Hardcore Job

    Ich habe letzten Sommer eine neuen Job angefangen. Wir sind total unterbesetzt. Meine Position ist einfach nicht mehr so tragbar. Ich habe die Telefonzentrale, muss Diktate schreiben und das jeden Tag und nicht wenig, die müssen nachbearbeitet werden, Protokolle schreiben, Post eintüten, manchmal extremst viel, Emails beantworten, vom Chef kommt auch jeden Tag noch was dazu(manchmal 3 mal das Gleiche, weil er Sachen verpeilt, nicht mehr findet etc. und die Kunden am Telefon auch noch verarzten, die irgendwelche Unterlagen haben wollen und dann noch Massen an Ablage. Ich habe mal Liste geführt wie oft ich am Tag durch Telefon gestört werden. An guten Tagen 50 mal, daneben noch die Diktate, hin und wieder auch von Kollegen(innen), Kunden bewirten, Unterlagen raussuchen, scannen und verschicken, je nach dem was es ist dauert es auch so seine Zeit. Alle die internen Mail die ich schreiben muss, bitte ruf mal xy zurück, wegen.....und und..Und egal was ist, es fehlt z.B. eine Akte, ich war es dann. Wo hast DU die Akte hin? Meist liegt Sie bei Ihm. Nur weil ich die bin, die am kürzesten da ist, heißt es nicht, ich bin alles. Die anderen machen auch Fehler, kein Wunder bei dem Stress. Es gibt so viel Sachen die ich dort gerne mal erledigen würde, keine Zeit.

    Dann die externen Mails etc. Aufträge schreiben und noch so einiges. Irgendwie schaffe ich das fast immer, aber ich bin am Ende und das wird eher mehr statt weniger. Alleine 50 mal am Tag durchs Telefon gestört zu werden und dann noch gute Arbeit abzugeben. Gelingt mir meist, aber hin und wieder sind auch Schreibfehler im Diktat. Wie oft muss ich ansetzen um manchmal ein Protokoll zu schreiben. Rückspulen ein Satz getippt und wieder Telefon. Nach einer solchen Woche bin ich nicht mehr in der Lage mich zu konzentrieren. Dann ein Chef der einen total bekloppt macht, der hat selbst Stress, bürgt mir aber noch mehr auf und dann meckert er und dauernd kritisiert er. Ich war branchenfremd und habe mich alleine in das sehr komplexe Aufgabengebiet eingearbeitet und finde ich mache meine Arbeit gut, und für den Stress mache ich wenig Fehler. Zwischendrin noch Einladungen schreiben, Räume für die Versammlungen von keine Ahnung wie viel Versammlungen buchen, Anfragen hier und dort. Dann gibt es Kunden die Unterlagen verbummeln, ich soll das dem Objektbetreuer geben, der aber nie zurückruft bzw. die Aufgaben erledigt, also mach ich es lieber direkt, da mich die Leute sonst 5 mal anrufen, dass stört mich ja wieder. So habe ich einmal Zeit investiert. Mein Chef meint es sei zu schaffen.. Ja, wenn man Überstunden macht, die man nicht erstattet oder bezahlt bekommt und selbst dann arbeite ich nicht zügig, sondern schon im Akkord und selbst dann reicht die Zeit nicht und dazwischen kommt immer noch was anderes, unerwartetes.


    Ordner müssen auch beschriftet werde etc. Mich macht das krank und ohne Telefon hätte ich immer genug zu tun. Für die Zentrale/Post müsste einfach Personal her. Er hat aber kein Geld für Personal. Ich will aber so nicht mehr arbeiten, nachts werde ich wach und kann nicht mehr abschalten und die Arbeit schwirrt im Kopf. Meine Vorgängerin war auch schnell wieder weg. Chef sieht einfach nicht, was ich alles schaffe und dann noch Gemecker. Er macht nie Fehler ]:D.


    Ich bin Mitte 50 und ich habe 2 Jahre nach einem Job gesucht wovon ich leben kann bzw. überhaupt eine zu finden war schwer, es war der einzige Job bzw. 2 noch wo ich einen Hungerlohn verdient hätte, dass hätte gerade so für die laufenden Kosten gereicht.

    Also mal eben einen neuen Job wird es nicht geben. Ich will auch nicht krank machen, denn dann müsste ich alle 3 Monate mal einen Monat Auszeit nehmen.


    Wie gesagt, er sieht nicht, was es heißt da vorne zu sitzen. Ich will aber auch nicht irgendwann umfallen. Wie gesagt, es ist zu schaffen meint er. :°(ich frug danach ob nicht einer einen halben Nachmittag mal das Telefon übernehmen kann.. Nö..

  • 161 Antworten
    Lenz11 schrieb:

    Wie gesagt, es ist zu schaffen meint er. :°(ich frug danach ob nicht einer einen halben Nachmittag mal das Telefon übernehmen kann.. Nö..

    Ich fürchte, um Unterstützung einzufordern, abeitest du einfach zu gut.

    Wenn du mehr Fehler machtest und etwas mehr aus dem Ruder liefe, sähe dein Chef womöglich ein, dass du zumindst ab und zu mal personelle Hilfe bräuchtest.


    Es läuft aber ja alles! Weshalb sollte der Chef dir also eine (stundenweise) Unterstützung an die Hand geben oder zusätzliches Personal einstellen?


    Ich hatte auch mal solch einen Job, wo ich permanent im Akkord gearbeitet habe. Damals hab ich immer gedacht, auf Dauer würde ich ein Magengeschwür oder ähnliches davon kriegen. Gesund ist das jedenfalls nicht.


    Ich hoffe, du kannst eine Lösung finden und wünsche dir alles Gute!

