Länger krank, schlechtes Gewissen

    Hallo,


    ich bin nun das erste Mal auf der Arbeit wohl länger krankgeschrieben. Ich hatte heute plötzlich massive Kreislaufbeschwerden und bin während der Arbeit doch lieber zum Doc gegangen, eigentlich wollte ich nur checken lassen, das nixs ernsteres ist – doch der Arzt hat mich gleich 2 Wochen krankgeschrieben. Da ich danach eine Gallen-OP habe, werde ich also sicherlich gut 5-6 Wochen ausfallen. Der Arzt meinte ich soll mich "ausruhen " damit endlich Ruhe im Magen und Kreislauf wird.


    Nun plagt mich doch wieder ein schlechtes Gewissen, weil im Grunde geht es mir jetzt nach einer "Wechseldusche" wieder ganz gut und ich bin mir sicher das ich wieder auf Arbeit hätte gehen können. Außerdem haben Kollegen sowieso genug zu tun, also ist mein Ausfall für sie ärgerlich. Theoretisch könnte ich den K-schein ja ignorieren und trotzdem auf Arbeit, andernseits wäre Erholung für mich doch besser, gerade wenn ich sehr viele Gallensteine habe.


    Das hört sich eigentlich völlig sinnfrei an, weil ich eigentlich derjenige bin der immer sagt das man lieber seinen Körper schonen soll wenn der Arzt es sagt.


    Habe ich zurecht ein schlechtes Gewissen oder mache ich mir wieder unnötig einen Kopf?

  • 23 Antworten

    Mit Krankenschein auf Arbeit zu gehen ist keine gute Idee, es ist vielmehr illegal. Entweder du lässt dich gesundschreiben oder du gehst nicht zur Arbeit. Ich würde davon mal abgesehen sagen: du hast ja eine reale Krankheit und bist deshalb zu Recht krankgeschrieben. Kannst du die Operation nicht etwas nach vorn verschieben?

    Ähnliche Probleme habe ich (und viele andere auch) schon bei 2-3 Tagen Krankheit. Man möchte nicht das die Arbeit liegen bleibt oder das die Kollegen zusätzlich belastet werden und eigentlich gehts einem ja garnicht so schlecht und irgendwie hat man ein schlechtes Gewissen weil einem das ja als Krank "feiern" ausgelegt werden könnte.


    Blödsinn ! Du hast dich schlecht Gefühlt, bist zum Arzt und der hat dich auf der Stelle krank geschrieben. Dann bist du auch Krank und brauchst die zwei Wochen Ruhe, die er dir verordnet hat. Dein Chef muss eben für geeigneten Ausgleich sorgen damit die Arbeit nicht komplett liegen bleibt.


    Ignorierst du deinen Körper und deinen Arzt und gehst trotzdem arbeiten dann ist das auf eigenes Risiko. ich weiß nicht wie die Krankenkasse reagiert wenn dann was passiert. Ganz abgesehen davon: Was ist, wenn du arbeiten gehst und sich dein Zustand verschlechtert. Dann fällst du nicht bloß 2 Wochen sondern 2 Monate oder 2 Jahre aus. Auch nicht so richtig wünschenswert.

    der Arzt wird dich nicht aus Jux und Dollerei gleich 14 Tage krank geschrieben haben


    wenn es dir weiterhin gutgeht würde ich bei der Arbeit vorbeischauen und anbieten kleinere Arbeiten zu erledigen. Ich hab auch schon, eigentlich krank geschrieben, meine ganz wichtigen Arbeiten aus dem Büro zuhause erledigt um die Kollegen zu entlasten.

    Zitat

    Mit Krankenschein auf Arbeit zu gehen ist keine gute Idee, es ist vielmehr illegal.

    Stimmt so nicht, soweit ich informiert bin entscheidet der Arbeitnehmer wie fit er sich fühlt und kann jederzeit auch mit ärztlich Attest die Arbeit wieder aufnehmen ohne das er den Versicherungsschutz verliert. Illegal ist das also definitiv nicht.

    Ich denke nicht, dass Du ein schlechtes Gewissen haben musst, aber nachvollziehen kann ich das schon....Ich war in den letzten beiden Jahren auch mehrere Wochen wegen OPs krankgeschrieben und auch wenn kein Kollege mit mir tauschen wollte, hatte ich auch ein schlechtes Gewissen....


