Langzeitarbeitslosigkeit und das Leben wird immer sinnloser

    Hallo,


    ich komme in letzter Zeit immer öfter zu der Erkenntnis, dass mein Leben immer mehr den Bach herunter geht und ich vielleicht schon gar nicht mehr zu retten bin.


    Ich bin schon lange arbeitslos. Seit 1,5 Jahren bin ich nun krank geschrieben, weil ich auf einen Therapieplatz beim Psychologen warte. Ehrlich gesagt glaube ich nach so langer Zeit aber auch gar nicht mehr dran, dass sich da wirklich noch einer meldet bzw. dass man mich noch mal gesund bekommt.


    Ist das jemanden hier passiert, dass sich ein Therapeut doch noch nach Jahren gemeldet hat?


    Meine Bank hat mir jetzt auch meinen Kredit gekündigt. Bis Ende Februar soll ich nun rund 50.000 Euro zurückzahlen, was ich natürlich nicht kann.


    Die Wahrscheinlichkeit, dass ich je wieder einen anständigen Job bekomme sinkt natürlich auch von Monat zu Monat. Wer stellt schon jemanden ein der jahrelang krankgeschrieben bzw. arbeitslos war?


    Ich würde auch gerne mit Menschen in meiner Situation reden, kenne aber niemanden dem es so geht. Seit ihr auch in so einer Situation und mit wem redet ihr?


    LG

  • 45 Antworten

    Was die 50000€ angeht,könntest Du da nicht versuchen,Privatinsolvenz anzumelden?An Arbeit ranzukommen,geht in deiner Situation wahrscheinlich am besten über Leiharbeit.Ist zwar nicht der Brüller,aber besser als gar nichts.Du solltest schon ein bisschen aktiv werden,auch wenn Du krankgeschrieben bist,noch mehr Warterei zieht dich noch mehr runter.

    Das Problem bei einer Privatinsolvenz liegt ja darin, dass ich dann jahrelang keine neuen Schulden machen darf. Das würde meine Situation ja nur noch weiter verschlechtern.


    Als promovierte Akademikerin irgendwann mal als Leiharbeiterin mit 1000 Euro zu enden ist ehrlich gesagt nicht das was ich mir für mein Leben wünsche. Außerdem kann ich ja schlecht in die Bewerbung schreiben "ich bin momentan krankheitsbedingt noch nicht in der Lage arbeiten zu gehen, aber falls ich in 2 Jahren einen Therapieplatz erhalte und ein halbes Jahr später wieder genesen bin würde ich mich sehr freuen, wenn ich im Jahr 2020 eine Antwort auf meine Bewerbung erhalte."

    Hast du bei den Therapeuten nachgefragt? 1,5 Jahre Wartezeit kommen mir sehr lange vor. Bei wievielen hast du dich auf die Warteliste setzen lassen?


    Gibt's vielleicht die Möglichkeit, dich in (teil-) stationäre Behandlung zu begeben?


    Wer schreibt dich krank? Warst du schon beim Psychiater? So langes Krankschreiben ohne Behandlung kann die Abwärtsspirale verstärken.


    Ich würde zu einem Schuldnerberater gehen, die gibt's bei manchen Institutionen auch kostenlos.


    Alles Gute!

    Zitat

    Seit 1,5 Jahren bin ich nun krank geschrieben, weil ich auf einen Therapieplatz beim Psychologen warte.

    DAS finde ich jetzt echt krass. Wie ist das möglich, dass man soooo lange warten muss?


    Gibt es keine Tagesklinik o.ä., wo es schneller gehen würde?

    Zitat

    Das Problem bei einer Privatinsolvenz liegt ja darin, dass ich dann jahrelang keine neuen Schulden machen darf. Das würde meine Situation ja nur noch weiter verschlechtern.

    Also das absolut wahnsinnigste, das du in deiner Situation machen kannst wäre ja wohl noch weiter Schulden zu machen!


