Minimalismus für Anfänger

    Hallo zusammen!


    Ich hab unter der Suche keinen Faden zum Thema Minimalismus gefunden, deshalb nun der Thread ;-)


    Ich versuche schon seit einiger Zeit mein materielles Hab und Gut zu reduzieren, da ich einfach merke, dass mich mein Krempel regelrecht erdrückt und ich mich zunehmend unwohl in unserer Wohnung fühle, da sie „hinter den Kulissen“ einfach sehr vollgestopft ist. Dieser Zustand kostet einfach Nerven, da es kaum einen Schrank oder Schublade gibt, der/die luftig befüllt ist, sodass jedes Herauskramen eines Gegenstandes Stress bedeutet. Putzen macht mir grundsätzlich schon wenig Spaß, bei vollgestellten Regalen und vollgestopften Schränken wird es aber richtig zur Aufschieberitis-Aufgabe.

    Neben Vollzeitjob, Kleinkind und Haushalt bleibt nicht viel Zeit zum Ausmisten. Große Aktionen nach Marie Kondo sind zeitlich nicht drin und ehrlich gesagt auch nicht meins. Ausmisten ist bei mir ein Prozess und es kostet mich aufgrund der psychischen Komponente ziemlich viel Energie. 1-2 h Ausmisten und ich bin fix und fertig. Deshalb versuche ich aktuell einfach regelmäßig Krempel auszumisten, wenn sich ein Zeitfenster ergibt oder mir etwas im Alltag in die Hand fällt, was weg kann. Das ist zwar nicht sehr systematisch, führt allerdings (hoffentlich) langfristig auch zum Ziel ohne mich direkt zu überfordern.


    Ist hier vielleicht auch jemand, der sich am Minimalismus versucht oder den Anfang schon hinter sich gebracht hat? Ich würde mich gerne austauschen @:)

  • 35 Antworten

    Was mir bzw. uns geholfen hat, sich tatsächlich zu reduzieren, war ein Umzug. 20 Jahre im gleichen Haus, einen Mann der leidenschaftlich sammelt, da kam viel zusammen. Teilweise waren es alte Sachen, die aus Sentimentalität behalten wurden, Krams, den man mal geschenkt bekam und zum Wegwerfen zu schade fand, aber einem auch nicht wirklich gefiel. Und natürlich einfach Weggepacktes, was eigentlich nur Platz wegnahm, aber für das man keine wirkliche Verwendung mehr hatte.


    Mein Mann konnt sich nur von relativ wenig trennen, ich war da rigeros. Beim Einpacken wurde konsequent aussortiert und nun habe ich eine Wohnung, die sehr klar ist. Wenig ausgesucht Deko, alles in Schränken oder Schubladen verstaut, anständig beschriftet, selbst sämtliche Ladekabel penibel belabelt. Ich fühle mich tatsächlich viel wohler, aufgeräumter.


    Von daher: es lebe der Minimalismus. ;-)

    Umzüge sind für sowas toll.

    Ich bin in den letzten 4 Jahren zwei mal

    umgezogen und dadurch wurde es deutlich weniger. Trotzdem zogen immer noch einige Sachen in Kartons mit, die dann erstmal im Nebengebäude oder auf dem Dachboden gelandet sind. Neulich hab ich alle Kartons ungesehen zur Deponie gefahren. Was ich die letzten zwei Jahre nicht gebraucht hab, brauche ich jetzt auch nicht mehr.

    Mmh. Ich bin ja eine Freundin der Hauruck-Methode. Bevor ich mir groß Pläne zum entrümpeln machen würde und/oder zb solch eine Aktion in meinen Urlaub oder aufs Wochenende schieben würde, würde ich mir wann immer zeitlich möglich einen (bei mir wäre es hier) schwarzen Sack schnappen und eiskalt den ganzen überflüssigen Kram und Plunder weg werfen. Vielleicht hilft es dir ja an einigen Stellen in der Wohnung schon Müllsäcke hinzulegen, die auf dich warten, wenn die Zeit da ist. So kannst du sofort loslegen. Und dann nichts wie weg mit überflüssigen Zeug.


