Kann Krankenkasse bald nicht mehr zahlen

    Hallo,


    ich weiß langsam nicht mehr weiter. Ich bin vor einigen Monaten 25 geworden und entsprechend aus der Familenversicherung geflogen. Kindergeld gibt es auch nicht mehr. Auch wenn ich schon 25 bin, durch lange eine lange, chronische Krankheit und ein wenig Pech im Leben hab ich ist vor einem Jahr mit meinem Studium begonnen. Ist also noch ein weiter Weg, bis ich endlich fertig bin. Zumal ich auch nicht voll belastbar bin und vermutlich ein, zwei Semester länger brauchen werde.


    Nun ist es so, ich hab neben dem Studium einen 450€ Job und arbeite rund 15 Stunden die Woche. Mehr schaffe ich zumindest in diesem Job alleine schon körperlich nicht. Zeitlich würde mehr arbeiten wegen des Studiums eigentlich auch nicht gehen.


    Ich wohne noch zu Hause, zahle meinen Eltern jedoch einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten und seitdem das Kindergeld nicht mehr gezahlt wird, zusätzlich zur Miete noch diesen Betrag. Macht etwa 300€ im Monat. Mein Einkommen vom Nebenjob schwankt, da ich nach Stunden bezahlt werde und diese immer unterschiedlich sind und es im Voraus nicht abzusehen ist, wie viel Arbeit anfällt. Mal verdiene ich die 450€, manchmal aber auch nur 250€ im Monat. Zudem muss ich mir eine Monatskarte für die Öffis kaufen, um überhaupt zum Nebenjob zu kommen. Semesterticket gibt es bei meiner Hochschule nicht, da es sich um eine private Einrichtung handelt. Die Kosten für die Hochschule sind zum Glück nicht all zu hoch und werden von meinem Vater übernommen. Aber auch deswegen ist es mir sehr wichtig, meinen Eltern einen Teil zu den laufenden Kosten dazuzugeben.


    Nun ist es so, seitdem ich nun auch noch die Krankenversicherung selbst bezahlen muss, mache ich eigentlich jeden Monat Minus. Noch geht das, da ich Erspartes hab. Das war zwar für was ganz anderes gedacht und es bricht mir das Herz, zu sehen, wie es schmilzt, hab ich doch seit meinem 12ten Lebensjahr eisern gespart. Aber gut, immerhin hab ich Erspartes. Doch das Problem ist, es wird jeden Monat weniger und ich hab Panik was passiert, wenn das Geld alle ist. Was bald der Fall sein wird.


    Ich lebe extrem sparsam, gehe nie weg, gönne mir nichts und meine Kleidung ist schon mehrere Jahre alt. Freunde hab ich nicht mehr, da ich mir nicht mal mehr den Eintritt ins Freibad leisten kann, geschweige denn abends weggehen oder so.


    Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Am meisten Sorge macht mir die Krankenkasse, denn das ist noch mal viel Geld, was zusätzlich benötigt wird. Arbeitsamt ist für mich nicht zuständig, sagten sie. Bafög bekomme ich nicht. Meine Eltern können (Vater) bzw. wollen (Mutter) mir nicht helfen, was ich ja auch ein bisschen verstehen kann. Die Kinder ihrer Freunde sind schließlich schon lange im Berufsleben und ich hab nichts auf die Reihe bekommen, da bin ich selbst schuld. Doch das ändert nichts an meinen Problemen, dass ich nicht weiß, wie ich meine laufenden Kosten decken soll.


    Habt ihr den ultimativen Tipp? Gibt es eine Lösung? Oder bleibt nur Schulden machen und hoffen, dass es gut geht?

  • 35 Antworten

    hallo, wenn ich rückblickend zurückdenke: krankenkassenbeiträge selbst zahlen musste ich als ich aus dem studium draußen war und kein einkommen hatte. ich glaube 120 euro im monat.


    als studentische hilfskraft habe ich max. 20 h gearbeitet, gibt auch einen jährlichen freibetrag. musste die krankenkasse aber nicht aus eigener tasche bezahlen.


    lass dich doch bei deiner krankenkasse beraten, bei welchem modell du günstiger kommst, studentische hilfskraft vs. 450€ job.


    wünsche dir viel erfolg

    Mein Mann hat ähnliches durch und wir haben keine Stelle gefunden, die eingesprungen wäre.


    Könntest du dir einen anderen Nebenjob suchen? Entweder einen der besser bezahlt ist, oder wirklich monatlich 450 EUR abwirft oder zu dem du nicht noch zusätzlich Fahrtkosten hast.

    Ansonsten käme es vielleicht in Frage, die Uni zu wechseln? Dann hättest du das Semesterticket und deine Eltern nicht die Beiträge?


