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    Also ich ziehe diese Zeit gedanklich von meinem Leben ab, da es für mich nicht zum richtigen Leben zählt.

    Nochmal meine Frage, auf die du nicht geantwortet hast weiter oben: Was hält dich dann in diesem Job?


    Natürlich zählt dein Job zu deinem Leben! Ohne diesen Job könntest du dein Leben doch gar nicht stemmen und finanzieren. Sieh es lieber als Nehmen-und-Geben an.


    Die beste Lösung für dich wäre doch wirklich ein Teilzeitjob, vielleicht mit 25-30 Std. in der Woche. Oder geht das nicht, weil dein Lebensstandard zu hoch ist? Oder hast du Schulden?


    Aber so wie es jetzt ist, kann es doch nicht bis zur Rente weitergehen.

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    Ich war durchgehend müde und bin nicht zur Ruhe gekommen.

    Warum nicht?

    Eine Bekannte hat ihre Arbeitszeit auch reduziert und aber auch gleichzeitig einen kleinen Nebenjob angefangen. Sie arbeitet die gleiche Anzahl an Stunden wie vorher, verdient auch nicht mehr, aber es ist mal etwas Abwechslung.. etwas was ihr Spaß macht. Wie wärs denn damit?

    Milky, meines Erachtens hast du die falsche Lebenseinstellung. Jammerst du zu Hause/im Job auch so viel? Was sagen deine Freunde dazu? Oder bist du nur mit deinem Partner zusammen? Lachst du auf der Arbeit nie? Sitzt du da den ganzen Tag mit muffeligem Gesicht und guckst auf die Uhr. Oder starrst du Löcher in die Luft und träumst von der ach so tollen Freizeit? Was machst du denn Tolles in deiner Freizeit? Habe hier noch nichts von tollen Unternehmungen gelesen. Essen gehen ist doch auch was Langweiliges. Zumindest für mich.


    Wenn ich lese, dass du am Wochenende einfach nix machst und nur rumhängst, dann ist genau das Lebenszeitverschwendung!

    30 Stunden zu arbeiten wäre wohl das beste für mich, am liebsten natürlich nur 25 Stunden, aber das wäre dann finanziell nicht mehr machbar.


    Ich hoffe echt dass ich die 30 Stunden eines Tages umsetzen kann :°(


    In der Arbeit versuche ich meine Laune zu vertuschen. Meine Laune schwankt zwischen Traurigkeit, Wut, Langeweile, Überforderung, Unterforderung....


    Aber wie es in einem Menschen ausschaut, weiß man ja nicht. Man kann niemandem direkt in den Kopf sehen.


    Am Wochenende hänge ich derzeit herum, weil mir oft die Kraft fehlt.


    Wenn ich - wie vor 2 Wochen - am Wochenende nonstop unterwegs bin (was ich eigentlich liebe...), dann ist die nächste Arbeitswoche umso mehr ein Horror für mich, weil dann der Erholungsfaktor nicht ausreicht.

    Milky, ich mache ja im Moment eine Psychotherapie, aus diversen Gründen, und da geht es auch um infantiles Benehmen, wenn man noch zu sehr mit seinen Eltern verbunden ist, also die Ablösung nicht gelungen ist. Also z.B. wütend oder traurig oder bockig werden, sobald nicht alles nach der eigenen Nase läuft, und sich auflehnen gegen Verpflichtungen und Dinge, die eben getan werden müssen.


    Sowas beobachte ich an mir und anderen Menschen schon eine ganze Weile, natürlich in unterschiedlichen Ausprägungen. Als ich den folgenden Text gelesen habe, musste ich auch an dich denken:


    http://www.wilhelm-griesinger-institut.de/vortraege/Infantilitaet.html


    Erstmal vorweg, ich will dich nicht beleidigen. Viele dieser Verhaltensweisen treffen auch auf mich und viele andere, "eigentlich Erwachsene" Menschen zu, die nach außen hin fest im Leben stehen, Partner haben und einen Job. Aber innerlich sind sie noch ein Kind, das alles bekommen will und nichts dafür geben möchten. Die wütend und bockig warden, wenn sie etwas leisten sollen:

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    Infantile Menschen verhalten sich wie Kinder oder Pubertierende, obwohl sie vom biologischen Alter her zur Welt der Erwachsenen gehören. Die Infantilität ergreift selten die ganze Persönlichkeit. Ein Mathematiker kann hervorragende berufliche Leistungen erbringen, als Mitarbeiter und im Privatleben sich jedoch kindisch benehmen. Häufig ist eine infantile Haltung bereits am träumerischen Blick zu erkennen, an der Kleidung, an der Frisur oder am egozentrischen, ungezügelten Benehmen.

