• Meine Studenten machen mich fertig.... Fragen an Kollegen...

    ... nachdem hier schon der wiederholte Faden von frustrierten Studenten aufgetaucht ist, dachte ich, ich mache als Dozent (8 Jahre in de Lehre, wiss. Mitarbeiter, post-doc) auch mal einen auf. Wie woanders schon erwähnt, frusten mich meine Anfänger in den Basiskursen ungemein, da ich einfach nicht den Mittelweg zwischen deren Anspruchshaltung…
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    Ich sehe es so wie mnef. Wäre es so, dass die Studenten sehr viel oder zu viel Respekt vor dir hätten criecharlie, gäbe es so ein Verhalten gar nicht. Dass du auf so eine Feststellung gleich selbst so giftig und persönlich gegenüber mnef reagierst, ist sehr aufschlussreich. ... Auch generell wie du hier reagierst und worauf du alles nicht eingehst. Da kann man auch gleich mit der Wand reden.


    Aber dieser Thread wird vermutlich im Sand verlaufen und irgendwann gibt es einen neuen Faden von dir zu dem Thema.

    Ich finde, du bist einfach in einigen Vorgaben nicht klar genug. Am Anfang des Semesters legst du doch sicherlich fest, welche Leistungen zu erbringen sind und wie es mit der Anwesenheitspflicht aussieht.


    Keine Anwesenheitspflicht aber die sollen sich dann abmelden, wenn sie nicht kommen? Das widerspricht sich und egal ob Kind oder Erwachsener, man weiß dann nicht, was man tun soll. Sich dann einfach für eins zu entscheiden ist völlig normal und natürlich wählt man dann das mit dem geringsten Aufwand, nämlich sich nicht melden.


    Leg doch am Anfang des Semester fest, wer wann welches Referat hält und sag, wer an seinem Termin nicht da ist, muss sich abmelden. Und halte etwas Zeit frei, falls die krank sind und das Referat verschoben werden muss (wohin es dann verschoben wird, legst du am besten gleich am Anfang fest, z.B. auf die nachfolgende Sitzung... macht ja sonst auch keinen Sinn, weil du ja sicherlich einen Semesterplan hast und die Referate eine sinnvolle Reihenfolge haben).


    Dann hast du natürlich bei keiner Anwesenheitspflicht nach 2-3 Wochen einen leeren Raum und nur noch die Referenten da. Außer, du schreibst am Ende ne Klausur. Gib dazu am Anfang einmal bekannt, welche Inhalte die Klausur haben wird, aber fasse nicht am Ende nochmal alles zusammen, weil 2/3 nicht anwesend waren. Es muss klar sein, dass wenn man die Klausur gut schaffen will, man auch mal anwesend sein muss. Auch wenn du es nicht jede Woche kontrollierst. Aber ich würde denen, die oft fehlen, nicht den A... nachtragen. :|N


    Wenn dann zwischendurch einer meckert, verweise einfach darauf, dass die Leistungen, die zu erbringen sind, von Anfang an klar waren (gib denen das gerne auch schriftlich: einen Semesterablaufplan mit Themen, Referatterminen und Namen wer wann dran ist, einen Zettel mit den Schwerpunkten der Klausur, Literaturliste etc.) und er z.B. das Referat auf jeden Fall halten muss für seinen Schein (du kannst ja, wenn du viele Mamis und Arbeitende Studenten hast, alternativ was anbieten, z.B. ein Essay o.ä., was sie zu nem Termin einreichen müssen und sie dann alle aussuchen lassen was sie machen wollen).


    Wer das dann nicht packt, muss halt das Seminar im nächsten Semester nochmal machen, das ist ja auch was, was viele Studenten bewusst machen, weil zu faul. Und im Grunde nicht dein Problem.

    Liebe Waterli,


    ich weiß, Du meinst es gut und gehst da differenziert heran, ich habe aber mittlerweile gesehen, dass ich die Gesamtsituation hier nicht passend darstellen kann. Mich stört es halt vor allem,


    dass eben die Regeln den Studenten egal sind, egal, ob zwischenmenschliche oder organisatorische. Sie pochen auf ihre Autonomie, finden immer irgendeinen Dreh aber am Schluss muss man sie retten.


