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    Nein, bei 70% müsste ich tatsächlich seltener kommen - aber vermutlich auch kombiniert mit einer geringeren Tagesarbeitszeit und gleichem Pensum an diesen Tagen.


    Aber das könnte ich mir definitiv nicht leisten... :-|

    Hast du es mal mit einem Teilzeitrechner wie dem hier:


    http://www.brutto-netto-rechner.info/teilzeit.php durchgerechnet? Oft bleibt am Ende mehr übrig als man zunächst denkt, wg. reduzierten Abzügen für die Sozialversicherung und Steuern.


    Teilzeit bei voller Arbeitsbelastung ist wertlos!


    Ansonsten gilt bei Teilzeit für mich mittlerweile: Wenn man es sich (noch) nicht traut, seine Teilzeitwünsche durchzusetzen, dann ist der Leidensdruck wohl nicht hoch genug. War bei mir jahrelang auch so.


    Aber es gibt wohl wirklich Jobs, bei denen Teilzeit sehr schwer umzusetzen und durchzusetzen ist. LKW-Fahrer beispielsweise. Da stelle ich es mir schwer vor.

    Ich hatte das schon mal grob berechnet, ja. 70% gingen gar nicht, da fällt echt ein deftiger Betrag weg.


    80 wären noch machbar, 90 dürften gut gehen.


    Aber eigentlich will ich jede angedachte Variante mit der gleichen Tagesarbeitszeit... Und darauf habe ich eben kein Recht. :-(


    Morgen schaltet sich der Betriebsrat nochmal ein und ich hoffe, dass da wenigstens nochmal das deutliche Versprechen kommt - dann hab ich wenigstens einen Zeugen...


    Leider hakt es nicht am sich trauen, denn in meinem Beruf (viele Teilzeitler) findet der AG immer tausend Gründe, warum die tägliche Anwesenheit zwingend nötig ist. Der (sehr gute) Tarifvertrag legt die Regeln dafür fest... Und es ist absehbar, dass ich (als eine von Vielen, jederzeit ersetzbar) keine Vereinbarung erwirken kann, die die Qualität des Tarifvertrages übersteigt. :-/

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    3 Tage WocheIch habe heute dank Teilzeit frei, Morgen auch. Ich habe eine 3 Tage Woche, 4 Tage "Wochenende"

    Da schick ich mal ein völlig neidloses: "Good for you" rüber! :)=


    3 Tage Woche- ich würde sagen, du hast es geschafft! Ich würde fast behaupten, die 3 Tage-Woche ist das deutsche Pendant zum "American Dream". ;-D


    Kannst du davon leben?

    Ich kann dich und deine Situation gut verstehen, allerdings wäre Teilzeit für mich keine Option.


    In meinem Vertrag stehen zwar auch nur 35 Stunden drin, effektiv arbeite ich aber mindestens 40 Stunden und verdiene auch recht ordentlich, dafür dass ich kein (abgeschlossenes) Studium habe


    Ich würde und wollte nicht auf mein Geld verzichten, da unsere Miete recht hoch ist, wir ein Auto haben und ich, solange ich jung bin und noch kein Kind habe, mindestens zweimal im Jahr verreisen möchte, DAS ist für mich Lebensqualität und Freizeit und Horizonterweiterung.


    Mit weniger Einkommen könnte ich mir das Reisen leider nicht leisten :°(


    Und ehrlich gesagt wüsste ich auch gar nicht, was ich in der neugewonnenen Freizeit alles anfangen würde... großartige Hobbys hab ich nicht, also keine zeitaufwendigen. Meinen Sport mach ich jetzt 2-3x die Woche nach der Arbeit und am Wochenende, Freunde sehen wir ebenfalls am Wochenende. Wenn ich zwischen 18 und 21 Uhr heimkomme, mache ich noch ein wenig Haushalt, gebe meinen Tieren (Chinchillas) Auslauf, esse was und hau mich dann vor die Glotze, bis ich gegen 23 Uhr schlafen geh. Mit einer Teilzeitstelle wäre ich ja vermutlich schon immer gegen 15 oder 16 Uhr zuhause... mir wäre dann wirklich langweilig, glaube ich |-o Und alle anderen Leute, mit denen man sich treffen könnte, wären dann ja auch noch im Büro?!

