Hallo,


    dein Beitrag hat mich soeben spontan angesprochen, weil mir das sehr sehr bekannt vorkommt.


    Mein Berufsleben scheint in etwa dem deinem. Ich habe mich immer eingesperrt gefühlt auf meiner alten Stellen, seitdem laufe ich von einer Mobbing-Abteilung in die andere ... Ich habe mir immer alles selbst bezahlt, was teilweise nicht einfach war.


    Eine Bekannte von mir hat in etwa die gleiche Studiendauer. Ich weiß nicht wie es deiner Schwester damit geht, aber ehrlich gesagt baut mich die Situation der Bekannten immer wieder auf, da sie im Prinzip seit 12 Jahren eine Schule/Ausbildung/Studium nach dem anderen gemacht hat, nur leider aufgrund der eher seltenen Materie nie einen Job hatte und sich immer von ihren Eltern aushalten lies. Die gleiche Geschichte kenne ich von anderen auch, die über 30 sind und noch nie gearbeitet haben. Ist das wirklich der Sinn!? Sind die Leute wirklich glücklicher!?

    Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass mir ausbrechen aus der ausweglosen Situation zwar gelang, die Gesamtsituation danach aber mit jeder neuen Stelle nur noch schlimmer und schlimmer wurde. Jedes Mal denkst du: diesmal wird's besser- ganz bestimmt.


    Da ich allgemein sehr viel schlafe, ist meine Freizeit aufgrund den meisten Arbeitsplatzsituationen bislang insgesamt gleich null.


    Ich finde auch, dass der Stempel Psychologe heute für alles herhalten muss. Bei mir persönlich wurden genau von solchen die wildesten Theorien aufgestellt, die sich alle als nicht wahr erwiesen haben.


    Probleme sollte man an der Wurzel angehen nicht wo anders. Nur da traut sich keiner hin.

    Zitat

    Zwischendurch gehts mir dann ja wieder gut (am Wochenende hauptsächlich).

    Ich sags jetzt nochmal ganz deutlich: Hör auf mit den Ausreden. Am Wochenende geht es dir nur deswegen "gut" weil du dich ablenkst. Sobald das Wochenende vorbei ist geht doch alles wieder von vorne los also nimm das (oder Urlaub oder Rente oder tot umfallen) nicht als Entschuldigung den Hintern nicht hoch bekommen zu müssen. Du brauchst eine Therapie und zwar Heute, nicht Morgen, nicht Übermorgen und nicht in fünf Jahren.

    @ hkitty:

    Vielen Dank für deinen Beitrag!


    Meine Schwester studiert seit 1999, also schon seit 17 Jahren.


    Wobei sie ja eigentlich nicht mehr studiert, seit Jahren geht sie ja nicht mehr an die Uni. Sie müsste "nur" die Arbeit fertigschreiben und abgeben


    Sie arbeitet auch nicht nebenbei, die Eltern finanzieren alles.


    Weiß nicht, ob ich damit glücklicher wäre.....


    Ich glaube ich wäre glücklich, wenn ich die Stunden reduzieren könnte, idealerweise auf 25 Stunden, aber dann würde das Geld nicht reichen. Mit 30 Stunden käme ich sicher gut hin. Aber die Firma will es (noch) nicht bewilligen :°(


    Welche Probleme an der Wurzel vermutest du denn?


    Hast du deine Probleme ergründen können?


    Vielleicht würde es auch mir weiterhelfen....

    Oh weh oh weh, meinst du deine Hobby aufgeben ist der richtige Weg? Ich meine damit nimmst du dir das letzte bischen Freunde im Leben.


    Du musst was ändern meine Liebe, sonst macht dich das alles kaputt. Wir haben nur das eine Leben und das sollte man trotz allem genießen, auch wenn Arbeit in der Regel sein muss.

    Wenn du so weiterlebst, werden sich die Prognosen immer mehr bewahrheiten. So vieles ist ja schon eingetroffen, die Abwärtsspirale wird weiter gehen.


    Jetzt sagst du den Tanzkurs ab, irgendwann die Wochenendveranstaltungen, weil du zu müde bist....


    Und irgendwann, wenn die langersehnte Arbeitslosigkeit oder Rente erreicht sind, kannst du es nicht genießen, weil du für nichts Kraft hast, außer depressiv und müde im Bett zu liegen.


