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    Wenn jedes sechste Kind laut Statistik in Armut lebt

    Das verstehe ich nicht. In Armut lebt man in Somalia, Bangladesh oder Madagaskar. Ich wage jetzt mal zu behaupten, dass in Deutschland nicht eine einzige Person lebt, die auch nur annähernd schlechte Lebensbedingungen hat.

    Sorry, soll heißen: SOLCHE schlechten Lebensbedingungen wie in den genannten Ländern.


    Man sollte, denke ich, zwischen Armut und schlechter gestellt sein als der Durchschnitt der Gesellschaft unterscheiden, sonst wird es nach meiner Ansicht schnell bizarr.

    "arm" kann man unterschiedlichst definieren ;-)


    Für die einen beginnt "arm sein" mit kaum zu essen zu haben, obdachlos sein, kein Dach über dem Kopf.


    Für einen anderen beginnt es mit "sich nicht jeden Monat neue Markensachen kaufen können, kein Urlaubsflug im Sommer, nicht alle 3 Monate das neueste Handymodell leisten können" ;-)

    Armut bzw. Kinderarmut ist in D sehr genau definiert. Man könnte sich mal die Mühe machen, nach der Definition suchen und dann feststellen "oh, ist doch ein bisschen anders als in Somalia" ;-)

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    Wenn jedes sechste Kind laut Statistik in Armut lebt und es in manchen Schulen deshalb echte Probleme gibt, wovon Lehrer arg betroffen sind, dann müssen diese Menschen auch irgendwo sein und herkommen, auch in Deutschland.

    Selbst wenn wir davon ausgehen würden, dass die Kinderverteilung durchgehend gleich hoch ist (was sie nicht ist), dann wären das 1/6 der bevölkerung sprich unter 20%, was wiederum alles andere als die Mehrheit oder gar ein großteil ist.


    Aber imemr wieder lustig, wie diskussionen hier ausarten können;)


    Ich selber übrigens bin gerne bereit weniger geld zu haben und dafür mehr freizeit, ich brauche nicht viel, aber gerade urlaub gehört zu den dingen die ich brauche, dafür spare ich an dingen die für andere selbstverständlich sind sprich markenklamotten oder neue tecnische geräte (ich besitze nichtmal nen fernseher, brauche ich einfach nicht).

    hier mal ein link zum thema armut...


    http://www.welt.de/channels-ex…beginnt-bei-930-Euro.html

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    In Deutschland beginnt die Armut eines Singles bei rund 930 Euro verfügbaren Geldes im Monat. Für eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt die Schwelle bei 1950 Euro. Nahezu jeder dritte deutsche Single lebte im Jahr 2008 unterhalb des

    es ist halt auch sehr regionsabhängig...ich kenne durchaus personen, die trotz vollzeitjob nebenher arbeiten gehen müssen...das liegt aber daran, dass man bei uns für eine "single-wohnung" schon 800-1.000 euro bezahlt...das ist für viele die hälfte ihres gehaltes...teils auch mehr....

    Ich möchte auch Teilzeit arbeiten sobald ich meine Lohnendstufe erreicht habe. Das wird hoffentlich nicht mehr als 5 Jahre dauern.


    Würde dann gerne auf 60% gehen, also 3 Tage pro Woche arbeiten. Das wären dann Brutto immer noch 2400€. Das ist jetzt zwar nicht die Welt, aber es reicht für das Wesentliche (Wohnung, Auto, Urlaub, shopping, sparen).


    Ich hoffe allerdings dass ich nicht mehr 5 Jahre darauf warten muss. Irgendwann möchten mein Partner und ich schon noch Kinder haben, und dann kann man die freie Zeit durch die Teilzeitstelle ja auch gar nicht richtig genießen :-/

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    Armut bzw. Kinderarmut ist in D sehr genau definiert.

    Armut ist ein allgemeiner Begriff; ich finde es sehr seltsam, ihn von Land zu Land unterschiedlich zu definieren. Oder definierst Du Gut und Böse auch je nach dem, um welche geographische Region es sich dabei handelt?

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    Bizarr ist vor allem Deine Sichtweise.

    Ich finde es immer wieder faszinierend, wie schnell man in diesem Forum überheblich und übergriffig wird. Wer hat gesagt, dass meine Sichtweise bizarr ist und nicht Deine?

