Kündigung auf ärztlichen Rat und ständige Anrufe von der KK

    Hallo


    Ich muss mir mal meine Seele vom Leib schreiben.


    Und zwar geht es um folgendes


    Aufgrung psychischer Beschwerden bin ich in der 5. Woche krank geschrieben.


    Ich habe Anfang September eine zweite Ausbildung angefangen (Vorher habe ich mehrere Jahre in einer Firma gearbeitet,in der ich auch meine erste Ausbildung abgeschlossen habe),leider ist das Betriebsklima in der jetzigen Firma sehr schlecht und jeder macht jeden fertig. Vor einiger Zeit konnte ich dann einfach nicht mehr. Ich hatte schon frühs Bauchschmerzen,Kopfschmerzen und ständiges Nasenbluten. Ich bin zum Arzt und dieser hat mich erstmal krank geschrieben. Ich kann und möchte dort auch nicht mehr zurück. Das packe ich einfach nicht,ich kann Nachts kaum noch schlafen und bin ständig am weinen. Außerdem ruft ständig die Krankenkasse bei mir an,da ich seit dem ersten Tag der Krankheit Krankengeld bekomme. Bis jetzt bin ich nicht ans Telefon gegangen.


    Nun rät der Arzt mir zur Kündigung,er würde mir eine ärztliche Empfehlung schreiben. Danach solle ich kündigen und zum Arbeitsamt gehen mit meiner Kündigung und der ärztlichen Empfehlung.


    Hat das jemand von euch schon durch? Wird man da sicher nicht von Arbeitsamt für 3 Monate gesperrt? Und wird der Arbeitgeber darüber vom Arbeitsamt informiert bzw. wird er darüber befragt?


    Ich danke euch für eure Antworten.

  • 21 Antworten

    1.) Ja, wer selbst kündigt bekommt eine Sperre


    2.) Kündigen musst Du selbst beim Arbeitgeber, das macht nicht das Arbeitsamt für Dich. Von daher fragt da keiner beim ehemaligen AG nach, das interessiert die ja nicht. Das interessiert höchstens einen neuen Arbeitgeber, der evtl. Infos beim vorherigen einholt, um zu sehen, wen er da einstellt. Die Angabe, dass Du selbst gekündigt hast musst Du selbst wahrheitsgemäß beim Arbeitsamt angeben. Sagst Du hier nicht die Wahrheit, kommt das mit Sicherheit irgendwann raus und das wird dann nicht lustig.


    3.) Probleme und Klärungsbedarf verschwinden nicht, wenn man nicht ans Telefon geht. Das ist wie Rechnungen nicht öffnen und so tun, als wenn sie nicht da wären.


    Stell Dich Deinem Leben, das sind doch normale Dinge, die passieren können. Ich bin auch damals an meinem ersten Ausbildungsplatz nicht zurechtgekommen und bin gegangen. Später eine andere Ausbildung gemacht und gut ist. Aber kümmern musst Du Dich. Den Kopf in den Sand stecken ist der falsche Weg.


    Bis Du eine neue Stelle hast, kannst Du ja jobben um über die Runden zu kommen. Du schaffst das schon. :)*

    Zitat

    Außerdem ruft ständig die Krankenkasse bei mir an,da ich seit dem ersten Tag der Krankheit Krankengeld bekomme. Bis jetzt bin ich nicht ans Telefon gegangen.

    Du solltest als erstes mal bei der kasse anrufen und sehen was sie von dir wollen.


    Das fände ich wichtig.

    Zitat

    Danach solle ich kündigen und zum Arbeitsamt gehen mit meiner Kündigung und der ärztlichen Empfehlung.

    Soweit ich informiert bin, kannst du dich zwar arbeitssuchend, aber erst arbeitslos melden, wenn du wieder gesund, sprich arbeitsfähig bist. Du bekommst jedoch zZ aber noch Krankengeld, oder?


    Du könntest auch VOR der Kündigung mit der ärztlichen Empfehlung und deinem Kündigungsschreiben, mal bei der Arbeitsagentur vorbeischauen und dich beraten lassen, wie du dich verhalten sollst, damit dir keine Nachteile entstehen. Ich meine die tun das. Möglicherweise auch telefonisch.

    @ :) :)*

    @ maerad

    Danke für deine Antwort.


    Mir wurde vom Arzt gesagt, wenn ich auf ärztlicher Empfehlung kündige bekomme ich keine sperre beim Arbeitsamt.


    Mir ist klar, dass ich beim Arbeitgeber kündigen muss, nur die Kündigung bzw ne Kopie davon soll ich mit zum Arbeitsamt mitnehmen und eben diese ärztliche Empfehlung.


