auch recht bald ins Bett. An schlechten Tagen mache ich quasi gar nichts, außer online was lesen. Und ich muss ich im Grunde auch aufpassen, dass ich halbwegs pünktlich ins Bett gehe, weil ich sonst die ganze Nacht durchmachen könnte.


    Ich bin schon in der Schule jemand gewesen, der gegen Abend wieder aktiv wurde, egal wie müde ich vorher gewesen bin, und dafür morgens nicht aus dem Bett gekommen ist. Sobald ich frei habe, gehe ich jeden Tag später ins Bett. Am besten würde ich in einem 26/27h-Rhythmus leben können, aber das geht ja nicht.


    An den Wochenenden komme ich jeden Samstag vor mittags ums Verrecken nicht aus dem Bett, egal wie viele Wecker ich mir stelle und wann ich ins Bett gehe. Dafür bin ich Freitagabends nach der Arbeit und dem Sport sehr munter und entspannt und habe sogar Lust, etwas zu zocken. Oft werde ich dann erst gegen morgens müde, aber selbst wenn ich wie üblich gegen kurz nach Mitternacht ins Bett gehe, schlafe ich bis mittags (dann eben 12h).Gehe ich um 6 Uhr samstagsmorgens ins Bett, werde ich nach 5-6h Schlaf gegen mittags wach.
    Wenn ich an manchen Samstagen früher aufgestanden bin, hatte ich regelmäßig Kopfschmerzen.


    An den Samstagen gehe ich Einkaufen und kümmere mich samstags und sonntags um alles, was im Haushalt eben so unter der Woche liegengeblieben ist. Oft fällt es mir aber schwer, mich überhaupt auch nur zum Einkaufen aufzuraffen. Eigentlich nehme ich mir auch für jedes Wochenende vor, mal in die Sonne zu gehen tagsüber und z.B. Spazierenzugehen oder zu Joggen. Das klappt aber mehr schlecht, als recht. Beim Joggen ist mir oft schwindelig und ich habe das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, obwohl ich dabei ganz normal atme und ursprünglich mal sehr viel Sport gemacht habe. Als ob zu wenig Sauerstoff im Blut wäre.


    Zwar habe ich jahrelange gute Freundschaften, aber eigentlich möchte ich privat am liebsten mit niemanden Kontakt haben und habe auch einfach nicht die Kraft, mich regelmäßig um diese Freundschaften zu kümmern mit Schreiben bei WhatsApp etc. oder gar einem Treffen. Wenn es irgendwie geht, raffe ich mich dazu immer mal wieder auf, aber eigentlich bin ich froh, wenn sich niemand meldet. Zum Glück haben meine Kumpels auch kein allzu großes Kontaktbedürfnis, so dass Kontakt alle paar Wochen mal über WhatsApp oder Telefon reicht. So ca. 1x im Jahr verabreden wir uns. Das finde ich durchaus angenehm, aber wie bei allen sozialen Kontakten brauche ich danach wieder Zeit für mich alleine. Ich tippe mal darauf, dass ich recht introvertiert bin. Erholen kann ich mich nämlich am besten alleine.


    Aber ich bin eben generell sehr antriebsarm privat und habe kaum Lust zu irgendwas. Auch die üblichen Pflichtaufgaben wie Haushalt etc. fallen mir meistens schwer, weil der Antrieb fehlt. Ich habe nur selten mal eine kurze Phase, in der ich plötzlich Antrieb habe und dann fast "manisch" vieles erledige, das vorher liegengeblieben ist.


    Es ist aber auch nicht so schlimm wie früher, als die Unterfunktion der Schilddrüse noch nicht behandelt worden ist. Da bin ich täglich kaum aus dem Bett gekommen, brauchte 12h+ Schlaf, hatte keinerlei Antrieb, mir war eigentlich alles egal und habe mich ständig wie benebelt gefühlt. Irgendwann hatte ich dann Suizidgedanken, die nach der Behandlung der Schilddrüse so plötzlich verschwunden sind wie sie vorher gekommen waren.


