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    Merkste selbst, ne?

    Nö, du merkst irgendwie nichts mehr. Deine Töle ist kein "Blag". Das ist ein Tier. Das kann man mögen und genau wie ein "Blag" liebhaben (ich habe selbst Katzen, die ich sehr liebe), muss man aber nicht. Deine Töle stirbt nicht daran, wenn ich einen Bogen um sie mache und sie ekelhaft finde, ich tu ihr damit ja nichts (Menschen, die Giftköder auslegen oder Ähnliches, finde ich übrigens ziemlich scheiße).


    Ich fände es auch nicht schlimm, wenn du meine Katzen eklig fändest und nicht anfassen wolltest (oder mich deshalb nicht besuchen wolltest). Man kann die Vorlieben und Privatsphäre in den Privatbereichen anderer Leute akzeptieren, auch dann, wenn man ein Haustier hat, das man sehr liebt.


    Gegen Kinder in der Vorlesung habe ich gar nichts einzuwenden. Ein "Blag" kann halt, je nach Alter, keine 2 Stunden allein bleiben. Wenn es das dann kann (so ab 12 Jahren bestimmt), möchte es ganz bestimmt auch nicht mehr mit Mama in die Vorlesung gehen oder kann sich entsprechend verhalten. Wenn die Töle ordentlich erzogen wäre (was die meisten Hunde nicht sind), könnte sie das aber auch und würde natürlich ebenso wenig stören.

    Ich persönlich kann das große Tamtam um solche Tölen halt nicht nachvollziehen, weil ich die Tiere nicht mag und unhygienisch finde. Ich finde das total nervig - das Tamtam noch viel mehr als die Tiere selbst, die können oft gar nichts dafür. Ich habe leider eine Verwandte, deren ungezogener Hund permanent in jedem Restaurant und bei jedem Familientreffen unterm Tisch sitzt, rumläuft, bellt, bettelt, die Füße / Beine ableckt und nervt. Kommt man zur Tür rein, hört das Viech nicht mehr auf zu bellen (es liebt mich aus irgendeinem Grund besonders). Es wäre gar nichts gegen das Tier einzuwenden, auch nicht gegen die Begrüßung oder die Anwesenheit, wenn es dann wieder Ruhe geben würde. Tut es aber nicht. Weil es halt nicht erzogen ist. Wie leider viele andere Hunde auch (die meisten meinem Gefühl nach - sicher kann ich das natürlich nicht sagen, denn vielleicht habe ich ja zufällig fast nur unerzogene Hunde getroffen).


    Und man braucht mir nicht erzählen, dass das nicht anders geht. Der Hund eines ehemaligen Kollegen (ein riesiges Labradortier) lag immer völlig brav unterm Schreibtisch und drehte nur einmal pro Stunde seine Streichelrunden. Völlig okay. Ich muss ihn ja nicht streicheln, wenn ich nicht mag (was ich übrigens tat, weil ich den sehr liebenswert fand). Um den war kein Tamtam nötig, wurde auch nicht gemacht, entsprechend angenehm und lieb war der Hund.

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    Das ist ein Tier.

    Das sind wir ebenfalls. Uns trennt nur unsere Eigendefinition von ihnen.

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    eine Töle stirbt nicht daran, wenn ich einen Bogen um sie mache und sie ekelhaft finde, ich tu ihr damit ja nichts

    Babys auch nicht.

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    Gegen Kinder in der Vorlesung habe ich gar nichts einzuwenden.

    Also nach 15 Jahren Lehrerfahrung: Sie sind im Durchschnitt wesentlich lauter und störender als Tiere.


    Aber lass mal, [...]

    whatatragedy: ich finde es nicht ok, dass du so abwertend über Hunde schreibst. Nur weil du wenige Exemplare kennst, die keine Erziehung genossen haben heisst das noch lange nicht, dass alle Hunde so sind. Ich kenne auch richtige Arschlochkinder, die von ihren Eltern verhätschelt wurden wo es nur geht, die keine Grenzen und Erziehung kennen- trotzdem sind nicht alle Kinder so. Und bei Hunden sieht das nicht anders aus.


    Wir haben unseren (sofern es geht) immer dabei. Sie liegt dann ganz oft einfach nur unter meinem Stuhl und schläft und ist auch in Restaurants oder in Hotels ein gerngesehener Gast.


    Mitlerqeile werden Hunde in Schulen eingesetzt, weil man gemerkt hat, dass gerade Kinder mit zB ADHS wesentlich ruhiger und konzentrierter sind. In Altersheimen sind Hunde auch immer willkommen (bei uns gibts sogar ne Besuchshundestaffel).


