Kein Pausenraum - wie komm ich zu meinen Pausen?

    Hallo!

    Mich beschäftigt schon länger der Umgang von Pausen in der Arbeit. Ich bin Behindertenbetreuerin in Österreich. Die meisten Dienste arbeite ich nur 6 Stunden, da steht mir natürlich keine Pause zu. Bei Nachtdiensten (ruhend) und anderen Diensten die länger dauern allerdings schon, aber niemand bei uns nimmt sich diese Pause (nur die Raucher ihre Rauchpause). Ich denke einerseits weil wir recht viel "Leerlauf" haben, wir sitzen öfter mal 10 Minuten herum und es gibt nichts zu tun, aber währenddessen sind wir ja trotzdem arbeiten und können jederzeit von unseren KlientInnen angesprochen oder angerufen werden. Es gibt bei uns einfach keinen Raum in dem man wirklich Ruhe hat, und mal weg von der Arbeit kommt und es gibt Dienste, da gibts diese Leerläufe auch nicht.


    Ich hab jetzt mal in unserem Arbeitsrecht nachgelesen und eigentlich wäre der Arbeitgeber verpflichtet uns einen Pausenraum zu stellen, aber es ist einfach kein Raum mehr verfügbar, und anbauen kann man auch nicht einfach mal. Mag sein dass das Gesetz Auslegungssache ist (wir sind weniger als 12 ArbeitnehmerInnen, aber in den Arbeitsräumen kann man sich meiner Meinung nach nicht erholen, eben weil die KlientInnen uns ständig kontaktieren können und dies auch tun, und deshalb sollte er uns zustehen).


    Ich überlege jetzt das Problem mal bei meinen KollegInnen und dann auch irgendwann bei meiner Chefin anzusprechen, aber die kann ja auch nichts dafür dass wir zu wenig Räume haben, oder? Ich befürchte also ich muss mit einer Lösung hin, sonst passiert nichts. Habt ihr Tipps wie ich trotzdem zu einer erholsamen Pause komme, und zwar so dass ich nicht alle 5 Minuten gestört werde? Im Dienstzimmer ist zbsp. 1. das Telefon und 2. der Computer, da sitzt dann auch ständig jemand und das Telefon einfach ausstecken werd ich auch nicht dürfen :)

    Im Frühling und Sommer kann ichs mir gut vorstellen einfach raus zu gehen, aber im Winter macht das weniger Spaß.


    Wie läuft das bei euch so? Habt ihr Ideen für mich?

  • 20 Antworten

    Ich bin Schulbegleiterin in der BRD bzw korrekter ausgedrückt Inklusionsassistentin und bin jetzt seit drei Jahren an einer Schule in der der sogenannte Inklusionsraum schon lange von der Tagesbetreuung okupiert ist - ein Büro gibt es gar nicht, meine Pausen verbringe ich auf dem Flur oder mache Spaziergänge, ab und zu auch in einem leeren Klassenraum.


    Ideal ist das nicht, aber die Schule platzt aus allen Nähten, es ist einfach kein Platz da...

    Paritu schrieb:

    Ich bin Schulbegleiterin in der BRD bzw korrekter ausgedrückt Inklusionsassistentin und bin jetzt seit drei Jahren an einer Schule in der der sogenannte Inklusionsraum schon lange von der Tagesbetreuung okupiert ist - ein Büro gibt es gar nicht, meine Pausen verbringe ich auf dem Flur oder mache Spaziergänge, ab und zu auch in einem leeren Klassenraum.


    Ideal ist das nicht, aber die Schule platzt aus allen Nähten, es ist einfach kein Platz da...

    puh das ist auch weit entfernt von einem ideal Zustand. Kommst du damit klar? Also reicht dir das als Pause? Hast du es schonmal mit der Leitung besprochen oder akzeptierst du es?

    Ich kann da nur empfehlen: Rausgehen. Habe ich auch immer gemacht, egal ob Forschung, Klinik,... Ich habe aufgr. Raummangel und ständiger Ansprechbarkeit (Studenten, Patienten) irgendwann gemerkt, dass nicht irgendein Gesetz weiterhilft, sondern meine eigene Initiative. Und die war immer: Raus & weg. Unerreichbar machen und mich selber auch ovn allem distanzieren, was mich nicht abschalten lässt.

    Sunflower_73 schrieb:

    Ich kann da nur empfehlen: Rausgehen. Habe ich auch immer gemacht, egal ob Forschung, Klinik,... Ich habe aufgr. Raummangel und ständiger Ansprechbarkeit (Studenten, Patienten) irgendwann gemerkt, dass nicht irgendein Gesetz weiterhilft, sondern meine eigene Initiative. Und die war immer: Raus & weg. Unerreichbar machen und mich selber auch ovn allem distanzieren, was mich nicht abschalten lässt.

    Oder in eine Klasse einschließen, in meinem Fall :)z

    el-liberty schrieb:

    Wie läuft das bei euch so? Habt ihr Ideen für mich?

    Bei uns gibt es auch keine Raum, der nur zum Ausruhen da wäre, wobei es ja trotzdem sein könnte, dass da jemand ist. Insofern suche ich mir einfach auch einen Raum, der leer ist oder, was für das Gehirn sowieso besser ist, mache einen kurzen Spaziergang.

    Bei uns gehen allerdings auch die Nichtraucher in ihren Pausen vor die Tür. Das hat nichts mit der Zigarette zu tun, also wir sind öfter am Tag vor der Tür.

    Wir haben eine sehr kleine Küche und da besprechen wir, wer wann hineingeht.

    Danke für eure Antworten :)

    An die die rausgehen: esst ihr dann auch euer Essen draußen? Setzt ihr euch dann auf eine Parkbank oder esst ihr im gehen?