    Ich würde aber an Deiner Stelle jetzt schon zu Hause bleiben....Du kannst doch gucken, ob es Dir z.B. nach dem Wochenende deutlich besser geht, dann kannst Du ja immer noch ne Woche vor der OP gehen und alles noch vernünftig übergeben...Heute würde ich nicht gehen...sähe auch komisch aus...Krankschreibung für 2 Wochen und plötzlich gehts Dir am gleichen Tag wieder gut....Das könnte eher bei den Kollegen komisch ankommen....


    Alles Gute für die OP!

    Zitat

    Mit Krankenschein auf Arbeit zu gehen ist keine gute Idee, es ist vielmehr illegal. Entweder du lässt dich gesundschreiben oder du gehst nicht zur Arbeit.

    das ist falsch....eine krankschreibung ist für den patienten nicht verpflichtend....wenn er arbeiten gehen kann und will, muss er sich nicht gesund schreiben lassen...es gibt da auch keine probleme mit der versicherung, sollte etwas passieren...ist ein altes ammen-märchen, dass sich hartnäckig hält....

    te

    gesundheit geht vor...leider ist es in der heutigen zeit üblich geworden, dass man dies ein stück weit vergisst...eben aus dem schlechten gewissen heraus....interessant ist zu sehen, dass die meisten arbeitnehmer eher das schlechte gewissen den kollegen als dem arbeitgeber gegenüber haben...wir werden doch nicht etwa sozial werden ":/ ]:D


    melde dich krank...schick die au und gut is....du kannst ja eventuell deinem chef zu verstehen geben, dass der arzt nun sicher gehen will, dass bei der op nichts schief läuft und deshalb will er, dass du dich auskurierst....dein chef wird das dann schon mit deinen kollegen und der arbeit regeln....ist seine aufgabe....

    quelle: gute-frage.net

    @ Stilgar:

    du hast natürlich vollkommen Recht, ich habe auch noch nie ein Gesundschreibungsformular gesehen. Mein Arbeitgeber forderte von mir, als ich mal frühzeitig wieder arbeiten wollte, einen erneuten Arztbesuch, der das quasi "erlaubt". Da wurde mir auch gesagt, dass ich sonst nicht versichert wäre. Schöner Mist ;-).

    Ich hätte auch ein schlechtes Gewissen wegen der langen Ausfallzeit. Vermutlich würde ich jetzt ein oder zwei Tage warten, wie ich mich fühle und dann gegebenenfalls zur Arbeit gehen. Man kennt doch oft seinen Körper besser als ein Arzt, bei dem man gelegentlich mal aufschlägt.

    pfifferling

    Zitat

    du hast natürlich vollkommen Recht, ich habe auch noch nie ein Gesundschreibungsformular gesehen. Mein Arbeitgeber forderte von mir, als ich mal frühzeitig wieder arbeiten wollte, einen erneuten Arztbesuch, der das quasi "erlaubt". Da wurde mir auch gesagt, dass ich sonst nicht versichert wäre. Schöner Mist

    kein problem...dafür hast du uns ja :)_


    ich denke, dass selbst viele arbeitgeber ein wenig mit allen gesetzen und regelungen überfordert sind , und deshalb nicht genau wissen, wie es laufen muss...auch sie kennen dieses ammen-märchen...jetzt weißt du zumindestens etwas mehr als er ;-)

    monika

    Zitat

    Ich hätte auch ein schlechtes Gewissen wegen der langen Ausfallzeit.

    naja...damit stellst du ja aber das wohlergehen deiner "kollegen" über deine eigene gesundheit...es ist schon gut, wenn man sich etwas gedanken macht, aber in der regel dankt dir das keiner....

    Zitat

    naja...damit stellst du ja aber das wohlergehen deiner "kollegen" über deine eigene gesundheit...es ist schon gut, wenn man sich etwas gedanken macht, aber in der regel dankt dir das keiner..

    Schon klar, er muss natürlich selbst beurteilen, ob er sich arbeitsfähig fühlt, kommt ja auch auf die Arbeit an. Vielleicht freuen sich die Kollegen doch darüber, ein gutes Arbeitsklima ist ja auch wichtig für die Gesundheit.

    Du hast enormen Stress in der Arbeit mit Überstunden, wenn ich mich recht erinnere.


