Lüften nützt nichts / Schimmel

    Hi,


    es geht um Schimmelbildung. In letzer Zeit habe ich das Problem, dass obwohl ich Stoßlüfte die Luftfeuchtigkeit aus dem Zimmer nicht entweicht. Ich öffne immer das eine Fester im Zimmer und dann noch das aus der gegenüberliegende Küche, damit ein Luftstrom entsteht. Leider sind die Bedingungen draußen ziemlich wie innen, sodass kein Zug entsteht. Jetzt habe ich diesen schimmiligen Geruch im Zimmer, ohne Schimmelbildung (kommt wahrscheinlich noch). Die Luftfechtigkeit ist oft im Bereich >60-70%.


    Was kann man da machen?

  • 24 Antworten

    Heizen - die Luft muss vor und nach dem Lüften in der Wohnung wärmer sein als draußen, und eine feuchte Wohnung darf generell nie zu stark abkühlen.


    Ist das eine Souterrain-Wohnung? Anders kann ich mir die Luftfeuchtigkeit nicht erklären. Das ist eindeutig zu hoch. Du könntest mal die Feuchtigkeit der Mauern messen lassen, ob ein Baumangel vorliegt. Schimmel ist immer ein ziemliches Ärgernis, gerade zwischen Vermieter und Mieter. In der Regel liegt es aber tatsächlich am Lüftungs- und Heizverhalten.


    Durchzug ist auch nicht immer die beste Lösung, weil sie möglicherweise an bestimmten Zimmerwinkeln vorbeiströmt. Nach dem Lüften verteilt sich alles wieder gleichmäßig, und gerade der bodennahe Bereich ist oft deutlich kühler an den Wänden abseits der Heizung, und dort kann die Luftfeuchtigkeit dann am Schnellsten kondensieren. Und dann hast du Schimmel. Am schnellsten hinter Schränken oder so. Kühle Wand, wenig Luft. Gerade im Souterrain sollte man manche Zimmer bei gutem Temperaturgefälle tatsächlich auch mal bei geschlossener Zimmertüre lüften, damit sich die kühle Luft im ganzen Raum bis in jede Ecke ausbreitet.


    Wie ist deine Durchschnittstemperatur im Raum?

    Verhueter schrieb:

    Verwaltung Bescheid geben und Baumängel beseitigen lassen.

    Der Vermieter muss nachweisen, dass keine Baumängel vorliegen, das ist richtig. Baumängel sind aber meistens Wärmebrücken. Die können nicht die hohe Luftfeuchtigkeit erklären. Und um 70% Luftfeuchtigkeit trotz Lüften zu erreichen, müssten die Wände bei einem Baumangel dann schon fast triefen.


    Mit dem Tipp wäre ich vorsichtig, denn wenn der Vermieter einen Sachverständigen beauftragt, der dann bescheinigt, dass der Bau gemäß seines Baujahres (wichtig!) nach den allgemein gültigen Vorschriften sachgemäß erstellt wurde, dann darf der Mieter anschließend die Kosten des Sachverständigen übernehmen.


    Auch vor Gericht geht es tendenziell eher zu Ungunsten des Mieters aus. Wenn man den Mieterbund fragt, kommt natürlich genau diese Antwort: Vermieter in die Pflicht nehmen. Aber tatsächlich setzen die Gerichte ein Lüft- und Heizverhalten (gerade in älteren Gebäuden) als hinnehmbar voraus, dass die meisten Mieter dabei blass werden und mit einem langen Gesicht wieder heimgehen. Es soll ja schon ja schon Mieter gegeben haben, die messen die Außenwand eines Raumes und ziehen bei 16°C vor Gericht, wenn sich Schimmel bildet. Leider ist laut DIN-Norm ein Wert bis 12,6°C erlaubt und der Bewohner muss sich entsprechend verhalten. Das nur mal so nebenbei bemerkt, bevor man pauschal Baumängel unterstellt ;-)

    Ich arbeite schon jahrelang in der technischen Abteilung einer Wohnungsgesellschaft. Zu

    90 % rührt Schimmelbildung tatsächlich von falschem Wohnverhalten her.... Wäsche in der Wohnung aufhängen... Raumhohe Schränke an den Außenwänden ...falsches Heizen und vor allem zu wenig Lüften. Es gibt Geräte wo man das Heiz und Lüftverhalten aufzeichnen und auswerten kann. Da kamen oft die kuriosesten Szenarien zu Tage.

    Wurden bei dir in letzter Zeit neue Fenster eingebaut? Da tun sich viele Menschen schwer mit dem bewussten Öffnen der Fenster .. da bei den älteren Fenstern durch deren "Undichte" mehr oder weniger ein automatischer Luftaustausch erfolgte.


    Schimmel durch Baumängel ... dadurch entstehende Wärmebrücken, sind in der Regel kaum verantwortlich für den Schimmelbefall.

    Durchschnittstemperatur habe ich jetzt nicht, aber wohl so um die 20-22°C geschätzt.