    Was mir bei deinem Post völlig fehlt ist jegliche Eigeninitiative.

    Zitat

    Ist das jemanden hier passiert, dass sich ein Therapeut doch noch nach Jahren gemeldet hat?

    Das klingt jetzt wirklich nicht danach, als würdest du händeringend einen Platz suchen.


    Wie viele Therapeuten hast du denn schon kontaktiert? Warst du schon bei deiner Krankenkasse?


    Schon an eine stationäre Therapie gedacht?


    Bist du wegen deiner psychischen Erkrankung arbeitslos oder hat das andere Gründe?


    Warum schreibt dich ein Arzt permanent krank, kümmert sich aber nicht darum, dass du wo unter kommst?


    Bei mir wirft dein Faden, wie du siehst, nur Fragen auf.

    Zitat

    dass ich dann jahrelang keine neuen Schulden machen darf. Das würde meine Situation ja nur noch weiter verschlechtern.

    Kannst du das mal bitte den Menschen erklären, die wunderbar ohne Schulden leben können?

    @ Line85:

    Jein. Ich muss ja alle 6 Monate zum Hausarzt. Die telefoniert dann immer noch mal die Therapeuten ab, aber ohne Erfolg. Es sind so um die 25 Therapeuten wo ich auf der Liste stehe.


    Teilstationäre Behandlung geht nicht, wir haben hier nur ein ganz normales einfaches Provinz-Krankenhaus. Ich glaube nicht, dass die sowas machen? Stationär geht erst recht nicht. Ich wüsste nicht wer sich dann um meine Kinder kümmern sollte.


    Ich war bei 3 Psychiatern. Der eine hat gesagt ich habe kein psychiatrisches Problem und mich gleich wieder weggeschickt. Der zweite Psychiater hat mich 2 Jahre lang erfolglos behandelt. Er riet mir dann zur Psychotherapie. Dann war ich bei einem dritten Psychiater in einer Klinik. Der riet mir dann mein Hausarzt solle mir Medikamente verschreiben, was dieser aber nicht getan hat.


    Bei der Schuldnerberatung war ich schon ein paar Mal. Die erzählen mir jedes Mal ich könnte eine Stundung der Raten beantragen oder solle der Bank einfach mitteilen, dass ich momentan arbeitslos bin. Aber das alles interessiert die Bank gar nicht.

    @ Antigone:

    Hier gibt es nur eine Tagesklinik der AWO für richtig Kranke. Also das sind dann mehr so geistig Behinderte. Außerdem ist es mir zeitlich wegen den Kindern erst möglich dort am späten Vormittag aufzukreuzen und gegen 16 Uhr müsste ich dann schon wieder zuhause sein.


    Naja und wenn ich ehrlich bin sind die Internet-Bewertungen dieser Klinik mit einer glatten 5,0 auch nicht wirklich überzeugend.

    Zitat

    Als promovierte Akademikerin irgendwann mal als Leiharbeiterin mit 1000 Euro zu enden ist ehrlich gesagt nicht das was ich mir für mein Leben wünsche.

    Ich kenne einige Akademiker, die über Zeitarbeit ziemlich gut bezahlte Jobs bekommen haben.


    Wenn du absolut gar nicht in der Lage bist, arbeiten zu gehen, solltest du tatsächlich an eine stationäre Behandlung denken. Dort gibt es auch einen Sozialdienst, der dir für die Zeit danach auch beruflich helfen bzw dich beraten kann.

    was GENAU hindert dich denn daran, arbeiten zu gehen? man MUSS ja nicht krangeschrieben sein. es hört sich für mich irgendwie so an, als würdest du dich jetzt darauf ausruhen und sagen "naja, die schreiben mich ja krank und keiner meldet sich, also kann ich nicht arbeiten gehen, ich bin ja nicht gesund". :-/

    Liebe Manuela,


    jetzt mal ganz pragmatisch gefragt, was machst Du mit den Kindern wenn Du (was ich natürlich nicht hoffe) einen Unfall hast oder irgendetwas, dass Dich von jetzt auf hier ins Krankenhaus zwingt ?