    Habe auch schon einige Bewerbungen verschickt für meinen ersten erlernten Beruf. Hatte auch schon Vorstellungsgespräche, bis jetzt hat sich leider noch nichts ergeben.

    @ bambiene

    Letzte Woche hatte ich einen Brief von der Krankenkasse bekommen, ich solle doch anrufen, denn sie möchten mit mir über meine krankegt sprechen.


    Das schreiben habe ich meinen Arzt gezeigt und er meinte ich soll nicht drauf reagieren, denn die Krankenkasse möchte wissen wie es zu meiner Krankheit kam und noch weitere persönliche Dinge über mich ausfragen und darüber müsste ich denen keine Auskunft geben.

    Ok, dann bist Du ja dran und auf gutem Wege. Setze Dich doch auch mal unverbindlich mit dem Arbeitsamt in Verbindung, ob das alles so stimmt, was der Arzt da sagt. Denn wenn dem nicht so sein sollte, dann ist das ja dann Dein Problem und nicht seins.


    Wenn Du ja einen erlernten Beruf hast, dann hast Du ja auch gut was in der Hand. Viel Glück. @:)

    Zitat

    1.) Ja, wer selbst kündigt bekommt eine Sperre

    nicht zwangsläufig.


    Mein Schwager hatte vor Jahren mal ein vergleichbares Problem wie die TE. Als er es nicht mehr ausgehalten hat, ist er mit der Empfehlung vom Arzt noch VOR der Kündigung zum Arbeitsamt gefahren, hat sich über seine Rechte beraten lassen und hat in Absprache mit der Agentur und der ärztlichen Empfehlung noch am gleichen Tag gekündigt. Er bekam keine Sperrzeit.

    Zitat

    Wenn Sie durch die Arbeit nachweislich überfordert sind und einfach nicht mehr können, kann das ein wichtiger Grund zur Lösung Ihres Beschäftigungsverhältnisses sein. Auch dann darf die Agentur für Arbeit keine Sperrzeit verhängen (LSG Hessen, Urteil vom 18.06.2009, Az. L 9 AL 129/08). Die Vorlage eines medizinischen Attests ist dringend zu empfehlen.

    Quelle:


    http://www.finanztip.de/sperrzeit-arbeitslosengeld/


    runterscrollen bis zum Punkt Überforderung durch die Arbeit

    Zitat

    Das schreiben habe ich meinen Arzt gezeigt und er meinte ich soll nicht drauf reagieren, denn die Krankenkasse möchte wissen wie es zu meiner Krankheit kam und noch weitere persönliche Dinge über mich ausfragen und darüber müsste ich denen keine Auskunft geben.

    Achso..... damit kenn ich mich so gar nicht aus.


    Hab dir eben die kostenlose Servicenummer der Arbeitsagentur rausgesucht.


    Tel. 0800 4 5555 00. Ruf mal an und schau ob du danach schlauer bist. Würde mich sehr interessieren.

    @ :)

    Zitat

    Du solltest als erstes mal bei der kasse anrufen und sehen was sie von dir wollen.


    Das fände ich wichtig.

    Die wollen sie drängen schnellstmöglich wieder arbeiten zu gehen. Ist leider ein bekanntes Phänomen der letzten Jahre:


    https://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article137713656/Wenn-die-Kasse-entscheidet-wann-Sie-gesund-sind.html


    http://www.sueddeutsche.de/news/gesundheit/gesundheit-nicht-verunsichern-lassen-anrufe-der-krankenkasse-verbitten-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140702-99-03757


    http://www.vzhh.de/gesundheit/30757/krankenkassen-fragen-mehr-als-sie-duerfen.aspx


    Der Rat des Arztes ist deshalb gut. Du könntest dir die ständige Anruferei auch schriftlich verbitten. Über die Arbeitsfähigkeit entscheidet der MDK, wenn da etwas Schriftliches kommt, solltest du auf jeden Fall reagieren/widersprechen.

    Du könntest Dir auch schlichtweg durch eine längere Krankschreibung erstmal Luft verschaffen und Dich in Ruhe neu orientieren. Selbst wenn die Lage bzgl. Nichtrückkehr in die 2. Ausbildung klar ist, könntest Du Dir erstmal ein wenig Ruhe verschaffen. Immerhin ist es nicht unwichtig, wie fit Du bist und wie scnell Du wieder arbeiten können wirst. Und da sollte man sich die begrenzte Bezugsdauer des ALG vor Augen führen. Oder ist geplant, dass Du kündigst aber weiterhin krankgeschrieben bleibst? Das wäre erstmal wichtig zu klären.