    Wie reagiert dein Freund eigentlich? Meine Beziehung würd' unter so einer Belastung leiden.


    Was muss noch passieren, damit du etwas änderst? Hast du dir eine Grenze gesetzt?

    Tja, da ich hier eine eigene Diskussion anfangen wollte, weil ich mich immer und immer wieder in den gleichen Situationen finde, habe ich leider selbst keine Lösung parad. Wie gesagt habe ich für mich gelernt, dass es extern noch viel viel schlimmer kommen kann (was jetzt entgegen dem ist, was andere sagen). Bei mir persönlich wird das künftig nur noch die allerletzte Lösung sein. Letztenendes muss das aber wohl jeder für sich selbst entscheiden, bei allen anderen außer mir scheint der Griff nicht ins Klo zu gehen.


    für mich war die Situation damals ausweglos. Ich habe keine Perspektive mehr bei meinem damaligen Arbeitgeber gesehen und das war der Grund, weshalb ich mich "gefangen" gefühlt habe. Heute habe ich gelernt, dass viele denen es genauso ging, über andere Wege an neue Perspektiven gekommen sind. Ich selber habe gewechselt und sehe heute durch das Mobbing fast keine Perspektive mehr in meinem ganzen JOB nicht nur beim damaligen Arbeitgeber.


    Der Vergleich mit anderen geht immer in die Hose, weil jeder etwas hat, das du nicht hast. Nur wenn du in deren Situation wärst, wäre es genau gleich, und du würdest wieder Sachen an deiner jetzigen sehen, die beneidenswert sind. Vll. findet deine Schwester bei dir auch etwas worum sie sich beneidet?


    Ich persönlich sehe einen guten Ansatz für deine Lösung in deinem Beitrag: Stunden reduzieren. Das würde ich erstmal weiter versuchen. Wie siehts mir Hierarchie/Vitamin B aus? Lässt sich das über Bekannte vom Firmenchef oder sowas regeln? Zum Thema Geld: Mit deinem Hobby Geld verdienen, steigert die Lebensfreude und sorgt für den nötigen Nebenverdienst. Evtl. Fortbildungen bei was was dir Spaß macht? Was machst du gerne- lässt sich das irgendwie nebenberuflich machen?


    Was ist mit "neuen Herausforderungen im Job?" evtl. wäre das ja was, arbeiten tauschen, intern bewerben etc.


    Leider stößt man intern eben auf Grenzen. Dann lässt sich wie gesagt "extern" über Nebenverdienst Hobby noch etwas machen (da möchte ich ansetzen sobald ich wieder Licht sehe).


    tja, Probleme an der Wurzel. Im Arbeitsleben ist das so eine Sache wenn keiner hinschauen will ( bei z.B. zu viel Arbeit und Mobbing). Das meinte ich, aber da was zu bewegen ist schwierig. Ich habe mal Mails an die Gewerkschaft geschickt mit Anregungen. War auch nur ein Versuch. Ein klares und konstantes nein hilft leider auch nur manchmal.


    wie gesagt ich war kurz bei einem Psychologen. Erfolg gleich null, vll war es ein schlechter, weiß ich nicht.


    Vermutlich hast du das selbe Problem wie ich: du fokusierst die negativen Dinge, auch regelmäßig unbewusst.


    Vor einem Jahr, war ich in einer sehr schwierigen Situation (und jetzt wieder). Ich war am Punkt, dass ich meinen Job nicht mehr weiter machen kann, evtl. gar nicht mehr arbeitsfähig bin. Damals habe ich mich alles andere konzentriert und das Arbeitsleben komplett ausgeblendet. Mi war in dem Punkt alles egal, ich hab mich quasi meinem Schicksal ergeben und versucht meinen Fokus auf positive Dinge zu richten. Möglichst viel von dem zu machen was mir Spaß macht. Tatsächlich kam immer mehr Spaß in mein Leben und sogar zwischendurch eine super Stelle für die ich alles getan hätte. Leider kam dann wieder der Wurm rein sodass ich wieder an dem Punkt bin :°(. Aber ich möchte da ansetzen wie damals als alles ausweglos schien.


