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    Und nichts für ungut, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass in Deinem Arbeitsumfeld ausschließlich solche Mütter rumlaufen, die genau diesen Fakt so ausnutzen. Natürlich gibt es sie, aber es sind sicher nicht 10 von 10.

    Natürlich sind nicht alle Mütter so. Das wollte ich damit auch gar nicht sagen. Wir hatten eben für ca. 8 Monaten eine Kollegin, bei der es wirklich so war. Ich war damals so angepisst, vor allem weil ich mir denke, gerade in unserem Bereich kann man es halt nicht voraussetzen, dass immer so eingeteilt wird, dass es für eine Person passt und der Rest schaut durch die Finger. Die stimmung unter den restlichen KOllegen kannste dir vorstellen! Besagte Person wurde dann auch aus diesem Grund gekündigt, zu Recht wie ich finde.


    Bei Kollegin Nr. 2 war die Situation ähnlich. Wurde nach einem Jahr auch gekündigt.


    Glaubt mir, das war ein langes Jahr voll Spätschichten, war am Abend nur mehr an meinen freien Tagen zu Hause. Deswegen bin ich wahrscheinlich auch gleich so genervt, wenn es um so ein Thema geht. Ich will auch gar nicht alle in einen Topf werfen, ich weiß das nicht alle so sind!! @:)

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    Einerseits ist es natürlich ätzend, wenn man immer für Mütter einspringen muss

    Was das einspringen betrifft, hab ich kein Problem mit. Es kann immer und jederzeit irgendwer krank werden, das ist nun mal so.Ist ja auch kein Dauerzustand.

    Und was mir auch auffällt ist dass es mittlerweile eine generelle Einstellung in Richtung "Kinder sind eine Luxusanschaffung die man sich nur leisten darf wenn man damit niemanden belastet" gibt....


    Was man auch daran merkt das es einfach nicht mehr selbstverständlich ist das man auch auf Kinder Rücksicht zu nehmen hat aber nicht notwendigerweise auch umgekehrt...


    Es ist immer so ein Unterton von "ich habe mir die Kinder ja nicht angeschafft, also will ich auch bitte nichts mit irgendwelchen "Folgen" die Kinder haben zu tun haben" und "wenn sie nicht genug Geld haben um damit zuhause zu bleiben sollten doch besser gar keine Kinder bekommen"


    Als würde man von Rennpferden oder Luxusautos reden statt von Menschen - und von etwas das einfach ein natürlicher Instinkt des Menschen ist - ein tief sitzendes Bedürfnis wie den Kinderwunsch!


    Aber viele glauben ja heute auch, Kinder seien so etwas wie Luxusobjekte und man müsse möglichst erstmal Miliardär werden und eine Erzieherausbildung mit 10 Jahren Erfahrung besitzen - und das möglichst vor dem 25. Lebensjahr...


    Mir scheint das Kinder in der Gesellschaft immer weniger einen Platz haben.


    Und umso mehr freut es mich hier zu lesen, dass es viele gibt die gerne Rücksicht auf Kinder nehmen - genauso wie es für mich selbstverständlich ist, mein Möglichstes zu tun um niemanden unnötig zu belasten.


    Das geht Hand in Hand.

    Was mich nicht ganz so viel stört ist, wenn Kind ml krank wird und die Mama gehen muss. Es sollte natürlich nicht 30 Tage im Jahr passieren.


    Ich hatte Kolleginnen die Mütter waren und das immer gut auf die Reihe bekommen haben. Klar waren die das eine oder andere Mal nicht da weil das Kind krank ist. Aber es war einfach nicht so häufig. Und die eine Kollegin hatte 3 kleine KInder. Und bei ihr klappte alles am besten.


    Was mich aber tierisch nerven würde wäre, wenn die Mütter immer die Frühschichten bekommen würden und ich dann nur noch die Spätschichten. Das kanns doch auch nicht sein......

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    Was mich aber tierisch nerven würde wäre, wenn die Mütter immer die Frühschichten bekommen würden und ich dann nur noch die Spätschichten. Das kanns doch auch nicht sein

    ......


    Ich habe für meinen Sohn von morgens 7 bis nachmittags 16:30 einen Kita-Platz. Freitags schließt die Kita schon um 14:30


    Wenn ich jetzt - hypothetisch - als Verkäuferin in einem Laden arbeiten würde der bis 20 Uhr auf hat - könnte ich *unmöglich* eine Schicht nehmen die über 16:30 hinausgeht. Und wenn ich keine Möglichkeit für einen Babysitter habe der am Freitag mein Kind dann früher abholt, sogar nur bis 14:30 zumindest am Freitag.


    Und wenn ich mit einem Arbeitsweg von einer halben Stunde hin und einer halben zurück mit reinrechne, kann ich keine Arbeit machen die über 7:30 bis 16:00 Uhr hinausgeht wenn ich nicht noch Verwandte in der Gegend habe oder mir eine Tagesmutter oder einen täglichen Babysitter leisten kann. Was man vom Verkäufergehalt oder ähnlichem meistens nicht kann.


