Muss es jetzt eine Ausbildung sein?

    Hallo zusammen,


    Ich habe mein Leben in den letzten Jahren erfolgreich gegen die Wand gefahren. Nach der Schule zwei mal studiert und beide male nach jeweils langer Zeit abgebrochen, danach arbeitslos gewesen, begleitet und verursacht von so manchen persönlichen und familiären Problemen.


    Ich möchte mir gerne ein Leben aufbauen. Endlich mal etwas schaffen. Doch beim Gedanken an die freien Ausbildungsplätze bekomme ich das kalte Grausen. Ich weiß ja, dass ich nicht mehr wählerisch sein sollte, aber je mehr ich mich mit den Ausbildungsberufen auseinandersetze, desto deprimierter werde ich. Sie passen einfach so gar nicht zu mir und ich kann mich mit so ziemlich gar keinem der Berufe, die mir bisher von Freunden, Familie oder Jobcenter vorgeschlagen wurden, anfreunden.


    Ich möchte viel lieber studieren, erkenne allerdings auch, dass eine Ausbildung jetzt sinnvoller wäre. Ein Studium müsste ich irgendwie finanzieren. Sofern ich überhaupt einen Kredit aufnehmen kann, würde das Schulden, anstatt Einkommen, bedeuten. Die Schule liegt schon so weit zurück und der Druck, den so ein Studium ausüben würde, wäre auch weit größer als der einer Ausbildung.


    Ich möchte so gerne falsch liegen mit meiner Einschätzung. Was meint ihr? Muss es jetzt eine Ausbildung sein?

  • 138 Antworten

    hallo, wie alt bist du denn? man kann im studium auch arbeiten :_Dkommst auf ein 1000 im monat raus, damit kann man schon einiges erreichen. evtl. kannst du dir studienleistungen anerkennen lassen.


    was liegt dir denn am ehesten? willst du lieber alleine vor dir hinarbeiten? menschen- oder patientenkontakt?


    brauchst auch etwas zukunftsfähiges, möglichst ohne befristung später

    Zitat

    Nach der Schule zwei mal studiert und beide male nach jeweils langer Zeit abgebrochen,

    heißt konkret?

    Und wenn Du unbedingt studieren willst, wieso ziehst Du es nicht durch?

    Was genau willst Du denn mal ARBEITEN, danach richtet sich doch die Ausbildung/Studium?

    Ohne konkretes Ziel nutzen weder Studium noch Ausbildung. Nur studieren um des studieren willens geht meist schief.

    Studieren hat doch schon 2x nicht gut funktioniert (jedenfalls nicht nachhaltig) - wie kommst du auf die Idee, dass es diesmal besser wird?


    Ich würde in deinem Fall auch (erstmal) zu einer Ausbildung raten. Ein evtl anschließendes/aufbauendes Studium kannst du später immer noch draufsatteln.

    Was machst du gerne, was kannst du gut, wie und womit würdest du gerne arbeiten? Hast du schon mal einen Berufswahl-Test gemacht, der anhand konkreter Fragen passende Berufe aussieht (die kostdnpflichtigen Versionen sind deutlich umfangreicher als die 4 Klicks im BIZ)?

    ....je älter man wird, desto schwerer wird es, als erste Ausbildung zu studieren. Frisch von der Schule, noch ungebunden, oft noch zu Hause oder von dort unterstützt - das ist am leichtesten. Dass man persönlcihe oder familiäre Probleme hat - das gehört zum Leben und sollte einen nicht ausbremsen. Das Studium sollte nicht darunter leiden. In die Falle bist Du wohl getappt...

    nun ist noch mehr Disziplin angesagt: klarer Plan, was man arbeiten will und dann das passende STudium suchen. Finanzierung lklären, strikter Tagesablauf, der den Besuch von Seminaren und Übungen beinhaltet, egal, ob Montag morgen um 8:15. Studium als Arbeitsplatz betrachten mit den passenden Pflichten.

    Zitat

    Nach der Schule zwei mal studiert und beide male nach jeweils langer Zeit abgebrochen, danach arbeitslos gewesen

    Zitat

    Ich möchte viel lieber studieren

    Naja, wenn du das schon 2x versucht und abgebrochen hast, solltest du dir überlegen ob das wirklich Sinn macht.


    Zitat


    dass eine Ausbildung jetzt sinnvoller wäre.

    :)z

    Dann hast du wenigstens einen Beruf erlernt, kannst Geld verdienen und dir ein Leben aufbauen. Du hast also erst mal was in der Hand.