    Erkennst du dich hier wieder? Das träumerische? Das wütend-bockige?

    Zitat

    Infantile haben den zentralen Konflikt eines jeden Menschen, nämlich die Ablösung von den Eltern und von der Kindheit nicht ausreichend bewältigt. Entweder sind sie an Vater oder Mutter zu stark gebunden oder ihre Eltern haben sie vernachlässigt. Der Infantile lehnt die Welt der Erwachsenen mehr oder weniger ab, er ist in der Welt des Kindes steckengeblieben.

    Ich will nicht arbeiten, ich will spielen. Den ganzen Tag! Wer mich zum arbeiten bringen will, der ist doof!

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    Der Infantile hat Schwierigkeiten, das Realitätsprinzip anzuerkennen. Es fällt ihm schwer, die Welt so zu sehen, wie sie ist. Die Realität ist ihm ein Greuel. Er gibt Anderen gern die Schuld. Deswegen schimpft er auf diese Welt. Er verdreht sie nach seinen Harmonie- und Allmachtsvorstellungen.

    Mein Chef ist schuld! Wenn ich nur im Lotto gewinnen würde, wäre alles besser!

    Zitat

    Die Infantilität erstreckt sich auf das Handeln, das Gewissen, das Denken und die Gefühle. Infantile Haltungen können bis ins hohe Alter fortbestehen. Zur Infantilität zählen weiter gespielte Hilflosigkeit, eine übertriebene Äußerung von Gefühlen, Schüchternheit. Der Infantile ist rasch beeinflußbar. Dem Infantilen fehlen eine feste Zielsetzung und Struktur. Ihm mangelt es nicht selten an Zuverlässigkeit, an Umsicht und Verantwortung.

    Zitat

    Die Ich-Bezogenheit des Infantilen ist ungezügelt wie die eines Kindes. Manchmal quälen Angst, Niedergeschlagenheit, Eifersucht oder andere Symptome den Infantilen so sehr, daß er bereit ist, innezuhalten und sich weiter zu entwickeln.

    An der Stelle warst du schon ein paar Mal, richtig?

    Zitat

    Ich möchte ein Kind sein


    Eine 35jährige Optikerin notiert:


    "Ich spreche wie ein Kind mit hoher Stimme. Ich heule bei jeder Gelegenheit. Die Tränen laufen einfach los. Ich versuche, mich zu verstecken. Oft bin ich übertrieben wehleidig. Ich bin häufig eingeschnappt. Ich fühle mich schnell zurückgewiesen. Dann treten Trotzreaktionen ein, die ich selber nicht erklären kann. Obwohl ich dann weiß, daß die Situation sich nicht so darlegt, wie ich sie mir ausmale, zicke ich rum. Manchmal möchte ich einfach wieder Kind sein. Alles tun, ohne über die Konsequenzen nachdenken zu müssen."

    Klingt das bekannt?

    Zitat

    f.) Ich bin schnell beleidigt


    Eine 32jährige, verheiratete Polizeibeamtin, Mutter eines Sohnes, sieht es so:


    "Ich hänge Tagträumen nach. Ich bleibe bis zur allerletzten Sekunde im Bett liegen, so daß ich fast immer zu spät komme. Ich fange schnell an zu weinen, wenn es nicht so läuft, wie ich will. Wenn mir jemand seine Meinung sagt, bin ich schnell beleidigt. Ich kann Kritik nicht vertragen. Ich bin immer lieb und nett und möchte es jedem recht machen. Ich habe vor vielen Dingen Angst. Ich scheue mich, Verantwortung zu übernehmen, gerade für meinen Sohn. Ich habe Angst, allein zu sein. Ich stampfe mit dem Fuß auf. Ich verhalte mich wie ein Kind, weil ich immer noch, wenn es mir schlecht geht, denke, daß ich zu meinen Eltern möchte. Dort war ich immer gut behütet."