    Erkrankungen habe ich nur Hashimoto mit einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Schilddrüse ist auch sehr klein, aber laut Arzt ist die Funktionseinschränkung nur leicht. Ich nehme täglich 88 Mikogramm L-Thyroxin. Früher hatte ich mal Magnesium- und Eisenmangel, die sind aber behoben und ich nehme in Absprache mit meinem Hausarzt entsprechend Nahrungsergänzungsmittel, die auch gut vorbeugen laut Bluttest. Mir geht es seitdem auch besser. Ebenso seit dem L-Thyroxin. Insofern bin ich zu einem großen Teil zufrieden, auch wenn ich aus meinem Leben privat nichts mache bzw. da nicht so munter bin wie man es sein sollte. Das fällt mir auch offline in Gesprächen mit anderen auf, vor allem mit Gleichaltrigen. Die leben ganz anders privat.


    Wie schafft ihr es diese Energie und mehr nötiges Interesse zu haben, so dass ihr euch privat regelmäßig gerne mit anderen trefft, abends rausgeht, ins Kino geht, Aufgaben nicht aufschiebt und diverse sinnvolle Hobbys - noch dazu mit anderen - pflegt?

  • 59 Antworten

    Ich lese, dass du recht viel online bist. Wie viel Stunden würdenst du pro Woche schätzen, dass du online bist und sind es Dinge, die du online machst, nach denen du einen Energieschub hast, also dir positive Dinge mitnimmst?

    Shinnok schrieb:

    Wenn ich an manchen Samstagen früher aufgestanden bin, hatte ich regelmäßig Kopfschmerzen.

    Ja, es klingt ja auch, dass du völlig übermüdet bist.



    Shinnok schrieb:

    Erkrankungen habe ich nur Hashimoto mit einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Schilddrüse ist auch sehr klein, aber laut Arzt ist die Funktionseinschränkung nur leicht. Ich nehme täglich 88 Mikogramm L-Thyroxin. Früher hatte ich mal Magnesium- und Eisenmangel, die sind aber behoben und ich nehme in Absprache mit meinem Hausarzt entsprechend Nahrungsergänzungsmittel, die auch gut vorbeugen laut Bluttest. Mir geht es seitdem auch besser. Ebenso seit dem L-Thyroxin. Insofern bin ich zu einem großen Teil zufrieden, auch wenn ich aus meinem Leben privat nichts mache bzw. da nicht so munter bin wie man es sein sollte. Das fällt mir auch offline in Gesprächen mit anderen auf, vor allem mit Gleichaltrigen. Die leben ganz anders privat.

    Du lässt die SD-Werte regelmäßig kontrollieren?

    Gut, da gibt es unterschiedliche Einstellungen. Ich habe das auch hinter mir und würde Hashimoto nie ertragen wollen, aber meine war auch nicht einzustellen, also wurde mir die SD herausgenommen und erst da ging es mir wirklich deutlich besser, also auch psychisch. Muss aber jeder selbst entscheiden.


    Shinnok schrieb:

    Wie schafft ihr es diese Energie und mehr nötiges Interesse zu haben, so dass ihr euch privat regelmäßig gerne mit anderen trefft, abends rausgeht, ins Kino geht, Aufgaben nicht aufschiebt und diverse sinnvolle Hobbys - noch dazu mit anderen - pflegt?

    Gut, also im Moment ist es ja das beste, was du machen kannst, also zu Hause bleiben, aber das wird sich ja irgendwann wieder ändern. Ich würde mal 4 Wochen ohne Internet und whats-app probieren.

    Melete schrieb:

    Wie viel Stunden würdenst du pro Woche schätzen, dass du online bist und sind es Dinge, die du online machst, nach denen du einen Energieschub hast, also dir positive Dinge mitnimmst?

    Das in Stunden zu beziffern finde ich schwierig, weil ich zwar den PC anhabe und den Brwoser geöffnet und Musik anhabe, aber dabei zB koche, über Berufliches nachdenke, meine Sachen plane, vor dem PC esse, meine E-Mails abrufe etc.. Ich brauche nach der Arbeit und beim Essen einfach etwas, das mein Gehirn beschäftigt und ablenkt, um abschalten und entspannen zu können und um mich nicht zu langweilen.


    Das Online-Surfen finde ich super, um nach der Arbeit auf andere Gedanken zu kommen und abzuschalten. Ich höre online gerne Musik bei youtube, lese Artikel, Blogs usw. zu Themen, die mich interessieren, teils auch mit beruflichem Bezug je nachdem, oder tausche mich mit anderen aus. Ich finde das viel interessanter, als mich offline mit anderen auszutauschen; gute Freunde und Verwandte ausgenommen.


