lügen für die vorgesetzte?!

    hallo,

    ich arbeite im pädagogischen bereich bei einem träger. eine kollegin von mir hat aus privaten gekündigt, ich war für eine andere stelle vorgesehen, bin jetzt aber aufgrund der corona-krise in kurzarbeit. jetzt soll ich jedoch kommende woche ein neues sozialprojekt leiten, allerdings fehlt mir 2 jahr erfahrung in der erwachsenenbildung mit behinderten. die vorgesetzte ist der meinung, ich soll das irgendwie im lebenslauf "dazuschummeln" und zwar in form einer privaten nachhilfe, weil ja dafür keine nachweise verlangt werden können. das muss dann aber an den auftraggeber/leistungsträger geschickt werden, der unter anderem auch in kontakt mit den behörden steht und das jederzeit nachprüfen kann und kontrollen durchführen kann.

    ich würde sehr ungern lügen wollen, einerseits aus moralischen gründen, andererseits aus selbstschutz.


    dennoch spielt die angst mit, gekündigt zu werden, auch wenn ich im herbst ein neues studium aufnehme.


    was meint ihr dazu?


    *:)

  • 71 Antworten
    Verhueter schrieb:

    Auf keinen Fall!

    und wie würdest du argumentieren, falls du eventuell einen wütenden anruf von der vorgesetzten bekommst? derzeit kommunizieren wir eigentlich nur über den standortleiter, der zum glück meine situation nachvollziehen kann.

    meine chefin arbeitet zwar in meiner stadt, aber nur im home office und ist ganz selten vor ort.

    ganz einfach: dafür bin ich nicht ausgebildet.


    dein argument „selbstschutz“ kann ich sehr gut nachvollziehen.


    lebensläufe kann man kaschieren, aber tätigkeiten hinzufügen wofür man keine nachweise hat, ist schon kriminell.


    und deine chefin fein raus, denn du machst die unwahren angaben.


    deshalb kurz und bündig:

    Zitat

    Auf keinen Fall!

    kannst du dir abends sonst noch in den spiegel schauen?

    Du kannst gekündigt werden, wenn die Lüge auffliegt, auch nach vielen Jahren.

    Das Mitwissen durch die Vorgesetzte macht dich dann schnell erpressbar.

    Zitat

    erwachsenenbildung mit behinderten

    ich sehe das problem, wenn jemand zu schaden kommt oder in krisen nicht adequat reagiert. dann bist du im a*sch.

    Zitat

    dennoch spielt die angst mit, gekündigt zu werden

    ":/ bei solchen aufforderungen würde ich freiwillig das weite suchen

    Schlag doch der Chefin mal vor, dir schriftlich mit Stempel und ihrer Unterschrift zu bescheinigen, dass sie dich zu dieser Lüge aufgefordert hat. Mal schauen, wie sie darauf reagiert.

    Also nicht dass das rechtskräftig wäre, sondern nur um zu schauen was sie wohl dazu sagt. Vielleicht kapiert sie dann, was sie da fordert.

    Calideya schrieb:

    was meint ihr dazu?

    Einfach freundlich bleiben: "Sehr geehrte Frau xyz, ich kann nur Tätigkeiten ausführen, für die ich auch tatsächlich qualifiziert bin. Bitte planen sie mich im Rahmen meiner Qualifikation ein."


    Sollte die Vorgesetzte das Spiel bei weiteren Mitarbeitern wiederholen (Suche nach dem schwächsten Glied), wäre die große Keule angesagt: Betriebsrat (gibt's sowas?), Geschäftsführung, bis zur Meldung beim Auftraggeber/Leistungsträger oder den Aufsichtsbehörden. Vorher solltest du aber auch irgendwas als Beweis haben.

    Dorfnixe schrieb:

    Schlag doch der Chefin mal vor, dir schriftlich mit Stempel und ihrer Unterschrift zu bescheinigen, dass sie dich zu dieser Lüge aufgefordert hat. Mal schauen, wie sie darauf reagiert.

    Also nicht dass das rechtskräftig wäre, sondern nur um zu schauen was sie wohl dazu sagt. Vielleicht kapiert sie dann, was sie da fordert.

    Das habe ich auch schon meinem Regionalleiter gesagt, als er mir das von der Chefin weitergesagt hat.

    DarkerShark schrieb:
    Calideya schrieb:

    was meint ihr dazu?

    Einfach freundlich bleiben: "Sehr geehrte Frau xyz, ich kann nur Tätigkeiten ausführen, für die ich auch tatsächlich qualifiziert bin. Bitte planen sie mich im Rahmen meiner Qualifikation ein."


    Sollte die Vorgesetzte das Spiel bei weiteren Mitarbeitern wiederholen (Suche nach dem schwächsten Glied), wäre die große Keule angesagt: Betriebsrat (gibt's sowas?), Geschäftsführung, bis zur Meldung beim Auftraggeber/Leistungsträger oder den Aufsichtsbehörden. Vorher solltest du aber auch irgendwas als Beweis haben.

    Ist bestimmt nicht das erste Mal, dass sie "getrickst" hat, nehme ich mal an. Deshalb vielleicht auch die hohe Fluktuation.

    Der private Bildungsbereich ist halt eine knallharte Branche, da kommt man anscheinend mit Aufrichtigkeit nicht weit :(

    Ich würde fragen, ob die fehlende Qualifikation parallel nachgeholt werden kann. Ich kenne das zB von Meisterprüfungen, die man zunächst ohne die Praxisjahre ablegen durfte, sofern man sie im Anschluss nachholen konnte. Vielleicht kannst du das beim Träger erfragen? Oder welche Behörde da auch zuständig sein mag.

    Ja, die Idee hatte mein Regionalleiter auch.

    Die Entscheidungsprozesse in der Firma dauern aber meistens länger und die Kommunikation in der Führungsebene klappt nicht so, wie es sein sollte.


    Mein letztes Wort an den Regionalleiter war eben, dass ich es nicht mache, ich nix dazudichten kann, was ich nicht habe und dass mein Lebenslauf, so wie er ist, so an die Behörde geschickt werden kann.

    Die Chefin würde laut meines Regionalleiters dann die Unterlagen abschicken und vorher noch eine Unterschrift drunter setzen.


    Heute Nachmittag habe ich nichts mehr von der Chefin gehört, aber mir mir geht jetzt die Angst durch, schnell gekündigt zu werden und in der Krise jetzt ohne dazustehen.


    Andererseits macht mir das alles Sorgen, da ich erst seit ca. 2 Monaten dabei bin und ein solches Chaos herrscht (Mitarbeiterwechsel, ständige Neubesetzung von Projekten, ...).