Kindergeld - wer bekommts?

    Hallo,


    vielleicht kennt sich ja jemand aus. Ich bin gerade dabei den Kindergeldantrag für unser erstes Kind vorauszufüllen und hake daran, ob jemand zu dem das Kind in Kindschaftsverhältnis steht im öffentlichen Dienst arbeitet.


    Tatsächlich habe ich einen Minijob im öffentlichen Dienst und mein Freund ist vollbeschäftigt im öffentlichen Dienst. Wir sind noch nicht verheiratet und er hat auch die Vaterschaft bisher nicht offiziell anerkannt, da wir 3 Monate nach der Geburt sowieso heiraten und uns den Papierkram sparen wollen.


    Verstehe ich das richtig dass ich jetzt das Kindergeld trotzdem selbst bekommen kann und es aber über meinen Arbeitgeber beantragen muss? Eben weil Minijob im öffentlichen Dienst?


    Finde das etwas verwirrend und an der Hotline war gestern und auch heute bisher nie jemand erreichbar.

  • 43 Antworten

    Ja du hast das richtig aufgefasst. Nach der Hochzeit müsst ihr die Hochzeit bei der kindergeldstelle melden und meistens muss es dann nochmal neu beantragt werden. Denn dann kann es ja sein, dass die Arbeitsstelle des Vaters das bezahlen muss.


    Ruf aber erst bei deinem Arbeitgeber an und frag da nach. Nicht jede Stelle im öffentlichen Dienst zählt Kindergeld. Manche sind da ausgenommen. Ich brauchte einen schrieb von meinem Arbeitgeber, dass sie es nicht zahlen müssen weil… und hab das dann bei der familienkasse eingereicht.

    Danke, Kleine Hexe. Ich wollte heute sowieso dorthin, dann kann ich das ja gleich mitklären!


    Und wenn man heiratet, bekomme dann trotzdem ich danach das Kindergeld auch wenn mein Mann es beantragt (wenn wir mein Konto angeben? Denn ich bleibe länger zuhause und habe dadurch halt kaum Geld (nur das Minijob-Elterngeld). Wäre andersrum irgendwie ungerecht und ich will ja auch nicht jeden Monat zu meinem Mann gehen und ihn um Geld bitten müssen... ":/

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    In deinem alten Trend steht, dass dein Freund über 3000 Euro netto verdient, eine abbezahlt Wohnung plus Erbschaft besitzt. Und du bangt darum, dass du das Kindergeld für dich behalten darfst??


    Ich würde mir Gedanken um die Beziehung machen, bei der der Mann auf dem Geld hockt und die Frau das Kind erzieht. Du verzichtet auf eigenes Einkommen, wenn da hat er gefälligst beizutragen. Mir fehlen da die Worte.

    Du hast ja schon im Februar, als das Kind noch in Planung war, gemeint, dass ihr einen Ehevertrag machen werdet, weil dein Freund einiges mehr als du mit in die Ehe bringt.


    Falls noch nicht geschehen, kannst du in diesem Zusammenhang auch klären, wir ihr euch die finanziellen Anforderungen in nächster Zeit aufteilt.


    Mit der Heirat werdet ihr ja auch zusammen einen deutlichen Steuervorteil bekommen, den voraussichtlich er (wenn er so viel mehr verdient, wird er wahrschienlich in Steuerklasse 3 gehen, du in 5, oder?) am meisten spüren wird. Auch das ist ein Posten, bei dem man sich gut absprechen sollte - gerade wenn später ggf. Nachzahlungen eingefordert werden.

    Zitat

    In deinem alten Trend steht, dass dein Freund über 3000 Euro netto verdient, eine abbezahlt Wohnung plus Erbschaft besitzt. Und du bangt darum, dass du das Kindergeld für dich behalten darfst??

    Jo, eben drum. Warum sollte er dann auch noch das Kindergeld bekommen?


    Klar, wenn ich ihn darum bitte überweist er mir Geld. Aber so soll es ja nicht sein...


    LilaLina,


    wir waren bereits beim Anwalt und haben so die groben Fakten geklärt, damit sein Vermögen geschützt ist und das Kind aber angemessen versorgt. Für mich wurde Unterhalt bis das Kind 3 Jahre alt ist vereinbart (nach gesetzlichem Rahmen also) bzw bis ich selbst Geld verdiene.