    Ich finde schon, dass das Online-Surfen positiv für mich ist. Nur mehr körperlichen Antrieb bekomme ich dadurch nicht. Allerdings habe ich auch ohne Online-Surfen nicht mehr Antrieb.


    Mit Fernsehen könnte man mich dagegen jagen. Das Fernsehprogramm finde ich sehr öde und man ist dabei so passiv.


    Melete schrieb:

    Ja, es klingt ja auch, dass du völlig übermüdet bist.

    Das ist manchmal sicher der Fall. Allerdings denke ich, dass der Übergang von Freitag auf Samstag einfach mit dem Berufstress zusammenhängt, der dann wegfällt. Vielleicht schlafe ich deshalb samstags immer bis mittags.


    Meinen Beruf mag ich, die Kollegen sind auch freundlich und die Zeit dort verfliegt immer schnell, weil permanent irgendwas zu tun ist unter Zeitdruck und man muss oft sehr spontan sein; man kann die Tage nur bedingt planen, oft kommt es ganz anders, weil noch was Eiliges eingeht.

    Am Anfang habe ich immer Überstunden gemacht, die bei uns bereits im Gehalt inkludiert sind, aber inzwischen achte ich darauf pünktlich Feierabend zu machen. Nur die Mittagspause nutze ich je nachdem zum Weiterarbeiten, mache aber auch eine Pause zum Essen und Trinken. vor Corona bin ich auch bei gutem Wetter mal raus in den Park gegangen zum Essen. Es ist ein sehr verantwortungsvoller Beruf mit vielen Anforderungen und ich bin dort Berufsanfänger und mein Umsatz entscheidet darüber, ob ich am Jahresende einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekomme. Das sollte an sich klappen, aber sicher ist das nicht. Mehr möchte ich aber nicht dazu sagen.


    Melete schrieb:

    Du lässt die SD-Werte regelmäßig kontrollieren?

    Ja, ca. alle 6 Monate. Ach und Selen nehme ich auch noch täglich auf Anraten meines Hausarztes.


    Die Schilddrüse möchte ich mir eigentlich nicht entfernen lassen. Ich bin für alles dankbar, was meine Schilddrüse noch schafft. Bei Hashimoto braucht man die Schilddrüse doch eigentlich auch nicht zu entfernen? ":/


    Meine aktuellen Wert vom Januar 2020:

    • ft3: 3,22 pg/ml (Normbereich: 2,30 - 4,20)
    • ft4: 1,49 ng/dl (Normbereich: 0,89 - 1,75)
    • TSH: 1,134 mlU/l (Normbereich: 0,350 - 5,000)


    Melete schrieb:

    Ich würde mal 4 Wochen ohne Internet und whats-app probieren.

    Das schaffe ich nicht. Gerade jetzt nicht, weil ich aktuell ein paar Sachen mit meiner Versicherung abwickeln muss, online.


    Vorübergehend habe ich es mal ohne Online-Surfen in meiner Freizeit versucht, aber eher ins Bett gegangen oder mehr gemacht habe ich dann trotzdem nicht. Stattdessen habe ich quasi die den Raum angestarrt und über alles mögliche nachgedacht, teils auch mit offenen Augen vor mich hingeträumt. Oder ich habe an den Wochenenden gleich den ganzen Tag verschlafen. Musik hören kann ich ohne Internet auch nicht, dabei motiviert mich Musik noch am meisten und hilft mir, nicht gedanklich abzuschweifen/fokussiert zu bleiben wenn ich nichts komplexes mache. Mir gehen oft zig Aufgaben gleichzeitig im Kopf herum - oder ich mache etwas während ich dabei träume und ganz woanders bin zB beim Spülen.


    Ich denke aber du hast insofern Recht, dass ich weniger Zeit online verbringen sollte. (Bei WhatsApp bin ich nicht viel, eigentlich mehr um mit wenigen ausgesuchten Menschen in halbwegs regelmäßigen Kontakt zu bleiben. Aber ich bin kein Fan von dem Tippen dort und hätte selbst keine Lust dort ständig zu schreiben. Mein Handy landet in meiner Freizeit meistens in der Ecke.)