    Freizeit ist im Moment wie gesagt so ein Thema, das sich vermutlich die nächsten zwei bis drei Monate nicht angehen lässt, oder nur im kleinen. Ich versuche meine Gedanken zu kontrollieren und auf negatives zu achten. Ich habe immer ein Bild von einer glücklichen Frau bei mir und versuche mir vorzustellen das bin ich. Ich habe mir im laufe der Zeit viele Sprüche/Bilder auf "Spielkarten" gedruckt, die ich mir, wenns mir schlecht geht immer wieder vor Augen führe. Ich versuche nicht das Problem zu sehen sondern an eine Lösung zu glauben, auch wenn ich sie bislang vll. nicht sehe. Allein das ist harte Arbeit und ändert an der Situation nichts. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass es irgendwann die Situation ändern kann.


    Ich habe verschiedene Lektionen gelernt und ich habe die Schnautze voll vom Arbeitsleben. Sobald ich wieder wo einigermaßen angekommen bin (also hoffentlich in 2-3 Monaten) will ich das Arbeitsleben einfach mal ne Weile ruhen lassen. Ich habe immer meine Ziele und alles hinten angestellt, trete aber nur auf der Stelle. Das will ich nicht mehr. Jetzt komme ich und die innere Distanz zu meinem Arbeitsleben. Ich habe nach wie vor meine Ziele, die ich gerne erreichen möchte un ich denke man sollte die auch nicht aus den Augen verlieren. Aber kurzfristig brauche ich dafür erstmal mehr Distanz zu der Thematik um irgendwann wieder klar sehen zu können.


    Ich versuche einfach meine Gedanken zu beobachten und zu schauen was mir nicht gut tut. Und das versuche ich zu ändern. Mein Ziel ist eine andauernde nicht stimmungsabhängige positive Grundhaltung. Im Gegenzug versuche ich zu sehen was ich habe und mich darüber zu freuen, dass es so ist und nicht anders. Du kannst noch versuchen mit Suggestionen zu arbeiten. Kümmere dich um die Probleme von heute, diese kannst du allemal bewältigen.


    Vll hat dir das ein oder andere ja weitergeholfen. Ein Patentrezept habe ich bislang leider noch nicht.

    Als ich am Punkt angekommen war, an dem ich an nichts mehr glauben konnte, hat mir genau das wieder da raus geholfen. Ich bin kein religiöser Mensch aber ich glaube eigentlich daran, dass es irgend etwas gibt das alles regelt. Davon bin ich wie gesagt irgendwann total abgekommen aber es war das einzige was mir wieder helfen konnte auf die Beine zu kommen. Und so habe ich meine Sichtweise ein klein wenig verallgemeinert und habe begonnen, mir regelmäßig zu vergegenwärtigen, dass da oben irgend eine Energie ist die alles regeln kann. Ich habe sie als eine Art Partner gesehen und angefangen einfach versuchen zu vertrauen. Irgendwann hatte ich mal in eine Buch gelesen, dass das Leben nicht von Natur aus schlecht ist. Im Gegenteil, es soll sogar von Natur aus positiv sein. Aber warum ist das bei mir nicht der Fall- wo liegt mein Fehler dass meins von Natur aus Negativ ist? Also versuche ich auf das von Natur aus positive Leben zu vertrauen. Einfach nur ein Versuch, nur vertrauen, alles schlechte akzeptieren und versuchen ausblenden und auf das schöne konzentrieren, nichts erwarten. Alles in allem bin ich damit besser gefahren als in dem Kreislauf jetzt wieder.

    Ich meine damit, dass ich meine Ziele im Arbeitsleben vorübergehend nicht weiter verfolgen möchte. Ich habe mein ganzes Leben auf alles verzichtet für Schule und später für die Arbeit. Zumindest im Arbeitsleben habe ich zum Dank viel zu oft nen Arschtritt bekommen. Als ich wie oben beschrieben vor einem Jahr angefangen habe mein Arbeitsleben einfach laufen zu lassen/auszublenden, mich nur gezielt um Dinge zu kümmern, die mir Spaß machen, war ich auf einmal in einer Abteilung, in der ich super viel Spaß hatte und alles passte (bis ich in eine andere versetzt wurde und seitdem der Müll wieder losgeht). Falls ich das ganze irgendwie überstehen sollte/werde, möchte ich wieder da weitermachen wo ich aufgehört habe: spaß am Leben haben, Sachen machen die spaß machen, keine Ziele mehr verfolgen im Arbeitsleben. Vll erreiche ich meine Ziele dann irgendwann auch indem ich sie nicht verfolge (so klappts ja anscheinend nicht)