Ist Reinigungskraft ein peinlicher Job

    Ich habe sehr viele Jahre als Marktleiter ( Lebensmittel ) gearbeitet. Dann wurde ich entlassen. Um nicht arbeitslos zu werden habe ich eine Arbeit als Reinigungskraft angenommen.


    Nun arbeite ich schon seit einigen Jahren als Reinigungskraft und schäme mich dafür sehr.Mir macht die arbeit zwar auch sehr viel Spass aber man ist ja nur noch die kleine Putze die jeden Tag nur die Toiletten säubert. Warum bekommen wir als kleine Reinigungskräfte keine Annerkennung für unseren Job.


    Ich habe noch keinen gesagt das ich Reinigungskraft bin. Wie geht Ihr damit um .Ist es peinlich Reinigungskraft zu seien.


    Ist es nicht eine ganz normale Arbeit.


    Irgendwer muss ja auch alles wieder saubermachen.

  • 318 Antworten
    Zitat

    Mir macht die arbeit zwar auch sehr viel Spass

    Das ist doch das Wichtigste an der Sache. Wenn's um die Lebensgrundlage geht, muss halt mal die Außenwirkung hinten anstehen. Dass Menschen auf dem Nachhauseweg oder auf dem Weg zum Kunden wie der gute Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer bewundert werden, entspricht nicht der Lebensrealität.


    Es hängt auch ein wenig vom Umfeld ab. Gerade im ländlichen Bereich erlangt man Ansehen eher über diverse Vereinsaktivitäten und Ehrenämter. Falls Dir das wichtig ist.


    Das eher schlechte Image von "Putzmännern" dürfte sich dagegen daraus ergeben, dass es sich dabei dem Klischee nach um einen typischen Frauenberuf handelt. Dreckige Arbeit, die so schlecht bezahlt ist, dass es allenfalls als Zweiteinkommen neben einem "ordentlichen" Beruf taugt.


    Die Reinigungskräfte in unserer Firma sind auch männlich. Das erscheint erst einmal ungewöhnlich. Auf der anderen Seite haben sich die beiden damit selbständig gemacht. Also schämen tun die sich deswegen nicht. Das müssen sie auch gar nicht.

    Banker find ich um einiges peinlicher, ehrlich gesagt.


    Nein, es ist ein Job, der gemacht werden muss. Und wenn dir die Arbeit gefällt, dann solltest du auch dazu stehen können. Viele sind sich halt zu schade, um zu putzen. Darum wohl das entsprechende "Ansehen" in der Gesellschaft. Aber ist ja meistens so. Die Jobs, die niemand machen will, geniessen wenig Ansehen und sind in der Lohnhierarchie auch weiter unten. Wenns aber niemand machen würde, wär unsere saubere, schöne Gesellschaft plötzlich nicht mehr so glänzend.

    Finde ich auch. Das ist eine anständige Arbeit, und es steht keinem an, sich darüber zu mokieren. Schon gar nicht Leuten, die wahrscheinlich selber Hartz 4 beziehen und es dann noch für unter ihrer Würde halten, eben auch mal so einen Job zu machen. Auch bei uns gibt´s teils männliche Reinigungskräfte, je nachdem, wen die Reinigungsfirma schickt. Ich sehe keinen Grund, darüber die Nase zu rümpfen. Und ganz ehrlich, bevor ich Hartz 4 beantragen müßte, würde ich lieber Klos putzen.


    Und wenn dir die Berufsbezeichnung "Putzmann" zu doof ist, dann sag halt Gebäudereiniger. Wenn einer dich nicht kennt, dann kann das auch Außenreinigung bedeuten. Und z. B. Fensterputzer ist schon wieder ein Job, der hauptsächlich von Männern ausgeübt wird.

    also mal ganz ehrlich..wenns uns nicht gäbe..würden die meisten arbeitsstellen zugemüllt sein, verdrecken..ect. wenn man bedenkt was das manchmal für

    sind. aussen hui innen pfui..sag ich da nur..da fragt man sich manchmal wie die zu hause leben.. :(v ich gehe putzen und hab kein problem damit.

