Ich habe auf der Arbeit einen Fehler gemacht, wie in Ordnung bringen?

    Liebe Forenmitglieder*innen,


    leider ist mir am Freitag auf der Arbeit aufgrund von Unerfahrenheit ein unangenehmer Fehler unterlaufen und ich bin mir unsicher, wie ich die Sache am besten wieder in Ordnung bringen kann.

    Es geht darum, dass ich einem Termin voreilig zugestimmt habe und mir erst später klar wurde, dass mir Informationen fehlen und ich zum derzeitigen Zeitpunkt diesem Termin nicht hätte zustimmen sollen.

    Würde es sich hier um etwas privates handeln, so wäre für mich vollkommen klar, wie ich zu verfahren habe: zugeben, dass ich einen Fehler gemacht habe, die Umstände erklären und den Termin absagen. In einer geschäftlichen Situation scheint mir das aber nicht der richtige Weg zu sein, da ich so ein schlechtes Bild auf das Unternehmen werfen würde, das ich repräsentiere.

    Meine Kollegin riet mir dazu, Terminüberschneidungen vorzuschieben. Es ist aber ein Termin von der Sorte, die sich recht problemlos auch auf andere Tage schieben lassen, weshalb ich vermute, dass meine Ansprechperson einfach einen anderen Termin vorschlagen würde.

    Ich muss erklären können, dass ich den Termln auf unbestimmte Zeit verschieben muss. Aber wie tue ich das, ohne einen schlechten Eindruck von unserem Unternehmen zu vermitteln?

  • 72 Antworten

    Dringende Geschäftsreise vorschieben und dem Gesprächspartner sagen, dass Du Dich danach wieder meldest zwecks neuem Termin. So gewinnst Du Zeit

    Ehrlich gesagt habe ich auch im geschäftlichen Bereich gute Erfahrungen damit gemacht, einen Fehler zuzugeben. Und dann in Deinem Fall auch ganz ehrlich zu sagen, dass ich noch keinen neuen Termin zusagen kann, aber zusichere, auf Denjenigen zu zukommen, wenn alle relevanten Daten vorliegen.


    Mit Ausreden verstrickt man sich eher immer mehr. Und meist ist ein ehrliches "Können wir aktuell nicht darstellen" zielführender.

    Hallo Silbermondauge, ich hole hier besser noch etwas weiter aus, damit es verständlicher wird:

    Also der Hintergrund für diesen Termin ist, dass mein Unternehmen demnächst mit einer Organisation kooperieren wird und diese mich jetzt kontaktiert haben, weil die Kooperation auch meine Abteilung betrifft und man sich gerne ein Bild machen würde. Ich habe dem ohne groß nachzudenken zugestimmt, da ich - und ich gebe zu, dass ich hier wirklich nicht nachgedacht habe - davon ausging, dass das alles schon so seine Richtigkeit haben wird. Erst nachdem ich dem Termin zugestimmt habe, kam mir der Gedanke, dass es doch etwas merkwürdig ist, dass ich diesbezüglich "von oben" noch keine Infos erhalten habe. Deshalb bin ich am Freitag zu meinem Chef gegangen und habe ihn gefragt, was diese Kooperation im Detail für meine Abteilung bedeuten wird und dass man auf mich zugekommen ist wegen eines Termins. Und da erfuhr ich dann erst, dass meinem Chef diesbezüglich noch gar nichts bekannt war. Denn scheinbar sind die Details entweder noch gar nicht abschließend geklärt oder die Informationen sind von den Verantwortlichen noch nicht an meinen Chef weitergegeben worden. Wir sollten deshalb die endgültige Klärung abwarten und erst dann könne man diesen Termln ausmachen.

    Dass ich dem Termin bereits zugestimmt habe, habe ich meinem Chef in dem Moment nicht gesagt und wenn ich damit jetzt nochmal zu ihm kommen würde, dann würde es das sicher nicht besser machen.


    Am liebsten würde ich morgen einfach dort anrufen, mich entschuldigen und erklären, dass ich dem Termin voreilig zugestimmt habe, da ich von anderen Bedingungen ausgegangen war. Aber was für ein Bild würde das auf unser Unternehmen werfen? Besonders schlecht wäre es, wenn die Einzelheiten dieser Kooperation am Ende doch bereits feststehen sollten und mein Chef nicht informiert wurde, dann würde ich doch das Bild vermitteln, dass wir intern eine schlechte Kommunikation haben.

    Wenn Du ganz sicher gehen willst oder nicht einschätzen kannst ob man sowas vor einem Geschäftspartner zugeben darf, dann gestehe den Fehler nicht gleich dem Geschäftspartner sondern erst Deinem Vorgesetzten, der kann und muss notfalls Entscheiden wie Du verfahren sollst.