    Es gibt eine Menge Sachen, die man machen kann, aber solange man in feste Strukturen eingebunden ist mit den selben Abläufen, hat man natürlicherweise keine entsprechenden Ideen. Die kommen erst, wenn man man anfängt in der Richtung zu denken. Also Vorsicht. ;-D


    Meine Eltern beide Rentner haben fast nie Zeit. ;-)


    Und ich frage mich, ob man den Urlaub bräuchte, wenn man dafür täglich mehr Zeit zur Verfügung hätte, die man intensiv nutzen könnte, um den Horizont zu erweitern.


    Aber natürlich kann das auch alles nicht wichtig sein, wenn man denn zufrieden ist mit der Arbeit und der Zeit, die einem bleibt.

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    "Teilzeit arbeiten ohne gesellschaftlich akzeptierte Gründe"

    Das Bundesvarfassungsgericht und alle freiheitlich denkenden Menschen geben Dir ausdrücklich das Recht, Deinen Lebensentwurf frei zu wählen.


    Wer ist "die Gesellschaft"? Wer fordert eine Begründung von Dir?

    ich schreibe da auch mal was zu. Ich habe selbst noch nicht so viel arbeiten müssen wie du – bin zwar momentan mit Fahrtzeit, einem Nebenjob auch oftmals von 7-19 Uhr unterwegs, aber ich habe das ja nicht täglich. (das wird auch bald minimal anders, da ich endlich in meinem studierten Beruf arbeite ab Mai).


    Was ich allerdings nachvollziehen kann ist, wenn man vollzeit arbeitet, ist das wirklich für viele Leute schwierig, noch nebenher was zu machen. Das geht mir auch nicht viel anders. Momentan stehe ich um 5:30 auf und gehe entsprechend schon um 21:00/30 ins Bett – geht bei mir nicht anders. Was will man denn da abends noch groß machen? v.a. an Tagen, wo man erst um 19 Uhr heime ist. :-X --- dass man da tageweise auch was schleifen lässt, kann ich nachvollziehen.


    Es sind nicht alle Leute so, dass sie nur mit 6h Schlaf hinkommen.

    Ich kann Dich gut verstehen. Sobald das bei uns finanziell möglich ist möchte ich auch auf 90, besser 80% reduzieren. Wobei ich bei 80% dann endlich auf etwa 40 Stunden pro Woche käme, vielleicht auch 38 wenns gut läuft. So wie aktuell möchte ich auf Dauer nicht arbeiten. Allerdings sind Monatseinkommen und Rente halt auch Themen an denen man nicht vorbei kommt...

    Setz dich nicht unter Druck und geh nicht von der Gesellschaft oder Anderen aus. Hör auf dein Bauchgefühl. Du bist ein Individuum und nicht alle Anderen. Wenn du mit Teilzeit glücklicher bist, dich gesünder fühlst und mit Einschränkungen zurecht kommst, ist doch alles gut.


    Dein Chef muss nicht mit deinem Leben zurecht kommen. Sondern du selbst.


    Gerade da das passiert ist, würde ich mich nicht noch mal überfordern.


    Ich habe das noch weit vor dem Studium durch und werde sobald ich fertig bin auch erst einmal auf eine Teilzeitstelle zurück greifen, weil ich weiß, was passiert, wenn ich mich wieder massiv überfordere und da ich außerdem nebenher noch ein Fernstudium dran hängen will und es in meinem Bereich häufig eh nur Teilzeitstellen gibt, werde ich das so machen. Klar, ich hätte dann sicher auch am liebsten mehr Geld.


    Nur das bringt ja alles nichts, wenn man nicht glücklich ist und dann total in Depressionen und Angst versinkt. Steigern kann man sich mit der Zeit ja immer noch.