    Ich brauch sehr viel Ruhe beim Essen momentan und genau das fehlt in der Arbeit fast vollständig, und ich schaffs nicht mir diese Ruhe irgendwie zu holen - nur ganz selten gelingt es. Und im Gehen essen ist für mich zbsp. keine tolle Idee, auf eine Parkbank setzen könnte ich mir vorstellen, aber auch nur wenn das Wetter es zulässt.

    Wir haben einen kleinen Garten, den nutzen die Raucher zbsp., aber auch hier ist man nicht "sicher" vor Störungen, besonders bei Schönwetter sind draußen dann mehr KlientInnen als drinnen :)


    Es ist einfach eine blöde Situation, wie ichs dreh und wende, wirklich passend erscheint mir tatsächlich nur ein Pausenraum, aber der Traum wird unerfüllt bleiben.

    Ich mache es vom Wetter abhängig, esse aber sowieso nur wenig in Pausen.


    Bei gutem Wetter gehe ich lieber spazieren, habe da mehr Ruhe und esse dann eben zB ein Brot auf die Hand im Gehen.


    Da habe ich insgesamt mehr Ruhe als auf dem Schulgelände - selbst in leere Klassenräume kann immer jemand platzen.


    Natürlich wäre ein Pausenraum toll, aber in öffentlichen Schulen ist Platz das, was sogar noch mehr fehlt als funktionierende Technik. Ich käme mir ehrlich blöd vor ausgerechnet das einzufordern.

    Kannst du dich nicht abgrenzen, indem du den Patienten sagst: "bitte kommen sie in ...Minuten noch mal, ich habe jetzt Mittagspause und möchte erstmal etwas essen" ..oder du sagst : ich komme in ...Minuten zu hnen, jetzt mache ich gerade Pause"


    oder Tür zu , Schild dran- bitte nicht stören - Pause

    wintersonne 01 schrieb:

    Kannst du dich nicht abgrenzen, indem du den Patienten sagst: "bitte kommen sie in ...Minuten noch mal, ich habe jetzt Mittagspause und möchte erstmal etwas essen" ..oder du sagst : ich komme in ...Minuten zu hnen, jetzt mache ich gerade Pause"


    oder Tür zu , Schild dran- bitte nicht stören - Pause

    leider nicht :) meine Leute haben geistige Behinderungen oder psychische Erkrankungen oder beides, und verstehen teilweise ein "bitte nicht stören" weder schriftlich noch mündlich, teilweise reagieren sie dann besonders bedürftig wenn man mal sagt "jetzt bitte nicht". Manche von ihnen haben dafür gar kein Gespür oder Verständnis (weil sies auch nicht können), deshalb wäre es für mich auch so wichtig einen Raum zu haben bei dem ich einfach die Tür verschließen kann. Anders kriegt man bei uns wirklich keine Ruhe.

    mh das ist verständlich, aber für dich natürlich nicht gut.


    und warum kannst du den Raum in dem du isst nicht verschließen? mal mit den Kollegen sprechen?

    wintersonne 01 schrieb:

    mh das ist verständlich, aber für dich natürlich nicht gut.


    und warum kannst du den Raum in dem du isst nicht verschließen? mal mit den Kollegen sprechen?

    ich arbeite in einer Wohngemeinschaft und die Räumlichkeiten sehen aus wie eine gewöhnliche Wohnung (ist es auch), es gibt also nur Allgemeinräume, private Zimmer der KlientInnen und unser Dienstzimmer. Allgemeinräume sind eine offene Küche mit Wohnzimmer, dazwischen ist also keine Tür zum verschließen und das Dienstzimmer ist quasi unser Büro, da muss immer mal wieder jemand an den PC oder es kommt ein Anruf rein, oder es braucht jemand Unterlagen, etc. Ich kann mich da zwar reinsetzen und was essen, aber weg von der Arbeit bin ich auch da nicht. Und die KollegInnen kommen da auch in Versuchung mit mir zu plaudern, was ich ansich gerne mache, aber während des Essens eben nicht, und da trau ich mich dann nicht zu sagen dass ich gerne in Ruhe essen mag.

    Ich werd auf jeden Fall mal mit meinen KollegInnen drüber reden, weiß aber noch nicht so ganz was ich für Wünsche oder Ideen äußern könnte, mir fällts einfach schwer zu sagen "ich hätte gerne xy von euch", aber da werd ich mich einfach drüber trauen müssen :)

    Ich glaube ich würde öfter mal die Toilette aufsuchen.

    Essen ist da zwar nicht möglich, aber mal 10 Min zwischendurch abschalten ohne gestört werden zu können ist auch was wert.

    Plüschbiest schrieb:

    Ich glaube ich würde öfter mal die Toilette aufsuchen.

    Essen ist da zwar nicht möglich, aber mal 10 Min zwischendurch abschalten ohne gestört werden zu können ist auch was wert.

    das hab ich mir auch schon öfter überlegt :D vielleicht muss ich auch prinzipiell an meiner Arbeitsweise was ändern, ich mach mir schon viel Stress ohne dass es nötig wäre, bin meist die erste die rangeht wenn das Telefon läutet obwohl 3 andere da wären, ich reagiere oft als erste wenn ein Klient was braucht, mach 3 Sachen gleichzeitig, usw.

    Ich versuche grade zbsp. das mit dem Telefon etwas entspannter zu machen, aber mir fällts nicht leicht es 5 mal läuten zu lassen bis sich mal jemand anderes zuständig fühlt - aber da muss ich jetzt mal durch und dann ists wahrscheinlich selbstverständlich. Vielleicht muss ich mir die Arbeitszeit besser strukturieren, mir fixe kurze Pausen einteilen oder so.