derzeit habe ich keine Energie nach einem anderen Therapeuten zu suchen. Und habe diesbezüglich auch keine Hoffnung mehr, dass mir das helfen könnte. Mein Problem ist in den Augen der allermeisten Menschen halt kein Problem, weil das "halt so ist" dass man arbeiten muss. Quasi bin ich selber schuld dass ich mich innerlich dagegen wehre.

    Wenn man sich aber noch von Feierabend zu Feierabend durchschleppen kann dann ist der Leidensdruck nicht groß genug. Die "Mühe" aus dem Hamsterrad auszubrechen ist größer als die Mühe, einfach weiterzulaufen und deswegen macht man nichts.


    Ich kann verstehen das man irgendwann kraftlos und leer ist, aber den inneren Akku nur durch Wochenende und Urlaub aufzuladen ist zu wenig. Man muss sich da halt am Riemen reißen und die Situation komplett ändern. Das ist Arbeit, mühsam und anstrengend und man kann auch mal finanzielle Durststrecken erleiden, aber nur dann kann es besser werden.

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    Also läuft man einfach weiter. Zwar langsam, aber man läuft.

    Irgendwann fällt so ein Hamster dann aber tot aus dem Rad und beneidet dann doch die, die es aus der Bahn geworfen hat.


    Natürlich kann es passieren das du 1 oder 2 Jahre ohne Job da stehst und dementsprechend nur geringe finanzielle Mittel hast während du dich um die Verbesserung deiner Situation kümmerst. Aber darauf kann man sich vorbereiten (z.B. jetzt noch eine Reserve zulegen und eine eventuelle stationäre Therapie erst in 6 Monaten beginnen lassen) und das ist definitiv der bessere Weg als einfach nur stur weiterzumachen und auf ein Wunder zu hoffen.

    naja stationäre Therapie ist bestimmt zu viel des Guten ;-)


    Die Psychologin hat ja gemeint dass nicht mal die Stunden bei ihr von der Krankenkasse übernommen werden, weil eigentlich keine Notwendigkeit besteht.


    Da werde ich bestimmt nicht stationär aufgenommen ;-)


    Und wenn der Hamster tot aus dem Rad fällt dann kann er eh niemanden mehr beneiden, weil dann ist er tot und hat keine Sorgen mehr ;-)

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    Wenn man sich aber noch von Feierabend zu Feierabend durchschleppen kann dann ist der Leidensdruck nicht groß genug.

    das denke ich auch. wäre das gehalt jetzt mies und die kollegen total blöd, würde milky vlt mehr druck haben, was ändern zu wollen.


    es schein eine art "bequemes" leiden zu sein.


    und es wurde ja schon zu hauf anregungen gegeben, wie weiterbildung, neuer job, anderer job, arbeitslos werden etc. aber es ist nichts dabei, was milky umsetzten kann/möchte. einfach, weil sie zu kraftlos, unmotiviert, genervt ist.


    ohne jetzt vorgreifen zu wollen, aber sie hat schon einige jobs in ihrer branche durch und sie waren alle mehr oder minder gleich – nur das sie im jetzigen job besser verdient und die kollegen nett sind. das sind DIE 2 argumente, die sie halt bei der stange halten. leider reicht es nicht, um sich nicht davon runterziehen zu lassen. obwohl ich gar nicht weiß,was sie so runterzieht. es ist, glaube ich, einfach nur die tatsache, dass sie nicht frei hat, sondern arbeiten gehen muss...

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    obwohl ich gar nicht weiß,was sie so runterzieht. es ist, glaube ich, einfach nur die tatsache, dass sie nicht frei hat, sondern arbeiten gehen muss...

    Ich denke, das ist eine Frage des Charakters. Die einen machen aus jeder – noch so schlimmen – Situation das Beste; ändern was man ändern kann, akzeptieren das Unabänderliche, und gehen mit einem Strahlen im Gesicht durch's Leben. Die anderen – die sitzen dann in einer objektiv sehr komfortablen Lage voller Optionen bewegungslos da und jammern. Das ist meiner Meinung nach vergeudete Lebenszeit.

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    Wenn du so weit machst wirst du mit 60 runzelig und verbittert sein, über die "Jugend von heute" schimpfen, die nichtmehr weiß, was harte Arbeit ist, und auf ein Arbeitsleben voller Resignation und Frust zurückblicken, voller "Zähne zusammenbeißen" und "auf den Feierabend hoffen".

    Genau. Eigentlich, Milky, bist Du das alles jetzt schon, bis auf das runzelig.

    Du sollst garnix, du könntest allerdings was tun um deine Situation zu verbessern und glücklicher zu werden. Fakt ist das du arbeiten musst, falls du nicht von Hartz 4 leben willst. Fakt ist auch, das du das noch sehr sehr lange tun musst. Das hat nix mit Lohnsklave oder ähnlichem Stammtisch Totschlag Argument zu tun sondern nur damit, das man größere Ansprüche hat als das, was man sich von weniger als 400€ im Monat erfüllen kann.


    Willst du bis zur Rente jeden Werktag schlecht gelaunt und deprimiert sein oder willst du irgendwann auch mal unter der Woche gut gelaunt sein und deiner Arbeit wenigstens ausgeglichen (wenn schon nicht positiv) gegenüber stehen ?

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    Willst du bis zur Rente jeden Werktag schlecht gelaunt und deprimiert sein oder willst du irgendwann auch mal unter der Woche gut gelaunt sein und deiner Arbeit wenigstens ausgeglichen (wenn schon nicht positiv) gegenüber stehen ?

    :)^ Genau darum geht es meiner Meinung nach bei Milky. Ich bin mir nicht sicher ob es eine Arbeit gibt, die sie wirklich lieben könnte. Aber es gäbe sicher Jobs, die sie machen kann, ohne daran zu verzweifeln. Mit neutralen Gefühlen. Einfach, weil Arbeit sein muss und gemacht werden muss. So wie man sich 2 mal am Tag die Zähne putzt: Macht auch keinen Spaß, muss aber sein, wird gemacht, ohne deswegen traurig, lustlos, müde, verzweifelt zu sein.