Hilfe, meine erste Steuererklärung - ziemlich shockiert

    Hallo,


    erstmal vorweg, ich möchte keine Steuerberatung und auch keine Tipps um Steuern zu sparen.


    ich muss nun zum ersten mal meine Steuererklärung selber machen. Das ist mir sehr peinlich aber bisher hat das immer ein Familienmitglied gemacht, welches nun nicht mehr da ist.


    Ich habe eine Festsetzung für 2018 bekommen und erstmal Einspruch eingelegt.


    Nun wollte ich es gerne ohne Steuerberater machen. Könnt ihr da irgendeine Hilfe empfehlen? Irgendein super easy Programm für Dumme?

    Ich habe mich bei elstar angemeldet.


    Ich bekomme Gehalt, habe geringe Kapitalerträge und Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.


    Wenn ich Elstar richtig verstehe, dann muss ich die Kapitalerträge gar nicht angeben, da sie bereits versteuert sind?


    Meine Daten aus der Jahreslohnsteuerbescheinigung habe ich nun alle eingebeben.


    Dann habe ich die Bruttomieteinnahmen eingegeben und dann die Kosten die ich als Hausgeld und Nebenkostenvorauszahlung mache abgezogen.

    Ist das korrekt?


    Elstar berechnet mir dann eine Nachzahlung von über 5.000 Euro.


    Mich shockiert das ehrlich gesagt extrem denn das bedeutet ja, dass mein Nettogehalt 400 Euro geringer ist als ich dachte.

    Ich bekomme ein festes Monatsgehalt und keine sonstigen Leistungen. Bisher dachte ich, dass der Steuerabzug bereits jeden Monat auf meiner Abrechnung steht.


    Ich habe meine Gehaltsabrechnung jetzt mal mit dem brutto/netto Rechner vergleichen und komme auf das gleiche netto wie auf meiner Abrechnung.


    Für 2019 erwartet mich dann ja das gleiche Disaster.

    gibt es eine Möglichkeit für 2020 herauszufinden wie hoch da meine Steuerlast sein wird? kann mein AG das irgendwie anders berechnen sodass meine Lohnsteuer wirklich komplett abgeührt wird?


    Etwas verzweifelte Grüße

  • 19 Antworten

    Hangel dich mal an der letzten Steuererklärung entlang und vergleiche die Berechnung am Ende mit dem Steuerbescheid. Seite für Seite. Wenn sich nichts groß verändert hat an deinen Verhältnissen, sollte es keine gewaltige Abweichung zu 2017 geben.


    Für die V+V fehlt eventuell die Abschreibung, die Schuldzinsen, sonstige Kosten für die Hausverwaltung, Reparaturen/Handwerker (ist unterschiedlich, was über die Hausverwaltung läuft),...

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung müssen versteuert werden. Wer soll das gemacht haben, wenn nicht Du? Das wird jetzt nachträglich als Dein Einkommen versteuert. Daraus wird die Nachzahlung kommen.

    Nun idealerweise macht man sich eine Kopie der Steuererklärung, die man weg schickt und wenn sich nichts ändert, übernimmt man alles wie vom Vorjahr. %:|


    Bevor ich mich auf elstar verlassen würde, würde ich zum Steuerberater gehen, ehrlich gesagt. Dann weißt du wenigstens, dass es korrekt ist.

    Vorallendingen bist Du mit einem Steuerberater nicht Schuld wenn was versehentlich vergessen wird. Nacher heißts Du wolltest es unterschlagen.


    Ich mache meine Erklärungen immer mit Elster (ich nehme an das meinst Du mit elstar?), das ist ja einfach nur das Tool vom Finanzamt. Aber bei mir ist das einfacher, ich habe nur einen Job und keine weiteren Einkünftte. Sobald man mehrere Geldquellen oder spezielle Bedinungen (Haus, Kinder, Pflegebedürftige) hat wirds kompliziert, ab dann würde ich zu Hilfe raten.


    Selbstständige haben meist auch nen Steuerberater, auch nicht um großartig was zu sparen sondern eher um nichts wesentliches zu vergessen, weil das halt alles doch recht kompliziert ist.

    Hallo Zwergenfrau,


    die letzte Steuererklärung von 2017 hatte noch völlig andere Voraussetzungen somit kann ich mich da nicht entlang hangeln. Leider.


    Zitat

    Für die V+V fehlt eventuell die Abschreibung, die Schuldzinsen, sonstige Kosten für die Hausverwaltung, Reparaturen/Handwerker (ist unterschiedlich, was über die Hausverwaltung läuft),...

    Abschreibung und Schuldzinsen habe ich keine angegeben, da die Wohnung geerbt ist und keine kosten für eine Finanzierung entstehen. Die Wohnung war über Jahre in Familienbesitz und ist mE abgeschrieben.

    Elstar gibt dann ein Einkommen für V+V von 2.000 Euro an. Das ist ja deutlich weniger als die berechnete Nachzahlung.