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    Wenn ich jetzt spontan dieses oder nächstes WE einfach mal nach .. hmm London, Paris, Rom, ... wollte, dann buch ich das. Das macht mir Spaß. Wenn ich dafür kein Geld habe, würde mich das traurig machen.

    für wochenendtrips, die mir spaß machen würden, hätte ich voll- und teilzeit arbeitend genügend geld (ich bin sparsam, meine wünsche sind bodenständig). aber: ich mache keine wochenendtrips, das ist mir zu stressig und das verhältnis reise- zu aufenthaltszeit ist für mich nicht ausgeglichen. für mich lohnt sich das nur, wenn man (mindestens) den montag oder freitag dazu nimmt (oder noch besser z.b. montag bis donnerstag unterwegs ist; wochenends ist vielfach einfach zu viel los). dafür langt der urlaub aber nicht bei vollzeit.


    ich bin eher so ein "lauwarmer" typ, also ich meine ich möchte nicht ranklotzen wie ein gestörter im job, um es dann für wenige wochen im jahr so richtig krachen zu lassen in der südsee oder sonstwo. da wäre es mir lieber, 1x in der woche an einem freien tag z.b. eine radtour hier in der umgebung zu machen.




    ich glaube nicht, dass es für jeden einen beruf gibt, für den man täglich 10 stunden "brennt". ich denke, mein job liegt mir, und ich kann mir auch keinen besseren für mich vorstellen, aber in der mittagspause oder abends in der kneipe details zu besprechen, wie das manche tun, muss ich nicht. *shrug*


    meine zeiteinteilung ist ziemlich frei. täglich um 4.30 aufzustehen oder ähnliches kann ich mir nicht vorstellen (obwohl selbst ich als nachteule zugeben muss, dass die stille am frühen morgen so 1-2x im jahr sehr schön ist ;-) ).




    das problem an teilzeit sehe ich hier in meinem umfeld eher darin begründet, dass es als signal gewertet wird, keine verantwortung übernehmen zu wollen, d.h. es könnte eine art "abstieg" einläuten. ??das klingt jetzt sehr hochgestochen, als ob ich eine mords karriere machen/planen würde; ich hoffe, ihr versteht das richtig.??

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    das problem an teilzeit sehe ich hier in meinem umfeld eher darin begründet, dass es als signal gewertet wird, keine verantwortung übernehmen zu wollen, d.h. es könnte eine art "abstieg" einläuten.

    Meinst Du das berufliche oder das private Umfeld?

    Ein negativer Aspekt (nicht bei der Teilzeitarbeit, aber bei der Akzeptanz derselben) ist, dass bei Abbaumassnahmen die Teilzeiter zuerst weg sind. Hab ich schon oft beobachtet. Vielleicht ist der Unwille, zu reduzieren, auch durch sowas begründet.

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    Meinst Du das berufliche oder das private Umfeld?

    beruflich -- so wie Meister_Glanz und LilaLina es ausführen. privat würde meine mutter es denke ich eher gutfinden, mein vater würde es eher nicht verstehen. meine freunde würde es verstehen.

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    Sorry, soll heißen: SOLCHE schlechten Lebensbedingungen wie in den genannten Ländern.

    Da ist es, endlich, das "Woanders geht's noch schlimmer also mecker nicht"-Argument. :|N Das ist so sinnlos.

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    Ich finde es immer wieder faszinierend, wie schnell man in diesem Forum überheblich und übergriffig wird.

    Das verstehe ich nicht. Übergriffig wäre es, dir übelste Schimpfworter um die Ohren zu hauen ;-) Sei doch froh, dass er deine Sichtweise nur bizarr findet :=o

    Je nach Job ists schwierig, wenn der Chef nur zeitweise anwesend ist. Wenns die Arbeit zulässt, ists sicher machbar, bedingt aber, dass der Obermotz in der Lage ist, seine Arbeit weiterzugeben.


    Ein ehemaliger stv. Chef ist nach der Pensionierung des Chefs nicht nachgerückt und musste gehen, weil er weiterhin 80% arbeiten wollte. Bei uns herrscht halt auch der Geist, dass Chefs ständig hier zu sein haben.


    Es ginge anders. Aber nicht mit der Führungsetage.

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    Da ist es, endlich, das "Woanders geht's noch schlimmer also mecker nicht"-Argument. :|N Das ist so sinnlos.

    Also, ich persönlich kann überhaupt nur dadurch Lebensfreude empfinden und meine Probleme und Problemen bewältigen, dass ich sie relativiere – eben nach dem Prinzip "es gibt viel Schlimmeres". Sonst würde man doch bei jedem kleinsten Wehwehchen zusammenbrechen, weil man es als so schlimm empfinden würde. Ich finde Relativieren (und damit auch Abstrahieren und Distanzieren) eines der sinnvollsten Prinzipien überhaupt, um das Leben zu meistern. Auch solche Denkweisen wie Ironie/ Selbstironie (die mMn auch das Leben erträglicher machen) basieren letztlich auf Relativieren.