    Das mit der Heizung ist richtig. Normalerweise mache ich das auch so, dass die Heizung an ist und dann gelüftet wird. Nachdem schließen der Fester fahre ich die Heizung wieder hoch. Das hatte ich allerdigns vergessen zu erwähnen. Wenn die Heizung bei mir im Zimmer auf Stufe 5 ist, wird da nicht viel Wärme freigesetzt. Ich kann ohne Probleme meine Hand sehr lange auf dem Heizkörper lassen und es fühlt sich nur lauwarm an. Kann das nicht auch eine Fehlerquelle sein, dass der Raum einfach nicht genug geheizt wird durch die schwache Leistung der Heizung? Also müsste der Hausmeister mal auf die Heizung schauen, ob da alles ist?


    Ansonsten kann ich es mir nicht erklären. Die Feuchtigkeit geht ja auch bei entsprechend kühlem Wetter und Wind schnell raus und sinkt bis zu 40%. Allerdings steigt der Wert relativ schnell wieder auf die 60-70% an. Obwohl ich nach dem Lüften die Heizung auf volle Pulle stelle.


    Wäsche wird im Trockner getrocknet bei uns.

    B738 schrieb:

    Die Feuchtigkeit geht ja auch bei entsprechend kühlem Wetter und Wind schnell raus und sinkt bis zu 40%. Allerdings steigt der Wert relativ schnell wieder auf die 60-70% an.

    Die relative Luftfeuchtigkeit kann ohne Feuchtigkeitszufuhr eigentlich nur steigen, wenn der Raum nach dem Lüften abkühlt. Das ist aber in dieser Jahreszeit sehr unwahrscheinlich, normalerweise erwärmt sich der gelüftete Raum und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt sogar noch.


    Nach allem, was du schilderst, musst du irgendwo einen Feuchtigkeitsproduzenten in der Wohnung haben. Kochen, Waschen, Duschen, ausgiebige Dampfbäder, nasse Wände, Großfamilie ... ich befürchte, da wirst du noch etwas Hirnschmalz investieren müssen.


    Ist die Badezimmertür beim Duschen geschlossen? Ist die Küchentür beim Kochen geschlossen? Werden die Räume danach bei geschlossener Tür stoßgelüftet?


    Das sind die einzigen Tipps, die mir noch einfallen.

    Ich habe auch Feuchtigkeitsprobleme in der Wohnung. Eigentlich nur im Schlafzimmer, weil ich da nicht komplett hochheize. Ein bisschen heize ich, da aber durch die Katzen alle Türen in der Wohnung offen sind, ist das natürlich der kälteste Raum. Schlecht.


    Im Sommer hab ich keinerlei Probleme. Wenn Schimmel im Winter kommt (und er kommt immer in den Ecken und am Fenster) entferne ich den danach mit Chlor und bin den Sommer über komplett Schimmelfrei...


    Ich ziehe nächsten Sommer/Herbst aus, dann bauen wir ein Haus mit Be-und Entlüftung, dann gibt sich das Problem sicherlich.


    Jetzt wo ich daheim bin lüfte ich tatsächlich sogar 3 mal am Tag. Damit ist es schon mal deutlich besser als letztes Jahr, aktuell hab ich nur angelaufene Fenster im Schlafzimmer, kein runterinnendes Wasser wie die letzten Jahre...


    Aer wenn wir hier dichten Nebel haben, bringt das Lüften halt auch nicht viel, solange es herinnen nicht extrem aufgeheizt ist. (ich zahl eh schon 180 EUR Nebenkosten für 70qm. Noch mehr heize ich sicher nicht....

    Ich habe aktuell einen Feuchtigkeitsfleck in der Ecke des Arbeitszimmers (Ecke Zimmerdecke). Vermieter: "Richtig lüften und heizen". Tja, ich schlafe dort nicht, ich stoßlüfte laut Anweisung, die Heizung läuft den ganzen Tag auf höchster Stufe.

    Netterweise ist dort ein Dachüberstand und die Mieter über mir hatten dort im Sommer einen Wasserschaden, weil Dach undicht (Baujahr 2014, aber nur Pfusch). Es ist mein 4. Winter in der Wohnung und bis jetzt gab es nie Probleme.

    Im daneben liegenden Schlafzimmer, wo ich NULL heize, jede Nacht schlafe, auch im Winter mit gekipptem Fenster,...: NULL Schimmel. Dabei ist es dort echt kalt drin.


    Tja, was soll man sagen. Natürlich ist es der Mieter, der alles falsch macht. %-|


    Aber 60-70% Luftfeuchtigkeit in einerm Wohnung sind nicht normal. Da sollte man die Ursachen finden.

    Comran schrieb:

    Nach allem, was du schilderst, musst du irgendwo einen Feuchtigkeitsproduzenten in der Wohnung haben. Kochen, Waschen, Duschen, ausgiebige Dampfbäder, nasse Wände, Großfamilie ... ich befürchte, da wirst du noch etwas Hirnschmalz investieren müssen.