    Oder auch bei dieser Sache musste ich an dich denken:

    Und zum Abschluss:

    Zitat

    Schuld und Angst blockieren das Denken und die Entwicklung des Infantilen. Freiwillig streift der Infantile seine kindliche Haltung selten ab. Zumeist treiben ihn Ängste, Versagen in Prüfungen und depressive Stimmungen zur Verhaltensänderung. Die oft unbewußte Ausbruchsschuld vom Elternhaus verhindert die Reifung. Die Schuld hält den Betroffenen in der Infantilität zurück. Schuldgefühle verursachen auch Angst, Depression und zahlreiche körperliche Symptome.


    Der Infantile überwindet die Schuldgefühle, indem er seine Träume erinnert und neues, erwachsenes Verhalten einübt. Die Änderung erfolgt gegen großen, inneren Widerstand. Sie bedarf oft psychotherapeutischer, fachkundiger Hilfe, insbesondere zu Beginn der Reifung.

    Was meinst du dazu, Milky? Ich zumindest erkenne mich an der ein oder anderen Stelle durchaus wieder.

    In ein paar Dingen erkenne ich mich wieder, aber in abgeschwächter Form.


    Ich hab zwar meine Launen, aber ich lebe sie nach außen kaum aus.


    Ich bin auch nicht schnell eingeschnappt, sondern eher geduldig, kann mit Kritik umgehen, wenn sie angebracht ist, weine nicht und eine Zicke bin ich überhaupt nicht.


    Ich werde eher ruhig und zurückgezogen, wenn ich schlecht drauf bin, rede dann wenig.


    Aber ich bin froh, mein inneres Kind noch fühlen zu können, möchte kein abgestumpfter Erwachsener sein, der sich über nichts freuen kann.


    Ich erkenne mich aber darin wieder, dass ich Haustiere liebe und supergern mit ihnen kuschle.


    Zeichentrick schau ich nicht, aber ich flüchte mich gerne in Serien. Besonders gerne wenns um Glamour und Luxus geht, aber auch spannende Serien wie Spartacus oder Game of Thrones und ähnliches.


    Äußerlich mag ich gerne bunte Kleidung und gerne auch mal was ausgefallenes.


    Tagträumen mag ich auch sehr gerne, besonders morgens im Bett (wie oben beschrieben). Zu spät komme ich aber nicht, eher so auf den letzten Drücker ;-)


    Mit hoher Stimme spreche ich auch nicht, bin nicht weinerlich und habe nicht den Wunsch, zu Papa und Mama zu rennen, wenn mal was nicht läuft.


    Also ein paar Punkte treffen zu, aber eher ein kleiner Teil.

    Ok, also scheint das auch wieder nicht das Problem zu sein. Ganz ehrlich, das was du schreibst klingt eigentlich ziemlich gesund und normal. Du bist also ein normaler Mensch der nicht gerne arbeitet und unter dieser Unlust ein ganzes Stück mehr leidet als viele andere.


    Hm... :)D


    Dann wären wir wieder bei: Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. :)_


    Schönes Wochenende dir!

    Letzte Woche hatte ich mir den Fuß verstaucht und war 3 Tage im Krankenstand.


    Es war soooooo schön! (obwohl ich Schmerzen hatte)


    Ich habe es total genossen nicht in der Arbeit sein zu müssen x:)


    Jetzt bin ich wieder im Büro eingesperrt, die Sonne strahlt durchs Fenster, und ich sitze hier. %:|


    Mittlerweile habe ich die Hälfte meiner Hobbies aufgegeben. Es fehlt mir die Kraft und die Motivation. Ich bin ständig müde und versinke immer mehr in meinen Gedanken. Es fällt mir immer schwerer nach außen den Schein aufrecht zu erhalten.

    Auch am Wochenende unternehme ich mittlerweile viel weniger, da einfach meine Kraft und Energie fehlt. Meine ganze Kraft geht dafür drauf, in der Arbeit anwesend zu sein.


    Dieses Wochenende bin ich auf eine Überraschungsparty mit Limousinen-Fahrt eingeladen. Früher hätte ich mich riesig darauf gefreut. Jetzt überlege ich, wie ich möglichst früh wieder nach Hause komme, da ich keine Energie habe. :°(


    Jetzt ist es also soweit, wegen der blöden Arbeit habe ich im Moment gar nix mehr vom Leben. Nicht mal die Freizeit kann ich mehr gut nutzen. Es bleibt mir nichts mehr.

