• Kein Pausenraum - wie komm ich zu meinen Pausen?

    Hallo! Mich beschäftigt schon länger der Umgang von Pausen in der Arbeit. Ich bin Behindertenbetreuerin in Österreich. Die meisten Dienste arbeite ich nur 6 Stunden, da steht mir natürlich keine Pause zu. Bei Nachtdiensten (ruhend) und anderen Diensten die länger dauern allerdings schon, aber niemand bei uns nimmt sich diese Pause (nur die Raucher…
  • 20 Antworten

    Finde ich gut, wie du mit der Frage umgehst. Du hast ja selbst schon einige Knackpunkte identifiziert:

    el-liberty schrieb:

    ich mach mir schon viel Stress ohne dass es nötig wäre, bin meist die erste die rangeht wenn das Telefon läutet obwohl 3 andere da wären, ich reagiere oft als erste wenn ein Klient was braucht, mach 3 Sachen gleichzeitig, usw.


    el-liberty schrieb:

    Und die KollegInnen kommen da auch in Versuchung mit mir zu plaudern, was ich ansich gerne mache, aber während des Essens eben nicht, und da trau ich mich dann nicht zu sagen dass ich gerne in Ruhe essen mag.

    An Punkt 1 kannst du ganz alleine was ändern. Einfach mal klingeln lassen, also "aushalten" lernen, wenn du der Meinung bist, dass DU dein Soll schon übererfüllt hast.


    Und zu Punkt 2:
    Das kannst du deinen Kollegen auf nette Art sagen, so wie du es hier aufgeschrieben hast: An sich gerne, aber das Essen ist irgendwie dein fixer Ruhepunkt, da musst du abschalten, damit du nachher wieder "funktionieren" kannst. Nachdem ihr lauter Leute um euch herum habt, die Grenzen nicht respektieren (können), werden die Kollegen das sicher verstehen. Oder ihr macht aus, dass ihr während des Essens nicht über die Arbeit redet?


    Sunflower_73 schrieb:

    Raus & weg. Unerreichbar machen und mich selber auch ovn allem distanzieren, was mich nicht abschalten lässt.

    Das Gute am Rausgehen ist, dass man weg ist, so dass man sich nicht nur tatsächlich, sondern auch mental besser aufs Abschalten konzentrieren kann.


    Jetzt in der Corona-Zeit einen Pausenraum zu fordern - noch dazu wenn in dem Gebäude einfach kein Platz ist - fände ich kontraproduktiv. Damit wirst du nicht durchkommen, und dann geht es dir, weil dein Versuch, deine Situation zu verbessern, gescheitert ist, nur schlechter.

    CoteSauvage schrieb:

    zu Punkt 2:
    Das kannst du deinen Kollegen auf nette Art sagen, so wie du es hier aufgeschrieben hast: An sich gerne, aber das Essen ist irgendwie dein fixer Ruhepunkt, da musst du abschalten, damit du nachher wieder "funktionieren" kannst. Nachdem ihr lauter Leute um euch herum habt, die Grenzen nicht respektieren (können), werden die Kollegen das sicher verstehen. Oder ihr macht aus, dass ihr während des Essens nicht über die Arbeit redet?


    Jetzt in der Corona-Zeit einen Pausenraum zu fordern - noch dazu wenn in dem Gebäude einfach kein Platz ist - fände ich kontraproduktiv. Damit wirst du nicht durchkommen, und dann geht es dir, weil dein Versuch, deine Situation zu verbessern, gescheitert ist, nur schlechter.

    Das mit dem während dem Essen nicht reden ist für mich ein recht großes Problem, ich glaub schon übertrieben aufgeblasen sodass es für mich so unmöglich erscheint, es einfach und normal anzusprechen. Ich weiß dass das alle okay finden würden, aber mir ist es so unangenehm darum zu bitten in Ruhe zu essen. Es geht da auch nicht nur darum, nicht über die Arbeit zu essen, ich esse sehr langsam und wenn ich dazwischen auch noch reden muss dauerts noch länger :) Dann wird aus einem 5 Minuten Snack ein 20 Minuten Snack. Aber du hast natürlich Recht, ich muss es einfach normal sagen und dann hab ich etwas mehr Ruhe. Da muss ich mich, wie beim Telefon, selbst überwinden.


    Der Pausenraum wird tatsächlich ein Traum bleiben, auch nach Corona - aber du hast auch da Recht, gerade jetzt ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt sowas einzufordern. Ich möchte aber das Thema Pause mit den KollegInnen besprechen (ohne Chefin), um mal zu sehen wie die anderen es machen, ob bei mehreren der Wunsch nach einem anderen Umgang damit wäre, etc.

    Ich glaube die anderen haben damit nicht so Probleme weil sie sich eben ihre Ruhe irgendwie holen bzw. ihre Energie so einteilen dass sie gar nicht zu diesem Punkt kommen, wo sie dringend eine Pause brauchen. Und sie auch essen und währenddessen reden können ;)

    Im Frühling werd ich aber definitiv mal rausgehen, mit einem Müsliriegel geht das vielleicht auch dann mit einem Snack ganz gut :)

    Mit allem Respekt, aber es klingt so, als ob weniger der Pausenraum das Problem ist, sondern Deine Schwierigkeiten, nicht alles übernehmen zu wollen. Aber Du hast es erkannt und kannst ja anfangen, daran zu arbeiten. Mal nicht sofort rennen oder Ja sagen! ;-)

    el-liberty schrieb:

    Ich weiß dass das alle okay finden würden, aber mir ist es so unangenehm darum zu bitten in Ruhe zu essen.

    Betrachte das doch mal rein rational: Es ist unvernünftig, sowas nicht anzusprechen, wenn du weißt dass alle das ok finden würden. Es ist doch super dass du verständnisvolle Kollegen hast. Gib ihnen die Chance, das in die Tat umzusetzen.

    el-liberty schrieb:

    Ich möchte aber das Thema Pause mit den KollegInnen besprechen (ohne Chefin), um mal zu sehen wie die anderen es machen, ob bei mehreren der Wunsch nach einem anderen Umgang damit wäre, etc.

    Finde ich gut, das erst mal mit den Kollegen zu besprechen.

    Zitat

    bzw. ihre Energie so einteilen dass sie gar nicht zu diesem Punkt kommen, wo sie dringend eine Pause brauchen.

    Wäre das nicht die eigentliche Lösung?


    Was das Telefon angeht: wieviele der Kollegen sind denn dafür zuständig? Und wird diese Aufgabe fair aufgeteilt?


    Ohne Grund 5 mal läuten zu lassen, fände ich auch seltsam. Aber könnt ihr euch nicht absprechen wer wann für das Telefon zuständig ist?

    Klingt wirklich so, als ob solche Absprachen erforderlich wären. Aber (auch eigener Erfahrungswert): So etwas findet nicht statt, so lange es einen "Doofen" gibt, der den Job ohne zu murren macht. Ich war auch lange so jemand, der sich da verantwortlich fühlte und konfliktscheu war...

    Aber man MUSS nicht alles tun und die Welt retten... Und gerade in Jobs mit Menschen ist es wichtig, ordentlich Selbstfürsorge zu betreiben.