    Melete schrieb:

    Gut, also im Moment ist es ja das beste, was du machen kannst, also zu Hause bleiben

    Äh ja, das Ganze mit den Kontakten treffen usw. bezieht sich natürlich auf die Zeit nach den Ausgangsbeschränkungen und ist eher mittelfristig gemeint, als jetzt direkt. Also so irgendwann gegen Jahresende oder später.

    Was ich in den letzten Wochen geändert habe ist meine Ernährung. An sich ernähre ich mich bereits recht gesund, aber ich hatte zusätzlich immer recht viel Süßigkeiten gegessen. Das habe ich mir inzwischen abgewöhnt. Seitdem geht es mir auch etwas besser.


    Was mich eben auch strt ist, dass ich nicht einmal an den Wochenenden Lust auf meine eigentlichen Lieblingshobbys habe. Ich habe weder Lust, etwas zu zocken, noch Sport zu machen, noch ein Buch zu lesen oder mir einen Film online anzuschauen. Ich finde einfach diese generelle Lustlosigkeit störend.

    (Nicht sexuell gemeint, da habe ich eh seit Ewigkeiten keinen Bock auf nichts.)

    Vielleicht solltest du mal richtig in dich hinein horchen und dich fragen wie zufrieden du WIRKLICH bist. In der Wohnung, im Job etc. Lebst du in mittelmäßiger Begeisterung vor dich dahin oder brennst du für irgendetwas wirklich. Für mich klingst du einfach nur total gelangweilt von allem. Das gilt es zu durchbrechen, sollte dem so sein.

    Shinnok schrieb:

    Was mich eben auch strt ist, dass ich nicht einmal an den Wochenenden Lust auf meine eigentlichen Lieblingshobbys habe. Ich habe weder Lust, etwas zu zocken, noch Sport zu machen, noch ein Buch zu lesen oder mir einen Film online anzuschauen. Ich finde einfach diese generelle Lustlosigkeit störend.

    ..... naja diese Sachen machst du ja unter der Woche auch schon. Finde ich auch ok zum abschalten und runter kommen. Aber Samstag Abend/ Sonntag Mittag dürfte es doch was anderes sein oder? Probier doch mal was Neues aus. Am besten außer Haus und mit Leuten, sodass du Abwechslung hast.

    Braunesledersofa schrieb:

    Vielleicht solltest du mal richtig in dich hinein horchen und dich fragen wie zufrieden du WIRKLICH bist. In der Wohnung, im Job etc.

    Es gibt das ein oder andere, das ich anders besser fände, wenn ich "wünsch dir was" spielen würde, aber das sind alles keine Wünsche mit realistischer Grundlage.


    Mit der Wohnung, meiner Einrichtung und der Wohnlage bin ich sehr zufrieden. Ebenso freut mich vieles bei meinem Beruf, angefangen vom Arbeitsumfeld bis hin zu der Tätigkeit selbst.


    Mein Problem bei der Studien-, Ausbildungs und späteren Berufswahl war immer, dass mich vieles interessiert hat. Ich kann mir gar nicht vorstellen, mich nur wenigen Bereichen zu widmen. Leider kann man nicht 10 Berufe gleichzeitig ausüben. Neben dem Bürojob, den ich habe, hätte ich mir auch eine Tätigkeit "an der Frischen Luft" als Gärtner vorstellen können oder als Automechaniker. Ebenso hätte ich mir auch vorstellen können, Informatik und Mathematik oder Physik zu studieren, Gerichtsmediziner oder Bestatter zu werden (auch tolle Berufszweige!).

    Aber ich mag auch die Studien- und Berufsrichtung, die ich gewählt habe. Der Beruf ist äußerst vielseitig und abwechslungsreich für mein Empfinden, bietet aber auch ausreichend Routine.


    Mein Handicap sind eher in mir selbst liegend, und zwar in Form von Selbstzweifeln und Versagensängsten. Die sind allerdings erheblich besser und schwächer geworden, vor allem seitdem ich meine Stelle angetreten habe.

    Ich denke, dass es mir mit mehr Berufserfahrung und wachsendem Selbstvertrauen nochmal besser gefallen wird in meinem Job. Im Moment habe ich da noch die üblichen Anfängersorgen und "Probleme".


    Braunesledersofa schrieb:

    Lebst du in mittelmäßiger Begeisterung vor dich dahin oder brennst du für irgendetwas wirklich.

