Hasse meinen Beruf, was tun?

    Hallo, ich bin examinierte Pflegekraft, aber möchte diesen Beruf nicht mehr ausüben. Aber was genau soll ich machen bzw. kann ich machen?


    Ich fühle mich absolut paralysiert und als würde ich auf offenem Meer mit meinem Leben treiben und niergendwo ist Land im Sicht. Und ich bin endlos unglücklich, ich habe die Ausbildung nur gemacht, weil ich wusste dass ich sie bekomme und es man ohne Widerstände aufgenommen wird. Auch in der Ausbildung bin ich einfach dahergeteieben, meine Ausbildung hat mir nichts gezeigt, nur pillepalle wie leichteste Behandlungapflege. Ich habe extreme Ohnmachtsgefühle bei Situationen, wenn es einem Bewohner im Heim schlecht geht und habe da schon Fassadentechniken aufgebaut, wie ich das vor anderen verheimliche. Aber ich kann das niemanden beichten, weil ich dann als unfähig angesehen werde. Und so fühle ich mich auch, ich will diese Verantwortung nicht mehr. Ich möchte nicht bei Hausärzten nach Rezepten betteln oder einen anständig geschrieben Verordnung, während 10 Sturz gefährdete Omis ohne Rollator unter Psychopharmakaeinfluss rumlaufen. Das macht mir kein Spass mehr. Mein Beruf ist zur absoluten Sorge geworden, oh und vom MDK will ich gar nicht erst anfangen, denen muss ich auch am Besten ihr Klo vergoldet. Ich fühle mich sehr depressiv, am liebsten würde ich gar nicht zur Arbeit gehen, ich habe mahenkrämpfe vor dem Letzten freien Tag. Auf der Ar eit merke ich wie kalt ich bin, mir sind die Bewohner egal, also wie es ihnen geht, mir ist egal was Angehörige sagen, ich springe auch nicht mehr ein. Ich sage einfach nein, mir ist egal wie hart ich angemekert werde. Aber das alles ist so ein extremer psychischer Druck und ich stelle mir oft die Frage, wozu das alles. Ich habe Angst zum Arzt zu gehen.


    Gibt es jemanden, der auch in der Situation ist oder war? Was habe ich für Möglichkeiten? Ich habe etwas recherchiert.


    1. Umschulung aber die werde ich nie im Leben finanziert bekommen.

    2. Neue Ausbildung, aber was bis dahin. Ich will einfach nicht mehr DIESEN Druck durch die Verantwortung haben, ich hab da echt kein bock mehr drauf.


    Ich danke jeder Antwort, hoffentlich ist das im richtigen Forum drin..

  • 27 Antworten
    Monokuma93 schrieb:

    2. Neue Ausbildung, aber was bis dahin. Ich will einfach nicht mehr DIESEN Druck durch die Verantwortung haben, ich hab da echt kein bock mehr drauf.

    Wie schnell kommst du denn aus dem Vertrag? Ausbildung beginnt ja aktuell gerade wieder.

    Verhueter schrieb:
    Monokuma93 schrieb:

    2. Neue Ausbildung, aber was bis dahin. Ich will einfach nicht mehr DIESEN Druck durch die Verantwortung haben, ich hab da echt kein bock mehr drauf.

    Wie schnell kommst du denn aus dem Vertrag? Ausbildung beginnt ja aktuell gerade wieder.

    Hallo, ich habe eine Kündigungsfrist von 6 Wochen. Ausbildungen fangen meist erst nächstes Jahr September an. Kann aber auch aufhebungsvertrag beanstanden

    Monokuma93 schrieb:

    Ausbildungen fangen meist erst nächstes Jahr September an.

    Nein, die fangen jedes Jahr September an. Also auch dieses Jahr.

    Verhueter schrieb:
    Monokuma93 schrieb:

    Ausbildungen fangen meist erst nächstes Jahr September an.

    Nein, die fangen jedes Jahr September an. Also auch dieses Jahr.

    Ja gut, ich finde aber in einer Woche keine Ausbildung mehr. Zudem sind keine mehr ausgeschrieben in den Bereichen die mich wirklich interessieren. Also wäre potenziell der nächste Termin September 21

    Monokuma93 schrieb:

    Auch in der Ausbildung bin ich einfach dahergeteieben, meine Ausbildung hat mir nichts gezeigt, nur pillepalle wie leichteste Behandlungapflege. Ich habe extreme Ohnmachtsgefühle bei Situationen, wenn es einem Bewohner im Heim schlecht geht und habe da schon Fassadentechniken aufgebaut, wie ich das vor anderen verheimliche. Aber ich kann das niemanden beichten, weil ich dann als unfähig angesehen werde.

    Sorry, aber ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie Du dann die Prüfung geschafft hast.

    Pflegefachkräfte sind Mangelware und durchlaufen verschiedene Sparten lt. Info s. Link:


    http://www.pflegefachkraft.org/


    Monokuma93 schrieb:

    Aber das alles ist so ein extremer psychischer Druck und ich stelle mir oft die Frage, wozu das alles. Ich habe Angst zum Arzt zu gehen.

    Das solltest Du aber tun. Wenn Du diesen Druck physisch und/oder psychisch nicht mehr erträgst, wird das u U die einzige Chance sein, eine Umschulung finanziert zu bekommen.

    Nur ohne Dokumentation wird das nicht funktionieren.


    Genauso gut kannst Du aber auch mal mit deiner(m) Vorgesetzten ein offenes Gespräch führen. Vllt ergibt sich die Möglichkeit dich aus der Verantwortung zu nehmen, was gegenüber den Pat. und Angehörigen das Beste wäre und dich dafür mit einfacheren Arbeiten weiter zu beschäftigen.