    Deine Eltern sind auf deinen Beitrag zur Miete und lebenshaltungskosten angewiesen oder ließe sich der Betrag von 300 EUR reduzieren für die Zeit des Studiums?

    Auf jeden Fall eine Beratung bei der Krankenkasse aufsuchen, bei der du bist. Mit Sicherheit hast du da Optimierungsmöglichkeiten, wenn du vollständige Angaben machst und dich beraten lässt.


    Bei welcher Kasse bist du?


    Wie kam der Vertrag zustande?

    Die Eltern sollten schon zahlen, sie sind ja bestimmt auch mit schuld, dass die TE immer noch studiert.


    Normal arbeitet man längst in dem Alter.


    Aber jeder muss studieren, auch wenn das dann bei manchen endlios dauert.

    Ein KfW Bildungs- oder Studienkredit wäre auch eine Möglichkeit, um die Zeit des Studiums finanziell zu überbrücken.


    Ich musste mein Studium auch selber finanzieren. Ich bekam bisschen BAföG und suchte mir einen Nebenjob, der mir „sichere“ 400 Euro monatlich einbrachte. Für das Auslandsjahr reichte es dann vorne und hinten nicht, sodass ich den Bildungskredit in Anspruch nehmen musste.


    Warum bekommst du kein Bafög? Weil deine Eltern zuviel verdienen oder weil sie ihr Einkommen nicht offen legen wollen? In beiden Fällen würde ich nochmal ein Gespräch mit ihnen suchen.

    Danke für eure schnellen Antworten! Ich hoffe, ich vergesse nichts.


    Ich bin bei der TK versichert. Da eine Beratung aufsuchen ist schon mal ein sehr guter Tipp, danke :)^. Auf die einfachsten Ideen kommt man nicht... Da war ich schon vorher und ganz zufrieden. Die wussten, dass ich studiere und da kam kurz vor meinem Geburtstag dann ein Brief mit dem Hinweis, dass ich mich nun selbst versichern müsste. Hab dann das Formular unterschreiben und zurück geschickt.


    Meine Mutter arbeitet halbtags bei einer Bank, die verdient für ihre 20h bombastisch, das Geld ist allerdings komplett für sie und ihre teuren Hobbys und Wünsche, Lebenshaltungskosten zahlt sie gar nicht. Das muss alles mein Vater machen. Der arbeitet im Personalwesen und verdient nicht schlecht, weswegen ich auch nie Anspruch auf Bafög hatte. Doch da er eben meine Mutter komplett mitfinanziert und sie wirklich hohe Ansprüche hat, bleibt da nicht mehr so viel übrig. Zudem muss er noch Unterhalt für seinen pflegebedürftigen Vater zahlen. Er schränkt sich total ein, um das alles zu machen und meine Mutter zufrieden zu stellen, deswegen will ich ihn schon unterstützen. Ich finde das Verhalten meiner Mutter zutiefst abstoßend, Geld geht bei ihr über alles. Auch verstehe ich nicht, dass mein Vater das so hinnimmt, aber das ist ihre Entscheidung, da kann ich mich nicht einmischen.


    Mit dem Nebenjob hab ich auch schon überleget. Doch da ich ungelernt bin, findet sich so schon kaum was. Bezahlen tun alle nur den Mindestlohn, wenn überhaupt. Oder verlangen extrem Flexibilität, was ich nicht leisten kann.


    Uni wechseln versuche ich zum nächsten Semester. Hoffentlich wird mir was angerechnet, da das jetzt ja eine private Hochschule ist. Deswegen haben wir auch keine Beratung dort und sowas wie Jobs für studentische Hilfskräfte gibt es auch nicht.


    Ich danke euch schon mal ganz herzlich

    Finde das ziemlich kalt von deinen Eltern, von ihrer studierenden Tochter Miete zu nehmen. Sie sind gesetzlich verpflichtet, dir deine erste Ausbildung zu finanzieren, ist ihnen das bewusst? Gerade wenn du eine chronische Krankheit hast, müssen sie doch wissen, dass man nicht erwarten kann, dass du das ganze Studium selbst finanzierst?


    Meiner Meinung nach ist es so, dass man kein Bafög bekommt, WEIL die Eltern genug verdienen. D.h. sie sind verpflichtet, dir dein Studium finanziell zu ermöglichen.

    Ich wäre stinkwütend auf meine Eltern, wenn ich so in finanzielle Nöte käme das ich meine Krankenversicherung nicht zahlen könnte, weil sie meinen, die Kinder ihrer Freunde würden schon Geld verdienen. Ja und? Die Bäckerei-Azubine fängt mit 16 an, Geld zu verdienen, eine Akademikerin eben oft erst mit Ende 20.