    Myrmidone, stimmt, so habe ich es noch nicht gesehen. Die Fehlerchen die ich mache sind mal ein Tippfehler oder falsch archiviert, also Kleinkram. Tja, ich weiß nicht wie ich vorgehen soll, aber so geht es nicht weiter.

    Lenz11 schrieb:

    Ich will auch nicht krank machen, denn dann müsste ich alle 3 Monate mal einen Monat Auszeit nehmen.

    Das verstehe ich nicht. Entweder man ist gesund und arbeitet oder ist krank und bleibt zu Hause. Und natürlich kann auch zu viel Arbeit krank machen.


    Du hast es nun ein Jahr geschafft. Also hat dein Chef absolut Recht, dass man es schafft. Wo ist jetzt das Problem?

    Lenz11 schrieb:

    Verhueter, geschafft ja mit mindestens 10 Stunden Arbeit pro Tag und dass in Akkordzeit

    Ist doch toll, wenn du das so schaffst. Wieso machst du das?

    ist doch egal, ob ich 8 oder 10 Std. arbeite, ich stehe da total unter Druck z.B. die Post muss raus, also geschrieben werden etc. und dies und das..

    egal ob ich es schaffen würde oder nicht, der Stress schon alleine mit dem Telefon, dass macht krank. Egal ob ich dann nicht schreiben würde, 50 Anrufe und dies und das macht krank. Dieser sprunghafte Wechsel von dem ganzen Aufgabengebiet. Der Job da vorne ist für einen alleine gedacht, nur Telefon und weiterleiten, damit ist man schon beschäftigt genug.

    Ich verstehe das alles. Wie sollen wir dir aber helfen?! Wenn dein Chef keinen Bedarf sieht, musst du kündigen.

    Verhueter und wovon lebe ich? Wenn das alles so einfach wäre..Lebe ohne Partner, also muss meinen Lebensunterhalt selbst verdienen.

    Jetzt bist du aber ja schon ein Jahr im Beruf und hast vielleicht auch wo anders mit ähnlichen Bereichen, aber nene Verantwortlichen bessere Chancen. Ich würde es wohl versuchen und Bewerbungen schreiben. Deinen Job hast du ja sonst noch.

    Ich habe einen ähnlichen Job. Ich sitze an einem Empfang, kümmere mich ebenfalls um Kunden, Post, Belange der Chefs und Kollegen etc. und soll am Besten alles gleichzeitig erledigen ohne in Stress zu geraten.


    Vor einigen Wochen war ich an einem ähnlichen Punkt wie Du. Völlig fertig, heulend von der Arbeit nach Hause, ausgelaugt und verzweifelt. Daraufhin habe ich nach einem neuen Job gesucht und als ich ein gutes Angebot hatte, bin ich zu meinem Chef und habe die Karten auf den Tisch gelegt. Ich habe geflennt wie ein Schlosshund und höflich aber bestimmt erklärt, dass ich so nicht mehr weiter machen kann und wir entweder gemeinsam etwas an der Situation ändern oder ich das Jobangebot leider annehmen muss. Und siehe da: er war einsichtig. Er wusste (angeblich?) nicht, dass ich mich so unwohl fühle und hat jetzt letztendlich auch für Entlastung gesorgt. Ob das auf die Dauer so bleibt weiß ich natürlich nicht aber ich habe daraus gelernt, dass ich über solche Dinge sprechen muss, von allein passiert da nichts.


    Das Problem an der Sache ist einfach, dass Du Deinen Chef oder seine Einstellung nicht ändern kannst. Du kannst nur für Dich selbst entscheiden, ob Du in dieser Lage bleiben möchtest oder nicht und diese Entscheidung kann Dir auch leider keiner abnehmen.


    Liebe Grüße an Dich und alles liebe, lass den Kopf nicht hängen!@:)

    Zitat
    Und bin total ausgelaugt.

    Das spricht aber sehr für eine Krankschreibung.

    Ich verstehe schon, dass du dich selbst finanzieren musst. Aber erstmal hast du 6 Wochen Lohnfortzahlung. Finanziell passiert da erst mal eine ganze Weile gar nichts.


    Was mich eher interessieren würde: Was passiert mit deiner Arbeit, wenn du krank bist? Wer macht das dann?


    Und pragmatischerweise muss ich mich Verhueter anschließen. Wenn du einen Job für 8 Stunden hast und die Überstunden nicht ausgeglichen werden, würde ich nach 8 Stunden nach Hause gehen. Was sagt denn der Arbeitsvertrag zum Thema Überstunden?


    Bei so einem Arbeitgeber jedenfalls nur Dienst nach Vorschrift - sprich Arbeitsvertrag.

    Lt. Vertrag sind Überstunden inklusive. Tja, wer macht meine Arbeit, wenn ich mal krank bin. Meine Kollegin hat ein anderes Aufgabengebiet, die muss dann aber ans Telefon und wichtiges Schreiben. Da Sie sich kein Bein mehr ausreißt bleibt viel liegen und in Urlaub mag ich schon gar nicht gehen, erstens davor noch mehr Stress, weil alles weg muss und danach ist der Tisch so voll, dass man nach 2 Wochen wieder reif für die Insel ist. Ich könnte damit leben, wenn es mal ist, aber es ist jeder Tag dauerhafter, extremster Stress. Ich denke ich werde auch nicht bis zu meinem Jahresurlaub durchhalten (Mitte September) und muss dann wohl mal ausfallen, aber ich tue mich damit sehr schwer. Ich kann echt ackern wie ein Gaul und hatte schon einige stressige Jobs, aber das wird keiner dauerhaft ohne Schaden aushalten.