    Ich glaube, wenn man einmal anfängt und den Erfolg sieht, ist es auch nicht mehr so schlimm. Vielleicht wirds ja dann auch so angenehm leer, dass du eine Kommode und ein paar Regale entsorgen kannst. Diese nehmen nämlich dann keinen Platz mehr weg und müssen nicht mehr entstaubt werden.

    Oh ich liebe wegwerfen, wegwerfen macht süchtig - finde ich. Habe meine Mutter vor paar Wochen animiert, oh mein Gott hat es uns spass gemacht und wie einfach jetzt der Frühjahrsputz war.

    Ich würde mir jedes Wochenende eine Region in der Wohnung aussuchen.

    Z.Bsp : - dieses Wochenende alle Hängeschränke in der Küche , nächstes Wochenende Kleiderschrank von Kind xy, ...Tv-Tisch...Badezimmerschrank....Balkon.... . Immer Päckchenweise. Wenn eine Systematik und Ordnung in der Wohnung/ im Haus herrscht dann geht putzen so schnell und macht sogar spass. Oder Putzvideos auf You Tube anschauen, motiviert :))

    HasiX schrieb:

    Mein Mann konnt sich nur von relativ wenig trennen, ich war da rigeros. Beim Einpacken wurde konsequent aussortiert und nun habe ich eine Wohnung, die sehr klar ist. Wenig ausgesucht Deko, alles in Schränken oder Schubladen verstaut, anständig beschriftet, selbst sämtliche Ladekabel penibel belabelt. Ich fühle mich tatsächlich viel wohler, aufgeräumter.

    Ich habe mittlerweile nur noch 3 Stellen, wo es Kabeln gibt ]:Dund auch da kenne ich mich begrenz aus, deswegen weiß ich nicht, was ich da nun entsorgen könnte oder nicht. Auch ich habe schlicht zu viele Dinge für den Raum, der zur Verfügung steht, allerdings rüttelt es mich bei dieser Beschreibung auch. Ist irgendwie mein Albtraum. Da ist mir das Überladene und damit auch Gemütliche bei mir lieber. Schön wäre ein Mittelweg, aber dafür müsste ich doch deutlich mehr wegwerfen und da scheiden sich wieder die Geister und es gibt bei uns keine Einigung, also bleibt es überladen und manche Dinge werden halt immer wieder gesucht werden und dann auch nicht gefunden, zumindest nicht dann, wenn sie gesucht werden.

    Platypus schrieb:

    Neben Vollzeitjob, Kleinkind und Haushalt bleibt nicht viel Zeit zum Ausmisten. Große Aktionen nach Marie Kondo sind zeitlich nicht drin und ehrlich gesagt auch nicht meins. Ausmisten ist bei mir ein Prozess und es kostet mich aufgrund der psychischen Komponente ziemlich viel Energie. 1-2 h Ausmisten und ich bin fix und fertig. Deshalb versuche ich aktuell einfach regelmäßig Krempel auszumisten, wenn sich ein Zeitfenster ergibt oder mir etwas im Alltag in die Hand fällt, was weg kann. Das ist zwar nicht sehr systematisch, führt allerdings (hoffentlich) langfristig auch zum Ziel ohne mich direkt zu überfordern.

    Ich würde sagen, dass es so nach der Beschreibung nicht viel mit dem Minimalismus zu tun hat, den Marie Kondo vertritt. Das sind dann einfach zwei verschiedene Systeme. Es heißt natürlich nicht, dass wenn du konseuqent wirklich genug ausmistest, dann auch irgendwann zufrieden bist.