    Deine Eltern sind gesetzlich verpflichtet, dich zu finanzieren bis zum Ende der ersten Ausbildung. Genauso wie du verpflichtet bist, spätere ihr Altersheim mitzufinanzieren, das Geld holt sich der Staat von dir, ob jetzt die Eltern anderer Freunde auch im Altersheim sind oder nicht, ist denen völlig egal.

    Deine Eltern möchte ich sehen, wenn sie mit 80 unter der Brücke landen, während du Schulterzuckend sagst "Tut mir leid, aber die Eltern meiner Freunde sind noch alle fit und müssen nicht ins Altersheim, leider kann ich euch nicht helfen."

    Zitat

    Ich lebe extrem sparsam, gehe nie weg, gönne mir nichts und meine Kleidung ist schon mehrere Jahre alt. Freunde hab ich nicht mehr, da ich mir nicht mal mehr den Eintritt ins Freibad leisten kann, geschweige denn abends weggehen oder so.

    Das ist doch kein Leben. Das ist dahin vegetieren. Willst du so die nächsten 3-5 Jahre leben? Da gehst du kaputt, schon allein psychisch.


    Ich würde sagen, du hast zwei Möglichkeiten:


    1. Ernsthaft und erwachsen mit deinen Eltern reden. Du brauchst dieses Geld. Es steht dir gesetzlich zu. Es geht um deine Gesundheit und deine berufliche Zukunft.

    Wenn sie stur bleiben, ausziehen (WG) und den Unterhalt mit dem Anwalt einklagen. Klingt alles so als könnte man eure Eltern-Kind-Beziehung ohnehin nicht mehr besonders stark schädigen, wenn sie ihre chronisch kranke Tochter nicht finanziell unterstützen, wenn diese ihre Krankenversicherung nicht mehr zahlen kann.

    Wenn du dich das nicht traust oder nicht willst:


    2. Studium abbrechen, Vollzeitjob suchen. Wieder leben. Akzeptieren, dass das Leben nicht gerecht ist und deine Eltern anscheinend keinen Wert darauf legen das ihre Tochter eine gute Ausbildung erhält. Das ist Mist, aber du brauchst eine Krankenversicherung dringender als einen akademischen Grad. Vielleicht kannst du das Studium nachholen wenn du länger gespart hast, vielleicht hast du mal einen Mann der daran interessiert ist das du dieses Studium machen kannst, oder oder oder.


    Alles Gute dir. @:)

    Oh, das hat sich überschnitten.


    Hmm, die Idee mit dem Kredit bei den Eltern finde ich gar nicht so schlecht, ich weiß jedoch nicht, ob das bei ihnen überhaupt drin wäre. Wenn ja, dann ist die Idee echt nicht schlecht.


    Lobbie, nein, meine Eltern sind nicht daran schuld, dass ich noch studiere. Ich hab nach dem Abi ein FSJ gemacht und danach zwei Ausbildungen angefangen und zweimal Pech gehabt, dass ich zweimal langfristig (mit völlig unterschiedlichen Dingen, das muss man erst mal schaffen) erkrankt bin und dann die Ausbildungen abbrechen musste. Mit diesem Lebenslauf finde ich keine dritte Ausbildung mehr, weswegen ich nun studiere, in der Hoffnung, das zu schaffen und dann auch einen Job zu finden.


    Bafög hab ich früher nicht bekommen, weil meine Eltern zu viel verdient haben (dass meine Mutter einen Hang zum Luxusleben hat und sich den von meinem Vater bezahlen lässt, interessiert das Bafög Amt ehrlich wenig ]:D) und jetzt mit 25 bin ich eh zu alt. Da blieb nur elternunabhängiges Bafög, doch dafür bräuchte ich eine abgeschlossene Ausbildung. Die ich leider nicht habe :-(

    Da Du noch keine abgeschlossene Ausbildung hast sind Deine Eltern in der Pflicht, für Deine Ausbildung finanziell aufzukommen. So sieht es der Gesetzgeber. Vielleicht ist das ein Ansatz gemeinsam mit Deinem Vater die finanziellen Ansprüche Deiner Mutter zu deckeln, so dass für Dich eine Kostenentlastung in Frage kommt.

    Wenn es hart auf hart kommt kannst Du Deine Eltern vor Gericht zerren - aber das will man nicht wirklich. Jedenfalls sehe ich das so.

    Wenn gesundheitliche Gründe zur "Spätentwicklung" beigetragen haben, sollte man ggf. mit der Krankenkasse nochmals diskutieren.

    Bei mir wurde die Grenze von 25 auf 27 hochgesetzt und ich musste dann nach Absprache nur einen ermäßigten Beitrag zahlen. Also: Kämpfen!

    Gilt auch für die Situation zu Hause!