    Des weiteren habe ich schon mehrfach betonte, dass ich die Klausur NICHT in der letzten Stunde vorgegeben habe, sondern, wie jeder Prüfer, auf wichtige und unwichtige Inhalte hingewiesen.


    Auch wären die Studenten in der Lage gewesen die Klausur auch ohne diese Stunden zu bestehen wie auch durch komplette Nicht-Anwesenheit, weil ich ihnen ja genug Info und Materialien zur Verfügung gestellt. habe, was die meisten einfach nicht genutzt haben.


    Mir ist nicht so ganz klar, wieso sich daran aufgehangen wird, dass ich Leuten, die während des Semsters klar kommuniziert haben, dass sie alles alleine können und sich auch sonst an keine Regeln halten müssen, am Schluss nicht mehr den Hintern hinterher getragen habe.


    Ich habe die, die nach den Regeln spielen, "belohnt", indem ich eine passende Abschlussstunge gehalten und dann noch mal zusammengefasst habe.


    Die, die betont hatten, sie brauchen das Seminar/die Unterlagen/die Hilfe nicht, sind halt dann davon ausgenommen worden. Wie sie es wollten.


    Des weiteren habe ich mehrfach betont, dass der normale Alltag von mir gut zu bewältigen ist und ich eigentlich sonst ein sehr gutes Verhältnis zu den Studenten habe und auch insgesamt asl guter Dozent gelte. Wahrscheinlich macht mich das deswgen so fertig, wenn solche Extremsituationen auftauchen, wie sie meine Kollegen öfters haben.


    Aber das wird hier ständig überlesen, warum auch immer.

    Zitat

    Die, die betont hatten, sie brauchen das Seminar/die Unterlagen/die Hilfe nicht, sind halt dann davon ausgenommen worden. Wie sie es wollten.

    Aber darin liegt ja gerade die Grenzüberschreitung oder Unprofessionalität, die du begehst. Du hast sie nicht zu erziehen. Du bist nicht deren Mutter. Es wäre einfach souverän gewesen um die Studenten teilnehmen zu lassen wenn sie es denn wollten. Damit eignest du dir eine Rolle und auch eine Bedeutung zu, die dir in diesem Kontext nicht zusteht und auch fehl am Platze ist.

    Zitat

    Mich stört es halt vor allem,


    dass eben die Regeln den Studenten egal sind, egal, ob zwischenmenschliche oder organisatorische. Sie pochen auf ihre Autonomie, finden immer irgendeinen Dreh aber am Schluss muss man sie retten.

    Den Studenten sind Regeln durchaus nicht egal, wenn sie nicht so absurd sind. Sich abmelden im anwesendheidsnichtpflichtigen Veranstaltungen (ausgenommen Referat) ist da z;B. eine davon. Du musst überhaupt gar niemanden retten, sicher nicht die Studenten. Wie kommst du darauf dass du sie retten musst? Das ist wohl die wirklich interessante Frage. Es wäre schön wenn du darauf eingehen würdest.

    Du wiederholst hier nun mehrfach, dass du glaubst, deine Studenten retten zu müssen. Ich weiß immer noch nicht genau, wie du darauf kommst, aber auch deine Studenten teilen dir wohl mehr als deutlich mit, dass sie das nicht möchten, bzw. brauchen. Wieso nimmst du das nicht ernst? Und wieso gehst du nun wieder 5 Schritte zurück und schreibst im Prinzip genau dasselbe wie in deinem Eingangsbeitrag, gerade so als wäre hier bisher noch gar keine Möglichkeit zum Austausch oder zur Reflexion gewesen.


    Du betonst immer gerne, dass du kognitiv alles auf dem Schirm hast und in diesem Bereich so gar keine Probleme hast, das wäre alles nur emotional, aber irgendwie...mh. Ich habe nicht das Gefühl, dass du wirklich verstehst, was die Schreiber dir hier mitteilen wollen.


