• Meine Studenten machen mich fertig.... Fragen an Kollegen...

    ... nachdem hier schon der wiederholte Faden von frustrierten Studenten aufgetaucht ist, dachte ich, ich mache als Dozent (8 Jahre in de Lehre, wiss. Mitarbeiter, post-doc) auch mal einen auf. Wie woanders schon erwähnt, frusten mich meine Anfänger in den Basiskursen ungemein, da ich einfach nicht den Mittelweg zwischen deren Anspruchshaltung…
  • 155 Antworten

    Das habe ich gerade woanders gefunden,


    das passt ganz gut (okay, ohne die ganzen Beispiele :) ):


    zitat aus studis-online


    Ich glaube, der Unterschied ist tatsächlich, dass "die Dozenten" das ziemlich streng nehmen.


    Beispiel:


    wenn man Lehre ausfallen läßt, muss man einen Tag Urlaub nehmen.


    Deshalb muss man am 23.12. noch rein, ob man will oder nicht.


    Ich bin mal am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen worden und stand am Mittwoch mit verbundener Hand im Seminarraum, weil die Klausur die Woche darauf statt fand.


    Ich hatte mein Kind auch schon 1,5 Stunden mit ipad im Büro. Oder bin zwischen Veranstaltungen zum Zahnarzt. Letzte Woche erst passiert:


    Eine Einführungsstunde für Erstis, ich habe die ganze Veranstaltung mit pochendem Gesicht und tauber Backe gehalten.


    Neulich ist mein Hund gestorben, um 10 habe ich ihn hier im Hause einschläfern lassen müssen, um 11:30 habe ich die Vorlesung gehalten. Und so kenne ich das von meinen Kollegen auch, dass zuerst die Uni bzw. die Versorgung der Studierenden kommt. Wenn ich mit gebrochener Hand vor den Studenten stehe und dann kommt eine mail: hey, ich habe heute Kopfweh oder alternativ eben: mein Babysitterplan ist so unausgereift, dass ich es nicht schaffe, das Kind 1,5 Stunden bespaßen zu lassen (wobei die von mir aus auch mitkommen könnten, das kommuniziere ich immer!) - dann kommt man sich verarscht vor. Dito, wenn man ständig HINTEN steht, hinter Arbeit, Kind, Privatleben- obwohl man ihre Zukunft gestaltet, idealerweise mit ihnen zusammen.


    Es ist einfach ein Verpflichtung, die man eingeht, das hat mit Geld nichts zu tun. Und wenn ich mich an einer Präsenzuni einschreibe, sollte ich der Präsenz auch Priorität einräumen, eben, weil ich erwachsen und mündig bin und keine Anwesenheitspflicht brauche, die formal mein Pflichtgefühl unterstützt. Und irgendwie gehen die Dozenten immer davon aus, dass die Studenten genau diese Reife haben.


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    Das mit den Kindern kenne ich auch, dass selbst, wenn man ihnen anbietet, sie dürfen sie mitbringen, sie das nicht machen, aber im Nachhinein wollen, dass man ihnen bei der Klausurvorbereitung hilft, weil sie das Kind am Unterricht gehindert hat.

    Zitat

    Ich würd mir eher mal die narzisstische Diagnose durchlesen (psychiatrischer Wiki).


    Dieses leicht gekränkt sein und die Kritikunfühigkeit bzw Ablehnung sind Kernindikatoren.

    Kurz reinschleich:


    Ich bin mir sicher, dass das gut gemeint war, aber nicht gut gemacht. Eine psychiatrische Diagnose in den Raum zu stellen, aufgrund völlig normaler, menschlicher Impulse, die die TE an den Tag legt, halte ich für... gewagt. Eine andere Sache ist es dann natürlich, diese Impulse auch auszuleben. Ich denke, die TE kann ihre Gefühle nicht so gut regulieren und sie in einen sinnvollen Kontext einordnen. Das kann aber mal passieren, gerade, wenn man mit ungewohnten Situationen konfrontiert wird. Dann ist es an einem selbst, neue Strategien zu entwickeltn, diese Gefühle in sinnvolle Bahnen zu lenken. Abgrenzung kann da beispielsweise sinnvoll sein, wie hier schon geschrieben wurde, oder aber Mittel zur Stressbewältigung wie Yoga oder PMR oder Autogenes Training, die die Überlastung reduzieren.