    MorgenLefay schrieb:

    Z.Bsp : - dieses Wochenende alle Hängeschränke in der Küche , nächstes Wochenende Kleiderschrank von Kind xy, ...Tv-Tisch...Badezimmerschrank....Balkon.... . Immer Päckchenweise. Wenn eine Systematik und Ordnung in der Wohnung/ im Haus herrscht dann geht putzen so schnell und macht sogar spass. Oder Putzvideos auf You Tube anschauen, motiviert :))

    Ja, das stimmt natürlich, aber meine Wohnung nach Putzkriterien einzurichten muss sich auch mit meinem Geschmack decken und das tut es bei mir z. B. nicht. Es macht mir auch keine Freude, Dinge wegzuschmeißen, denn ich hätte sie ja nicht, wenn ich sie mir nicht gefallen hätten bzw. ich an ihnen hänge. Wäre natürlich einfach, wenn ich die letzten Jahre sinnlos eingekauft hätte und ich das nun wegschmeiße, aber ich habe nicht viele Dinge, die sich im Nachhinein als Fehlkäufe oder Fehler entpuppt haben.

    Melete schrieb:

    Auch ich habe schlicht zu viele Dinge für den Raum, der zur Verfügung steht, allerdings rüttelt es mich bei dieser Beschreibung auch. Ist irgendwie mein Albtraum. Da ist mir das Überladene und damit auch Gemütliche bei mir lieber.

    Vielleicht habe ich mich blöd ausgedrückt, denn gemütlich ist es trotzdem, nur nicht mehr überfrachtet, offene Regale vollgestopft sowas meinte ich. Accessoires geben dem ganzen durchaus den gemütlichen Touch, Bilder, schöne Kissen, Kuscheldecke, Kerzenleuchter, besondere Tischlampen auf den Fensterbänken.

    Zitat

    Große Aktionen nach Marie Kondo sind zeitlich nicht drin und ehrlich gesagt auch nicht meins

    Wieso ist das nicht deins? Marie Kondo veranschlagt etwa 1 Jahr, das ist auch sinnvoll, damit man auch dran bleibt. Wenn man es sich gut aufteilt, ist es zeitlich gut zu schaffen. Ich kann das Buch als Einstieg nur empfehlen, weil es letztendlich auch viel mit dem Kopf zu tun hat und dort gut erklärt wird.

    Zitat

    Minimalismus

    Geht es dir nur ums Ausmisten und überflüssugen Kram los werden oder tatsächlich um Minimalismus? Minimalismus ist eine Lebensform, wo es um Verzicht in vielen Bereichen geht.

    Zitat

    Ich bin ja eine Freundin der Hauruck-Methode

    Leider ist das nicht für alle so einfach. Es gibt verschiedene Gründe, warum man an Ballast festhält. Wenn man diese Gründe nicht kennt oder sieht, bleibt immer noch genug Zeug übrig, was eigentlich weg kann. Dann steht man nach kurzer Zeit wieder am selben Punkt, weil der Ballast immer noch belastet.

    Kulturschaffender schrieb:

    Was ist das für Krempel? Warum und wann wurde er angeschafft?

    Bücher, alte Elektrogeräte, Kleidungsstücke, Erinnerungsstücke (Souvenirs, Postkarten, Geburtstagskarten), Ordner aus der Schule, Ausbildung, Studium, Deko-Krimskrams, usw.

    Teilweise sind die Sachen schon aus dem Jugendzimmer mit in die Wohnung gezogen.


    Wir haben uns auch schon von viel getrennt. Als unser Sohn kam, musste aus dem Arbeitszimmer-Rumpelkammer ein Babyzimmer werden und viel altes Zeug wurde verkauft oder entsorgt.


    Aber es ist eben immer noch viel da, was eigentlich weg kann. Darunter viele Bücher, paar Elektrogeräte, viele „Erinnerungsstücke“, usw.




    HasiX schrieb:

    Was mir bzw. uns geholfen hat, sich tatsächlich zu reduzieren, war ein Umzug. 20 Jahre im gleichen Haus, einen Mann der leidenschaftlich sammelt, da kam viel zusammen. Teilweise waren es alte Sachen, die aus Sentimentalität behalten wurden, Krams, den man mal geschenkt bekam und zum Wegwerfen zu schade fand, aber einem auch nicht wirklich gefiel. Und natürlich einfach Weggepacktes, was eigentlich nur Platz wegnahm, aber für das man keine wirkliche Verwendung mehr hatte.


