Zitat

    der charakter wird maßgeblich durch die bildung geprägt.

    Das finde ich völlig unnötig versnobt und auch definitiv unwahr.

    Zitat

    genauso ist es blöd, das geht zumindest mir so, dass unqualifziert alltagspsychologie betrieben wir ohne hintergrund und ich als fachmensch (aus der geistes – sozialwissenschaftlichen ecke) nichts dazu sagen kann, weil das,was ich sage, für die leute so merkwürdig ist, dass es nicht als fachspezifisch bzw. wissenschaftlich relevant erkannt wird.

    Das find ich auch albern.


    Mein Fachwissen kann ich ganz gut verpacken und auch Laien zugänglich machen, abgesehen mal von der Tatsache, dass ich auch nicht jeden damit zutexten muss, der es nicht hören will. Dann lächelt man nett und lenkt das Gespräch in eine andere Richtung. Es gibt wenig Menschen, die zu gar nichts etwas sagen können.

    Zitat

    das können nur leute mit ähnlichem hintergrund,


    die vielleicht fachfremd sind, aber die strukturen des akademischen denkens und arbeitens erkennen, da drauf einsteigen und letztendlich ein interessantes gespräch daraus kommt.

    Wenn ich mal von meinem Fachgebiet ausgehe, dann finde ich es ganz oft sehr erfrischend, was Menschen dazu zu sagen haben, die völlig fachfremd sind.


    Das akademische Arbeiten oder Denken eines Naturwissenschaftlers unterscheidet sich doch von der geisteswissenschaftlichen Herangehensweise.


    Mein Mann (Naturwissenschaftler) sagt immer, er beneidet mich um meine vielen Interpretationsmöglichkeiten, er hätte nicht so viel Spielraum. ;-D

    In-Kog

    Zitat

    der charakter wird maßgeblich durch die bildung geprägt.


    da werden gemeinsamkeiten angelegt, an denen man sich erkennt.

    Beide Sätze halte ich für spannend und gleichfalls fragwürdig.


    Erstmal würde ich sagen, dass der Charakter partiell schon vor jeglicher Bildung vorhanden ist. Eine Bildung wiederum bildet den Charakter nicht, sondern kleidet ihn, auf bessere oder schlechtere Weise. Grundsätzlich kann Bildung nicht schaden, doch manchen Menschen steht ein Diplom nicht besonders gut. ;-)


    Jede massentaugliche Institution produziert am Menschen gewissse (oberflächliche) Merkmale. Wer darauf steht, soll's tun.




    In naher Zukunft und teilweise jetzt schon stellen Universitäten ihr komplettes Lehrmaterial im Internet kostenfrei zur Verfügung. Jetzt könnte man denken, dass das niemanden interessiert. Ganz im Gegenteil. Der Trend geht viel mehr dahin, dass mehr und mehr Menschen "im stillen Kämmerchen" gebildeter werden, ohne jemals den Status eines "richtigen Akademikers" zu erreichen.

    Zitat

    "Die Bildung eines Menschen zeigt sich am deutlichsten in seinem Verhalten gegenüber Ungebildeten."

    Dazu fällt mir gerade der Spruch ein:


    "Messe einen Menschen nicht daran, wie er Gleichgestellte behandelt, sondern Untergebene."


    Ich finde es völligen Quatsch, dass das Gesprächs-Niveau mit der Bildungsschicht zusammen hängen soll.


    Wie In-Kognito es sinngemäß ausdrückte:


    "Ich unterschätze meinen Gesprächspartner dann auch."


    Das sollte einem einfach nicht passieren und dann wird man auch viele wunderbare Gespräche haben @:) .


    Auch würde mich interessieren, was du denn nun arbeitest, In-Kognito ;-D ?

    Zitat

    Das meinte ich mit den verschiedenen Studiengängen. Ich unterhalte mich gerne mit den verschiedensten Leuten. Aber mit einem KFZ Mechaniker oder einer Verkäuferin kann ich persönlich nicht über solche Themen reden.

    Wetten, dass du es noch nie versucht hast? ;-)


    Im letzten Semester hatte ich sehr viele Gasthörer in meinem Seminar. Manche davon mit einem Hochschulabschluss, andere haben das letzte mal vor zehn, fünfzehn Jahren irgendeine Bildungseinrichtung von innen gesehen. Aber alle waren hochmotiviert, sehr interessiert (interessierter als manche meiner Studenten) und durchaus "gebildet". Wohl haben wir manchmal Fachtermini benannt, aber im Grunde wussten sie worum es geht, auch ohne das Fachwort zu nennen. Von einigen war ich schwer beeindruckt.


    Bildung kann man nicht immer am Berufsabschluss festmachen.

    Außerdem finde ich, dass ein gebildeter Mensch doch dazu in der Lage sein müsste, sich auf unterschiedliche Kommunikationsebenen einzulassen. Ein Arzt oder Psychologe z.B. ist ja auch mit "einfacheren" Menschen konfrontiert, der sollte sich durchaus auf die Ebene des Pat. begeben können und dennoch (oder gerade deswegen) empathisch und respektvoll mit Menschen umgehen können.


    Ich finde es seltsam, wenn gebildete Menschen sich darüber mokieren, dass weniger gebildete Menschen an ihr inhaltliches Niveau und Gesprächsniveau nicht herankommen. Es sollte doch einem intelligenten Menschen gelingen, sich ein wenig anzupassen und auch zu verstehen, dass eben nicht alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben. Herablassendes Benehmen gegenüber einem weniger gebildeten Menschen bzw. gleich die strikte "Rassentrennung" Akademiker-Nichtakademiker finde ich ziemlich einsilbig.

    Und ganz ehrlich, annalinda, meinst du ein Mechaniker oder eine Verkäuferin reißt sich darum, mit dir ins Gespräch zu kommen? Ich kann mir vorstellen, dass du sehr schnell mal mit deiner rhetorischen Überelgenheit versuchst, die Leute bloßzustellen- alleine schon, um deine vorgefassten Meinungen (ja ja DEINE Erfahrung) zu bestärken und bestätigen. Meinst du das ist angenehm? Meinst du, dass ein "Gespräch" mit dir für diese Leute eine Bereicherung darstellt? Wohl kaum.

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