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    Sei doch froh, dass er deine Sichtweise nur bizarr findet

    Wie soll er sie sonst finden? Ich hatte nichts absolut Dummes oder Böses geschrieben. Außerdem geht es darum, dass ich ausdrücklich Ich-Botschaften sende und dafür Behauptungen ernte. Er schrieb nicht, dass er meine Sichtweise bizarr findet, sondern er schrieb, sie sei bizarr. Ist er die Wahrheit in letzter Instanz?

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    Ich finde Relativieren (und damit auch Abstrahieren und Distanzieren) eines der sinnvollsten Prinzipien überhaupt, um das Leben zu meistern.

    Grundsätzlich ist das auch richtig. Aber es kommt darauf an, worum es geht. Nimmst du gerne von allem die schlechtere Variante in Kauf, obwohl es auch besser ginge, nur weil du dir sagst, es könnte noch schlechter sein?

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    Er schrieb nicht, dass er meine Sichtweise bizarr findet, sondern er schrieb, sie sei bizarr. Ist er die Wahrheit in letzter Instanz?

    Das ist doch wirklich kleinkariert. Es ist – pardon: Ich finde es – absolut nervig, wenn man zu wirklich allem schreiben muss "Meine Meinung" "Also ich sehe das so" "Ist nur meine Sichtweise". Das es so ist, ergibt sich von selbst. Muss man nicht immer noch explizit dazuschreiben.

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    Nimmst du gerne von allem die schlechtere Variante in Kauf, obwohl es auch besser ginge, nur weil du dir sagst, es könnte noch schlechter sein?

    Nein. Aber für mich klingt der Begriff 'Armut' sehr hart, und ich möchte nur solche Zustände so bezeichnen, die der Härte des Begriffs angemessen sind. Das ist aber OT – ich schlage vor, dass wir uns nicht weiter auf diese Diskussion einlassen, um der TE nicht ihren Thread vollzumüllen.

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    Das es so ist, ergibt sich von selbst. Muss man nicht immer noch explizit dazuschreiben.

    Das ist Deine Meinung. ;-) Ich finde es für menschliche Kommunikation (v.a. schriftlich, wo Mimik, Tonfall etc. fehlen) grundlegend, zwischen der eigenen Meinung und allgemeinen Botschaften zu unterscheiden.

    Ich habe diesen Faden schon gestern gelesn. Heute will ich malmeinen Senf dazu geben. Dieer Fadehat mich auf der einen seite Aufgebaut, aberandersherum auch erschüttert. Es freutmichsehr, dass es viele Menschenschen gibt, besonders die junge Generation wieder zum freiheitsgefühl übergegangen ist. Ich gönne es jeden, der die möglichkeit hat frei zu entscheiden, ob er mehr oder wenige arbeiten möchte. Wer seine Arbeit rduziert um mehr Freizeit zu genießen, den sei es gegönnt. Wer aber die Kraft und motivation afbringt mehr zu leiste, um sich ein wohlhabenderes Leben zu leisten, den sei es auch gegönnt. Aus der heutigen Sicht würde ich mich sofort für eine Teilzeitstelle entscheiden. Meine bisherigen Lebensumstände aus Kindheit bis ins heutige Alter haben mir keine Möglichkeit gelassen, so eine freiheitliche Entscheidung treffen zu können. Jetzt bin ich 37 Jahre alt und habe einen ewigen Kampf durchstehen müssen. Wenn Armut in Deutschland bei 930€ beginnt. Was ich persönlich nie als arm wargenommen habe, bin ich einer der Menschen , die nie diese Grenze überschritten haben. Mein Gehalt lag bei 40h immer drunter. Mit 12 jahren hatte ich führ mein Taschengeld gejopt. Mit 16 begann ich die Lehre, da war es üblich zuhause Kostgeld abzugeben. In meinen 3 jährigen Studium hab ich ein 3/4 jahr unendgeldlich 40h arbeiten müssen, weil ich sonst keien Fachabschluß erhalten hätte. Später hab ich von früh 4Uhr bis Abend 20Uhr gearbeitet und am Wochenende Studiert. Darauf war ich auch sehr stolz. Arbeit ist das halbe Leben, war meine Dewiese.


    Heute bin ich bei O gelandet. Lebe nurnoch mit den lebenswichtigsten. Ich lebe weit unter der Armutsgrenze, aber daführ bin ich freier, wie vorher. Viele hier würden meine Lebensart schon halb als Aussteiger betrachten. Nur anders schaffe ich es Gesundheitlich nicht mer. Mit wenig bin ich reicher.