    Mein Mann konnt sich nur von relativ wenig trennen, ich war da rigeros. Beim Einpacken wurde konsequent aussortiert und nun habe ich eine Wohnung, die sehr klar ist. Wenig ausgesucht Deko, alles in Schränken oder Schubladen verstaut, anständig beschriftet, selbst sämtliche Ladekabel penibel belabelt. Ich fühle mich tatsächlich viel wohler, aufgeräumter.


    Von daher: es lebe der Minimalismus. ;-)

    Bei uns steht im kommenden Jahr ein Umzug an und damit der nicht in Stress ausartet, möchte ich eben jetzt schon mit dem Ausmisten und Sortieren beginnen. Wir handhaben es auch so, das gleiche Dinge (wie Kabel) auch alle an einem Ort aufbewahrt werden. Die Kabelkiste ist auch schon deutlich übersichtlicher geworden, da wir uns vorallem von vielen USB-Kabeln trennen konnten, als wir festgestellt haben, dass wir 10 davon haben ;-)



    Braunesledersofa schrieb:

    Mmh. Ich bin ja eine Freundin der Hauruck-Methode. Bevor ich mir groß Pläne zum entrümpeln machen würde und/oder zb solch eine Aktion in meinen Urlaub oder aufs Wochenende schieben würde, würde ich mir wann immer zeitlich möglich einen (bei mir wäre es hier) schwarzen Sack schnappen und eiskalt den ganzen überflüssigen Kram und Plunder weg werfen. Vielleicht hilft es dir ja an einigen Stellen in der Wohnung schon Müllsäcke hinzulegen, die auf dich warten, wenn die Zeit da ist. So kannst du sofort loslegen. Und dann nichts wie weg mit überflüssigen Zeug.


    Ich glaube, wenn man einmal anfängt und den Erfolg sieht, ist es auch nicht mehr so schlimm. Vielleicht wirds ja dann auch so angenehm leer, dass du eine Kommode und ein paar Regale entsorgen kannst. Diese nehmen nämlich dann keinen Platz mehr weg und müssen nicht mehr entstaubt werden.

    Mit der Hauruck-Methode komme ich nicht klar. Mein „Ausmist-Wille“ reicht nur für eine begrenzte Zeitspanne. Ich kann aus meinem Schrank 2 Stapel Kleidung rausnehmen und diese konsequent sortieren. Wenn ich aber meinen kompletten Kleiderschrankinhalt aufs Bett schmeißen würde und mich da dann Durcharbeiten müsste, würde ich nach einer Stunde anfangen wieder Kleidung aus dem Müll-Stapel zu fischen, da mir dann plötzlich wieder einfällt warum ich Teil X und Y doch noch nicht wegwerfen kann 8-(


    Wir haben eine recht kleine Wohnung. Zuviel Stauraum haben wir definitiv nicht. Wir haben nur einen großen Kleiderschrank im Schlafzimmer und einen Kleiderschrank im Kinderzimmer. Ansonsten haben wir nur in der Küche Schränke und in der restlichen Wohnung nur Sideboards und Regale. Aber die sind einfach zu voll gepackt, sodass es keinen Spaß macht, darin was zu suchen.




    Melete schrieb:
    HasiX schrieb:

    Mein Mann konnt sich nur von relativ wenig trennen, ich war da rigeros. Beim Einpacken wurde konsequent aussortiert und nun habe ich eine Wohnung, die sehr klar ist. Wenig ausgesucht Deko, alles in Schränken oder Schubladen verstaut, anständig beschriftet, selbst sämtliche Ladekabel penibel belabelt. Ich fühle mich tatsächlich viel wohler, aufgeräumter.