    Gebäudereiniger


    Ich verstehe deine Bedenken und leider ist es ja tatsächlich so, dass gewisse Berufe in der Gesellschaft fast keine Anerkennung bekommen. Reinigungskraft ist ein wichtiger Job, genauso auch wie die Müllabfuhr. Was wären wir z.B. ohne Müllabfuhr? Aber gerade diese Berufsgruppe erfährt wohl die meiste Geringschätzung.


    Auch "einfache" Lehrberufe werden ja zum Teil abgewertet, da musst du dich hier nur ein wenig umlesen.


    Ich selbst finde es toll und ehrenwert, dass du den Job machst- um nicht arbeitslos zu sein. Und ich finde es sehr schade, dass das so wenig anerkannt wird und du dich auch noch schämst, weil bzw. obwohl du arbeitest.


    Eine Freundin von mir putzt auch neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau und Mutter, sie schert sich zum Glück herzlich wenig darum, was andere darüber denken könnten, da sie selbst weiß, wo ihre Prioritäten im Leben liegen und was sie wert ist. Gelegentlich aber zweifelt sie auch an sich bzw. empfindet Scham bzgl. ihres Jobs. Einerseits verstehe ich das, andererseits tut mir das so leid, dass Menschen sich wegen ihrer Arbeit schämen müssen. Ich meine, sie arbeitet, meistert ihr Leben, zieht ihre Kinder groß- leistet so viel. Das verdient Anerkennug!

    Ich kenne das, bin vom Beruf Krankenpfleger und erzähle das auch niemanden. In dem Job ist man für viele Leute einfach nur jemand der anderen Leuten den Arsch ausputzt und Kotze aufwischt. Einmal war ich in ner Disse, und da habe ich ein Mädel kennengelernt die mir nichtmal die Hand geben wollte mit der Begründung: "Du wäscht alte Menschen, IEEH!"


    Was soll man dazu eigentlich noch sagen. :|N

    Zitat

    Einmal war ich in ner Disse, und da habe ich ein Mädel kennengelernt die mir nichtmal die Hand geben wollte mit der Begründung: "Du wäscht alte Menschen, IEEH!"

    die frage ist, ob du deinerseits so einem menschen die hand geben möchtest. peinlicher und doofer geht's ja wohl nicht.

    ich denke dass manche berufe weniger wert sind wird einem schon in der kindheit angeredet.


    geh mal in einen kindergarten:


    da wollen fast alle bauarbeiter oder müllmann werden.


    später heißt es:


    lern was in der schule, damit du keine "putze" werden musst, sondern einen richtigen beruf lernen kannst :-/ :-/ :-/

    Zitat

    Ich kenne das, bin vom Beruf Krankenpfleger und erzähle das auch niemanden. In dem Job ist man für viele Leute einfach nur jemand der anderen Leuten den Arsch ausputzt und Kotze aufwischt. Einmal war ich in ner Disse, und da habe ich ein Mädel kennengelernt die mir nichtmal die Hand geben wollte mit der Begründung: "Du wäscht alte Menschen, IEEH!"


    Was soll man dazu eigentlich noch sagen. :|N

    Jeder, der mal im Krankenhaus gelegen hat, weiß, was Krankenpfleger leisten. Und er lernt ganz schnell, den höchsten Respekt vor diesem Beruf, genau wie allen anderen medizinischen- und Pflegeberufen zu haben. Ich schließe mich der Beurteilung von flo_eck in vollem Umfang an. Die Tussi hat wohl noch nicht kapiert, daß auch sie eines Tages alt sein und vielleicht auf einen Pfleger angewiesen sein wird!

    Man muss ja nicht mal alt sein. Ein Beinbruch reicht vielleicht schon und man wird mal ein, zwei Tage versorgt. Gewaschen etc. Da ist man dann froh, wenns so jemanden gibt, der sich nicht derart davor ekelt.

    Zitat

    Die Tussi hat wohl noch nicht kapiert, daß auch sie eines Tages alt sein und vielleicht auf einen Pfleger angewiesen sein wird!

    Ja, so ist es!


    Meine Grossmutter hat immer gesagt: -Die nobelsten Berufe sind diejenigen, die den Mitmenschen Gutes tun. Und dann zählten wir "alle" Berufe auf - es sind unendlich viele. Auch die Perlen von der Reinigungsbranche gehören dazu; sie verrichten jeden Tag körperliche Schwerstarbeit, von der man am nächsten Tag schon fast nichts mehr sieht.