    Ich habe einen Firmenwagen, kann es daher kommen?


    Mein Jahresbrutto inkl Geldwerter Vorteil sind 72.000 Euro. Die Steuervorauszahlungen waren jetzt bei 17.000 Euro und die steuerlast bei 22.000 euro.

    Sapient schrieb:

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung müssen versteuert werden. Wer soll das gemacht haben, wenn nicht Du? Das wird jetzt nachträglich als Dein Einkommen versteuert. Daraus wird die Nachzahlung kommen.

    Das erklärt aber nicht die Höhe der Nachzahlung. Die Nachzahlung ist ja höher als die Mieteinnahmen. Daher muss es aus der Lohnsteuer kommen und da irritiert es mich halt.

    Mit Detailfragen in einem Medizinforum wirst du nicht weiterkommen. Ich war in einer ähnlichen Lage und hab mir einen Steuerberater genommen und das war gut so. Der Stress, dessen Fragen zu beantworten hat mir schon gereicht.

    Micha2738 schrieb:

    Ich mache meine Erklärungen immer mit Elster (ich nehme an das meinst Du mit elstar?), das ist ja einfach nur das Tool vom Finanzamt. Aber bei mir ist das einfacher, ich habe nur einen Job und keine weiteren Einkünftte. Sobald man mehrere Geldquellen oder spezielle Bedinungen (Haus, Kinder, Pflegebedürftige) hat wirds kompliziert, ab dann würde ich zu Hilfe raten.

    Hallo, ja ich meine Elster. eigentlich ist es bei mir ja auch gar nicht kompliziert. Daher würde ich es gerne selbst machen. Zumal es mich auch stört absolut nichts zu wissen zu dem Thema. Bisher hat das eben der Steuerberater gemacht und nun sehe ich ja wie ahnungslos ich beim wegfall nun bin.

    Dann lass es halt wieder beim Steuerberater machen, und im nächsten Jahr hast du wieder ein Muster, wo Du Dich entlang hangeln kannst.

    Alias 974494 schrieb:
    Sapient schrieb:

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung müssen versteuert werden. Wer soll das gemacht haben, wenn nicht Du? Das wird jetzt nachträglich als Dein Einkommen versteuert. Daraus wird die Nachzahlung kommen.

    Das erklärt aber nicht die Höhe der Nachzahlung. Die Nachzahlung ist ja höher als die Mieteinnahmen. Daher muss es aus der Lohnsteuer kommen und da irritiert es mich halt.

    Mit höherem Einkommen rutscht man automatisch in eine andere Steuerkategorie. Wenn es ein ungünstiger Sprung ist, kann es durchaus sein, dass die Steuerlast höher wird als der 'Gehaltssprung'.

    Sapient schrieb:

    Mit höherem Einkommen rutscht man automatisch in eine andere Steuerkategorie. Wenn es ein ungünstiger Sprung ist, kann es durchaus sein, dass die Steuerlast höher wird als der 'Gehaltssprung'.

    Das kann nicht der Fall sein. Es gibt keine Sprünge.


    Die Sache kann man hier nicht abschließend klären.

    Alias 974494 schrieb:

    Das erklärt aber nicht die Höhe der Nachzahlung. Die Nachzahlung ist ja höher als die Mieteinnahmen. Daher muss es aus der Lohnsteuer kommen und da irritiert es mich halt.

    Es kann auch sein, dass man Deine Mieteinahmen einfach geschätzt hat. Und nach Aussagen einer Bekannten schätzt da das Finanzamt in der regel sehr großzügig (nicht zu gunsten des Steuerpflichtigen...).

    Ziehe einen Steuerberater zur Hilfe - vielleicht kann der noch was reissen.

    Ich mach meine Steuer seit Jahren mit Elster und komm damit gut klar. Mein Mann schwört auf WISO Steuersparbuch. Wir sind erst seit 2019 verheiratet und diesmal veranlagen wir zusammen. Er hat in WISO angefangen und ich bin fast durchgedreht, weil ich meine Daten als Freiberuflerin in Elster einfach schneller reinklopfen kann. ABER ich denke, vorallem mit der Interviewfunktion, ist es wirklich einfacher, wenn man so gar keine Ahnung hat ;).

    Alias 974494 schrieb:

    Hallo, ja ich meine Elster. eigentlich ist es bei mir ja auch gar nicht kompliziert. Daher würde ich es gerne selbst machen. Zumal es mich auch stört absolut nichts zu wissen zu dem Thema. Bisher hat das eben der Steuerberater gemacht und nun sehe ich ja wie ahnungslos ich beim wegfall nun bin.

    Ich finde auch, dass es Sinn macht, es mit einem Steuerberater zu machen. Du kannst es dir ja erklären lassen, was er warum macht. Dann lernst du auch dazu. Klar, dass man nichts lernt, wenn man sich das selbst nicht anschaut.