    Mir persönlich sind Menschen suspekt, die Hunde nicht mögen, es sind supertolle Tiere und in vielen Dingen intelligenter als mancher Mensch.


    Wie gesagt, ich würde winfach mit dem Bruder darüber reden. Ich finde das Argument "Hygiene" noch nicht mal soooo wichtig, aber wenn ein 15 monate altes Kind im Haus unterwegs ist und der Hund dazu, kann man beide nie (!) aus den Augen lassen. Gerade in dem Alter verstehen sie ja noch nicht so viel, ziehen dem Hund evtl am Schwanz/Ohr oder hauen ihn und man weiss nie, wie der Hund reagiert, auch wenn er noch so gut erzogen ist. Da würde ich selbst bei meinem nicht die Hand ins Feuer legen. Mal ganz davon abgesehen kann ein Hund, wenn er es gelernt hat, auch mal eine Weile allein zu Hause bleiben. Zum einkaufen oder Arzt nimmt man ihn ja auch nicht mit.

    Ach so @scarface: leider kenne ich auch Hundehalter, die ihren Hund irgendwie als Kinderersatz sehen und vermenschlichen. Da ist das Frauchen auch mal "die Mama" (wobei beim ein oder anderen der Gesichtsausdruck schon recht identisch ist ;-), der Hund schläft in der Bettmitte, bekommt frisch gekocht...sowas muss dann auch nicht sein find ich.


    Da gibts bei den Katzenhaltern aber auch ähnlich gestrickte Exemplare.


    Unser Hund gehört zur Familie dazu, aber er ist nicht der Nabel der Welt.

    Meine Erfahrung ist eher nicht, dass die meisten Hunde gut erzogen sind, sondern das Gegenteil ist der Fall. Bestätigt auch der Hundetrainer meines Bruders. Seiner Meinung nach sind 80 Prozent der Hundehalter, die Erziehung eher egal und die Tiere werden tatsächlich als menschlichen Ersatz gehalten, weil sie vielleicht so süß sind, sie lieber sind als böse Menschen, man einfach nur nicht alleine sein will, man unbedingt jemanden braucht ect. Alles mögliche Gründe, die ja auch ihre Berechtigung haben können. Aber da nicht, wie einem Wolfsrudel, die Erziehung in jedem Falle übernommen wird, obliegt diese Aufgabe dem Menschen und das wird dann halt nicht wirklich gemacht. Positivbeispiele gibt es auch und das sieht man auf den ersten Blick wie Herrchen und Hund zusammen harmonieren. Ein Hund wird sich ein Stück weit dem Menschen anpassen und der Mensch dem Hund. Feine Sache. :-)

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    Meine Erfahrung ist eher nicht, dass die meisten Hunde gut erzogen sind, sondern das Gegenteil ist der Fall. Bestätigt auch der Hundetrainer meines Bruders. Seiner Meinung nach sind 80 Prozent der Hundehalter, die Erziehung eher egal und die Tiere werden tatsächlich als menschlichen Ersatz gehalten, weil sie vielleicht so süß sind, sie lieber sind als böse Menschen, man einfach nur nicht alleine sein will, man unbedingt jemanden braucht ect. Alles mögliche Gründe, die ja auch ihre Berechtigung haben können. Aber da nicht, wie einem Wolfsrudel, die Erziehung in jedem Falle übernommen wird, obliegt diese Aufgabe dem Menschen und das wird dann halt nicht wirklich gemacht. Positivbeispiele gibt es auch und das sieht man auf den ersten Blick wie Herrchen und Hund zusammen harmonieren. Ein Hund wird sich ein Stück weit dem Menschen anpassen und der Mensch dem Hund. Feine Sache. :-)

    Das ist so auch meine Erfahrung, ja. Und dass Hundetrainer solche Aussagen tätigen, habe ich oft von Bekannten und Freunden gehört, die Hunde haben.

    Du meintest wahrscheinlich mich, nicht whatatragedy. Ich schreibe ja explizit, dass es natürlich sein kann, dass ich zufällig nur ungezogene Hunde kenne. Das war nicht ironisch gemeint, das kann ja tatsächlich sein.


    Mir persönlich sind Menschen suspekt, die alles gut finden, was andere Menschen gut finden und Menschen suspekt finden, die etwas anderes gut finden als alle anderen Menschen. Aber das nur am Rande, denn ob man Hunde mag oder nicht, ist letztlich eine persönliche Vorliebe.