    Ich kannte einen Totengräber. Wenige wussten von seinem Beruf; er sagte immer: -Ich arbeite bei der Stadtgärtnerei... Es kam vor, dass er - auf Drängen hin - Leuten seinen Beruf nannte. Öfters taten die gerade angewidert einen Schritt zurück, dann sagte Herr Maurer: -Früher oder später kommen sie ALLE bei mir vorbei, dh. sie kommen nicht, sie liegen vor mir. Die Hebamme erweist dem Menschen den ersten Dienst und ich den letzten.


    Herr Maurer hatte Berufsstolz und das war gut. Leider erweist er keine letzten Dienste mehr, er musste diesen selber schon in Anspruch nehmen... Er war ein goldiger Mensch mit einem zuweilen makabren Humor - der war seine Psychohygiene.

    Zitat

    Einmal war ich in ner Disse, und da habe ich ein Mädel kennengelernt die mir nichtmal die Hand geben wollte mit der Begründung: "Du wäscht alte Menschen, IEEH!"

    Das ist ja wohl das letzte!!! >:(

    Zitat

    die frage ist, ob du deinerseits so einem menschen die hand geben möchtest. peinlicher und doofer geht's ja wohl nicht.

    Ja genau, so seh ich das auch! :)^


    Ich finde generell, dass es keinen schlechten Job gibt. Man kann ihn lediglich schlecht machen. Und viele Jobs sind meiner meinung nach zu schlecht bezahlt. Aber ich habe vor jeder Arbeit irgendwie Respekt, besonders vor einer, die ich nicht machen könnte oder wollte wie z.B. Bestatter oder so. Umso mehr bin ich froh, dass es Menschen gibt, die diese Arbeiten machen und würde nie auf die Idee kommen, sie deswegen abschätzig zu behandeln!

    ich finds nicht peinlich.. ich versteh allerdings auch nicht, wieso man den beruf ausüben kann, wenn man sich dafür schämt. entweder man steht doch hinter dem das was man macht, oder man lässt es sein. ":/


    wenn ich mich natürlich grundsätzlich für meinen beruf schäme, dann wird das bei den leuten auch so rüberkommen und die werden dementsprechend reagieren.


    ich hab auch einige monate beim städt. bauhof gearbeitet und ich fands einfach nur toll! finden bestimmt einige a...'s auch beschämend da arbeiten zu müssen, aber erstens ists mir egal und zweitens haben die keine ahnung, ich habs immer mit stolz geschwellter brust erzählt! da käme doch gar keiner auf die idee, irgendwas beleidigendes zu sagen, wenn man auch zu dem steht, was man macht und selbst wenn, dann ist das einem dann auch egal.

    Zitat

    Ich finde generell, dass es keinen schlechten Job gibt.

    Naja... ich finde schon, dass es fragwürdige Jobs gibt, z.B. solche, die darauf abzielen anderen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen und nur auf eines aus sind: Profit, Profit, Profit.

    sehe es wie du pospae :)= :)^


    asonsten:


    ich hab mal früher, neben meinen groß- und außenhandelsjob nachmittags ab- und dann als putzfrau gearbeitet da ich geld brauchte, habs einige monate gemacht und war sehr stolz auf mich, die arbeit hat mir auch viel spaß bereitet und auch in einer kleinen pension hab ich saubergemacht eine zeit lang und bettenbezogen usw. inkl. die toiletten. als nebenjob


    da ich meine arbeit perfekt ausführte, und dies ständig bestätigt bekam war ich total stolz irgendwie ;-D :)z


    ich habs auch jeden stolz erzählt sofort und auch erzählt was ich saubermache und wie ich es saubermache und mit welchem schwamm am besten usw. die anderen waren bestimmt genervt damals wenn sie sich alle details anhören mußten, auch über meine technik damit es besonders glänzt usw. ;-D

    Zitat

    Naja... ich finde schon, dass es fragwürdige Jobs gibt, z.B. solche, die darauf abzielen anderen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen und nur auf eines aus sind: Profit, Profit, Profit.

    Ja klar, sowas find ich natürlich auch nicht gut!!! Hab das eher so auf die "gängigen" und "normalen" alltäglichen Berufe bezogen bzw. auf die Jobs, die in unserer Gesellschaft eben leider oft abgewertet werden.