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    Ich habe meinen Job nicht bewusst aufgegeben sondern aus gesundheitlichen Gründen und musste mich dadurch zwangsläufig umorientieren. Praktisch könnte ich auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht arbeiten - höchstens wenige Stunden in der Woche. Da ist es aber schwierig, etwas in meiner Region zu finden. Bei meiner freischaffenden Tätigkeit habe ich wesentlich mehr Möglichkeiten mich auf meine Gesundheit einzustellen und kann nebenbei was dazu verdienen und das gar nicht mal so schlecht.


    Wäre ich gesund, hätte ich was völlig neues gelernt, z.B. Physiotherapeutin. Da das auch ein Bereich ist, der mich schon lange interessierte.


    Daher wäre ich um eine berufliche Umorientierun früher oder später nicht herumgekommen.

    Entschuldige, aber das ist ein bisschen um den heissen Brei herumgeschrieben...


    Wärst du jetzt alleinstehend, hättest du dich eben nicht mal ebenso verwirklichen können. Das ist Fakt. Dann wärst du beim Amt gelandet oder hättest Frührente beantragen müssen etc. was Monate dauern kann und sehr müßig ist...


    Und mal eben umsatteln? Wer zahlt das? Eine Umschulung bekommst du noch relativ gut, wenn du noch jung bist...aber wenn du die 40 überschritten hast, gibt es keine Umschulung mehr - da bist du nur noch Hilfsarbeiter für das Amt.


    Also, freu dich, das du einen Mann hast, der alles zahlt und du dich deswegen verwirklichen durftest :)z Ansonsten wäre das schlicht nicht möglich in unserem System.

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    Wärst du jetzt alleinstehend, hättest du dich eben nicht mal ebenso verwirklichen können. Das ist Fakt. Dann wärst du beim Amt gelandet oder hättest Frührente beantragen müssen etc. was Monate dauern kann und sehr müßig ist...

    Ob Amt oder Rente... man kann trotzdem nebenbei Arbeiten bzw. etwas dazu verdienen. Was man macht und wie man es umsetzt ist dabei doch völlig wurscht.

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    Und mal eben umsatteln? Wer zahlt das? Eine Umschulung bekommst du noch relativ gut, wenn du noch jung bist...aber wenn du die 40 überschritten hast, gibt es keine Umschulung mehr - da bist du nur noch Hilfsarbeiter für das Amt.

    Wieso soll man mit über 40 keine Umschulung vom Amt bezahlt bekommen? Sicher geht das unter bestimmten Bedingungen. Denn eine Umschulung gibts schließlich auch nur, wenn man entweder seinen Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann oder, wenn es sehr schwierig ist im gelernten Job eine Arbeit zu finden.


    Eine reguläre Ausbildung wäre auch möglich. Natürlich muss man dann auch irgendwie mit dem Ausbildungsgehalt klarkommen und das fällt, je nach Branche unterschiedlich aus.

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    Also, freu dich, das du einen Mann hast, der alles zahlt und du dich deswegen verwirklichen durftest :)z

    Sicher ist es hilfreich, wenn man einen Partner hat der verdient und bei seinen Plänen unterstützt. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Aber, wenn andere diese Möglichkeit nicht haben oder aus diversen Gründen nicht nutzen wollen, dann ist das nicht mein Bier. Ich habe eben das beste aus meiner Situation gemacht. Nichts anderes würde ich jeden anderen Raten, eben alle Möglichkeite die man hat auszuschöpfen. es kommt natürlich immer auf die Lebensumstände an, das will ich sicher nicht bestreiten und je nach Lage ist sicher nicht immer alles so umsetzbar wie man gerne möchte. Ich kann aufgrund meiner Lage auch nicht alles machen was ich gerne wöllte. Das ist dann eben so und damit muss ich leben.

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    Aber man könnte langweilige und stupide Arbeit besser aufteilen oder als Teilzeitlösung anbieten, damit die Menschen nicht dran kaputt gehen.

    Das muss man sich erstmal leisten können, wenn man weniger Geld bekommt.


    Das läuft dann doch auch wieder darauf hinaus, dass nur ein eingeschränkter Personenkreis (geerbte Wohnmöglicheit, keine Mietkosten etc) solche Lösungen in Anspruch nehmen kann oder ein Teil der finanziellen Last auf den Partner abgewälzt wird. Dann macht man sich wieder abhängig von anderen. Alles nicht so ideal, dann doch lieber neuer Beruf statt Teilzeit.

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    Ob Amt oder Rente... man kann trotzdem nebenbei Arbeiten bzw. etwas dazu verdienen. Was man macht und wie man es umsetzt ist dabei doch völlig wurscht.