    Wegen des Steuervorteils, den zunächst er hat, haben wir noch keine Lösung finden können - er möchte das Geld dann behalten, schließt aber aus dass ich bspw von Immobilien, die er im Laufe der Ehe erwerben könnte, einen Anteil bekomme, was ich wiederum ungerecht finde da er ja quasi auch durch die Ehe mehr Gehalt erhält da weniger Steuern in Klasse 3. Dafür haben wir nochmal einen Termin beim Anwalt bevor der Vertrag dann fertig gemacht wird um eine Lösung die passt zu finden...denkbar wäre momentan wohl eine halb-halb Aufteilung der Steuerersparnisse in Form einer Einmalzahlung nach Trennung an mich.


    Echt schwierig, wenn man aus so verschiedenen Verhältnissen kommt. Aber seine Eltern üben da auch massiv Druck auf ihn aus, damit ja das Familienvermögen geschützt wird %:|.

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    Zitat

    Wir sind noch nicht verheiratet und er hat auch die Vaterschaft bisher nicht offiziell anerkannt, da wir 3 Monate nach der Geburt sowieso heiraten und uns den Papierkram sparen wollen.

    Habt ihr euch das gut überlegt? Was ist, wenn du nach der Geburt (aus welchen Gründen auch immer) nicht fähig bist Entscheidungen zu treffen und bezüglich des Kindes eine zu treffen ist? Natürlich wünsche ich euch, dass so eine Situation nicht eintritt. Aber ohne Anerkennung der Vaterschaft dürfte er ohne dich das Kind nicht mal sehen. Könnte ja jeder behaupten, dass er der Vater ist und dann das Kind mitnehmen.

    Und anscheinend seid ihr keine Familie oder wie muss ich das verstehen?


    Das Vermögen muss vor DIR geschützt werden. Ergo gehörst du nicht zur Familie😷.

    Zitat

    Echt schwierig, wenn man aus so verschiedenen Verhältnissen kommt. Aber seine Eltern üben da auch massiv Druck auf ihn aus, damit ja das Familienvermögen geschützt wird %:|.

    Gerade wenn eine Seite Druck ausübt, würde ich mich an deiner Stelle auch von einem eigenen Anwalt beraten lassen.


    Die Regelung bzgl. der Steuerersparnis hört sich z.B. nicht durchdacht an. Ist ja nicht so, dass er alleine Steuern spart, weil er nun mal das höhere Einkommen hat, sondern weil du nichts/wenig verdienst.

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    Das Kindergeld gehört weder Dir noch ihm - es steht einzig dem Kind zu. *:)


    Da man davon ausgehen kann, dass Euch das Kindeswohl als Eltern BEIDEN am Herzen liegt, und ihr wollt, dass dieses Geld für das Kind ausgegeben wird, ist es doch irrelevant auf welches Konto die Zahlung eingeht....

    Zitat

    Und anscheinend seid ihr keine Familie oder wie muss ich das verstehen?


    Das Vermögen muss vor DIR geschützt werden. Ergo gehörst du nicht zur Familie

    Nein, wieso sollte ich zu seiner Familie gehören? Wir sind dann eine Familie, wir Drei, aber seine Familie möchte das Vermögen vor mir schützen. Das ist in "diesen Kreisen" wohl üblich, ich kenn mich da aber nicht aus, meine Eltern sind ganz normale Leute. Ich finde es auch okay und der Anwalt meinte gerade bei solchen standesübergreifenden Hochzeiten sei ein Ehevertrag völlig normal. Ohne Ehevertrag heiraten kommt für meinen Freund absolut nicht in Frage und für mich inzwischen auch nicht mehr, da ich ja mich und das Kind auch absichern muss.


    Denke alles andere ist romantisiert bei Scheidungsraten von 50%.

    Zitat

    Gerade wenn eine Seite Druck ausübt, würde ich mich an deiner Stelle auch von einem eigenen Anwalt beraten lassen.


    Die Regelung bzgl. der Steuerersparnis hört sich z.B. nicht durchdacht an. Ist ja nicht so, dass er alleine Steuern spart, weil er nun mal das höhere Einkommen hat, sondern weil du nichts/wenig verdienst.

    Ja, ich bin auch noch nicht ganz überzeugt. Das Problem ist, einen eigenen Anwalt der alles nochmal prüft kann ich mir gar nicht leisten. Der Anwalt bei dem wir sind ist allerdings auch "unser" Anwalt dass heißt er ist nicht von seiner Familie beauftragt - das war meine Bedingung, denn eigentlich wollte die Familie von ihm den eigenen Anwalt dafür beuaftragen.

    Zitat

    Da man davon ausgehen kann, dass Euch das Kindeswohl als Eltern BEIDEN am Herzen liegt, und ihr wollt, dass dieses Geld für das Kind ausgegeben wird, ist es doch irrelevant auf welches Konto die Zahlung eingeht....