    Ein gutes Bild. Weil Du reflektierst, Probleme kommunizierst, gute Rahmenbedingungen herstellen willst.

    "Mir ist bewusst geworden, dass unsererseits leider noch etwas Vorbereitungszeit erforderlich ist und bitte um Verständnis, dass ich den Termin daher leider verschieben muss."

    So etwas wäre aber auch ein "Fehler", den man mit einem Vorgesetzten besprechen könnte und sollte.

    Andrejka, in meinem Beruf wäre das leider so gar nicht glaubwürdig.


    Schmidti70, das wäre mir wirklich die liebste Option. Ich habe kein Problem damit, zu meinen Fehlern zu stehen. Nur die Angst, durch mein Fehlereingeständnis ein schlechtes Bild das Unternehmen zu werfen, dass ich repräsentiere.


    Ein Mittelweg wäre vielleicht, zu sagen, dass ich erst seit kurzem in dieser Position bin und fälschlicherweise davon ausgegangen war, dass all diese Details mit meiner Vorgängerin bereits abgeklärt worden waren. Das würde sogar zu 80% stimmen, denn ich ging wirklich davon aus, dass man es einfach versäumt hatte, mich zu informieren oder aber erwartete, dass ich die Details für meine Abteilung selbst klären würde.

    Und dummerweise hatte mich diese Organisation schon vor einem Monat angerufen und angekündigt, dass man demnächst wegen einer Terminabsprache auf mich zukommen würde. Ich hätte damals schon schalten und direkt bei meinem Chef nachfragen müssen. Stattdessen habe ich einfach ganz naiv angenommen, dass das alles seine Richtigkeit haben wird.

    Andrejka schrieb:

    Dringende Geschäftsreise vorschieben

    Gibt es eigentlich noch Leute, die ohne Lügen durch die Welt kommen? Das ist ja der Wahnsinn!


    tt: Einfach offen und ehrlich sein. Wieso machst du bei der Sache der Ehrlichkeit einen Unterschied zwischen Privatleben und Berufsleben?

    Vielleicht bin ich jetzt naiv aber besser du gestehst deinem Vorgesetzten den Fehler - denn er wird es wahrscheinlich irgendwann eh erfahren. Vielleicht hat er eine "elegante" Lösung. Oder du kannst mit einer Ausrede den Termin verschieben aber hast DANN alle Infos.

    Verhueter, der Unterschied ist, dass im Privaten mein Problem ist, wenn ich einen schlechten Eindruck mache. Im Beruf ist es das Unternehmen, von dem ein schlechtes Bild vermittelt wird wenn ich einen Fehler mache.

    :)^ Ich würde es nicht anders machen. Fehler passieren und es kommt m.E. darauf an, wie man damit umgeht. Lügen helfen dabei eher nicht.

    mesmerised schrieb:

    Im Beruf ist es das Unternehmen, von dem ein schlechtes Bild vermittelt wird wenn ich einen Fehler mache.

    Wieso? Da bist doch auch erstmal du als Fehler zu sehen.

    Verhueter schrieb:
    Andrejka schrieb:

    Dringende Geschäftsreise vorschieben

    Gibt es eigentlich noch Leute, die ohne Lügen durch die Welt kommen? Das ist ja der Wahnsinn!


    tt: Einfach offen und ehrlich sein. Wieso machst du bei der Sache der Ehrlichkeit einen Unterschied zwischen Privatleben und Berufsleben?

    Es gibt da durchaus Unterschiede, leider. Als ein vielleicht zu ehrlicher Mensch im Privatleben stelle ich das hin und wieder im Berufsleben fest.


    Im Geschäftsalltag ist alles irgendwie anders, da gibt es Regeln, da hat man Verträge an die man sich halten muss und Vorgesetzte denen man gerecht werden muss. Wenn ein Vorgesetzter verlangen würde, richtig zu lügen, würde ich mich schon weigern. Ich habe das Glück, nicht auf einen Arbeitgeber angewiesen zu sein, kann auch woanders hingehen. Da sage ich auch schon mal "das mache ich nicht".


    Aber es gibt noch diese "Grauzone", die sich für mich Privatmensch wie Lügen anfühlen aber eigentlich in jedem Geschäft scheinbar dazugehören z. B. Bedenken nicht äußern, sachen "schön reden / ausschmücken", Kunden vertrösten obwohl man weiß, dass der neue Termin zu 99% nicht gehalten wird. Da gabs schon viele Situationen von kleinen Lügen oder absichtlichem schweigen die ich privat niemals tun würde.