    Meinst du damit, ob ich mich für just eine Sache extrem interessiere?

    Also ich interessiere mich für vieles und habe nicht die eine Sache, die mich primär in Beschlag nimmt interessensmäßig.


    Falls du damit meinst, ob ich bei irgendetwas extreme Gefühle empfinde, muss ich das verneinen. Ich habe innerlich intensive Gefühle, aber mehr "in Gedanken" für mich privat innerlich, als dass ich schreiend, lachend oder weinend durch die Gegend laufen würde. Sowas mag man als sehr positiv emotional bewerten - ich fände das nicht erstrebenswert für mich.


    Seit der Behandlung mit L-Thyroxin fühle ich mich körperlich lebendiger. Ein Mensch mit großen Gefühlsausschlägen nach unten oder oben bin ich gleichwohl nicht. Ich stelle mir sowas eher anstrengend vor so starke Emotionen zu haben.

    Es mag auch eine Frage von Extra- oder Introversion sein, wie emotional man jemanden einschätzt. Mir sieht man meine Gefühle nicht oder kaum an, außer ich helfe bei meiner Mimik gezielt nach.

    In meinem Beruf hat das Vorteile und ich werde für meine Art geschätzt.


    Braunesledersofa schrieb:

    Für mich klingst du einfach nur total gelangweilt von allem.

    Das überrascht mich, dass es so wirkt. Gelangweilt fühle ich mich nicht. Es ist wirklich vielmehr so, dass mich die im Vergleich zu anderen geringere Energie in der Freizeit stört. Und dass ich eben insbesondere diese "soziale Energie" nicht habe, also im Kontakt mit anderen eher Energie verliere, egal wie gut der Kontakt ist, und dass ich meine Batterien nur alleine aufladen kann und deshalb im Gegensatz zu anderen an diesem "Sozialkram" einfach nicht den Gefallen entwickele, den man in meinem Alter haben sollte.

    Und dass ich eben generell "nicht so viel rausgehe und das tue, was man als normaler Mensch so tut" -> ins Kino gehen, Kneipen besuchen, sich in der Freizeit regelmäßig mit anderen treffen und das mögen, dito bzgl. regelmäßig mit anderen bei WhatsApp schreiben.


    In Diskotheken bin ich zwar mal gewesen mit anderen, aber ich fand dort die Lichtreflexe und die "Stimmung" im Raum interessant, das hatte was. Nur die anderen Menschen haben gestört, weil sie mich immer wieder aus meiner Beobachtung herausgerissen haben. Auch das Tanzen war nicht mein Fall, obwohl ich da meine Begleiter imitiert habe, um zu verstehen, was anderen Menschen daran gefällt. Man merkt es den Menschen dort ja deutlich an, dass sie daran Spaß haben. Das finde ich als Beobachter irgendwie nett, auch wenn ich das so nicht recht nachempfinden kann. Ich kann die Musik aber durch Tanzen nicht genießen; das stört eher, weil ich Musik am besten in Ruhe alleine genießen kann, indem ich ihr einfach lausche, anstatt mich dazu zu bewegen.


    Außerdem stört mich, dass ich in meiner Wohnung mangels Antrieb nicht zu allem so komme, wie ich mir das wünschen würde.


    Braunesledersofa schrieb:

    . naja diese Sachen machst du ja unter der Woche auch schon.

    Nein, ich surfe unter der Woche nur online davon und höre Musik.

    Zocken tue ich am ehesten Freitagabend.


    Mich stört dabei eben, dass ich meine Freizeit nicht konsequent für solche Sachen wie die Netflix schauen, Spiele zocken, die ich an sich toll finde, nutze, sondern eher antriebslos verbringe und dann - oh Wunder - das Wochenende wieder rum ist, bevor ich mich zum Zocken etc. aufraffen konnte.


    Insofern hast du recht, dass man meine derzeitige Lebensführung als langweilig bezeichnen könnte. ^^


    Braunesledersofa schrieb:

    Probier doch mal was Neues aus. Am besten außer Haus und mit Leuten, sodass du Abwechslung hast.

    Hm ... ich wollte immer mal Gotcha ausprobieren. Es gab auch mal Bekannte, mit denen das geklappt hätte, aber dann gab es verschiedene Schicksalsschläge und letztlich haben wir das nicht mehr gemacht.

