Muss der Unternehmer bekannt geben bzw. kann der Arbeitnehmer Auskunft fordern, wer in einer Firma mit Corona infiziert war?

    Hallo,


    Auch wenn dies kein Rechts-Forum ist, hoffe ich, dass mir jemand sagen kann, wie derartige Informationen rechtlich / praktisch gehandhabt werden (müssen).


    Ich bin mir darüber bewusst, dass im Zeitalter des persönlichen Datenschutzes nicht jeder alles wissen können muss.


    Allerdings vermute ich, dass es rechtliche Vorschriften gibt, die ganz allgemein die Bekanntgabe ansteckender Krankheiten regeln. Vielleicht gibt es ja sogar Corona-spezifische Regelungen?


    Ich fände es nützlich zu wissen, ob ich im Arbeitsleben mehr oder weniger unfreiwillig und unvermeidbar mit infizierten Personen (sei es Corona, seien es andere ansteckende Krankheiten) in Kontakt gewesen bin (speziell, wenn ich ansonsten sehr vorsichtig bin).


    Gibt es dazu EU-weites Recht?


    Vielen Dank!

  • 8 Antworten

    Ich hoffe doch, dass es solch ein Gesetz nicht gibt.

    Erst einmal setze ich voraus - ok, das ist jetzt vielleicht etwas naiv gedacht -, dass sich jemand, der mit Corona infziert ist, in Quarantäne begibt, zum anderen glaube ich nicht, dass es den jeweiligen Menschen recht wäre, wenn die ganze Firma z.B. weiß, dass jemand mit HIV infiziert ist.

    Die Firma darf doch noch nicht mal wissen, woran man erkrankt ist, wenn eine AU vorgelegt wird.

    Ich bin auf jeden Fall dagegen, dass solche Infos preisgegeben werden.

    Ich möchte gar nicht wissen, was dann in einigen Firmen los wäre, wenn entsprechende Krankheiten bekannt gegeben werden.

    das Gesundheitsamt ruft dich schon an, wenn du Corona-Kontaktperson warst.


    Du wirst nicht erfahren, ob jemand in deinem Umfeld an Hepatitis-C, HIV oder sonst wie vorerkrankt ist.

    Corona ist eine meldepflichtige Krankheit, wird also, nach einem positiven Test, vom Testlabor, dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Aufgabe des Gesundheitsamtes ist es, die Kontaktpersonen zu ermitteln und, je nach Risiko, den Kontaktpersonen mitzuteilen, dass es einen Risikokontakt gab. Wer dieser Risikokontakt war, wird nicht mitgeteilt. Allerdings wird man es sich meistens denken können, wenn genau dann, wenn ein Kollege plötzlich erkrankt, sich das Gesundheitsamt meldet und den Risikokontakt mitteilt.

    Dreamer35 schrieb:

    Corona ist eine meldepflichtige Krankheit, wird also, nach einem positiven Test, vom Testlabor, dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Aufgabe des Gesundheitsamtes ist es, die Kontaktpersonen zu ermitteln und, je nach Risiko, den Kontaktpersonen mitzuteilen, dass es einen Risikokontakt gab. Wer dieser Risikokontakt war, wird nicht mitgeteilt. Allerdings wird man es sich meistens denken können, wenn genau dann, wenn ein Kollege plötzlich erkrankt, sich das Gesundheitsamt meldet und den Risikokontakt mitteilt.

    Also gibt es eine Art ausgeglichene Behandlung derartiger Fälle:


    Persönlichkeitsrechte werden nicht verletzt, aber die Gesundheit des beruflichen Umfeldes eines Infizierten wird ebenso geschützt.


    Damit ist meine Anfrage im Prinzip beantwortet.


    Danke!

    < Arbeitskollege "Corona positiv": Muss der Arbeitgeber der Belegschaft mitteilen, wenn ein Kollege infiziert ist?


    Wenn sich ein Beschäftigter infiziert hat und positiv getestet wurde, muss der Arbeitgeber dann die KollegInnen darüber informieren, um welche Person es sich handelt? Grundsätzlich schuldet der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber keine Information über die Gründe seiner Arbeitsunfähigkeit – dieser Grundsatz gilt auch bei Corona. Arbeitgeber, der von einer Corona-Infektion in seinem Betrieb erfährt, weil ihm der Beschäftigte von sich aus darüber informiert hat, ist allerdings verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen um die restliche Belegschaft vor Ansteckung zu schützen. Welche Maßnahmen das sind und ob die Belegschaft über die Person des Infizierten erfahren soll, hängt stark vom Einzelfall ab. Deshalb sollten Arbeitgeber hier am besten im engen Austausch mit den Gesundheitsbehörden handeln. Dabei muss eine Stigmatisierung der infizierten Beschäftigten verhindert werden. >


    Corona: Alles, was Beschäftigte jetzt wissen müssen | DGB

    Das ist ja nun eben schon seit Wochen nicht mehr verlässlich der Fall, weshalb ja u.a. ein Wert von 50 infizieren Personen pro 100.000 Einwohner angestrebt wird. Denn unabhängig von den Kapazitäten der Krankenhäuser kann darüber hinaus nicht gewährleistet werden, dass die Gesundheitsämter die Verläufe noch korrekt nachvollziehen können.

    Zitat

    das Gesundheitsamt ruft dich schon an, wenn du Corona-Kontaktperson warst

    Das Gesundheitsamt ruft einmal an, dass du positiv getestet bist und sagt, dass du in Quarantäne muss.


    Ansonsten scheren sich die dort einen feuchten Kehricht um einen. So geschehen in Bremen. Tochter und Partner haben nie wieder was von denen gehört. Die hätten inzwischen tot in der Ecke liegen können. Es gab rein gar nichts an Informationen. Völlig überfordert....

    Der Arbeitgeber des Partners war überhaupt derjenige, der zwecks Arbeitsauftrag überhaupt erstmals testen ließ. Dann noch einmal, weil der 1. Test positiv war, der 2. wurde auch nicht negativ, Dann folgte die offizielle Austestung, wo das Gesundheitsamt einmal anrief, aber ansonsten nicht einmal die Frage stellte, wo, wie und überhaupt...


    Meine Tochter war dann zunächst in Quarantäne, was der Arbeitgeber dann erfuhr, sie war kurz darauf positiv. In der Firma weiß man das alles, auch, um direkte weitere Kontaktpersonen zu warnen. So ging man zumindest dort damit um.