    Wenn dir dein Ruf als gute Dozentin wichtig ist, solltest du vielleicht tatsächlich JETZT anfangen hinzusehen, wo genau die Probleme sind, wo genau du dein Verhalten und dein Vorgehen optimieren kannst, damit du nicht wieder in die gleiche Falle tapst. Auf mich wirkt es nach wie vor so, als ob du bei dir keinerlei "Fehler" sehen kannst, es sind die "Anderen".


    Was hälst du von hochschuldidaktischen Fortbildungen? Glaubst du so etwas könnte dir helfen?

    Zitat

    Ich habe die, die nach den Regeln spielen, "belohnt", indem ich eine passende Abschlussstunge gehalten und dann noch mal zusammengefasst habe. Die, die betont hatten, sie brauchen das Seminar/die Unterlagen/die Hilfe nicht, sind halt dann davon ausgenommen worden. Wie sie es wollten.

    Ist dir eigentlich bewusst, wie manipulativ und irgendwie auch gestört das ist? Solches Vorgehen hat in einer Institution wie einer Universität echt nichts zu suchen.

    Zitat

    aber am Schluss muss man sie retten.

    Nein, was du am Schluss musst, ist ihre Unzufriedenheit mit dir aushalten. Du musst aushalten das sie dich doof finden und so wie ich das hier beobachte, ist genau das dein Problem. Das kannst du nicht.

    @ danae:

    :)^:)z

    Zitat

    aber am Schluss muss man sie retten.

    Nein. Am Schluss müssen sie erwachsen werden. Und vielleicht muss man auch mal der Buhmann sein, der die Kette aus "studierunfähige Abiturienten kommen an die Uni" und "Uniabsolventen sind im Job nicht einsetzbar" durchbricht. Klar macht man sich unbeliebt, wenn man jemandem zeigt, dass das mit dem Studium so nicht läuft. Aber es gibt ja nicht nur einen Prüfungsversuch und noch aus meinen Zeiten kenne ich Leute, die gerade am Anfang (Lernumstellung etc.) mehrfach erst im 2. Anlauf bestanden haben. Sie haben aber aus dem Durchfallen gelernt (wenn auch schmerzvoll). Und ich selber habe mein erstes Studium auch abgebrochen nach 2 Semestern, weil eigentlich schon in der Mitte des ersten Semesters klar war, dass auch ein Superabi nicht für jeden Studiengang qualifiziert und ich es schlichtweg nicht gepackt habe. Ja, ich hätte wiederholen können, aber mir wurde klar, dass diese versemmelter Prüfung in dem Fach nur der Anfang einer langen Quälerei gewesen wäre. Ich hätte es vielleicht sogar packen können, aber ehrlich gesagt war ich so hartes Büffeln und Lückenschließen nicht gewohnt und war skeptisch.


    Und ich habe auch Studenten durchfallen lassen. Wenn man den Frust aushält und sie dann nicht allein lässt; über die eine oder andere Zickerei hinwegschaut und ansprechbar bleibt, dann hat sich zumindest bei mir mehr als einmal gezeigt, dass denjenigen unterschwellig schon bewusst war, dass es nicht gut läuft. Man sollte halt DEREN Scheitern nicht als das eigene Scheitern sehen.

    Dir steht es einfach zu, Studenten individuell für ihre (Nicht-)Anwesenheit/Mitarbeit zu belohnen bzw. bestrafen. Du als Dozent muss schlicht über solchen Dingen stehen. Und ganz sicher auch niemanden retten.


    Ich bin selbst Studentin und von Dozenten erwarte ich vor allem eins: Fairness. Klare Ansagen und klare Kosequenzen. Und nicht irgendwelche Mauscheleien.


    Im Prinzip das, was dir viele hier schon geschrieben haben: lege am Anfang klare Regel fest und geben auch die Kosequenzen bekannt, die das Nichteinhalten dieser Regeln hat. Dann kann jeder Student selbst entscheiden, wie er damit umgeht und weiß, was ihn erwartet wenn er sich nicht an die Regel hält.