    Das dürfte evtl. dazu führen, finanzielle Einbussen in Kauf zu nehmen.


    Eingebrockt hast Du es dir selbst mMn, denn ob man für diesen Beruf geeignet ist oder nicht, muss/sollte doch nach spätestens einem Jahr klar werden, oder? Dann hättest Du ohne große Verluste eine andere Berufsausbildung beginnen können.


    Ich hab es jz nach 2 Jahren Berufserfahrung aber eben gemerkt. Als auszubildener hat man keine Verantwortung und kein Bild vom Beruf. Ein paar Internetseiten geben dir auch keine berufseinsicht. Der komplette Beruf gefällt mir eben nicht mehr und ich werde unglücklich und unglücklicher.

    Mit meinem Vorgesetzetn werde ich nie im Leben sprechen weil es inkompetente Führungskräfte sind. Jeder auf der Arbeit ist niedergeschlagen, das kriegt man auch nicht als Azubi mit, weil man immer auf happy tut weil wehe der springt ab.

    Plüschbiest schrieb:

    @ TE

    Hältst du die Missstände im Job nicht mehr aus?

    Was würdest du denn stattdessen gerne machen?

    Ja ich halte sie nicht mehr aus. Ich habe Tage da bin ich teilweise für 150 Menschen verantwortlich, das will ich nicht mehr sein und vorallem auch nicht für 16 Euro die Stunde. Es muss doch eine Lösung geben, ich bin bestimmt nicht der erste, der kurz nach der Ausbildung merkt, wie scheisse der Beruf ist, vorallem wenn du dann den ganzen anschiss kassiert von buchstäblich jedem. Das ist es mir mein Leben nicht wert und mit der Parole Menschen helfen tut gut werde ich nicht mehr weitermachen wollen.

    Plüschbiest schrieb:

    @ TE

    Hältst du die Missstände im Job nicht mehr aus?

    Was würdest du denn stattdessen gerne machen?

    Und auf die Frage was ich gerne machen möchte:

    Etwas in der IT, fachinformatiker, also programmieren. Ich möchte nichts mehr aktiv mit Menschen machen.

    Monokuma93 schrieb:

    Etwas in der IT, fachinformatiker, also programmieren. Ich möchte nichts mehr aktiv mit Menschen machen.

    Da sollte sich was finden lassen. Also Arsch hoch und Betriebe absuchen. Die suchen auch noch nach dem 1.9. nach Azubis. Tausende Stellen bleiben doch frei.

    Verhueter schrieb:
    Monokuma93 schrieb:

    Etwas in der IT, fachinformatiker, also programmieren. Ich möchte nichts mehr aktiv mit Menschen machen.

    Da sollte sich was finden lassen. Also Arsch hoch und Betriebe absuchen. Die suchen auch noch nach dem 1.9. nach Azubis. Tausende Stellen bleiben doch frei.

    Woher weisst du das? Ich habe alle Jobbörsen durchsucht und fast alle suchen für nächstes Jahr, ausserdem muss es passen mit dem Standort.


    Darüber hinaus lerne ich aber schon programmieren und habe mir einen Kurs gekauft. Ich denke damit hat man bessere Chancen oder? Weil ich jz 10 Jahre aus der Schule bin und da hatte ich nicht so gute Mathe Noten.

    Bilde dich weiter, damit du "weg vom Bett" kannst, bspw. Pflegeberaterin im ambulanten Dienst oder Gutachterin beim MDK.


    Wenn du dermaßen ausgepowert bist, solltest du auf jeden Fall deinen Arzt kontaktieren, der kann dich eine Weile aus dem Verkehr ziehen. Du brauchst dringend Abstand. Ich arbeite seit 30 Jahren in der Pflege, stand zweimal kurz vor einem Burn out. Ich musste lernen, nein zu sagen und nicht immer verfügbar zu sein. Letztendlich habe ich den Arbeitgeber gewechselt und einen neuen gefunden, der seine Mitarbeiter zu schätzen weiß.

    Julcar schrieb:

    Bilde dich weiter, damit du "weg vom Bett" kannst, bspw. Pflegeberaterin im ambulanten Dienst oder Gutachterin beim MDK.


    Wenn du dermaßen ausgepowert bist, solltest du auf jeden Fall deinen Arzt kontaktieren, der kann dich eine Weile aus dem Verkehr ziehen. Du brauchst dringend Abstand. Ich arbeite seit 30 Jahren in der Pflege, stand zweimal kurz vor einem Burn out. Ich musste lernen, nein zu sagen und nicht immer verfügbar zu sein. Letztendlich habe ich den Arbeitgeber gewechselt und einen neuen gefunden, der seine Mitarbeiter zu schätzen weiß.

    Das habe ich auch mal in betracht gezogen, aber die Pflege interessiert mich einfach nicht mehr. Ich sehe in den Beruf keine fachlichkeit, das meiste ist halbwissen und nichtmal empirisch belegt, ergo hat auch jeder seine eigene Meinung zu irgendwelchen Themen. Auf sowas habe ich keine Lust. Beim MDK will ich auch nicht arbeiten, weil ich weiss das 90% der Klienten einem eine Show abziehen. Kurz, nichts an dem Beruf oder am Sektor interessiert mich mehr, wirklich nichts, ausser höchstens ganz entfernt dir biologie, aber ausser die Definition der Diffusion lernt man nichts.


    Was soll ich denn beim Arzt sagen? Ich war einfach fast nie in meinem Leben beim Arzt, ich weiss wie ich das beruflich machen muss, aber bei mir selber hab ich halt iwi Angst.