    Die Ausrüstung habe ich aber zum Teil bereits und hatte auch mal eine Gaspistole. Schusswaffen und Messer faszinieren mich aufgrund ihrer ausgefeilten Technik (bei Messern die Herstellungstechnik und das Material).


    Ich hatte auch mal überlegt, einen Waffenschein zu machen.


    Das wären an sich gute Sachen, die ich ausprobieren könnte: Den Waffenschein machen und Gotcha ausprobieren. Wobei ich mir für Gotcha Gleichgesinnte suchen müsste, aber im Sportverein hatten zwei Leute mal Interesse an sowas.

    (Früher habe ich mal Laserquest gespielt mit anderen bei einem Schüleraustausch, aber das hat überhaupt keinen Spaß gemacht, weil man sich mit den anderen nicht taktisch als Team abstimmen könnte. Insofern würde ich da fast jeden Online-MP-Shooter bevorzugen. Macht mehr Spaß.)

    Shinnok schrieb:

    Ich hatte auch mal überlegt, einen Waffenschein zu machen.

    Weil das missverständlich ist: Ich meine das im umgangssprachlichen Sinne und auch damit verknüpft, dass ich überlege, ob ich Schießsport (im Verein) als Hobby anfangen sollte.

    Das ist bislang nur eine Überlegung. Vielleicht sollte ich eher meinen bisherigen Alltag in den Griff bekommen, bevor ich ein neues Hobby anfange. Es ist auch doof, alles nur so halb zu machen. Wenn würde ich gerne lernen, (sehr) gut zu schießen.

    Was macht ihr eigentlich in eurer Freizeit und wie bekommt ihr das mit eurer Arbeit energie- und zeitmäßig unter einen Hut?

    Erstmal Danke für die lange Antwort!


    Sag mal, wie viele Stunden schläfst du nachts? Und achtest du auf gesunde Ernährung?


    Ich frage, weil ich dein Leben und deinen Alltag ansonsten wirklich als normal und okay bezeichnen würde.


    Vielleicht würde es dir helfen einen Plan für deine freie Zeit zu entwerfen. Angefangen mit der Zeit zum Aufstehen, Aufgaben im Haushalt, aber natürlich auch Freizeitgestaltung. Du könntest das schriftlich festhalten und zusätzlich dazu in deinem Handy abspeichern, wo dann zb ein Glöckchen läutet. Zb um 16 Uhr am Samstag "Einkaufen!". Oder um 20 Uhr am Sonntag "Zackig duschen und dann Netflix ". Vielleicht würde das die Selbstdisziplin anregen?!

    Braunesledersofa schrieb:

    Erstmal Danke für die lange Antwort!

    Schön zu hören, ich hatte schon befürchtet viel zu viel geschrieben zu haben.



    Braunesledersofa schrieb:

    Sag mal, wie viele Stunden schläfst du nachts?

    Unter der Woche schlafe ich meistens ca. an die 6h. Ich werde aber meistens kurz vor dem ersten Wecker wach, nur bis ich ausreichend wach bin, um aufzustehen, dauert es. An manchen Tagen schlafe ich aber sicher zu wenig, weil es dann definitiv zu spät mit dem Ins-Bett-Gehen wird. Am Wochenende schwankt mein Schlafpensum zw. 6 - 12h.


    Werktags habe ich mir vor Monaten bereits erfolglos vorgenommen, eher ins Bett zu gehen. Nur bin ich leider erst spät müde. Typisch Eule eben. Und irgendwie genieße ich abends immer noch gerne die Ruhe daheim und die Freizeit, so dass ich irgendwie auch keine Lust habe ins Bett zu gehen. Zumal ich beruflich mehr oder weniger drängend immer die Zeit im Nacken habe.


    Privat habe ich deshalb einen gewissen Widerwillen, mich dann wegen der Zeit zu stressen und z.B. mit "Zeitfristen" selbst unter Druck zu setzen. Z.B. so eigene Vorgaben wie "Du musst um 23 Uhr ins Bett gehen, egal ob du müde bist oder nicht!".

    Das versaut mir die Laune, stresst mich und ich gehe lieber später entspannt dann ins Bett, wenn ich müde bin und selbst schlafen möchte.

