Ich brauche eure Gedanken - berufliche/gesundheitliche Situation

    Hallo liebes Forum,


    ich habe heute eine sehr heikle Frage, die ich gerne mal zur Diskussion stellen würde. Natürlich muss ich dabei aufpassen, wie ich mich ausdrücke. Sollte also der ein oder andere Ausdruck nicht ganz so verständlich sein, bitte ich das vorab zu entschuldigen.

    Wie einige von euch evt bereits wissen, leide ich seit geraumer Zeit unter medizinisch nicht näher erklärbaren Symptomen. Diese belasten mich enorm und machen mir meine Arbeitstage sogut wie immer zu einer absoluten Qual. Diese Symptome hatten bereits einige Fehltage (ca. 30 - 40) zur Folge. Wer schonmal in einer ähnlichen Situation war, der weiß, dass man nach längere Krankheit die Möglichkeit zur Wiedereingliederung hat. Diese Möglichkeit nahm ich war - allerdings verbessert sich bei mir nichts, es wird eher schlimmer und schlimmer.


    Ich möchte nur soviel zur betrieblichen Situation sagen: Nicht wenig läuft hier in die völlig falsche Richtung.


    Ich bin ein, ich glaube das kann ich sagen, angesehener Mitarbeiter und besitze ebenfalls gewisse Kompetenzen, die mich im Grunde unverzichtbar machen.


    Ich ertappe mich seit einigen Wochen mehr und mehr dabei, dass ich mir vorstelle einfach alles hinzuwerfen, mich völlig auf mich zu konzentrieren und auch den AG als potentiellen Auslöser auszuschließen. Da ich geistig nicht völlig umnachtet bin, würde ich das alleins chon wegen der Sperrzeit nicht machen. Dann wiederum überlege ich, mich einfach kündigen zu lassen. Was wiederum mit anderen Ängsten einher geht. Wieso und weshalb würde ich euch gerne noch erklären:


    - Ich bin mittlerweile in einem Alter, in dem ich durchaus gewisse finazielle Verantwortungen monatlich zu stemmen habe. Dieses ist aber noch das geringste Problem, ich könnte mich zügeln und die monatlichen Kosten würden geringer ausfallen.

    - Durch meine letzte Beziehung habe ich viel Geld verloren (Warum und weshalb würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen) Ich verdiene zwar nicht unbedingt schlecht, Reserven habe ich aber kaum!

    - Ich habe massive Ängste hinsichtlich einer Verarmung, denn:

    a) was ist, wenn ich bei einem anderen AG die gleiche Symptomatik habe und ich deswegen sogar BU würde?

    b) Ich war bereits 2 x Arbeitslos. Jedes Mal habe ich kurz vor knapp (HARTZ IV) einen neuen Job gefunden. Demzufolge sieht auch mein Vorsorge/Versicherungsportfolio aus.


    Ihr merkt, ich habe einen sehr hohen Sicherungsanspruch an mich selbst. Ich merke aber ebenfalls wie es mir die Kraft raubt mich Tag und Tag in ein Unternehmen zu schleppen, was meiner Meinung nach a) ohnehin bald die Segel streicht und es b) mit meinen ständig vorhandenen Symptomen ohnehin die Hölle ist Tag für Tag durchzuhalten.


    Ich weiß, dass würde ich nun erneut krankheitsbedingt ausfallen, ich mit ziemlicher Sicherheit die Kündigung kreigen würde (die rechtliche Grundlage mal außen vor)

    Ich weiß natürlich, dass man mir hier keine Entscheidung abnehmen kann, das will ich auch gar nicht. Ich möchte diese Thematik dennoch gerne zur Diskussion stellen, evt ergibt sich ja der ein oder andere Punkt den ich bisher noch nicht beachtet oder gesehen habe.


    VG und vielen Dank schon mal vorab.

  • 34 Antworten

    hallo, ich kann dich verstehen. du hast hier einige beiträge offen, ich habe sie nicht alle im kopf.


    machst du psychotherapie? nicht dass deine beschwerden psychosomatischer natur sind.


    ich würde bei deinem jetzigen arbeitgeber bleiben, denn wenn du wechselst und sechs monate probezeit hast, dann können sie dich erst recht schnell loswerden

    Ich mache ein Therapie, die hilft aber gefühlt null. Ja Tim, da sprichst du ein weiteres Problem an.


    Allerdings bin ich mittlerweile so weit, die temporäre Arbeitslosigkeit in Kauf zu nehmen. Muss aber auch dazu sagen, dass ich dann Angst habe mich noch mehr einzuigeln.

    aber wenn du von dir aus selber kündigst, dann bist du erstmal für drei monate gesperrt, soviel ich weiß und rücklagen hast du keine.


    ich würde deinen jetzigen arbeitgeber „ausnehmen“ bis es dir wieder besser geht.


    seit wann hast du die symptome, was ist passiert, dass du gesundheitlich so angeschlagen bist, was ist das hauptproblem dass dich an deiner arbeit hindert?

    Meiner Meinung nach geht Gesundheit vor alles andere. Kurier dich aus und gleichzeitig kannst du dich im Krankenstand nach einem anderen Arbeitsplatz kümmern.