    Ich habe mittlerweile nur noch 3 Stellen, wo es Kabeln gibt ]:Dund auch da kenne ich mich begrenz aus, deswegen weiß ich nicht, was ich da nun entsorgen könnte oder nicht. Auch ich habe schlicht zu viele Dinge für den Raum, der zur Verfügung steht, allerdings rüttelt es mich bei dieser Beschreibung auch. Ist irgendwie mein Albtraum. Da ist mir das Überladene und damit auch Gemütliche bei mir lieber. Schön wäre ein Mittelweg, aber dafür müsste ich doch deutlich mehr wegwerfen und da scheiden sich wieder die Geister und es gibt bei uns keine Einigung, also bleibt es überladen und manche Dinge werden halt immer wieder gesucht werden und dann auch nicht gefunden, zumindest nicht dann, wenn sie gesucht werden.

    Platypus schrieb:

    Neben Vollzeitjob, Kleinkind und Haushalt bleibt nicht viel Zeit zum Ausmisten. Große Aktionen nach Marie Kondo sind zeitlich nicht drin und ehrlich gesagt auch nicht meins. Ausmisten ist bei mir ein Prozess und es kostet mich aufgrund der psychischen Komponente ziemlich viel Energie. 1-2 h Ausmisten und ich bin fix und fertig. Deshalb versuche ich aktuell einfach regelmäßig Krempel auszumisten, wenn sich ein Zeitfenster ergibt oder mir etwas im Alltag in die Hand fällt, was weg kann. Das ist zwar nicht sehr systematisch, führt allerdings (hoffentlich) langfristig auch zum Ziel ohne mich direkt zu überfordern.

    Ich würde sagen, dass es so nach der Beschreibung nicht viel mit dem Minimalismus zu tun hat, den Marie Kondo vertritt. Das sind dann einfach zwei verschiedene Systeme. Es heißt natürlich nicht, dass wenn du konseuqent wirklich genug ausmistest, dann auch irgendwann zufrieden bist.

    Mir ist klar, dass ein wenig Ausmisten nicht gleich Minimalismus ist. Aber es ist ein erster Schritt dahin. Ziel ist es für mich nur das zu besitzen, was mich/uns glücklich macht und auf Überflüssiges zu verzichten. Das ist für mich Minimalismus.




    gato schrieb:
    Zitat

    Große Aktionen nach Marie Kondo sind zeitlich nicht drin und ehrlich gesagt auch nicht meins

    Wieso ist das nicht deins? Marie Kondo veranschlagt etwa 1 Jahr, das ist auch sinnvoll, damit man auch dran bleibt. Wenn man es sich gut aufteilt, ist es zeitlich gut zu schaffen. Ich kann das Buch als Einstieg nur empfehlen, weil es letztendlich auch viel mit dem Kopf zu tun hat und dort gut erklärt wird.

    Zitat

    Minimalismus

    Geht es dir nur ums Ausmisten und überflüssugen Kram los werden oder tatsächlich um Minimalismus? Minimalismus ist eine Lebensform, wo es um Verzicht in vielen Bereichen geht.

    Ich hab die Bücher von Marie Kondo gelesen und sogar (noch) im Regal stehen ;-) Weiter oben habe ich beschrieben, warum die großen Aktionen bei mir nicht funktionieren. Es ist bei mir ein Prozess und bei einigen Dingen brauche ich mehrere Anläufe, um einzusehen, dass es Quatsch ist, sie aufzubewahren. Vielleicht komme ich ja auch irgendwann an einen Punkt, wo ich auch eine Hauruck-Aktion stemmen könnte, das ist aber aktuell noch nicht der Fall.


    Wieso ist Minimalismus eine Lebensform, wo es um Verzicht in vielen Bereichen geht?
    Das klingt so negativ. Minimalismus ist für mich die bewusste Entscheidung seine materiellen Besitztümer auf so wenig wie möglich und soviel wie notwendig zu reduzieren, um Platz und Zeit für das Wesentliche zu schaffen. Die konkrete Ausgestaltung ist dabei sehr individuell und es ist für mich eine Mischung aus sich von alten Dingen trennen und das Konsumverhalten so zu verändern, dass sich kein neuer Balast anhäuft.