    Ich sehe hier eher eine Frau, die mit der Situation gerade überfordert ist, und daher überreagiert. Deswegen sucht sie ja hier Hilfe. Das ist erstmal gar nicht krankhaft, sondern ziemlich gesund und menschlich.


    Man kann hier ja gerne dazu raten, mal einen Psychologen aufzusuchen. Aber solche Diagnosen - gerade über wikipedia erstellt - sind fast immer falsch. Das wäre so, als wenn man Husten hätte, und deshalb ins Internet geht und sich selbst "Lungenkrebs" diagnostiziert. Nee, da muss schon eine Fachperson draufschauen, die die Bandbreite des Normalen besser einschätzen kann als ein Laie.


    Wieder rausschleich.

    @ Feri

    Zitat

    Ich würd mir eher mal die narzisstische Diagnose durchlesen (psychiatrischer Wiki).


    Dieses leicht gekränkt sein und die Kritikunfühigkeit bzw Ablehnung sind Kernindikatoren.

    Ich finde solche Einwürfe ziemlich anmaßend und das gilt für alle, die in dem Thread die Mistgabeln auspacken, gleichermaßen.


    Die TE spricht offensichtlich eine andere emotionale Sprache als der Mainstream und schildert im Detail einige Negativbeispiele, in denen das hierarchische Verhältnis zwischen Dozent und diversen Studenten eindeutig gestört ist. Daraufhin fühlen sich hier einige gleich auf den Schlips getreten, obwohl es sich offenkundig um Extrembeispiele handelt und nahezu jeder Dozent solcherlei Verhalten auf die ein oder andere Weise (wenigstens implizit) sanktioniert.


    Davon abgesehen lässt sich die Frustration der TE auf viele Berufsfelder mit Personenkontakt übertragen: Irgendwann kennt man jedes irrationale Verhaltensschema, das unweigerlich zum Scheitern führt, und der dümmliche Gegenüber hält unbeirrbar daran fest, weil er Freund und Feind nicht voneinander unterscheiden bzw. immer nur seine eigenen kurzfristigen Bedürfnisse sieht. Man braucht da wirklich eine gesunde Leck-mich-am-Arsch-Haltung und muss den anderen im Rahmen seiner Eigenverantwortung auf die Fresse fliegen lassen. Die TE will den Lernerfolg für ihre Studenten weitestmöglich optimieren, aber Menschengruppen und Perfektionismus schließen sich nun mal grundsätzlich aus.

    Hallo,


    Ich habe mir Anfang und Ende durchgelesen. Ich kenne beide Seiten. Einerseits aus Studentensicht, da ich gerade noch Studiere. Und die Professoren/Lehrbeamten sicht. Einerseits weil man mit machen Professoren gut darüber reden kann, andererseits weil mein Vater selber einer ist.


    Als Student muss man selbst sich um sein Studium kümmern, schauen dass man Stoff nachholt, welche Vorlesung man besucht, und wie man das mit Laboren/Seminaren hinbekommt. Als Prof/Lehrbeauftragte kann man nur Material geben, und Hilfe anbieten wenn man danach fragt. Wenn es um Anwesenheiten geht, dann hat sich der Student zu kümmern das er da ist, oder sich entschuldigt wenn nötig. Ansonsten fällt man eben durch. So ist das eben.


    Du musst dich gedanklich davon distanzieren für die Studenten verantwortlich zu sein, und ihnen Dinge hinter her zu tragen. Engagiere dich lieber für die Studenten, die es interessiert und deine Hilfe auch wollen.


    Und wenn jemand in die Letzte Vorlesung vor der Klausur nicht kommt, ist er selber schuld.


    Was die Referate angeht. Ein Prof hat es mal so gemacht. Zu einem Wahlfach gab es jede Woche Fragen, die man abgeben konnte. Und wenn man genug Fragen richtig beantwortet hatte, bekam man 10Punkte für die Klausur geschenkt. Dazu gehörte das man auch einmal seine Antwort vor allen Vortragen musste. Die Fragen waren eine Indirektes Nötigen zum Lernen für die Klausur, denn das war deren Niveau.