    Ich kenne Mütter die genau deshalb einfach keine passende Arbeit finden. Um die "falschen" Uhrzeiten - ja. Aber nicht um die an denen man eine Betreuung fürs Kind hat.


    Und nicht jeder kann sich einen Babysitter dauerhaft leisten der immer das Kind abholt - und auch nicht jeder hat ja einen Partner (der dann ja auch wenn vorhanden dann kompatible Arbeitszeiten haben müsste)


    Daher... auch das mit den Spätschichten kann einfach nicht klappen, zumal wenn man dann noch Fahrwege mit einberechnen muss....

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    Daher... auch das mit den Spätschichten kann einfach nicht klappen, zumal wenn man dann noch Fahrwege mit einberechnen muss....

    Aber warum müssen das die kinderlosen Kollegen permanent ausbaden? Ich meine Kinder sollten kein Freifahrtschein für Kita-taugliche Arbeitszeiten sein (Wenn ich weiß, späte Dienste gehen überhaupt nicht, dann brauche ich mich nicht in einer Firma zu bewerben in der Spätdienste genauso fällig sind wie normale Dienste). Und es gibt Tausende Allein-Erziehende die trotz Kind Spätdienste mitmachen. Und die bekommen komischerweise das irgendwie geregelt mit der Betreuung.


    Man kann z.B. bei Spätdienst einfach andere Mütter bitten ihr Kind mit abzuholen. Das ist fast nie ein Problem und ist zudem noch kostenlos. Aber da muss man auch einfach mal den Mund aufmachen. Statt zu jammern das man keine Verwandten vor Ort hat und kein Geld für Babysitter und Co. Wenn ich ein Kind bekomme dann weiß ich das ich nun in der Pflicht bin ein funktionierendes soziales Netz aufzubauen mit dem ich alle Notfälle abfangen kann und somit nicht permanent anderen noch unnötig extra Arbeit aufbürde im Job.

    Und wenn das Kind abgeholt ist, wo soll es dann hin?


    Na klar kann man nett zu den Kollegen sein und es so machen wie meine Mutter damals:


    Die hat meinen Bruder, der noch nicht ganz 3 war und daher noch keinen Kindergartenplatz hatte, dann eben ein paar Wochen lang täglich von 7.30 bis 13.30 ALLEIN zu Hause gelassen, als seine Babysitterin mal längerfristig krank war.


    Was da alles hätte passieren können, mag ich mir nicht ausmalen und ich würde das weder nachahmen noch weiterempfehlen, nur weil diesem einen Zweijährigen zufällig nichts passiert ist (von unbekannten seelischen Auswirkungen mal abgesehen).


    Und wenn ich der "schaff dir halt keine Kinder an, selber schuld"-Logik folge, dann könnte ich ebenso gut sagen: Such dir halt einen anderen Job mit festen Arbeitszeiten, selber schuld.


    Daß man für die halbe Arbeit nur das halbe Geld bekommt, ist den Vollzeittätigen ja vermutlich auch klar? Worauf seid ihr also neidisch? Darauf, daß ihr nach Arbeitsschluß die Füße hochlegen könnt und die alleinerziehenden Mütter nicht?


    Wie oft ein Kind krank ist, darauf hat man übrigens nur sehr wenig Einfluß. Ich habe Glück, meins ist äußerst selten krank und außerdem ist mein Mann meistens zu Hause und dann gibt es auch noch zwei Omas. Aber wenn das alles anders wäre - und das ist es eben bei den meisten - dann hätte ich keine Wahl, oder soll man ein fieberndes Kleinkind einfach allein zu Hause lassen? Oder vielleicht einfach mal ein paar Tage ins Krankenhaus stecken (allein natürlich)?

    Wir sind ein Team mit über 50% Teilzeitkräften, die ausschließlich Vormittags und maximal drei Tage die Woche arbeiten. Natürlich haben wir Vollzeitkräfte dadurch mehr Langdienste zu leisten. Aber daran sind doch nicht die Kollegen Schuld ":/


    Wenn, dann ist es Sache der Arbeitgeber genug Personal einzustellen, dass auch Nachmittagsdienste füllt. Wenn das nicht gemacht wird, dann macht es in meinen Augen keinen Sinn über die Kollegen herzufallen - dann gibt es nämlich nur zwei Möglichkeiten: Eine Teambesprechung machen, das Thema ansprechen und im besten Fall eine einvernehmliche Lösung umsetzen.... Oder die Jobangebote wälzen und mir einen Arbeitgeber suchen, dessen Personalplanung eher meinen Vorstellungen entspricht.


    Ansonsten hat doch alles zwei Seiten.... Die Mutter arbeitet zwar 'immer nur' Vormittags - dafür geht die Vollzeitkraft ohne Kinder Abends nach Hause und hat Zeit nur für sich, wird (zumindest bei uns) mit mehr Verantwortung und dafür auch regelmässigeren Gehaltsanpassungen bedacht und kann außerhalb von Ferienzeiten günstige Flugreisen buchen....