    Bleibe zu Hause.


    Auch ich hatte oft massive Kreislaufprobleme und ignorierte sie stets. Heute weiß ich, dass sie ein Warnzeichen waren.


    Ich kündigte und fiel im neuen Job dann gleich 5 1/2 Wochen aus. Entlassen wurde ich zum Glück nicht. Aber mit geht es heute bedeutend besser als die letzten Jahre.


    Ich war nie wegen einer Grippe krank, schleppte mich immer in die Arbeit. Gedankt wurde es nicht. Im Gegenteil, es wurde immer mehr gefordert. Meine Hörstürze wurden vom Arbeitgeber ignoriert. Ich ging ja immer arbeiten.


    Nimm dir diese Auszeit. Du brauchst sie. :-)

    ich ersetze das "mit" durch "mir" ;-)


    Einige Jahre habe ich diesen Zustand im Job durchgehalten. So ist es nicht. Der Zusammenbruch war dann aber nicht mehr aufzuhalten. Ich habe 2 Jahre zu spät gewechselt. Aber lieber spät als nie.

    Von dem Gedanken, dass es einem gedankt wird wenn man trotz Krankschreibung arbeiten geht muß man sich ganz schnell verabschieden.


    Ich bin direkt nach einem Bänderriss als ich die Kunstoffschiene bekam (mit der man ja so ganz gut laufen kann) gleich in eine extrem stressige 15-Stunden-Schicht zum Kellnern gegangen – ebenso mit einer Kunstoffschiene nach einem Karpaltunnelsyndrom als ich als Schreibkraft arbeitete (da mußte ich dann gleich 100 Umzugskartons von A nach B schleppen, obwohl das auch zig Andere hätten tun können)....ich hätte noch einige andere Beispiele die ich kürzlich auch in einem Parallelfaden gepostet habe.....


    .....ich habe es gemacht, weil ich ebenso eine Einstellung habe wie der hiesige TE, also Du, Rafa88.


    Ich glaube die allgemeine Denke ist: "Naja, wenn er/sie schon arbeiten will oder sich zur Verfügung stellt, dann kann es ja SO schlimm auch nicht sein....".

    Ich hätte auch ein schlechtes Gewissen wenn ich mich krank schreiben lassen würde , besonders wenn es über ein Dienst WE geht. Ich bin immer zur Arbeit gegangen egal wie krank ich war und konnte manchmal wegen extremen Knieschmerzen kaum laufen. Wenn ich ein "gelben Schein " abgegeben würde hätte ich ein schlechtes gewissen wenn einer aus seinen Freien WE für mich arbeiten müsste.


    Aber andere sind dauernd krank und ich muss jedes mal für die einspringen.

    Ich kann aber auch ehrlich gesagt diese Märtyrerhaltung nicht leiden....


    Nur weil man selbst krank zur Arbeit geht, müssen Andere das doch nicht auch tun....Und sich darüber zu beklagen finde ich seltsam....


    Ich bleibe auch nicht mit einem Schnupfen zu Hause, aber wenn ich krank bin, dann tut mir das zwar leid für meine Kollegen, aber das ist dann so....Und im Normalfall (bis auf einige ganz robuste Exemplare) gleicht sich das ja auch aus...wenn man nicht gerade mit Blaumachern zusammenarbeitet....

    Schmidti

    Zitat

    Ich kann aber auch ehrlich gesagt diese Märtyrerhaltung nicht leiden....


    Nur weil man selbst krank zur Arbeit geht, müssen Andere das doch nicht auch tun....Und sich darüber zu beklagen finde ich seltsam....

    Es geht nicht um eine Märtyrerhaltung – "schaut mal her wie ich leide und ich opfere mich trotzdem für Euch" {:( ]:D


    Es geht um ein Kranksein bei dem man sich eigentlich gar nicht so richtig krank fühlt. Der TE schreibt ja auch:

    Zitat

    Nun plagt mich doch wieder ein schlechtes Gewissen, weil im Grunde geht es mir jetzt nach einer "Wechseldusche" wieder ganz gut und ich bin mir sicher das ich wieder auf Arbeit hätte gehen können.

    an dieser Stelle taucht dann das schlechte Gewissen auf. Es gibt ein Kranksein bei dem man sich zwar schonen soll, sich aber nun mal nicht so fühlt.