    Das ist, entschuldige, Blödsinn.Wenn du in den Fängen des Amtes bist, darfst du dich bewerben, an Sinnlosmaßnahmen teilnehmen, evtl mal einen 1€ Job machen etc. Da ist weder das Geld noch die Zeit (wenn du in einer Maßnahme steckst) sich zu verwirklichen. Du hast nicht gerade viel Ahnung von diesem System oder? Und dazuverdienen darfst du und wird dir dann bis auf 100€ alles verrechnet.

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    Wieso soll man mit über 40 keine Umschulung vom Amt bezahlt bekommen? Sicher geht das unter bestimmten Bedingungen.

    Weil das so ist. Wird natürlich nicht offiziell gesagt, aber unter der Hand wird das so beim Jobcenter gehandhabt. Dann musst du eben die Jobs nehmen/Zeitarbeit die keiner will und wokeine Qualifikation gefordert ist. Kannst dir ja denken, was das für Jobs sind.

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    Wieso soll man mit über 40 keine Umschulung vom Amt bezahlt bekommen? Sicher geht das unter bestimmten Bedingungen.

    Auch blödsinn,wenn du nicht gerade bei ner Bank anfängst... wer kann denn von 300-400€ seine Mite,essen etc. zahlen? Auch das kann man nur machen, wenn Männe/Partner alles zahlt ;-)

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    Aber, wenn andere diese Möglichkeit nicht haben oder aus diversen Gründen nicht nutzen wollen, dann ist das nicht mein Bier.

    nicht nutzen wollen ist nonsens. Nicht haben, ist richtig. Das stimmt, ist nicht dein Bier, aber dann schreib hier auch nicht so allgemeingültig und scheinbar richtige Dinge, die nicht stimmen.

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    Und 25 Stunden Übel wären zumindest weniger als 40 Stunden Übel.

    Aber guck mal, das klang sonst noch ganz anders bei dir, also hat sich doch was getan :)z . Früher wärst du nicht bereit gewesen, weniger Verdienst für mehr Freizeit hinzunehmen.


    Vielleicht doch nochmal umgucken nach ner anderen Büro-teilzeitstelle?

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    Das muss man sich erstmal leisten können, wenn man weniger Geld bekommt.


    Das läuft dann doch auch wieder darauf hinaus, dass nur ein eingeschränkter Personenkreis (geerbte Wohnmöglicheit, keine Mietkosten etc) solche Lösungen in Anspruch nehmen kann oder ein Teil der finanziellen Last auf den Partner abgewälzt wird. Dann macht man sich wieder abhängig von anderen. Alles nicht so ideal, dann doch lieber neuer Beruf statt Teilzeit.

    Ich arbeite Teilzeit und wir haben eine sehr teure Mietwohnung (1200 Euro warm, weil Ballungsgebiet in einer der teuersten Regionen Deutschlands).


    Mein Partner und ich haben Jahrelang die Mietkosten 50:50 getragen, als ich noch Vollzeit gearbeitet habe, jetzt machen wir 60:40, damit ich nicht ganz so blank bin am Ende des Monats. Ansonsten zahle ich meinen Anteil an allem selbst, also Essen, Kleidung, Auto usw.


    Es geht. Natürlich hab ich weniger Geld als früher, aber wenn man ein bisschen aufs Geld achtet ist es fast immer möglich, 30 oder 35 statt 40 Stunden zu arbeiten. Man hat ja auch weniger Abzüge für Steuern und Sozialabgaben.


    Und wenn man bereit ist, dann halt am Kinotag statt am Samstagabend ins Kino zu gehen und auf die Kanaren statt in die Karibik zu fliegen muss die Lebensqualität nicht drunter leiden.

    Stimmt, Twilight, da hat sich jetzt schon was gedanklich in mir verändert.


    Weniger Verdienst würde ich mittlerweile in Kauf nehmen für mehr Freizeit.

    @ Parvati:

    ja das wäre auch mein Wunsch, einen Partner zu haben mit dem man finanziell so abgesichert ist, dass der eigene Beruf quasi Hobby ist und man darauf eigentlich gar nicht angewiesen ist. Dann könnte man verschiedenes probieren und es wäre egal ob es lukrativ ist oder kaum Geld bringt. Aber das ist ja bei mir leider nicht der Fall.


