also haut mich, aber mir geht es auch so.


    wenn man z.B. neue leute kennen lernt, z.B. im kindergarten, dann dauert es gar nicht lange und man hat sich genau die leute raus gepickt, die einen ähnlichen bildungstechnischen hinergrund haben.


    mit denen wird das langfristig und oft auch fester was.


    alles andere sind echt ausnahmen.


    wir hatten neulich hier geburstagsfeier und da waren leute aus unterschiedlichen lebensbereichen.


    und von 10 leuten hatte nur 1 ein anderes bildungsniveau (und der war reich geboren gewesen).


    das war nicht so geplant, aber irgendwie kommt es doch dazu.


    auch fällt mir persönlich auf, dass man sich oft so anpasst im umgang mit anderen leuten, dass man richtig froh ist, sich gesprächstechnisch auch mal weiter wagen zu können und themen ansprechen, die einen interessieren – auch in einer ungewöhnlichne tiefe interessieren – wenn man jemanden gefunden hat, der genauso denkt. und das ist meist einer mit ähnlichem bildungshintergrund.


    ich neige zum bespiel grundsätzlich zum zurückhalten und leider auch zum unerschätzen – wenn man einfach mal so reden darf, wie man möchte und auch verstandne wird, ist das eine echte befreiung.


    und das geht halt oft nur mit ähnlichem hintergrund.

    vergessen:


    also meine aussage mit der annäherung galt sowohl für akademiker und als auch für nicht-akademiker ....


    gleiches passt einfach und ob jemand abi, studium + abschluss gemacht hat oder einen lehrberuf macht für die persönlichkeitsbildung (habitus, kommunikation, einstellungen, machtdistanz, unsicherheitsvermeidung) einen großen unterschied.

    Zitat

    wenn man z.B. neue leute kennen lernt, z.B. im kindergarten, dann dauert es gar nicht lange und man hat sich genau die leute raus gepickt, die einen ähnlichen bildungstechnischen hinergrund haben.

    Hmm... ich hab jetzt etwas gegrübelt, wie du Leute im Kindergarten kennenlernst. ;-)


    Komisch, über Kindergarten und Schule hatte ich durchaus mal die Chance auch "Nichtakademiker" kennenzulernen (irgendwie schmort man im Alltag so im eigenen Saft, Arbeitskollegen, berufliche Kontakte oder halt die Freunde, die man schon vom Abi/Studium kennt). Meine einzigen Gelegenheiten. Daraus, denke ich, hätten durchaus auch Freundschaften werden können, wenn wir nicht so häufig umgezogen wären.


    Wobei ich denke, dass nur Kontakte gleicher Interessen auch dann öde sind. In einem Raum voller "meinesgleichen" finde ich es toll, wenn die ihre Partner/Partnerinnen mitbringen, die etwas ganz anderes machen – das finde ich immer spannend.

    Passt eine Putzfrau etwa nicht zu einem diplomierten Bauingenieur? Wahrscheinlich nicht.


    Ist mir aber schnulle, weil ich mit beiden gut auskommen kann, sehr gut sogar. Ich selbst pflege Beziehungen aufgrund dessen, dass mir der Charakter gefällt, nicht aufgrund des Bildungshintergrundes.

    Zitat

    Ich glaube nicht, dass hier einer sich seine Beziehungen/Freundschaften aufgrund des Bildungshintergrundes sucht. Es ergibt sich einfach.

    Ich denke schon, dass die "Durchlässigkeit" zwischen verschiedenen "Bildungsklassen" teils sehr gering ist. Offensichtlich gibt es hier im Faden nicht wenige Menschen, die ihre Beziehungen bewusst oder unbewusst nach "Bildungsklasse" filtern. Im Grundsatz ist dagegen auch nichts zu sagen. Ich selbst empfinde das jedoch als unmöglich, weil mir dadurch mir wertvolle Bekanntschaften, Beziehungen, Freundschaften und Erfahrungen verlorengehen würden.

    tsunami


    ich weiß, was du meinst,


    aber bei aller politischen korrektheit;


    der charakter wird maßgeblich durch die bildung geprägt.


    da werden gemeinsamkeiten angelegt, an denen man sich erkennt.

    ich kam mir als oberstufenschüler voll blöd vor, weil die anderen alle schon in der lehre waren.


    die sprachen von bausparverträgen und ersten autos, ich wohnte bei meinen eltern und bekam taschengeld.


    da gab es einfach keine gemeinsamkeiten.


    und wenn ich nun mal mutig bin und in der runde meinen beruf nenne,


    wissen die meisten leute gar nicht, was sie damit anfangen sollen.


    genauso ist es blöd, das geht zumindest mir so, dass unqualifziert alltagspsychologie betrieben wir ohne hintergrund und ich als fachmensch (aus der geistes – sozialwissenschaftlichen ecke) nichts dazu sagen kann, weil das,was ich sage, für die leute so merkwürdig ist, dass es nicht als fachspezifisch bzw. wissenschaftlich relevant erkannt wird.


    das können nur leute mit ähnlichem hintergrund,


    die vielleicht fachfremd sind, aber die strukturen des akademischen denkens und arbeitens erkennen, da drauf einsteigen und letztendlich ein interessantes gespräch daraus kommt.

    Das ist es. Die Gemeinsamkeiten.


    Wie ich ein paar Seiten früher schrieb, fast alle, die nach dem Realabschluss eine Ausbildung gemacht haben und die ich flüchtig aus der Schule kannte, haben mit Mitte 20 schon Kinder. Soll ich mit denen auf den Spielplatz? Die gemeinsame Ebene fehlt einfach, der Austausch. Wenn ich mit denen mal über mein Studium reden will, blocken sie ab. Ist denen "zu hoch" (Ich zitiere eine alte Bekannte). Ich interessiere mich aber auch für ihr Leben

    @ tsunami

    Es ist ja nicht so, dass ich mich nur mit Leuten aus dem gleichen Studiengang unterhalte, um Gottes Willen. Ich rede mit Geisteswissenschaftlern, Naturwissenschaftlerb, Juristen etc. Man hat einfach eine ganz andere Ebene als mit Menschen aus einer anderen Bildungsschicht

    Ich gebe zu, dass ich jetzt nur die ersten zwei Seiten gelesen habe ;-D , aber ich finde nicht, dass Reinigungskraft ein peinlicher Job ist. Jede ehrliche Arbeit ist okay. Dass eine Reinigungskraft nicht anerkannt wird, stimmt auch nicht grundsätzlich als Pauschalurteil. Die anderen Abteilungen werden immer blass vor Neid, wenn sie sehen, was wir für unsere Putzfrau im Büro an Geldbeträgen sammeln für Weihnachten.