    Ansonsten würde ich dir nur zustimmen, denn Ähnliches habe ich ja bereits in meiner zweiten Antwort auch geschrieben. Dein Hund würde mich keineswegs stören, wenn er einfach nur ruhig daneben sitzt oder unter dem Tisch liegt.

    Nachtrag: Das Problem ist halt, dass die meisten Hunde, die ich kennengelernt habe, eben nicht nur ruhig und brav unter dem Tisch liegen oder daneben sitzen, sondern permanent im Mittelpunkt stehen müssen, weil Herrchen und/oder Frauchen grundsätzlich ein solches Tamtam um Fiffi machen, als handle es sich um ein Kleinkind. Die begrüßen es dann auch noch, wenn die Familienfeier sich darum dreht, wer alles schon den Hund gestreichelt und mit Essensresten vom Tisch gefüttert hat. Und oh wie süß, Onkel Gerhard betritt den Raum und wie nett Fiffi ihn seit 30 Minuten anspringt! ;-)


    Entschuldigt bitte, aber das ist für mich echt ein Reizthema. Zu oft war ich von den Hunden meiner Verwandten und anderen Haltern zu Tode genervt - auch, wenn ich durchaus schon liebe Hunde kennengelernt hab, wenn auch leider bloß vereinzelt. :(v

    Hm, umgekehrt kann es einem mit Kindern genauso gehen, wenn man selbst keine hat oder die eigenen erwachsen sind. Alles dreht sich nur ums Kind, ich hätte zum Beispiel nicht gern ein Kleinkind im Haus, gegen einen Hund habe ich nichts einzuwenden.


    Das ist ja auch alles machbar, nur schränkt es in aller Regel schon den Kontakt ein. Wenn dieser Hund, um den es hier geht, eben verhätschselt wird, liegt es nahe, dass die Schwägerin zumindest nicht mehr so oft kommt, wenn Hund nicht mit darf. Ist ja auch noch nicht gesagt, dass sie nicht eingeschnappt ist.

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    Hm, umgekehrt kann es einem mit Kindern genauso gehen, wenn man selbst keine hat oder die eigenen erwachsen sind. Alles dreht sich nur ums Kind, ich hätte zum Beispiel nicht gern ein Kleinkind im Haus, gegen einen Hund habe ich nichts einzuwenden.

    Ich finde es spannend, dass das in diesem Thread offen gesagt werden kann, während man für die geäußerte Abneigung gegenüber Hunden abgestraft wird. Würdest du das in einem anderen Thread in einem anderen Kontext sagen, würde man dich genauso abstrafen und die Abneigung gegenüber Hunden eher verstehen. Insofern: wirklich interessant, dass es hier andersrum ist. Normalerweise kenne ich es im Internet anders.


    Ich bin grundsätzlich der Ansicht, dass man Kinder und Hunde nicht vergleichen kann. Ich habe selbst zwei Katzen, für die ich auch ab und zu die "Mama" bin ("Mama geht kurz die Wäsche runterbringen...") und die ich über alles liebe, aber mir würde nicht im Traum einfallen, von allen anderen Menschen zu verlangen, dass auch für sie meine Katzen den Status von Menschenkindern haben müssen. Mir würde auch nicht einfallen, andere Menschen zu beschimpfen, nur weil sie äußern, dass sie Katzen eklig finden und selbst nicht im Haus haben wollen. Das wäre dann einfach so. Man kann außerhalb der eigenen Wohnung etwas unternehmen, wenn es sein muss (besagte Verwandte besucht mich nicht, weil ihr Fiffi keine Stunde allein bleiben und sie ihn nicht zu mir mitnehmen kann, worüber sie sich im Übrigen noch beschwerte).


    Mir sind wenige Katzenhalter untergekommen, die um ihre Minka ein solches Tamtam machen wie viele Hundehalter um ihren Fiffi. Ich mache schon viel Tamtam um meine Katzen, aber irgendwo ist Schluss. Es sind halt keine Kinder, auch, wenn es für mich "meine Babys" sind. Für andere ist das nicht so. Das ist halt so.


    Nicht alle Menschen mögen Tiere im Haus und permanent um sich haben. Das hat man zu akzeptieren. Und wenn viele Hundehalter hier einfach mal einen Punkt beim Tamtam um Fiffi machen würden, gäbe es die Abneigung gegenüber Fiffi gar nicht. Da sind Hundehalter schon sehr speziell.