    Eine Sperre bekommst Du nicht zwangsläufig, aber Du wirst es erklären und ggf. ein wenig kämpfen müssen.


    Grundsätzlich:


    Wie soll es FÜR DICH weitergehen? Was planst DU, unabhängig von den formellen Dingen? Daran solltest Du festmachen, ob es jetzt sofort geht oder Du noch eine Weile krankgeschrieben bleibst.


    Was die Anrufe der KK angehen:


    Die machen halt gerne Druck - und verpacken es gerne unter "Wir wollen doch nur helfen, dass Sie schnell wieder gesund werden". Was hilft: Ein Mal ans Telefon gehen. Keine Details preisgeben, sondern klar sagen, dass Du entsprechend de Diagnose behandelt wirst bzw. Dich um eine intensivere Behandlung kümmerst, aber auf die Hilfe der Krankenkasse dabei verzichten kannst. Und darum bittest, nicht weiter von diesem Dienst kontaktiert zu werden. Ich hatte das nach OP's mehrfach und habe die immer freundlih-bestimmt abgeschmettert.


    Wichtig wäre halt, dass Du eine Diagnose auf der AU-Bescheinigung hast, die auch eine längere Krankschreibung rechtfertigt!


    Kurzum: NICHTS überstürzen und die Kasse ein Mal freundlich aber bestimmt auf Distanz halten.

    Oh ja, das Theater mit der Krankenkasse hatte ich auch durch. Das waren teilweise sehr unverschämte Telefonate. Bei mir damals die TK. Die haben ständig versucht durch umschweife mir Infos aus der Nase zu ziehen, die sie nichts angehen. Ich habe das damals mit meinem Doc besprochen und sie meinte damals, dass ich mit denen nicht zu reden brauche, was meine Krankheit angeht. War bei mir damals auch psychisch in einer ähnlichen Situation wie deine.


    Die TK hat es damals auf die Spitze getrieben. Von Briefen, die angeblich nicht ankamen, die weigerung mir mein Krankengeld auszuzahlen, etc. Ich hab dann alles auf Schriftform beschränkt, habe denen auch gesagt, sie sollen nurnoch per Post kontakt mit mir aufnehmen und habe alles via Einschreiben an den Verein geschickt. Seit es mir wieder gut geht (nach 2 Jahren) und ich wieder arbeiten kann, habe ich die KK gewechselt, da ich mir das nicht nochmal antun will.


    Ich war auch bei einem Arbeitgeber, bei dem es nur darum ging andere zu denunzieren und schlecht zu machen. Dort war einfach nur Krieg pur. Und ich hab das nicht ausgehalten.


    Mein Tipp, was mir geholfen hat: Nimm dir erstmal ne Auszeit. Kündigen musst du nicht, wenn du krank bist, lass dich im Bezug auf deine Krankheit solange krank schreiben, wie du es brauchst und nimm Krankengeld. Dafür ist es schließlich da. Wenn du deine Auszeit hattest und ggf. eine Therapie oder ähnliches gefunden hast, kannst du überlegen wie es jetzt weitergeht.


    Gute Besserung!

    @ Maerad

    Verbreite doch nicht so einen Unsinn.


    Wenn ein ärztlicher Befund vorliegt der besagt dass die Arbeit gesundheitsbedingt nicht ausgeübt werden kann dann gibt es zwei Möglichkeiten.


    1.) Das Arbeitsamt akzeptiert den Befund.


    2.) Das Arbeitsamt zweifelt den Befund an und ordnet eine Amtsärztliche Untersuchung an die diesen Befund bekräftigen soll.


    Das Arbeitsamt kann sich nicht einfach über den ärztlichen Befund hinwegsetzen und der erkrankten Person aufzwingen den Job weiter auszuüben und mir nichts dir nichts Sperren verhängen.

    Danke für eure antworten.Habe gerade bei der Krankenkasse angerufen, war nichts schlimmes. Sie wollten mir nur sagen, dass ich Krankengeld bekomme solange ich krank bin und wie es mir geht. Mir wurde auch gesagt, dass ich auf ärztlichen Rat kündigen kann.


    Ich weiß echt nicht was ich machen soll. Soll ich kündigen und mich weiter krank schreiben lassen.


    Oder erstmal nicht kündigen und mich weiterhin krank schreiben lassen. Ich fühle mich wirklich wie in einem Loch gefangen. Meine Gedanken kreisen um nichts anderes mehr.