    Ist die Badezimmertür beim Duschen geschlossen? Ist die Küchentür beim Kochen geschlossen? Werden die Räume danach bei geschlossener Tür stoßgelüftet?

    Na ja, die Küche hat bei uns schonmal gar keine Tür. Beim Duschen ist die Tür geschlossen, allerdings kann es dort schonmal recht heiß werden. Nasse Wände kann nicht beurteilen, Augenscheinlich nichts auffällig.


    Nach dem Kochen könnte man versuchen Stoßzulüften. Im Badezimmer haben wir leider kein Fenster. Das Wohnzimmer ist auch gar nicht davon betroffen. Schlafzimmer 1, 2 ein wenig (allerdings auch nur zum Schlafen genutzt), Zimmer 3 in dem ich bin (relativ Klein) ist es am heftigstens (vor allem wegen dem Geruch). Ich bin aber auch die ganze Zeit im Zimmer, heißt jetzt durch Corona 23-24 Stunden.


    Im Sommer habe ich tatsächlich auch null Probleme mit Schimmelbildung. Dieses Phänomen kommt immer zum Winter.

    Wenn der Heizkörper voll aufgedreht nicht glüht liegt wohl daran, dass ausnahmsweise mal die Heizkurve gut eingestellt ist und das ist auch gut so. Leider ist das ein Irrglaube, dass es nur warm wird, wenn der Heizkörper glüht.

    sugarlove schrieb:

    Ein bisschen heize ich, da aber durch die Katzen alle Türen in der Wohnung offen sind, ist das natürlich der kälteste Raum. Schlecht.

    In der Tat. Die moderate Luftfeuchtigkeit der normal geheizten Wohnung wandert ja auch ins kühle Schlafzimmer und steigt dort dann an. Dann kommt es darauf an, wie stark das Temperaturgefälle zwischen Wandtemperatur und Raumtemperatur ist. Wenn der Taupunkt in der Wand liegt, wird sie feucht und Schimmel ist vorprogrammiert.


    Übrigens braucht Schimmel Nahrung. Tapetenkleister und Tapete sind eine super Nahrung für Schimmel. Rauputz gar nicht. Was ebenfalls hilft, ist unter der Tapete an den riskanten Stellen ein Kalkanstrich bzw. ein anderer Anstrich mit hohem pH-Wert. Mag Schimmel gar nicht. Kann man mit atmungsaktiver Wandfarbe und gelöschtem Kalk (Weißkalk) selbst herstellen.

    sugarlove schrieb:

    Wenn Schimmel im Winter kommt (und er kommt immer in den Ecken und am Fenster) entferne ich den danach mit Chlor und bin den Sommer über komplett Schimmelfrei...

    Wenn du Tapete hast, wird sich der Schimmel unter der Tapete längst ausgebreitet haben. Außen sieht man da nicht viel. Der Vermieter oder Nachmieter wird sich über so eine kosmetische Lösung "freuen", wenn die Tapete mal entfernt wird. Mit etwas Pech ist der Schimmel dann schon in den Putz eingezogen und die Wand muss komplett saniert werden.

    sugarlove schrieb:

    Ich ziehe nächsten Sommer/Herbst aus, dann bauen wir ein Haus mit Be-und Entlüftung, dann gibt sich das Problem sicherlich.

    Oh, warte mal ab ;-D. Der ständige leichte Zug verzeiht absolut keine Baumängel.

    B738 schrieb:

    Im Badezimmer haben wir leider kein Fenster.

    :-/

    B738 schrieb:

    Ich bin aber auch die ganze Zeit im Zimmer, heißt jetzt durch Corona 23-24 Stunden.

    Wenn du dich fast ausschließlich im Zimmer aufhältst, atmest du am Tag ca. 1 Liter Wasserdampf aus. Lass mal einen Topf mit einem Liter Wasser verkochen, dann merkst du, wieviel das ist.


    Ich würde den Raum mit geschlossener Zimmertüre mindestens 4x am Tag gut durchlüften.


    Da du aber schon den Schimmelgeruch bemerkst, wird vermutlich auch Schimmel da sein. Sicherheitshalber solltest du mal die Möbel an den Wänden wegrücken und die Wände kontrollieren.

    Comran schrieb:

    Oh, warte mal ab ;-D. Der ständige leichte Zug verzeiht absolut keine Baumängel.

    Oh, dann wurde unser Haus wohl perfekt gebaut! Wir wohnen seit 11 Jahren in unserem Haus mit KWL und hatten noch nie eine feuchte Wand oder irgendwo Schimmel.

    Tja, und die heutzutage massiv isolierten Häuser ohne Lüftungsanlage verzeihen keine Fehler beim Lüften...

    Ich mache mich gerade schlau bzgl. Bauen mit Ytong und ohne künstliche Isolierung... Aber das wird zu sehr OT.


    23-24 Stunden in einem Zimmer verzeihen aber wirklich keine mangelnde Lüftung. Dass das erforderlich ist, merkt man doch aber selber an völlig abgestandener Raumluft, oder nicht?