Mitarbeiterin ist ständig krank

    Hallo Ihr *:)


    Hab leider mal wieder ein Problem. Ich arbeite in einem Seniorenheim. Wir sind ein recht kleines Team mit 9 Mitarbeiten. Seit ca. 2 Jahren haben wir eine Mitarbeiterin, die bei uns erst aLS 1€-Kraft gearbeitet hat, dann wurde sie als 400-kraft eingestellt. Irgendwann wurde sie als 35-Stunden-Kraft eingestellt. Das Problem an der Sache. Sie ist alleinerziehend. Beim Einstellen sagte sie aber, das der Kleine immer eine Betreuung hätte und unterschrieb einen 3-Schicht-System-Vertrag. Da wir damals noch gut besetzt waren und eine Kollegin hatten, die immer Spätdienste schob, hatte die besagte Mitarbeiterin keine Probleme. Dann wechselte die Spätdienstlerin in die Betreuung und auch die Stationsleitung wechselte (die wurde ich). Jetzt musste ich natürlich die Spätdienste aufteilen und so mussten auch alle ran. Dann gings los. Immer wenn diese Kollegin Spätdienst machen muss (was leider wirklich nicht anders geht) ist sie krank. Mittlerweile summieren sich die Krankkeitszeit auf gute 5 Monate(!!!) Meine Kollegen und auch ich sind langsam nur noch genervt, da wir sie seit Mitte 2009 nur noch mit durchziehen. Sie ist aber auch meist genau 6 Wochen krank, weil da dann das Krankengeld einsetzt.


    Kann man da irgendwie arbeitsrechtlich etwas unternehmen? Aktuell hat sie Urlaub und ist mal wieder krank. Den Urlaub bekommt sie natürlich wieder. Das Verhalten kennen wir aber auch schon.


    Es ist sehr ärgerlich, weil ihr Verhalten mitterweile schon so vorrausschauend ist.


    Liebste Grüße @:)

  • 193 Antworten

    Bevor man sich gleich ans Arbeitsrecht wagt, sollte man die Person dazu befragen. Es kann ausreichen, wenn man die Methode aufdeckt. Wenn die Fehlzeiten ärztlich entschuldigt sind, wirds noch schwerer.


    Spätdienst für eine Alleinerziehende ist aber auch ein Schlauch. Das würde ich anders einteilen.

    Geht leider nicht mehr anders. Sie hat wie erwähnt, auch dem 3-Schicht-Vertrag zugestimmt. Sie könnte auch mit den Stunden runtergehen. Das wollte sie auch. Spricht aber bisher nur davon.


    Reden würd ich gern mit ihr. Wird aber schwierig, da sie ja nie da ist, weil sie krank ist!

    hmm zum einen kann ich die Frau verstehen, da ein Kind wichtiger als die Arbeit ist, aber zum anderen schadet sie dem Betrieb dadurch sehr. Ich würde sie darauf ansprechen und ihr sagen, dass ihr das wisst und ihr konsequenzen androhen, evtl ändert sie sich dann, da sie ihre Stelle als gefährdet sieht.

    Von 2 zwei Jahren fünf Monate krank ist schon eine Leistung :|N %-| (man möge mir verzeihen sollte sie wirklich krank sein).


    Sie hat für drei Schichten unterschrieben und soll wie alle anderen auch ihren Anteil vom Spätdienst übernehmen. Punkt.


    Würde sie nur im Frühdienst geplant, würde es mir stinken. Es würde natürlich auch nicht gehen, wenn sie nur Spät hätte.


    Kannst du sie nicht zuhause anrufen?

    Schon mal überlegt, ihre Krankenkasse um die Einschaltung des MDK zu bitten? Die Krankenkasse wird in so einem Fall kaum nein sagen, schließlich haben die mit der Dame auch einen nicht unerheblichen Aufwand, die müssen ja die ganzen Arztbesuche bezahlen. Die Mitarbeiterin kann die Begutachtung durch den MDK zwar ablehnen, allerdings gilt dann nach aktueller Rechstsprechung die Beweiskraft der vom Arzt ausgestellten AU als derart beeinträchtigt, dass die Mitarbeiterin verpflichtet ist, die Arbeitsunfähigkeit mit weiteren Mitteln nachzuweisen. Und das ist gar nicht mal so einfach, falls ihr wirklich nichts fehlt und sie nur einen Arzt hat, dem der gelbe Zettel locker in der Tasche sitzt.

    O-Ton der Mitarbeiterin :" Ich würde gern um 8 Uhr anfangen und um 13 uhr wieder gehen!" Hallo??? Der Pflegealltag beginnt nunmal um 6 uhr morgens. Und bei der Stundenzahl in der Woche ist das schon ne reife Leistung soetwas zu sagen!