    Das mit den Elektrogeräten verstehe ich sehr gut. Wir hatten bis neulich noch 3 VHS-Videorecorder, die alle fast zur gleichen Zeit (als wäre da eine Selbstzerstörungs-Uhr eingebaut) den Geist aufgaben. Ich hoffte nun, "aus 3 mach 1" wenigstens einen wieder zum Leben zu erwecken, denn da hing noch ein halber Schrank voll VHS-Filmen daran, die heute nicht mehr gesendet werden. Es gelang aber nicht, und so flog das ganze (unter Tränen) auf den Wertstoffhof.

    Mit Computern ist es ähnlich. Ich habe jetzt alle weggeworfen, die (von der Leistung und Ausstattung her) kein Windows 10 und Full HD können. Das fiel mir leichter. Alte Software waren bei mir zwei Umzugskartons voll (gesammelt seit den 90ern). Jetzt sind noch die Kabel (aus-) zu sortieren.

    Bei den Musikinstrumenten ist es viel schwerer. Da sind 5 Gitarren, ein Keyboard, 1 Akkordeon, 1 Saxofon und eine Tuba.

    Warum hat Marie Kondo 3 (drei!) Bücher geschrieben, die man kaufen und lesen, und vielleicht noch als letzte Restbibliothek behalten muss? Hätte ein Merkblatt nicht genügt?


    In unserer Familie gibt es wirklich keine Messies, schon aus Platzgründen. Aber ist es nicht schade, wenn man keine so genannt überflüssigen Dinge mehr hat? Könnte das nicht ans Lebendige gehen?


    Vielleicht ist dieser Minimalismus das Gegenteil: ein Luxus.

    Ich warte auf das nächste Buch :)=

    Wir hatten Jahre immer das Problem, dass wir ein Zimmer aufgeräumt haben und alles aussortiert. Und dann das überflüssige zur Entsorgung bereitgestellt und dann stand das da. Und irgendwann war es im Weg. Dann ging es woanders hin und irgendwann war es wieder im "Kreislauf". So wurde das Haus immer voller, die Schränke, die berühmten "Ecken und Winkel".


    Und wir haben sehr viel Platz und extrem viele Ecken und Winkel in unserem alten Haus...


    Irgendwann hab ich gesagt, als "fertig aufgeräumt" gilt nur das, was auch erfolgreich aus dem Haus ist. Jetzt müssen wir hier umbauen und dafür mussten wir einige Zimmer aufgeben. Und wegen Umbauarbeiten im letzten Jahr musste ich schon alle Keller durchgehen und Platz schaffen. Wenn ich da jetzt reingehe und alles, was man ja nun mal auch hat und behalten möchte, ordentlich verpackt in verschlossenen durchsichtigen Boxen in direkt zugreifbaren Regalen lagert, macht das richtig Freude.


    Das war der Auslöser, inzwischen gibt es Routine: Kleidung für die Verwertung verpacken und binnen einiger Tage abgeben, stehen die zu lange auf dem "Endlagerplatz", dann Kleidercontainer. Andere Sachen beim Aussortieren gleich fotografieren, und an einem Sammelplatz in der Garage ablegen. Abends alles auf Ebay etc., wird es nicht verkauft, wird der Sammelplatz zum Wertstoffhof regelmäßig abgefahren. Und weg damit, ohne noch mal nachdenken oder anderweitig irgendwo hin umräumen.


    Es war vorher nicht wirklich schlimm, aber jetzt ist es trotzdem viel besser hier. Es fühlt sich "leichter" an, obwohl wir derzeit wegen der Baumaßnahmen auf so wirklich viel Fläche verzichten müssen. Und inzwischen macht es richtig Spaß, oben schrieb ja schon jemand "wegwerfen macht süchtig", naja, zumindest glücklich.