• Gibt es den Ingenieur-Fachkräftemangel?

    Die (frisierte) Arbeitslosenquote ist auf dem niedrigsten Stand seit Jahren, der Jobmotor läuft und an den Hochschulen sind so viele Ingenieur-Studenten wie noch nie eingeschrieben. Und trotzdem gibt es Fachkräftemangel... Ich bin jetzt im Master (VT M.Sc.) und werde demnächst auch in den Beruf einsteigen (vorausgesetzt ich promoviere nicht mehr), habe…
  • 26 Antworten

    es gibt auf bestimmten Gebieten einen Fachkräfte- Mangel, was man aber keinesfalls pauschalisieren kann. Ich habe mich mehrfach auf Stellen beworben wo ich passte wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Die Verantwortlichen sahen es wohl anders und ich bekam keinen der Jobs. Teilweise wurde ich noch nicht mal zu einem Gespräch eingeladen. Entweder ich passte doch nicht zu 100 % ins Profil oder es gab Mitbewerber die man deutlich geringer entlohnen konnte.


    Ein echter Fachkräftemangel würde die angebotenen Gehälter steigen lassen und Qualifikation realativieren, das Gegenteil ist der Fall. Die angebotenen Gehälter sinken und es wird sehr viel Wert auf eine genau passende Qualifikation gelegt. Auf eine Stellenausschreibung gibt es zumeist eine sehr große Anzahl von Bewerbern, meistens weit über 50.

    Naja ich würde mal sagen im handwerklichen / technischen Bereich werden immer gerne Ingenieure gesucht / gebraucht.


    Im wirtschaftlichen Bereich eher nicht. Da ist man im Grunde gleich ob du Wirtschaftsingenieur bist, ne gute Ausbildung gemacht hast oder BA-Stunden in BWL warst.


    Gibts in massen endlos und keiner brauchts. Mit Abstand der schlechteste Berufsbereich.


    Wäre froh hätte technisches / handwerkliches Interesse und Verständnis.


    Wenn ich einfach mal vergleiche mit Kollegen die studieren/studierten Maschinenbaukonstrutktionen im Ingenieurwesen oder Turbinenbau usw.


    Die haben ein endgeiles Studium, endgeile Universitäten, endgeilen Job mit gutem Gehalt und guten Karriereweg. Seh ich schon allein an unserem Vorstand. Alles ehemalige gelernte Techniker. Kein einziger mit kaufmännischer Laufbahn. ":/


    Naja, aber da ich leider 2 linke Hände habe ist das nichts für mich.

    Wieso wird man Ingenieur und arbeitet im kaufmännischen Bereich? Da würde ich lieber gleich ein vollwertiges BWL Studium machen, sonst ist das doch "nix halbes und nix ganzes..."


    Wieso studiert man überhaupt ein tachnisches Studienfach wenn man mit Technik nix am Hut hat??? ":/

    Mein Arbeitgeber sucht laufend Maschinenbau-Ingenieure. Wir sind im Sondermaschinenbau tätig und gehen schon frühzeitig an die Unis, um Studenten auf uns aufmerksam zu machen.


    Es ist wirklich schwierig, an Nachwuchs zu kommen und weiß Gott nicht unmöglich, einen guten Job zu bekommen ":/ Zumal auch Techniker mit ähnlichen Voraussetzungen bei uns die gleichen Möglichkeiten haben.

    Zitat

    Wieso wird man Ingenieur und arbeitet im kaufmännischen Bereich? Da würde ich lieber gleich ein vollwertiges BWL Studium machen, sonst ist das doch "nix halbes und nix ganzes..."


    Wieso studiert man überhaupt ein tachnisches Studienfach wenn man mit Technik nix am Hut hat ??? ":/

    @ ratlos23

    du hast meine Aussage nicht ganz verstanden. Ich sagte nicht das ich was technisches angefangen habe, sondern lediglich das technische / handwerkliche Berufe besonders dann im Bereich des Ingenieurwesens heute gute Chancen hat. Wie lucidane schon sagte: Heute gehen gute Firmen sogar zu den UNIS oder etwaige Bildungsträger um talentierte und potentiellen Nachwuchs abzufangen.


    Das ist kein Einzelfall, so ziemlich alle die was in der Birne haben und einen Technischen Werdegang anstreben erleben dies häufig. Kenne sogar einige die können sich vor Angebote kaum retten.


    Im kaufmännischem Bereich hingegen ist es mittlerweile völlig schnurz geworden ob man eine gute Ausbildung hatte, Ingenieur im Wirtschaftsbereich studiert hat oder vollwertiges BWL-Studium gemacht hat. Denn da nimmt sich echt nicht mehr all zu viel.


    Sogar haben BWL Studenten die meisten Probleme weil Sie außer der Theorie und ein bisschen Praktika nichts wirklich vorzuweisen haben. Und vorallem im Wirtschaftsbereich darf ich sogar als nur gelernte Fachkraft erfahren das hier Theorie und Praxis 2 paar Schuhe sind.


    Natürlich studiert niemand was technisches und setzt sich dann in kaufmännische ab. Da hast du recht, das macht auch keinen Sinn. Ich wollte nur damit sagen das diejenigen die heute meistens im Vorstand mal sitzen auch Personen sind die ursprünglich mit dem technischen Bereich / Studium begonnen haben und irgendwann danach was mit BWL / VWL angeeignet haben um meist einen Dr. Titel dann noch zu schreiben...


    Also kurz zusammen gefasst: Ingenieure im technischen Bereiche haben die beste Karten auf eine gute Karriere. Wirtschaft- und kaufmännisch ist heute sehr verkommen.