    Braunesledersofa schrieb:

    Und achtest du auf gesunde Ernährung?

    Ja, das tue ich. Wobei ich eh von Natur aus vieles mag, das gesund ist. Fertiggerichte esse ich fast gar nicht. Schmeckt mir fast alles auch nicht so.


    Meistens esse ich morgens einen Müsliriegel, weil ich da noch keinen Hunger habe, und auf der Arbeit gibt es mittags belegte Toastbrötchen und 'ne Banane oder einen Apfel, manchmal auch Quark als Dessert. Seltener gibt es was gekochtes oder noch seltener etwas vom Bäcker. Abends oder am WE auch früher koche/brate ich entweder nur Gemüse (frisch oder tiefgekühlt) oder noch Filet-Fleisch/Fisch dazu. Manchmal gibt es frische Brötchen.


    Süßigkeiten esse ich nach wie vor, aber ich habe das insgesamt deutlich reduziert, meine Haut hat es mir gedankt.



    Braunesledersofa schrieb:

    Vielleicht würde es dir helfen einen Plan für deine freie Zeit zu entwerfen. Angefangen mit der Zeit zum Aufstehen, Aufgaben im Haushalt, aber natürlich auch Freizeitgestaltung.

    Danke, ich finde die Idee grundsätzlich gut. Da ich ein Faible für solche Pläne habe und mit Fortschreiten der Schilddrüsenerkrankung immer mehr zum Aufschieben selbst wichtiger Dinge geneigt habe, weiß ich leider, dass ich leider just in der Situation selbst solche eigenen Zeitvorgaben stumpf ignoriere, mich aber gleichzeitig damit total stresse und letztlich oft den ganzen Tag die anstehenden Aufgaben aufgeschoben habe, aber die Zeit trotzdem nicht genießen konnte, weil ich immer zur Uhr geschaut und mir vorgenommen habe, "gleich" anzufangen.


    Aktuell kommt hinzu, dass ich täglich beruflich Zeitstress habe und dadurch privat die Luft raus ist bzgl. der (freiwilligen) Einhaltung von Zeitvorgaben.

    Wenn ich mich extrem zusammenreiße, halte ich solche Zeitvorgaben zwar an guten Tagen gerade so ein, bin dann aber schlechtgelaunt und möchte "richtig frei" haben, also keinerlei Zeitvorgaben mehr beachten müssen die nächsten 24h etc..


    Manche motiviert Zeitstress, mich kostet das einfach Energie und die Selbstdisziplin, die ich dafür gezwungenermaßen aufbringe, fehlt mir nachfolgend woanders.

    Ich werde es aber zunächst mal mit mehr Schlafen versuchen. Und alle anderen privaten Aufgaben stelle ich erst einmal komplett zurück soweit möglich.


    Sobald ich mehr Energie habe, muss ich auch dringend meinen Urlaubsantrag einreichen. Nur war die letzten Wochen nochmal mehr zu tun auf der Arbeit, so dass ich dafür auch in der Mittagspause oder privat keinen Nerv mehr hatte, mich auch noch darum zu kümmern. Ich habe mir immer vorgenommen, mal wirklich ein paar Tage frei zu nehmen und nichts zu tun und den Urlaubsantrag einzureichen, wenn ich die aktuellen Arbeitsberge erledigt habe. Sonst wird es erst recht schlimm, wenn ich aus dem Urlaub wiederkomme.


    Im Moment habe ich gefühlt weder mein berufliches, noch mein privates Aufgabenpensum im Griff. :-/ Ich bin glaube ich relativ faul und bequem, sonst hätte ich mehr Disziplin und würde mehr geschafft bekommen und besser funktionieren.

    Ich würde zu sieben Stunden Schlaf raten und dann raus aus den Federn. Das wäre glaube ich ein guter Anfang. Ich lege mir einen Wecker zb ins Wohnzimmer, das heißt ich MUSS aufstehen, wenn er klingelt und dann direkt ins Badezimmer. Die ersten zehn Minuten sind grausam- ja, aber dann geht es aufwärts.


    Was genau meinst du mit privaten Aufgaben? Den Haushalt? Fällt denn da unter der Woche soviel an, wenn du die meiste Zeit außer Haus bist und abends eigentlich nur TV schaust oder zockst?