    Ich hab nach meiner depressiven Phase wirklich gelernt, Glück nicht von Finanzen abhängig zu machen. Und wie du so schön sagst: Nicht auf die Anderen zu hören. Mir ist mittlerweile piepegal, was Bekannte sagen oder wenn andere lästern. Die müssen mein Geld ja nicht verdienen und damit leben. Die haben ihr eigenes Leben.


    Nach meiner Erkrankung habe ich gelernt, mich und auch andere zu akzeptieren wie sie sind. Und wenn jemand meint, dass er komplett aussteigt und lieber im Wald lebt oder


    der westlichen Welt den Rücken kehrt, um in Indien oder im Amazonas glücklich zu sein, ist es auch seine persönliche Sache.


    Ich kann von mir sagen, dass ich froh bin, dass ich mit meinen Depressionen momentan überhaupt ein normales Leben führen kann. ;-)


    Viel Glück dir und du wirst bestimmt die für dich richtige Entscheidung treffen.

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    Auch wenn das hier nicht das Thema ist: Du hast studiert und danach Vollzeit gearbeitet und trotzdem nie über 930 Euro netto verdient? Wo gibt's denn sowas heute noch, das ist ja Sklaverei?

    Das gibt es sehr wohl. Ich kenne ältere Kommilitonen, die beispielsweise Soziale Arbeit studiert haben und momentan nur wenig mehr als eine Verkäuferin bekommen. :|N

    Hallo zusammen! Ich habe gesehen, dass das Thema ja schon etwas älter ist, dennoch muss ich nun auch mal meine kurze Geschichte zum Besten geben ;-) Vielleicht interessiert es euch ja zu lesen, dass ich studierte, 31 jährige , kinderlose Frau mit dem Wunsch nach einer Teilzeitstelle bin ;-)


    Zunächst gebe ich den Meisten hier recht, ich empfinde es ebenso als sinnlos, 8-11 Std. am Tag nur im Büro vor dem PC zu sitzen, so eine lange Zeit (Pause hin oder her) kann sich kein Mensch konzentrieren, und wer das schafft hatt spätestens nach 2 Wochen Migräne oder einen Nervenzusammenbruch.


    Meine Meinung ist nur einfach, dafür ist der Mensch nicht gemacht. Es entspricht überhaupt nicht seinem Naturell UNPRODUKTIV zu sein, genau das sind aber die meisten Bürojobs mittlerweile. Den ganzen Tag verbringt man mit Mails lesen, beantworten, Rückfragen senden, Reminder versenden, Daten auswerten, Besprechungen planen, Datenbanken aktualisieren. Danach machst du die Kiste aus und hast nichts in der Hand! NICHTS! Du fragst dich dann: Was habe ich heute geleistet? Habe ich etwas voran gebracht? Habe ich irgendwas gut oder schlecht gemacht? Je nach Verantwortungsgrad fragt man sich dann noch: Würde es überhaupt jemand merken, wenn ich es nicht gut gemacht habe? UswUsw


    Klar, da braucht der Mensch ein Hobby, egal was!!! Aber jeden Tag 8 Std. darauf warten das Hobby oder nennen wir es mal LEBEN endlich anfangen zu können? Ich empfinde es als Qual!


    Ich habe damals Umweltwissenschaften studiert und habe mich für eine spezielle Richtung endschieden: die Ökotoxikologie! Da ich damals das Thema sehr interessant fand. Dennoch wurde mir im Laufe von 5 Jahren Arbeit in Vollzeit klar, dass das nicht so erfüllend ist. Vorallem, wenn man immer nur Zeitverträge bekommt und dann nach spätestsens 6-8 Jahren auf der Abschussliste steht. Ich plante dann meinen Wohnortwechsel zu meinem Partner und stellte bei der Stellensuche fest, dass ich absolut nicht gebraucht werde auf dem Arbeitsmarkt. Ich bin zu 'speziell' und meinen angestrebten Branchenwechsel habe ich nun mit ach und Krach auf Zeitarbeit für ein paar Monate geschafft. Wie es danach weitergehen soll weiß ich noch nicht.