    Ich bin schon lange dafür, die Kollegin zum Betriebsarzt zu schicken. Aber solang für die Dame weiterhin eingesprungen wird, sehen die Chefs keinen Handlungsbedarf. Ich werde natürlich mit ihr sprechen,wenn sie wieder da ist. Aber es wird nicht viel bringen, da die Direktion schon vor 2 Wochen ein Gespräch mit ihr hatte und ihr mitgeteilt hat, das ihre Fehlzeiten einfach zu hoch sind. Und siehe an...sie ist weiterhin krank!

    @ dumme Frage

    Was ist MDK?


    Medizinischer Dienst?

    @ blaueSuppe

    Ich wollte auch schon sagen, dass ihr den medizinischen Dienst reinschalten solltet.


    Das Recht hat der Vorgesetzte, um herauszufinden, ob sich an der gesundheitlichen Situation des MA etwas ändern wird oder ob er so bleibt.


    In meinem direkten Umfeld habe ich so etwas auch mal mitgekriegt. Inzwischen wird der Abfindungsvertrag ausgearbeitet.

    Da ist es eigentlich Aufgabe des direkten Vorgesetzten, diese Mitarbeiterin – sollte sie denn mal wieder da sein – schleunigst zu einem Mitarbeitergespräch ranzuziehen und ihr klarzumachen, dass diese hohen Fehlzeiten nicht länger vom Team aufgefangen werden können, und sie sich bitte überlegen möge, wie es mit ihr weitergehen kann. Mag ja sein, daß sie es als Alleinerziehende schwer hat, aber dann kann sie sich eben nicht für eine solche Stelle mit solchen Dienstzeiten bewerben.


    Es gibt die Möglichkeit einer krankheitsbedingten Kündigung, wenn der Mitarbeiter mindestens 2 Jahre lang, besser 3, immer ähnlich hohe Fehlzeiten aufweist. Dann kann der AG argumentieren, daß der Gesundheitszustand des Mitarbeiters scheinbar dauerhaft so schlecht ist, daß sich dies nicht auf absehbare Zeit bessern wird, und daß diese Stelle also nicht wirklich machbar für denjenigen ist. Bedeutet in der Praxis: Wenn jemand etwa wegen Bandscheibenvorfall einmal für mehrere Monate fehlt, kann man ihm nichts, das kann passieren. Wenn jemand über 2 oder 3 Jahre regelmäßig immer wieder hohe Fehlzeiten hat, kann man ihn rauskicken, weil das nach "dauerhaft nicht belastbar genug" gilt. Das wissen aber nicht alle Vorgesetzten, notfalls mal darauf dezent hinweisen.

    Hallo blaue suppe


    auch wenn sie gerade krank ist, könnt ihr sie bestimmt mal zu einem Gespräch einladen (telefonisch oder per Brief), notfalls evtl. einen Krankenbesuch abstatten.


    Ich stimme someone zu – die Methode aufdecken, aber auch anbieten, eine Lösung des Problems zu suchen – wozu es euch allerdings erstmal bekannt sein müsste. Direkt darauf ansprechen, dass sie doch den Vertrag mit 3 Schichten unterschrieben hat. Hat sich an der Betreuungssituation des Kindes evtl. etwas geändert?


    Was die häufigen Krankheiten betrifft, kann der Arbeitgeber bei berechtigten Zweifeln bei der Krankenkasse eine Vorladung zum Medizinischen Dienst erwirken. Dieser prüft dann, ob die gerade aktuelle Arbeitsunfähigkeit zu Recht besteht. Meist kommt da aber nix bei raus, was in eurem Sinne wäre. Man kann aber ebenso eine Prognose erstellen lassen, ob in Zukunft evtl. weiterhin mit häufiger Arbeitsunfähigkeit zu rechnen ist.


    Und auf alle Fälle mit Konsequenzen drohen. Da sie alleinerziehend ist, wird sie ihre Arbeit ja sicher behalten wollen.


    Wir hatten jetzt auch mal einen Fall: Vertrag war befristet – alles i.O. Dann hat sie gebettelt und Unterschriften unter den Heimbewohnern gesammelt, dass sie sich alle so an sie gewöhnt hätten und dass sie nun nicht gehen dürfe. Daraufhin, und weil sowieso unterbesetzt, bekam sie einen unbefristeten Vertrag. Dann hat sie sich mehrfach der Heimleiterin gegenüber verweigert, wurde frech usw. Sie bekam inzwischen 2 Abmahnungen und hat nun selber gekündigt. Sonst wäre ihr aber über kurz oder lang gekündigt worden.

    Ihre Krankenkasse anrufen und eine Termin beim MDK ausmachen. Sagen, dass es DRINGEND ist.


    Was denkst du, wie schnell bei uns damals die Mitarbeiter plötzlich geheilt waren als sie zum MDK sollten. ]:D

    http://www.hensche.de/Rechtsan…eitsbedingt.html#tocitem1