    Du kannst auch Zusatzmaterial bereitstellen und kommutieren, dass es jeden offen steht, der es gerne haben will. Drehe aber den Leuten keinen Strick aus der Tatsache, dass sie es nicht annehmen. Nicht für jeden ist dieses Seminar der Lebensmittelpunkt sondern manchmal auch einfach nur ein Punkt im Leben, der irgendwie funktionieren muss.


    Du kannst auch in der letzten Stunden nochmal alles zusammenfassen und zwischen wichtig und unwichtig differenzieren. Diese Stunde steht jedem offen und es steht jedem frei zu erscheinen oder eben nicht. Wenn die Leute nicht kommen und dann Probleme haben, ist das persönliches Pech. Unfair wird es in dem Moment, in dem du die Anwesenden mit einer Zusammenfassung per Mail "belohnst" und die anderen "strafst" indem du sie aus dem Verteiler nimmst. Jeder, der in diesem Seminar war, hat man schreiben gelernt und kann selbst mitschreiben. Es ist einfach nicht nötig, ihnen noch Zusammenfassungen hinterher zu schicken.


    Gleiches Recht für alle. Studenten sind erwachsen und können selbst entscheiden. Und mit den Kosequenzen leben, wenn sie die Angebote nicht annehmen. Wenn sie dann beleidigt sind und dir die Schuld geben, dass alles scheiße läuft, dann zuckst du mit denn Schultern und weißt freundlich darauf hin, dass sie sämtliche Möglichkeiten hatte und diese jederzeit nutzen können.

    Zitat

    Dir steht es einfach zu, Studenten individuell für ihre (Nicht-)Anwesenheit/Mitarbeit zu belohnen bzw. bestrafen

    Mist, direkt einen sinnentstellenenden Fehler reingebracht.


    Dir steht es natürlich nicht zu...

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    Ich habe die, die nach den Regeln spielen, "belohnt", indem ich eine passende Abschlussstunge gehalten und dann noch mal zusammengefasst habe. Die, die betont hatten, sie brauchen das Seminar/die Unterlagen/die Hilfe nicht, sind halt dann davon ausgenommen worden. Wie sie es wollten.

    Ist dir eigentlich bewusst, wie manipulativ und irgendwie auch gestört das ist? Solches Vorgehen hat in einer Institution wie einer Universität echt nichts zu suchen.

    Meine Rede. Das ist unprofessionell und vorwertend.


    Es gibt bestimmte Vorleistungen, die als Zugangsvoraussetzungen zur Prüfung gelten können. Dass ein Dozent beleidigt ist, weil die Studis das Zusatzangebot nicht wahrnehmen, ist einfach unschön.


    Liebe TE, du bist in professioneller Funktion und du solltest deine persönlichen Befindlichkeiten dringend aus deinem Beruf heraushalten.


    Belohnung und Bestrafung haben im universitären Milieu nichts zu suchen. Einzig die prüfbare Leistung am Ende einer Veranstaltung wird bewertet. Weder das Benehmen während des Seminars noch sonst ein anderer Aspekt. Auch die Zugangsvoraussetzung zur Prüfung darf i.d.R. nicht gewertet werden. Es gibt weder Fleißhäkchen noch Minuspunkte fürs Fehlen.

    Übrigens, criecharlie, fusst meine Ausage auf den Beobachtungen zu deinem Diskussionsverhalten hier im Thread. Wenn du kritisiert wirst erklärst du, relativierst du, debattierst rum und versuchst sehr beharrlich alle davon zu überzeugen das du doch ganz richtig gehandelt hast. Es fällt dir offensichtlich schon hier im Thread sehr schwer auszuhalten wenn Leute dein Verhalten doof finden. Du riechst nach Unsicherheit, durch meinen Bildschirm.

    Zitat

    Du riechst nach Unsicherheit, durch meinen Bildschirm.

    Sagte sie ja selbst: dass sie immer ein paar Schritte hinter den Entwicklungen hinterherhinke. Nur, wie soll man da von außen helfen, größere Erkenntnissprünge zu tun?