    Wir hatten noch nie Zoff im Team deshalb, warum auch? :-/

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    Daher... auch das mit den Spätschichten kann einfach nicht klappen, zumal wenn man dann noch Fahrwege mit einberechnen muss....

    Und deshalb müssen die anderen dann immer die Spätschichten machen und auf ihr Privatleben verzichten? Wenn der Partner bis 16.30 Uhr arbeitet und ich dann bis 20.30-22 Uhr und immer erst spät zu Hause bin, dann hat man eben kein Privatleben mehr. Das kanns eben nicht sein, dass andere das ausbaden müssen. Ich kann doch auch nichts dafür wenn andere nur zu bestimmten Zeiten können. Deshalb soll ich kein Leben mehr haben, weil ich permanent Spätschichten machen muss? Das ist in Ordnung weil einige es organisatorisch nicht auf die Reihe bekommen und alles ablehnen?


    Ich kenne genug alleinerziehende mit Kindern, die es auch auf die Reihe kriegen normal arbeiten zu gehen: Warum schaffen einige das und andere nicht?

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    Und nicht jeder kann sich einen Babysitter dauerhaft leisten der immer das Kind abholt – und auch nicht jeder hat ja einen Partner (der dann ja auch wenn vorhanden dann kompatible Arbeitszeiten haben müsste)

    Genau das hat eine Freundin von mir gemacht. Die hat sogar noch eine Ausbildung als Krankenschwester mit Schichtarbeit (37,5h) gemacht, alleinerziehend.


    Schon merkwürdig wieso es bei ihr möglich war und andere das als unnormal sehen.

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    Wenn ich ein Kind bekomme dann weiß ich das ich nun in der Pflicht bin ein funktionierendes soziales Netz aufzubauen mit dem ich alle Notfälle abfangen kann und somit nicht permanent anderen noch unnötig extra Arbeit aufbürde im Job.

    Ich bin ja wie gesagt noch zu Hause, aber ich kann jetzt schon abschätzen, dass das nicht so einfach ist, wie du die das gerade vorstellst.


    Ich bin wirklich gut konnektiert mit anderen Müttern, kinderlosen Freunden und sonstigen Menschen, aber ich wüsste niemanden, der mal eben spontan mein krankes Kind irgendwo abholen würde.

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    Wir hatten noch nie Zoff im Team deshalb, warum auch?

    stellt euch einfach mal mehr an, dann würde das mit dem Stress auch klappen;-D

    Happy Banana

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    Wenn ich ein Kind bekomme dann weiß ich das ich nun in der Pflicht bin ein funktionierendes soziales Netz aufzubauen mit dem ich alle Notfälle abfangen kann und somit nicht permanent anderen noch unnötig extra Arbeit aufbürde im Job.

    Na dann mach das mal.

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    Wenn ich weiß, späte Dienste gehen überhaupt nicht, dann brauche ich mich nicht in einer Firma zu bewerben in der Spätdienste genauso fällig sind wie normale Dienste

    Es ist am Arbeitgeber wen er einstellt und auch ob er genug Leute bereit hält.

    Ich hatte so ein Netzwerk auch nicht, deshalb hatte ich eine Zeitlang gar keine Arbeit, später nur stundenweise und selbst das war dann nicht ganz einfach. Kindergarten war vor dem 4.Lebensjahr kein Platz zu bekommen. Großeltern über 200 km weiter weg. Das ist natürlich eine eher blöde Situation, weil einfach andere Mütter damit "belasten", wollte ich dann auch nicht. Es war sogar so, dass mir mal der Ehemann einer Mutter in die Parade gefahren ist und mir klar gemacht hat, dass seine Frau nicht mehr willens sein, mein Kind (jeden Freitag) mit vom Kindergarten abzuholen, ich sollte schauen, wie ich das geregelt bekomme. Dabei wohnte sie nur ein paar Häuser weiter weg und es ging nur ums Abholen, weil sich dieser Zeitpunkt mit meinem Bus überschnitten hat.

    Naja welche Lebensumstände könnte schlimmer sein, als alleinerziehend in Ausbildung zur Krankenschwester, keine Unterstützung von Familie und 37,5 Stunden Woche Schichtdienst? Sie hat es mit Tagesmutter gut gelöst und auch geschafft. Das hat sich nach einiger Zeit gut eingespielt.


    Also ich sehe es einfahc nicht ein, dass ich kein Privatleben mit meinen Partner mehr habe weil ich IMMER nur Spätschichten machen muss....


    Ich habe auch noch ein Privatleben.


    Und ihr tut hier gerade so als sei es kein Privatleben wenn man mit seinem geliebten Kind zusammen ist. Hier wird es immer nur als "Horror" dargestellt.


    Sag mir bitte einen vernünftogen Grund warum ich keine Zeit mehr mit meinem Partner haben darf und immer nur die Spätschichten machen muss?


    Mein Partner arbeitet das ganze Wochenende und unter der Woche einige Tage bis 16 Uhr. Ich würde dann immer unter der Woche erst um 20.30 Uhr bis 22.30 Uhr nach Hause kommen. Mein Partner muss um 22 Uhr ins Bett weil er früh raus muss.....


    :|N