    Eine Vollstationäre Therapie ist von langer Hand planbar und ich bin sicher, es gibt auch andere alleinerziehende Mütter, die an solchen Therapien teilnehmen.


    Ich denke nur hinsetzen und weitere halbe Jahre abwarten und kein Geld und keine Arbeit zu haben ist nicht der richtige Weg, um etwas zu ändern muss man auch etwas tun.


    Ich hatte vor 10 Jahren auch viele Schulden und habe mich mühevoll da rausgearbeitet, heute habe ich ein Guthabenkonto und ein Sparkonto mit Geld drauf, gehen tuts......


    Alles Liebe,


    Dackellove

    Hat sich jetzt etwas überschnitten .

    Zitat

    Es sind so um die 25 Therapeuten wo ich auf der Liste stehe.

    Wenn du bei sovielen Therapeuten auf der Warteliste stehst und die dir keinen Therapieplatz anbieten können (was ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, gerade weil du zeitlich ja wahrscheinlich flexibler bist als Arbeitende , dann kannst du auch zu Therapeuten gehen, die nur Privatpatienten nehmen und über das Kostenerstattungsverfahren dann abrechnen können. Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall bei deiner Krankenkasse anrufen und die Situation schildern. Auch über die Kassenärztliche Vereinigung kannst du Therapeuten erfragen, die in deiner Nähe sind. Alle sechs Monate mal Therapeuten anrufen, ist zu wenig, telefoniere selbst nochmal alle ab, 6-8 Monate warten, kann passieren, aber so lang warten müssen bei scheinbar zahlreichen Therapeuten ist nicht nachvollziehbar. Kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die Hausärztin hinsetzt und 25 Therapeuten anruft, die häufig ja eher eingeschränkte Telefonzeiten (einmal die Woche o.ä.) haben. Ruf du an, schreibe E-Mails... Kümmere dich aktiv drum (ich weiß nicht, welche Symptomatik du hast, ob das möglich ist).


    Ich frage mich nur, wie das weiter gehen soll. Alle halbe Jahr sich krank schreiben, hilft dir ja auch nicht.

    Zitat

    . Die erzählen mir jedes Mal ich könnte eine Stundung der Raten beantragen oder solle der Bank einfach mitteilen, dass ich momentan arbeitslos bin

    Dann sollen sie dir ganz konkret sagen, wie man das beantragt und dir dabei helfen. Bleibe auch da dran.

    Zitat

    Ich war bei 3 Psychiatern. Der eine hat gesagt ich habe kein psychiatrisches Problem und mich gleich wieder weggeschickt. Der zweite Psychiater hat mich 2 Jahre lang erfolglos behandelt. Er riet mir dann zur Psychotherapie. Dann war ich bei einem dritten Psychiater in einer Klinik. Der riet mir dann mein Hausarzt solle mir Medikamente verschreiben, was dieser aber nicht getan hat.

    Gibts überhaupt eine gescheite Diagnose und wer hat die gestellt? Einer der Psychiater oder der Hausarzt?


    Und anderthalb Jahre warten? Also wenns mir so beschissen geht das ich 1,5 Jahre krank geschrieben bin, hätte ich mich längst bei der Krankenkasse beschwert und um Hilfe gebeten.

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    Und was soll ich mit den Kindern machen, wenn ich ins Krankenhaus gehe?

    Alleinerziehend? Es gibt doch sicher einen Vater zu den Kids? DAnn in die Pflicht nehmen. Wie siehts mit Oma/Opa oder anderen Verwandten aus? Glaub mir da gibts wege - notfalls über eine Kurzzeitpflege vom Jugendamt.