    Nach der langen Zeit hört sich das fast schon nach chronischen Beschwerden an.


    Inwieweit siehst du die Arbeitsbedingungen als Auslöser/Grund für deine gesundheitliche Beeinträchtigung?

    Witzig, der Beitrag hätte fast von mir sein können, vor ein paar Jahren. Ich war in einer ähnlichen Situation.


    Ich bin dann irgendwann an den Punkt gekommen, wo ich mir gesagt habe, "sch**ss drauf, im Zweifel lieber Hartz 4 als weiter das hier!". Vermutlich muss man manchmal so an die Dinge ran gehen. Wir Menschen neigen dazu, uns aus Angst an Dinge zu klammern, die uns eingentlich nicht gut tun. Wenn wir sie loslassen, kommt das Ungewisse.


    Aber man weiss mit dem Bestehenden auch, was man hat, und das ist in Deinem Fall ja nicht allzu prickelnd offenbar. Insofern, ist nicht auch irgendwie alles andere besser als das, was Du jetzt hast? Immerhin gibt es auch neue Chancen und im Zweifel, ja, dann lebt man halt von Hartz 4. Ich glaube aber, dass Menschen, die eher risikobereit leben (sofern sie nicht leichtsinnig sind), unterm Strich die etwas besseren Karten haben.

    heute_hier schrieb:

    Meiner Meinung nach geht Gesundheit vor alles andere. Kurier dich aus und gleichzeitig kannst du dich im Krankenstand nach einem anderen Arbeitsplatz kümmern.

    Nach der langen Zeit hört sich das fast schon nach chronischen Beschwerden an.


    Inwieweit siehst du die Arbeitsbedingungen als Auslöser/Grund für deine gesundheitliche Beeinträchtigung?

    Das kann ich ganz schwer beurteilen, möglich ist es - aber da meine Symptomatik auch sonst da ist möchte ich es fast ausschließen. Ist auch unabhängig vom Stresspegel.


    Es ist in jedem Fall ein chronisches Beschwerdebild des Magen Darm Traktes.


    rr2017 schrieb:

    Aber man weiss mit dem Bestehenden auch, was man hat, und das ist in Deinem Fall ja nicht allzu prickelnd offenbar. Insofern, ist nicht auch irgendwie alles andere besser als das, was Du jetzt hast? Immerhin gibt es auch neue Chancen und im Zweifel, ja, dann lebt man halt von Hartz 4. Ich glaube aber, dass Menschen, die eher risikobereit leben (sofern sie nicht leichtsinnig sind), unterm Strich die etwas besseren Karten haben.

    Durchaus aber ich denke mir folgendes:


    Wenn eine Arbeit für meinen Gesundungsprozess wichtig ist, da ich mich sonst einigeln würde (noch mehr) und gar nicht mehr raus gehe - wäre es kontroproduktiv eine Kündigung zu provozieren ....

    Hartz 4 - großartig. Monatlich sind abzugeben so und soviel Bewerbungen, man bekommt Auflagen, sich dauernd zu melden, hirnlose Kurse mitzumachen. Viel Spaß dabei.


    Und mit mir ist nicht gut kommt man da echt nicht weit.


    Da würde ich lieber weiter eine Krankmeldung vorlegen beim jetzigen Arbeitgeber, die Krankenkasse kann dann einen Gutachter beauftragen, der kann eine Reha in einer psychosomatischen Klinik vorschlagen, bis man dahin kommt, vergehen Monate, da würde ich es drauf ankommen lassen. Und in einer psychosomatischen Klinik könnte man zugleich noch lernen, wie gehe ich besser mit den Dingen um, da die Mitpatienten ziemlich das Gleiche haben.

    BenitaB. schrieb:

    Hartz 4 - großartig. Monatlich sind abzugeben so und soviel Bewerbungen, man bekommt Auflagen, sich dauernd zu melden, hirnlose Kurse mitzumachen. Viel Spaß dabei.


    Und mit mir ist nicht gut kommt man da echt nicht weit.


    Da würde ich lieber weiter eine Krankmeldung vorlegen beim jetzigen Arbeitgeber, die Krankenkasse kann dann einen Gutachter beauftragen, der kann eine Reha in einer psychosomatischen Klinik vorschlagen, bis man dahin kommt, vergehen Monate, da würde ich es drauf ankommen lassen. Und in einer psychosomatischen Klinik könnte man zugleich noch lernen, wie gehe ich besser mit den Dingen um, da die Mitpatienten ziemlich das Gleiche haben.

    Also Hartz 4 wäre der totale Alptraum und für mich auch sowieso keine Option. Erfahrungen habe ich ebenfalls mit psychosomatischen Kliniken. Die Leute die dort waren hatten so ziemlich alles, nur keine somatoformen Begleiterscheinungen, der eine (einzige Typ) hatte ein Agressionsproblem, die Ladys waren allesamt depressiv. - also das Gleiche hatten die nicht. Eine psychosomatische Klinik würde ich auch nicht mehr besuchen, eine Tagesklinik schon eher - nur bin ich dafür auch irgendwie nicht wirklich offen - da ich mir einfach so total unsicher bin, dass mir eine Behandlung dort helfen kann.