    Wie gesagt, hätte ich das Potential in Form von technischem Interesse, Verständis und Geschick dann würde ich aufjedenfall was im technischen Bereich starten. Da ich dies aber nicht tuhe blieben mir nur die anderen Bereiche (Sozial, Wirtschaft usw...)

    Zitat

    Sogar haben BWL Studenten die meisten Probleme weil Sie außer der Theorie und ein bisschen Praktika nichts wirklich vorzuweisen haben. Und vorallem im Wirtschaftsbereich darf ich sogar als nur gelernte Fachkraft erfahren das hier Theorie und Praxis 2 paar Schuhe sind.

    Auch eine sehr beschränkte Sicht.. bei uns ist ein BWL Studium bspw. Voraussetzung um in kaufm. Führungspositionen eingesetzt zu werden. Habe selbst nebenberuflich BWL studiert, bin entsprechend befördert worden und muss mein Fachwissen täglich nutzen.


    Ich möchte mal den Ingenieur sehen der nahc dem Studium schon total viel Praxiserfahrung hat... also bei usn müssen die immer lange und aufwendig eingearbeitet werden. Ist doch auch logisch, wie soll eine Uni den Alltag im Betrieb 1:1 lehren?? Das trifft aber auf alle Studiengänge zu die nicht nebenberuflich gemacht werden....

    Zitat

    Ich wollte nur damit sagen das diejenigen die heute meistens im Vorstand mal sitzen auch Personen sind die ursprünglich mit dem technischen Bereich / Studium begonnen haben und irgendwann danach was mit BWL / VWL angeeignet haben um meist einen Dr. Titel dann noch zu schreiben...

    Aha ja, beispiele?? Wer im Bankenbereich arbeitet wird doch kaum einen Ingenieursstudiengang besucht haben...


    Außerdem kenne ich wahrlich genug Techniker die trotz Weiterbildung die kfm. Fakten nicht kapieren. Für die bleibt ne Kostenstelle nur ein Sammelsurium von Zahlen und eine Bilanz werden die auch niemals lesen können...

    Zitat

    Ich wollte nur damit sagen das diejenigen die heute meistens im Vorstand mal sitzen auch Personen sind die ursprünglich mit dem technischen Bereich / Studium begonnen haben und irgendwann danach was mit BWL / VWL angeeignet haben um meist einen Dr. Titel dann noch zu schreiben...

    Das halte ich allerdings für ein Gerücht!! Mal die Lebensläufe der Dax 30 Vorstände studiert :=o


    Das sind über die Hälfte Wiwis, dann kommt lange nix und dann sicherlich auch ein paar Ings und Juristen etc.

    Zitat

    Wirtschaft- und kaufmännisch ist heute sehr verkommen

    sehe ich auch sehr kritisch. Kommt immer auf den Studienschwerpunkt an. Stichwort "Steuern und Finanzen", da kannst du dir aber deinen Job aussuchen wenn du dich nicht ganz dumm anstellst (z.B. big four)


    Noch mal zur Info was die Vorstände so studiert haben:


    [[ http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/werdegaenge-der-dax-30-vorstaende-nahezu-uniform-a-965123.html]]

    Zitat

    Es gibt keinen Fachkräftemangel, die Firmen sind nur zu faul, junge Berufsanfänger in das Fachgebiet einzuarbeiten und werben lieber jemanden für teures Geld von der Konkurrenz ab.

    das würd ich jetzt so nicht wirklich unterschreiben....ich denke, dass es sehr von der region abhängig ist...wir hier in ??münchen?? haben teilweise enorme probleme, personal zu finden....teilweise suchen wir ein jahr lang, bis wir jemanden haben....auch ein freund von mir, welcher eine installationsfirma hat, hat für einen installateur ein halbes jahr suchen müssen...er hatte derweil zwei zeitarbeiter vion der ostsee, die wöchentlich runter kamen....


    wir suchen auf allen großen portalen....in erster linie im kaufmännischen bereich...bissl projektgeschichten...teils it-mitarbeiter....im schnitt kommen in unserer stadt auf eine offene stelle zwei bewerbungen....

    Zitat

    Die größte Überraschung: München hat seine Spitzenposition eingebüßt und rutschte auf den fünften Platz – obwohl sich das Verhältnis mit nun 1,5 potentiellen Bewerbern pro Stelle im Vergleich zum Vorjahr sogar verbesserte. Umso bemerkenswerter ist der Aufschwung in den Städten auf den Plätzen eins bis vier.

    http://www.focus.de/finanzen/k…einen-job_id_3621142.html


    das ist schon echt übel....

    Zitat

    Naja, aber da ich leider 2 linke Hände habe ist das nichts für mich.

    mist, dann muss ich meine ing-laufbahn beenden :°(

    Elektro, Maschinenbau und Bau geht fast immer und überall, problematisch wirds wenn das Fachgebiet zu speziell ist


    ich hab Wasserversorgung studiert und diese Fachrichtung wird überhaupt nicht nachgefragt, ich kann mich nicht erinnern mich jemals um eine ausgeschriebene Stelle dieses Fachgebiets beworben zu haben. Bestenfalls waren es Ausschreibungen von anderen artverwandten Exoten die aber Ihrerseits wieder zu speziell waren.


    Ich hab zwar einen Abschluß, allerdings in einer Fachrichtung die wirklich nirgendwo passt. Das macht die Jobsuche so mühselig, eine Unmenge Bewerbungen zu schreiben, den Text immer wieder neu anpassen und auf das Glück oder die Statistik hoffen. Meine Erwartung, das würde sich mit mehr Beruferfahrung ändern, war leider ein Trugschluss.


    Ich kenn wiederum mehrere Leute die jeweils mit der ersten Bewerbung einen Job gefunden haben