    Wenn du dann immer noch Studieren willst, kannst du das ja später immer noch

    TimFaber:


    Ich bin jetzt schon 27. Eine Tätigkeit neben dem Studium werde ich mir auch suchen. Ich glaube, einen zusätzlichen Kredit werde ich trotzdem brauchen.


    So muss es unbedingt etwas zukunftsfähiges sein, etwas, das sich lohnt, wenn ich in Zukunft irgendwie überleben soll.


    Was die Arbeitsbedingungen anbelangt, arbeite ich eigentlich lieber für mich. Es kommt ganz stark auf die Atmosphäre an: Kundenkontakt im Einzelhandel stelle ich mir zum Beispiel grausig vor.


    criecharlie:


    Konkret bedeutet das, dass ich mich von privaten Problemen überwältigen habe lassen und irgendwann nicht mehr in die Vorlesungen gegangen bin. Etwas, dass laut deinen Worten ja nicht geschehen darf. Aber so war es eben.


    Studiert habe ich im IT-Bereich, falls die Frage darauf gerichtet war.


    Dass nun unbedingt Disziplin erforder ist, weiß ich. Ebenso konkrete Pläne. Die muss ich noch machen. Und mein Hauptaugenmerk liegt auch auf der Berufswahl nach dem Studium. Ich möchte nicht studieren, nur um studiert zu haben, sondern weil mich Ausbildungsberufe überhaupt nicht ansprechen, sondern größtenteils sogar abstoßen.


    Dorfnixe:


    Weil ich arbeiten will. Weil ich eine Zukunft haben möchte. Weil es dieses mal besser werden muss.


    Berufswahl-Tests habe ich bisher nur im BIZ und bei Maßnahmen gemacht. Die waren aber wirklich sehr simpel und haben mir nicht weitergeholfen. Wo finde ich denn gute kostenpflichtige Orientierungshilfen? Meinst du lokal bei privaten Anbietern oder allgemein im Internet?


    Hyperion:


    Wegen der Frage nach dem Sinn, bin ich hier. Ich möchte die Meinung anderer Menschen Teil meiner Gedanken zum Thema werden lassen. :-)


    Nun mit 27 eine Ausbildung zu beginnen, ein Leben aufzubauen und anschließend doch wieder alles mit einem Studium auf den Kopf zu stellen, das widerstrebt mir, muss ich ehrlich sagen. Ich möchte die Dinge gerne so in die Wege leiten, dass ich auf etwas hinarbeite, das ich wirklich möchte. Ich glaube, eine solche Motivation ist jetzt unabdingbar.


    Entscheide ich mich nun für eine Ausbildung, dann tue ich das Gegenteil. Ich stürze mich in etwas, das ich nicht möchte, nur mit dem Gedanken, dass ich vielleicht irgendwann später doch noch mein eigentlich Ziel verwirklichen könnte.


    Sunflower73:


    1. Informatik und ein weiterer Studiengang in dem Bereich. Ich habe jeweils aber nicht viel gelernt, kann darauf also leider nicht aufbauen.


    2. An Problemen, die eigentlich nichts mit der Universität zu tun hatten. In dem Chaos war mir vieles, durchweg das falsche, wichtiger als die Uni. Zeiten der Selbstzerstörung.


    3. Ich muss diesbezüglich noch meine Gedanken ordnen. Interessen sind da, Leidenschaften noch nicht.

    Was bräuchtest Du denn als "optimales" Umfeld? Inwiefern ist ausgeschlossen, dass die damaligen Probleme erneut zum Problem werden? Würde Dich die Fortsetzung des bisherigen Bereicsh denn interessieren? Wäre bspw. ein Fernstuddium (Fernuni Hagen, staatlich, geringe Kosten) ein erster Einstieg?

    Ein duales Studium ist doch ein guter Plan.

    Ich bin an der Uni tätig. Und Dein Abbruchmotiv ist der Klassiker. Die Studierenden sind so auf sich und ihre Probleme fixiert, dass sie in sich selbst ertrinken und oft nicht mehr von außen erreichbar sind. Aber es geht immer "schlimmer" - wenn man jahrelang stories hört, bekommt man einen anderen Blick für "schlimm". Ich weiß, es sieht oft aussichtslos aus, aber mach´ Dir das klar:

    Dir geht es "gut", anderen geht es "schlimmer". Und Dein "schlecht" wird Dich nicht davon abhalten, Deinen Weg zu gehen.

    Ich habe übrigens mehrfach die Uni und den Studiengang gewechselt, weil ich nebenbei Kinder bekommen habe und das war einfach too much. Aber letztendlich hat es geklappt, aber nur, weil ich mir mich nie anders vorstellen konnte als mit Abschluss. Das motiviert ungemein.