    Kündige doch einfach am Anfang des Semesters an, dass Referate gemacht werden müssen, und jeder einmal halten muss. Dann gibts eine Liste. Wenn sich keiner freiwillig Meldet am Ende des Vorlesung, bestimme es per Zufallsverfahren aus der Liste die noch kein Referat gehalten haben. So ist es fair. Niemand kann sich beschweren.

    Zitat

    Gleiches Recht für alle, oder?


    Dann kann ich als Dozent ja auch einfach nicht kommen.... habe ich übrigens mal gemacht:


    bei dem einen beschriebenen grottigen Anfängerkurs habe ich die STunde der Klausur ausfallen lassen, da ich keine Lust mehr auf die Leute hatte. Sie hatten bis dato nichts getan und wohl erwartet, dass ich ihnen in der letzten STunde alles auf dem Tablett serviere, haben auch im Vorfeld keine Angebote des Nachfragens etc.. genutzt.....

    Geht auch gar nicht.. Sorry, dein Verhalten ist ziemlich :(v :(v :(v

    Zitat
    Zitat

    Sorry, das geht gar nicht. Sowas kann auch rechtliche Konsequenzen haben.

    Der Student hat mir groß und breit durch Taten und Worte erklärt, ich kann ihn mal. Ist er halt aus dem Verteiler geflogen, da war er mich los.


    Er wäre eh durchgefallen, das war schon während des Semesters so klar.

    1. Ist es nicht dein Problem, ob der Student da durch fällt oder nicbt und 2. kannst du ihn nicht vorverurteilen, obwohl er noch keine Leistung abgegeben hat.


    Dein Verhalten in diesem Moment war unprofessionell und kindisch. Wenn dich jemand beleidigt, schmeiß ihn raus. Ohne Kurs hat er wahrscheinlich nicht die Zugangsvoraussetzungen zur Klausur. Aber sowas wie du tust, das geht nicht an.

    Zitat

    Ich weiß nicht, aber du hast für alles eine Erklärung und Entschuldigung. Es sind nur immer die anderen und die schlimmen, schlimmen Studenten.

    Das kommt mir auch arg so vor.


    Liebe TE, nimm einfach mal alles raus, was an Persönlichkeit, an Zwischenmenschlichem, an Sozialem in deinem Seminar ist.


    Du gehst da rein, lieferst deinen vorbereiteten Stoff ab, stekmst die Sachen hoch und Ende. Kommen Fragen, beantwortest du sie. Kommen keine Fragen, geht's weiter im Text.


    Ob die Studis auf ihr Handy gucken, oder ob die Studis nicht kommen oder dich schief ansehen - du macht deine Stunde, bewertest die Referate und haust wieder ab. Du bist objektiv, neutral und ausschließlich die vermittelnde Instanz deines Faches. Deine ausschließliche und einzige Aufgabe ist es dem Stoff klar und deutlich innerhalb von 90min zu erklären.


    Mehr nicht. Keine persönlichen Anfeindungen, keine Vorurteile, keine Kleinkriege, keine Gespräche über Studierende mit anderen Kollegen mehr.

    Bei dir liest es sich so, als ob eigentlich alle deiner Stundenten an der Uni am falschen Platz wären und ohne Extrahilfe von dir die Klausuren nicht schaffen könnten. Und für diese Extrahilfe möchtest du - unausgesprochen - eine Gegenleistung. Wobei ich da noch nicht raus habe, was diese Gegenleistung konkret sein soll.


    Den einen Studenten, den du aus dem Verteiler genommen hast und der oft unentschuldigt gefehlt hat, meine ich damit nicht. Wobei ich das auch sehr hinterhältig wirkend finde, ihn einfach unkommuniziert rauszunehmen aus dem Verteiler und den anderen quasi die Klausur vorab mitzuteilen. ... Du handelst einerseits erst zu weich und dann wieder - zack - kommt unvermittelt irgendwas überzogenes.


    Als Student fände ich dich menschlich anstrengend und sehr empfindlich. Dazu der Eindruck, dass du Studenten per se für blöde und lebensunfähig halten würdest. Davon ab ist dein Kurs nicht für jeden Studenten das Zentrum seines eigenen Universums. Es ist auch völlig ok, nur den Schein bei dir schaffen zu wollen mit Minimalaufwand. Auch sowas sollte man als Dozent aushalten können statt sich persönlich angegriffen zu fühlen dadurch. (Warum fühlst du dich eigentlich davon so angegriffen?)