    Ist auf der Arbeit abzusehen, dass es wieder ruhiger wird? Kein Wunder, dass du völlig fertig bist und keine Lust auf nichts hast, wenn du 200 Prozent auf der Arbeit geben musst. Bahnt sich da ein Bournout an?


    Ich frage das vor allem wegen dem letzten Satz und speziell dem letzten Wort, das du geschrieben hast. Funktionieren. Niemand zwingt dich dazu, aber du setzt dich selbst unter Druck. Es mag Leute geben, die vor und/oder nach der Arbeit noch joggen, kochen, Leute treffen und Kreuzworträtsel lösen, aber das ist kein MUSS. Ich finde das ist noch nicht mal die Norm. Wenn du privat lieber rumpimmeln willst, dann gönn dir das.

    Kennst du die Rubicon-Methode? Die basiert auf dem, was man in Deutschland als "den Schweinehund überwinden" bezeichnet, ist aber wissenschaftlich fundierter.


    Ziel der Rubicon-Methode ist, die intrinsische Motivation zu fördern, also nicht von außen durch Zwang getrieben zu werden, etwas zu erledigen. Und sie ist ein probates Mittel gegen Prokrastination.


    Hinter der Theorie steckt Motivationslehre - ganz vereinfacht: Man steht vor dem Fluss Rubicon, den man überschreiten müsste, aber man zögert. Die große Aussage dahinter ist: Nur der Anfang ist schwierig, der Rest nicht.


    Zwei Schritte gehören dazu, um die Methode auszuführen:

    1. Du wirst dir darüber klar, welche Vorteile die Tätigkeit hat, vor der du jetzt zurückschreckst.


    2. Du entscheidest dich, dir etwas für nur 10 Minuten vorzunehmen. Das kostet weniger Überwindung.


    3. Wenn du dann dran bist, wirst du feststellen, dass es den Schrecken verliert. Du bist über den Rubicon gegangen und alles ist wieder leichter.

    Du lebst zwischen zwei Extremen. Immer Stress auf der Arbeit, Zeitdruck. Wenn ich das richtig verstanden habe, machst du deinen Job aber gern.

    Wenn dieser Druck dann abfällt, merkst du dass du eigentlich Ruhe brauchst.

    So hast du aber gefühlt Arbeit und sonst gar nichts vom Leben.

    Also musst du zwingend nach der Arbeit auch noch irgendwas machen. Bevor das aber losgehen kann, sind da noch die lästigen Alltagsaufgaben.

    Das macht auf mich den Eindruck, dass du ziemlich überfordert bist. Du benötigst 2-3 h täglich um runterzukommen vom Arbeitsstress. Da wird es bei Vollzeit doch schon recht spät. Dann hast du den Elan was zu machen, gehst dafür spät ins Bett und musst aber am nächsten Morgen wieder um die gleiche Zeit aufstehen. Da kommen dann Übermüdung und Arbeitsstress zusammen. Nun bist du Berufsanfänger und ich kann hier klug reden. Aber ich würde dringend über entweder einen Wechsel der Arbeitsstelle oder eine Stundenreduzierung nachdenken. Sonst kommst du aus diesem Strudel nicht raus. Dann bekommst du die Zeit zum Runterkommen und dein Freizeitaktivitäten besser unter einen Hut. Und vielleicht brauchst du dann auch gar nicht mehr so viel Zeit zum Regenerieren. Dazu kommt, dass dich soziale Kontakte sehr fordern. So klingt es zumindest. Die kannst du nun auf Arbeit nicht vermeiden. Das trägt aber sicherlich dazu bei, dass du dich ausgelaugt fühlst.

    Das du mit einem 26/27-Stunden-Tag besser fahren würdest, glaube ich allerdings nicht. Der verschafft dir gefühlt mehr Zeit, um das, was du gerne machen möchtest, auch tun zu können. Da du aber eben nur 24 Stunden zur Verfügung hast, solltest du drüber nachdenken, diese so einzuteilen und zu gestalten, damit es für dich passt. Und damit meine ich deine körperliche und psychische Gesundheit. Die anderen mögen das anders hinkriegen. Aber du bist nicht die anderen. Du wirst nicht automatisch mehr Energie bekommen. Aber die, die du hast, solltest du effektiv und effizient nutzen. Wie das für dich aussieht, musst du selbst beurteilen und entscheiden.