    In jedem Fall, aber ich bin diejenige die zuhause ist und mit 300 Euro Elterngeld einkaufen etc muss. Da wäre das Kindergeld schon noch hilfreich. Klar kann er mir etwas überweisen, aber ich finde es einfach sehr unangenehm ihn dann ständig um Geld bitten zu müssen.

    Zitat

    Ich würde mir Gedanken um die Beziehung machen, bei der der Mann auf dem Geld hockt und die Frau das Kind erzieht. Du verzichtet auf eigenes Einkommen, wenn da hat er gefälligst beizutragen. Mir fehlen da die Worte.

    Das ist nicht so ganz zutreffend - ich verdiene ja nichts, weil ich noch studiere und nicht weil ich Hausfrau bin. Sobald ich fertig studiert habe, was sich natürlich durch das Kind nun etwas verzögert, habe ich auch eigenes Geld.


    Und ich verstehe deine Gedanken was das "auf dem Geld sitzen" angeht, allerdings sind wir schon recht lange zusammen und ich habe inzwischen akzeptiert dass es einfach viel Druck der Familie gibt, da wir aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen kommen. Seine jüngere Schwester hat einen Mann mit ganz ähnlichen Voraussetzungen geheiratet, da wurde nur die Gütertrennung vereinbar und sonst kein großer Vertrag gemacht. Ist halt so und wer weiß, wäre es andersrum, würden meine Eltern vielleicht auch so handeln.


    Aber wenn es sowieso so ist, dass immer der besser verdienende das Kindergeld bekommt dann hat sich meine Frage ja erübrigt. Dann ist es halt so dass ich ihn wenn ich das Geld benötige danach frage.

    Zitat

    Aber wenn es sowieso so ist, dass immer der besser verdienende das Kindergeld bekommt dann hat sich meine Frage ja erübrigt. Dann ist es halt so dass ich ihn wenn ich das Geld benötige danach frage.

    Kann ich nicht bestätigen. Mein Mann arbeitet auch im öffentlichen Dienst (ich nicht) und verdient deutlichst mehr als ich. Trotzdem habe ich das Kindergeld bei der Familienkasse beantragt und bekomme es auch ohne Probleme.


    Was eure finanzielle Seite betrifft...Er soll dir ja nicht die Hälfte seines Vermögens überschreiben, aber im Alltag als Familie solle es doch sebstverständlich sein dass der gibt/bezahlt/ die Rechnung begleicht der grade mehr hat.


    Ich bezahle unsere Lebensmittel, meine Handyrechnung (meistens ;-D ) kleinere Geschenke und Kleidung für unsere Tochter. Alles andere wie Wohnung, Urlaube, Möbel, Sprit, Versicherung ect. bezahlt mein Mann.

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    Zitat

    as Kindergeld gehört weder Dir noch ihm - es steht einzig dem Kind zu. *:)

    Das ist ja mal wieder ein weit verbreiteter Irrtum. Du meinst vermutlich Kindesunterhalt, aber darum geht es hier gar nicht.

    Ah okay, danke arabica!


    Ähnlich halten wir es auch - er überweist die Miete, Auto und so den Kram, ich dagegen die Lebensmittel, in Zukunft alles Alltägliche für das Kind usw. Ich kann halt noch nicht einschätzen ob mir das Elterngeld dann reicht. Wie gesagt, er würde mir was geben wenn ich frage - aber das finde ich irgendwie arg komisch, wäre mir anders eben lieber.

    Zitat

    In jedem Fall, aber ich bin diejenige die zuhause ist und mit 300 Euro Elterngeld einkaufen etc muss. Da wäre das Kindergeld schon noch hilfreich. Klar kann er mir etwas überweisen, aber ich finde es einfach sehr unangenehm ihn dann ständig um Geld bitten zu müssen.

    Ich muss zugeben, ich bin ehrlich schockiert. Das ist keine Partnerschaft, wie ich sie führen wollen würde. Man muss ja nicht gleich alles was an Geld da ist in einen Topf werfen, aber dass man gegenseitig für sich sorgt halte ich für normal. Gerade, wenn du mit eurem gemeinsamen Kind zuhause bleibst.


    Ich finde es schäbig, dass du deinen Partner um Geld bitten müsstest, wenn du und euer Kind sonst kaum über die Runden kommt. Eigentlich sollte es ihm als deinem Partner und als angehenden Vater daran gelegen sein, dass auch du irgendwie ein finanzielles Auskommen hast. ":/


    Wäre es denn keine Möglichkeit, dass ihr beide in Elternteilzeit geht? Dann kannst du, während dein Partner mit eurem Kind zuhause ist, auch einem Broterwerb nachgehen. Würde das für euch in Frage kommen?

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