    Hat auch nichts damit zu tun, dass es völlig ok ist, die Regel aufzustellen, dass sich jeder abzumelden hat, wenn er nicht kommt und sonst beim 1. oder 2. Mal aus dem Kurs fliegt, wenn er sich weder vorher abmeldet noch anschließend entschuldigt und den Grund nennt. Und bei eigenen Referaten hat man sich natürlich abzumelden, sonst bekommt man eben 0 Punkte für die nichterbrachte Leistung. ... Machen deine Kollegen auch so viele Referate, also ist das so üblich in diesen Kursen? Vielleicht gäbe es Möglichkeiten den Kurs interessanter zu strukturieren. Wäre eben die Frage, ob auch sowas mitreinspielt.


    Gibt es überhaupt Studenten, die in deinen Augen auch ohne deine Extrahilfe als studierfähig eingestuft werden von dir?

    Zitat

    Dito, wenn man ständig HINTEN steht, hinter Arbeit, Kind, Privatleben- obwohl man ihre Zukunft gestaltet, idealerweise mit ihnen zusammen.

    Die Prioritäten setzt der Student und nicht du. Du bist mit deinem Kurs nicht der Mittelpunkt der Welt und diesen Anspruch vermittelst du immer wieder in deinen Threads. Am Ende zählt die Leistung bei der Klausur und nicht die Anwesenheit.


    Du hast auch keinen Erziehungsauftrag wie von dir ein paar Seiten weiter vorne kommuniziert, sondern ganz schlicht und einfach einen Lehrauftrag, nicht mehr und nicht weniger.

    Es ist ja auch ihre Zukunft und vielleicht haben sie für die Zukunft ganz andere Prioritäten als du. Denn immerhin stellen auch ihre Kinder einen Aspekt ihrer Zukunft dar, nicht nur ihr Abschluß. Jeder der auf den Arbeitsmarkt guckt muss feststellen, dass ein Abschluß maximal eine ungefähre Richtung vorgibt. Von meinen Kommilitonen arbeitet maximal ein Drittel auf Dauer im studierten Bereich. Was welchen Wert bekommt müssen diese erwachsenen Menschen schon selbst entscheiden.

    Ich glaube die TE kann nun besser nachvollziehen, wieso sie mit ihrem Stil öfter aneckt und besonders mit den Studis solche Auseinandersetzungen hat, wie sie nunmal hat.


    Es gibt übrigens auch für Dozierende Lernangebote und Kurse zum richtigen Lehren.


    Man selbst sollte sich ja auch weiterbilden und durchaus mal so einen Kurs machen. Da gibt es auch wiederum Spezialisten auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung.

    ein Profi im Lehrbetrieb, Arzt und Therapeut weis das es Supervision gibt.


    So wie die TE das Problem wahrnimmt, angeht, oder auch eben nicht oder selbst zu lösen versucht, ist kontextuell und inhaltlich nicht professionell.


    Das hatten mehrere Leute hier vertreten.


    Wie wärs mal mit Supervision? Oder Balint Gruppe.


    Das ist die professionelle Antwort auf solche Vorkommnisse.


    Wenn die Uni das nicht abbietet, oder weil man sich da outen muß, das man Probleme mit dem Lehren hat,


    gibt es von der Landes Schulbehörde, oder Schulamt ganze Listen von Supervisoren.


    In Schleswig Holstein werden die ersten Sitzungen subventioniert.


    Gruppe oder Einzel möglich.

    Der 'Profi im Lehrbetrieb' hat in diesem Forum schon in diversen Uni/Studium-Treads so einiges geschrieben, was von erstaunlicher Unkenntnis einiger Tatsachen des dt. Hochschulsystems zeugt ;-)

    @ TE

    Nur ganz kurz und bündig: es ist nicht jeder zum Lehrer/Dozenten geboren.


    Der eine kanns der andere nicht. So ist es auch in der Schule. Der eine Lehrer hat die schwierigsten Klassen im Griff, der andere packt nichtmal die normalen Schüler.


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