Ich soll 14 Monate Kindergeld zurückzahlen

    Vielleicht hatte das mal wer?? Wir haben eine Tochter, die eine Ausbildung begonnen hat. nach ein paar Monaten war sie psychisch erkrankt und nicht mehr in der Lage, zu arbeiten. Sie brach die Lehre ab, war dann über ein Jahr krankgeschrieben und bekam in der Zeit auch Krankengeld. das waren 14 Monate. Danach war sie arbeitssuchend, hat nun wieder eine Lehre. Für die 14 Monate aber, die sie krank geschrieben war und in keinem Arbeitsverhältnis, sollen wir die Kindergelder zurückzahlen. über 1700 Euro.


    Was könnt ihr mir raten. Dass wir einen Kredit aufnehmen müssen, wenn es nicht anders geht, wäre dann die letzte Option. Die Frage aber ist, was können wir sonst tun??

  • 53 Antworten

    Erst mal gegen die Entscheidung, dass Ihr es zurückzahlen müsst, einen Widerspruch einlegen. Vielleicht war die Entscheidung ja falsch. Das wird man dann sehen. Ihr könntet Euch auch direkt einen Anwalt nehmen, je nachdem wie Euer Einkommen ist, habt ihr auch Anspruch auf beratungshilfe oder so, das erklärt Euch der Anwalt.

    Sollte die Entscheiung über die Rückforderung korrekt sein, könnt ihr das in Raten abzahlen direkt bei der Familienkasse. Ich würde dafür keinen Kredit aufnehmen. Denn das steht immer in der Schufa und Zinsen zahlen müsst ihr bei einem Kredit auch, bei der Behörde in Raten abstottern steht weder in der Schufa noch müsst Ihr da Zinsen zahlen.

    Ich würde erstmal wie Pfefferminzbonbon schon sagte Widerspruch einlegen und die Zeit in der Widerspruch läuft und mich fachkundig beraten lassen. Der VDK könnte euch da zum Beispiel helfen.

    Verhueter schrieb:

    War das Kind arbeitssuchend gemeldet? Das ist wohl, wenn ich das richtig verstehe, Voraussetzung:


    https://www.ebnerstolz.de/de/k…arbeitssuchend-93801.html


    War übrigens der dritte Googletreffer dazu. ;)

    Meine Tochter hat sogar noch ein Schreiben, dass sie beim Arbeitsamt gewesen ist. Das Arbeitsamt selbst hat meine Tochter aber nicht als arbeitssuchend eingestuft, da meine Tochter krank war. Erst als das Krankengeld auslief, hat sie Arbeitslosengeld erhalten, dann die Lehrstelle angetreten, in der sie nun ist. Die Zeit, in welcher sie krank war, das auch beim Arbeitsamt angegeben hat, aber nicht offiziell als arbeitssuchend galt, sollen wir zurückzahlen. Selbst die Montate, in welchen sie das Arbeitslosengeld bekommen hat, ist das Kindergeld zulässig.

    Peddi schrieb:

    nach ein paar Monaten war sie psychisch erkrankt und nicht mehr in der Lage, zu arbeiten.

    Wenn ein Kind (vor Vollendung des 27. Lebensjahres) durch eine psychische Erkrankung nicht in der Lage ist, für sich selbst finanziell zu sorgen, hat es einen Anspruch auf Kindergeld.

    Ich würde zügig zu einem Anwalt gehen, damit die Widerspruchfrist nicht verstreicht.

    Wie alt war deine Tochter, als sie die Ausbildung abbrach und krank wurde?

    Je nach Alter ist nämlich der Bezug von Kindergeld an bestimmte Bedingungen geknüpft. Daher frag ich.


    Hanca schrieb:

    Wenn ein Kind (vor Vollendung des 27. Lebensjahres) durch eine psychische Erkrankung nicht in der Lage ist, für sich selbst finanziell zu sorgen, hat es einen Anspruch auf Kindergeld.