    Aber ich wäre ja kein Mensch, hätte ich keine Träume! Ich träume seit Jahren davon, nebenberuflich Kunst zu machen. Ich kann mir nicht vorstellen je viel Geld damit zu verdienen, dennoch denke ich ein Taschengeld fürs Hobby zu bekommen wäre ein Traum! Einen krativen Beruf (also Werbegrafikerin o.Ä.) würde ich nie machen wollen, da Kreativität nicht auf Knopfdruck funktioniert bei mir. Nun sitze ich also regelmäßig bei meinem ARGE Berater, der ja nur das Beste für mich will...aber ich traue mich nicht ihm zu sagen: Bitte schauen sie auch nach Teilzeitstellen, ich würde nebenbei gerne wieder mehr Kunst machen, weil es meine Erfüllung ist! Dabei ist es doch auch irgendwie ungerecht, dass ich als kinderlose Frau kein gutes Argument aufzuweisen habe um meinen Bürojob zu reduzieren! Ich habe aber doch auch das Recht auf meinen Lebenstraum, auch wenn der nicht Familie und Kinder heißt, sondern Malen und Modelieren, Reisen und Konzerte besuchen! Irgendwie empfinde ich das schon als Diskrimnierung. Nur weil ich kein Kind in diese Welt setzen will, bin ich wohl einfach nicht so wirklich wertvoll für diese Gesellschaft.


    Nach meinen 8 Std. habe ich auch zudem momentan eine weite Stecke zu fahren (1h) wenn ich zuhause bin habe ich zwar Lust um die Stifte und Pinsel auszupacken, aber die kreative Energie ist beim Teufel! Zudem warten ja Bewerbungen auf mich. Wer sich schon mal als Quereinsteiger beworben hat weiß, wieviel Arbeit es ist, eine speziell zugeschnittene Bewerbung zu verfassen, für die man nur bedigt geeignet scheint, weil man vorher was anderes gemacht hat.


    Wir sind so sehr dazu erzogen worden, dass wir gefälligst fleißig zum 8 Std. Job rennen sollen, bis wir am Ende nur noch auf dem Zahnfleisch gehen, dass wir ein schlechtes Gewissen bekommen oder uns nicht trauen es auszusprechen, wenn wir es nicht gerne machen. Dann zuhause die Füße hochlegen und Assi TV ansehen, damit das Hirn abschalten kann. Dafür sollen wir schön Geld für den nächsten Urlaub ausgeben, sollen konsumieren und uns tolle Konsumgüter und Statussymbole zulegen, damit es nicht ganz so wehtut, wenn wir merken, dass wir unsere Lebenszeit in einem Großraumbüro vor dem PC verschwendet haben! Irgendwie ist das ziemlich krank!


    Vielleicht hätte ich einfach was gescheites lernen sollen! ;-D ;-D ;-D


    Und was soll dieses Zeug von wegen Work-Life-Balance? Für wen soll das denn gelten? Kennt ihr diese Ansätze von euren Arbeitgebern? Wie genau soll das funktionieren?

    @ gnomenfrau:

    vielleicht wäre etwas weniger virtuelles, dafür mehr praktisch-'händisches' besser für dich? klar, dein beitrag spricht viel von der kreativität, aber es zieht sich auch wie ein roter faden durch deinen text, dass du klassische büroarbeit nicht magst... dass dir am ende eines arbeitstages etwas "handfestes, greifbares" fehlt, an dem du spüren kannst, was du geleistet hast.


    davon abgesehen wäre es natürlich auch eine überlegung, ob du deine arbeitswege irgendwie verkürzen könntest. 2 stunden pro tag (hin- und rück)... wenn du das halbieren könntest, wäre das eine stunde mehr freizeit pro tag. das klingt erst mal nicht so spektakulär, aber wenn man zb von 3 stunden freizeit pro tag auf 4 stunden kommt, ist das im verhältnis gesehen schon viel.