    Ich sehne mich soooo sehr nach einer etwas längeren Pause. Ich habe ja nie länger als 2 Wochen am Stück Urlaub, und im ganzen Jahr nur insgesamt 5 Wochen. Ich kann mich nie richtig erholen, nie richtig abschalten :°( Was sind schon 2 Wochen am Stück? Paar Tage brauche ich, um mal runterzukommen, dann fange ich an es zu genießen, dann habe ich schon wieder im Hinterkopf dass es nur mehr ein paar Tage frei sind :°(


    Ich arbeite seit 17 Jahren, und nie hatte ich seitdem eine längere Ruhephase.


    In der Schule hatte man den ganzen Sommer frei, da hatte man immer ein Highlight.


    Aber jetzt, nur 2 Wochen :°( :°( :°(

    Zitat

    Letzte Woche hatte ich mir den Fuß verstaucht und war 3 Tage im Krankenstand.


    Es war soooooo schön! (obwohl ich Schmerzen hatte)

    Oh man, Milky, du hast lieber Schmerzen als bei der Arbeit zu sein? Wie grausig ist deine Arbeit?

    Zitat

    Mittlerweile habe ich die Hälfte meiner Hobbies aufgegeben. Es fehlt mir die Kraft und die Motivation. Ich bin ständig müde und versinke immer mehr in meinen Gedanken. Es fällt mir immer schwerer nach außen den Schein aufrecht zu erhalten.

    So war es bei mir auch vor 2 Jahren - kurz bevor ich wochenlang im Krankenhaus gelandet bin, weil nichts mehr ging.


    Wann glaubst du uns endlich, dass sowas nicht normal ist und dass irgendetwas unaufgearbeitetes in dir deine ganze Kraft absaugt? Das es nicht die Arbeit ist, die Schuld ist, sondern deine Kraftlosigkeit und Energielosigkeit, die dir die Arbeit 10 mal schwerer erscheinen lässt als sie objektiv ist? Was muss erst passieren bis du das einsiehst?

    Zitat

    Auch am Wochenende unternehme ich mittlerweile viel weniger, da einfach meine Kraft und Energie fehlt. Meine ganze Kraft geht dafür drauf, in der Arbeit anwesend zu sein.


    Dieses Wochenende bin ich auf eine Überraschungsparty mit Limousinen-Fahrt eingeladen. Früher hätte ich mich riesig darauf gefreut. Jetzt überlege ich, wie ich möglichst früh wieder nach Hause komme, da ich keine Energie habe. :°(


    Jetzt ist es also soweit, wegen der blöden Arbeit habe ich im Moment gar nix mehr vom Leben. Nicht mal die Freizeit kann ich mehr gut nutzen. Es bleibt mir nichts mehr

    ...sagte sie und stürzte sich von der Brücke? Hörst du nicht selbst wie depressiv das klingt?


    Vor allem wenn es früher mal anders war: Du wenigstens noch Kraft hattest deine Freizeit zu genießen. Dann wird doch deutlich, dass wenn sich bei der Arbeit nichts verändert hat, muss die Veränderung in dir passiert sein. Lass dir helfen! @:)

    Ich versuch es jetzt erstmal durch Reduktion meiner Aktivitäten.


    Mehr Ruhe, weniger Action.


    Ich schlafe halt auch immer zu wenig.


    Ich komme abends nicht runter, obwohl ich müde bin. Bin dann abends überdreht und gleichzeitig müde. Tagsüber müde.


    Ich muss das irgendwie in den Griff bekommen.


    Ich habe auch das Gefühl, dass mir durch die Energielosigkeit alles schlimmer erscheint, als es ist.

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    Das es nicht die Arbeit ist, die Schuld ist,

    Das denke ich auch, vor allem, weil die Arbeit weder belastend und stressig ist oder besonders viel Verantwortung verlangt... dann wäre eine Überbelastung/Burn out erklärbar...


    ich vermute auch, liebe Milky_e, dass du das Problem auch schon in deiner Schulzeit hattest... nur nicht so ausgeprägt, da du ja viel Freizeit hattest (Ferien etc.)... und deswegen auch nicht so wahrgenommen hast.


    Vlt hast du einfach ein Problem mit dieser Fremdbestimmung durch Arbeit in unserer Gesellschaft?

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    Ich komme abends nicht runter, obwohl ich müde bin. Bin dann abends überdreht und gleichzeitig müde. Tagsüber müde.


    Ich muss das irgendwie in den Griff bekommen.


    Ich habe auch das Gefühl, dass mir durch die Energielosigkeit alles schlimmer erscheint, als es ist.

    Da könnte ein passendes Antidepressivum helfen. Eines, was einerseits mehr Antrieb gibt, aber auch innerlich beruhigt...