    Auch als Kind hatte ich keinen Berufswunsch. Erwachsensein war so weit weg und darüber habe ich nicht nachgedacht. Ballerina wollte ich eine Zeitlang werden, aber da wäre ich in meinem jetzigen Alter auch schon wieder arbeitslos. ;-D Vom nicht ausreichenden Talent mal ganz zu schweigen. ;-)

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    Und wenn man bereit ist, dann halt am Kinotag statt am Samstagabend ins Kino zu gehen und auf die Kanaren statt in die Karibik zu fliegen muss die Lebensqualität nicht drunter leiden.

    Ich beglückwünsche Dich zu Deiner Berufswahl - für die meisten Arbeitnehmer bedeutet "Teilzeitarbeit" ein anderes Gehaltsniveau.

    @ HannahWe und Twilight:

    ja, das sehe ich mittlerweile auch so, dass ich mit weniger Geld trotzdem auskommen könnte. Die Freiheit durch mehr Freizeit wäre mir mittlerweile wirklich mehr wert als das Geld.


    Ich denke jetzt bin ich schon einen (kleinen) Schritt weitergekommen mit dieser Erkenntnis....

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    Ich beglückwünsche Dich zu Deiner Berufswahl - für die meisten Arbeitnehmer bedeutet "Teilzeitarbeit" ein anderes Gehaltsniveau.

    Danke. Ich habe den Beruf tatsächlich danach gewählt, wie sicher man später eine unbefristete Stelle und ein gutes Gehalt bekommt, und habe jetzt genau das bekommen, wonach ich gefragt habe:


    Eine unbefristete Stelle und ein gutes Gehalt, aber keine Leidenschaft für den Job, keine Berufung, es ist einfach nur ein Job.


    Würde ich es wieder so machen? Ich weiß es nicht. Würde ich meiner Tochter eines Tages raten, es genauso zu tun? Wahrscheinlich nicht.

    Vor allem wollte ich darauf hinaus, dass - selbst wenn der AG dazu bereit ist, Stellen zu teilen - das für die meisten Arbeitnehmer keine Maßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität ist, weil sie dann einfach zu wenig verdienen.


    Da entscheidet es sich nicht zwischen Kanaren und Karibik, sondern zwischen nichts und überhaupt Urlaub, oder es findet sich keine anständige Wohnung mit dem Verdienst der Teilzeit-Arbeit.


    Milky sagte ja auch, Teilzeitarbeit ginge bei ihr finanziell nicht.

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    Das ist, entschuldige, Blödsinn.Wenn du in den Fängen des Amtes bist, darfst du dich bewerben, an Sinnlosmaßnahmen teilnehmen, evtl mal einen 1€ Job machen etc. Da ist weder das Geld noch die Zeit (wenn du in einer Maßnahme steckst) sich zu verwirklichen. Du hast nicht gerade viel Ahnung von diesem System oder? Und dazuverdienen darfst du und wird dir dann bis auf 100€ alles verrechnet.

    In Zeiten meiner Arbeitslosigkeit war ich beim Amt gemeldet. Ich weiß daher sehr wohl von was ich rede ;-) und ich kenne auch viele in meinem Bekanntenkreis die arbeitslos sind, da ich in einer wirtschaftlich schwachen Region lebe.


    Und sicher hätte ich da durchaus auch die Zeit gehabt mich selbst zu verwirklichen. Man muss sich nur die Zeit nehmen. Theoretisch wäre das sogar neben den Vollzeitjobs gegangen, die ich hatte. Sinnlosmaßnahmen und 1€-Jobs gibts hier übrigens kaum. Hatte bisher nur eine Sinnlosmaßnahme und 1€-Job noch nie. Kenne keinen, den es bisher anders ergangen ist.


    Ob man zur Selbstverwirklichung Geld braucht kommt auch darauf an, was man machen will. Ich habe bisher nur wenig Geld gebraucht und manches habe ich mir zum Geburtstag oder Weihnachten schenken lassen.

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    Weil das so ist. Wird natürlich nicht offiziell gesagt, aber unter der Hand wird das so beim Jobcenter gehandhabt.

    Aha, weil das so ist... und wenn ich jetzt das Gegenteil behaupte? Hilft uns das jetzt weiter? Anscheinend tickt jedes Amt anders. Ich persönlich habe es noch nicht erlebt, dass einem Mann oder Frau ab 40. keine Umschulung gewährt wurde.

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    Auch blödsinn,wenn du nicht gerade bei ner Bank anfängst... wer kann denn von 300-400€ seine Mite,essen etc. zahlen? Auch das kann man nur machen, wenn Männe/Partner alles zahlt ;-)

    Nicht nur die Bank zahlt gut. Jedoch, wenn man um die 300-400€ bekommt, muss der Partner schon mal nicht alles zahlen ;-)


    Und ich sagte ja auch, dass man dann irgendwie mit dem Ausbildungsgehalt klarkommen muss. Da kommt es dann natürlich auch wieder auf die Umstände an. Wenn man Alleinstehend ist, ist das sicher schwieriger. Allerdings wird es wohl Fördermöglichkeiten geben (Wohngeld, Ausbildungsdarlehen usw.) Aber da kenne ich mich ehrlich gesagt nicht so genau damit aus.