    Gibt es dazu eine gesetzliche Grundlage? Ich habe nur das im BKGG gefunden:

    § 2 Kinder

    (2) Ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, wird berücksichtigt, wenn es

    3. wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten; Voraussetzung ist, dass die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.

    https://www.gesetze-im-interne…g_1996/BJNR137800995.html


    Wobei hier von Behinderung und nicht von Krankheit die Rede ist...


    Hanca schrieb:
    Peddi schrieb:

    nach ein paar Monaten war sie psychisch erkrankt und nicht mehr in der Lage, zu arbeiten.

    Wenn ein Kind (vor Vollendung des 27. Lebensjahres) durch eine psychische Erkrankung nicht in der Lage ist, für sich selbst finanziell zu sorgen, hat es einen Anspruch auf Kindergeld.

    Ich würde zügig zu einem Anwalt gehen, damit die Widerspruchfrist nicht verstreicht.

    Das habe ich tatsächlich auch so erlesen. Danke.

    Peddi schrieb:
    Hanca schrieb:

    Wenn ein Kind (vor Vollendung des 27. Lebensjahres) durch eine psychische Erkrankung nicht in der Lage ist, für sich selbst finanziell zu sorgen, hat es einen Anspruch auf Kindergeld.

    Ich würde zügig zu einem Anwalt gehen, damit die Widerspruchfrist nicht verstreicht.

    Das habe ich tatsächlich auch so erlesen. Danke.

    Ich vermute mal, dass das noch eine alte Regelung ist. Letztendlich wird auch kein Kindergeld mehr bis zum 27. Lebensjahr gezahlt. Nach den heutigen Regelungen ist eine Zahlung nur noch bis zum 25. Lebensjahr möglich - es sei denn, es liegt eine anerkannte Behinderung vor. Dann ist eine Zahlung auch über das 25. LJ möglich.

    Kann man im Gesetz und auch hier nachlesen: https://www.kindergeld.info/volljaehrige-kinder/


    Peddi schrieb:

    Danke Einslive.


    Meine Tochter war 19 Jahre bei Ausbruch der Krankheit

    Dann lese einfach mal unter §2 Abs. 2 BKGG. Da wird deine Frage letztendlich beantwortet. Deine Tochter hätte als arbeitssuchend geführt werden müssen. Dann hätte sie Anspruch auf Kindergeld gehabt.

    Oder sie hätte eine anerkannte Behinderung haben müssen. War aber anscheinend auch nicht der Fall.

    Also kann man davon ausgehen, dass du das Geld höchstwahrscheinlich zurückzahlen musst.

    Verhueter schrieb:

    War das Kind arbeitssuchend gemeldet? Das ist wohl, wenn ich das richtig verstehe, Voraussetzung:

    Nein. Eine "arbeitssuchend"-Meldung ist eine Option (wobei auch die Meldung allein nicht zwangsläufig als hinreichende Bemühung gewertet wird!), es gibt auch noch weitere Optionen. Gerade wer krank ist, kann und braucht nicht auch arbeitssuchend sein.

    Peddi schrieb:

    Für die 14 Monate aber, die sie krank geschrieben war und in keinem Arbeitsverhältnis

    Wieso war sie arbeitssuchend gemeldet, wenn sie doch ohnehin krank war? Diesen Umstand würde ich mal schön unter den Tisch fallen lassen, wenn nicht bereits zu spät, denn das widerspricht sich.

    Krankheit allein reicht völlig aus, um weiterhin kindergeldberechtigt zu sein. Anwalt braucht man da nichtmal wirklich.

    eule72 schrieb:

    Aber dadurch,das sie durch ihre Krankheit nicht vermittelbar war, gibt es keinen Anspruch auf Kindergeld.

    Das ist absolut falsch. Kindergeld hat nichts mit "vermittelbar"-sein zu tun.

    _Parvati_ schrieb:

    Dann hätte sie Anspruch auf Kindergeld gehabt.

    Anspruchsberechtigt sind die Eltern, nicht das Kind.


    Eine Meldung als suchend ist bei Krankheit (!) nicht erforderlich, sondern kann sogar hinderlich sein. Denn wer sucht, der kann so krank nicht sein.