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    Das stimmt, ist nicht dein Bier, aber dann schreib hier auch nicht so allgemeingültig

    Du hast mit dem "hätte, wäre, wenn..." angefangen ;-) Sonst habe ich mich nur auf mich oder auf die TE bezogen. Von der TE wissen wir ja auch, dass sie einen Partner hat, welcher verdient. Ist halt die Frage, ob der Mann die TE bei der beruflichen Umorientieren mit unterstützen würde und ob es vielleicht auch über kurze Zeit möglich wäre von einem Gehalt zu leben. Wenn dem so ist, würde ich mir an Milkys Stelle ernsthafte Gedanken um eine Neuorientierung machen.

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    und scheinbar richtige Dinge, die nicht stimmen.

    Wer sagt, das du im Recht bist und ich nicht? Ich glaube eher, dass du mir nicht gönnst, dass ich es geschaft habe meinen Weg zu gehen. Zumindest lese ich das hier so raus. Sonst hättest du nicht so eine "hätte, wäre, wenn" Diskussion losgetreten. Der Satz: "Wärst du jetzt alleinstehend, hättest du dich eben nicht mal ebenso verwirklichen können." sagt doch diesbezüglich schon alles aus...

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    die meisten Arbeitnehmer keine Maßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität ist, weil sie dann einfach zu wenig verdienen.

    Das behauptest du. Genauso wie ich behaupte, das die meisten Menschen genügend Geld hätten, weniger zu arbeiten. Ich glaube der durchschnittliche Brutto-Verdienst in Deutschland liegt bei 3000 Euro. Nur weil es vielleicht (absolut geschätzt jetzt!) 30% der Menschen NICHT können, heißt das ja nicht, dass es nicht 70% der Menschen es könnten.


    Aber die moisten würden das garnicht wollen. Für viele ist der Arbeitsalltag nicht so unerträglich wie für Milky, und viele sind gerne bereit, für mehr Geld auf Freizeit zu verzichten.


    Bei Milky ist der Leidensdruck noch nicht groß genug, sie könnte sehr wohl auf Einkommen verzichten. Aber sie hat ja zig teure Hobbies, geht gerne Shoppen, fährt in Urlaub usw.


    Natürlich kann man nicht alles haben: Ein Leben auf großem Fuß und viel Freizeit. Aber bitte behauptet nicht, dass es nicht möglich ist, mit weniger Geld auszukommen.


    Ich wette wenn mir jemand Milkys Einkommen und eine Übersicht über ihre monatlichen Ausgaben vorlegen könnte, ware ich in der Lage, ihr Änderungen vorzuschlagen, mit denen sie locker mit einer 30 stunden Woche über die Runden kommen würde. Wenn man natürlich standing Frust-Shoppen muss, weil man so genervt ist von seinem Leben, das man sich wenigstens mal was "gönnen muss" zwischendurch, dann ist es natürlich nicht weit her mit dem Sparen. Aber sie hat ja schon geschrieben, dass es bei ihr in der Firma nicht möglich ist, Teilzeit zu arbeiten.

    HannahWE, du hast es gut zusammengefasst.


    Ich denke ich könnte mit dem Gehalt von 30 Stunden durchkommen.


    Es stimmt ja, einiges ist Frustshopping bzw. ich belohne mich fürs Durchhalten in der Arbeit. Wenn ich glücklicher und entspannter durch mehr Freizeit und dadurch auch mehr Schlaf wäre, würde ich sicher weniger ausgeben.


    Nicht alles in der Freizeit kostet viel Geld und vieles ist überhaupt gratis.


    Fernsehen (liebe ich!), am See liegen oder im Park sitzen, spazierengehen, Freundinnen besuchen oder Besuch bekommen, in die Bücherei gehen (sehr günstig....), joggen gehen...


    Kino oder Therme ist unter der Woche günstiger....


    Also ich könnte die Freizeit gut nutzen ohne mehr Geld zu brauchen.


    Wie gesagt, wahrscheinlich würde ich sogar weniger Geld ausgeben als jetzt.


    Aber momentan ist es hier leider nicht möglich Stunden zu reduzieren.


    Ich hoffe irgendwann werde ich dieses Ziel erreichen!!