Nein, das ganze soll keine Sackgasse sein und ich will mich von meinem Chef nicht fertig machen lassen.


    Eine Bekannte meinte auch, dass er einfach spürt, womit er mich demütigen oder manipulieren kann. Er weiß es geschickt einzusetzen.


    Zwischenzeitlich war es wieder etwas ruhiger. Vielleicht auch deswegen, weil letzte Woche eine hübsche, junge Frau zum Probearbeiten da war. Sie wird ab Januar seine Assistentin sein.


    Verbunden damit ist meine Hoffnung, dass ich jetzt nicht mehr so in seinen Fokus gerate.


    Heute hatte ich allerdings wieder Schwierigkeiten, mit seiner Art umzugehen.


    Zuerst lobte er mich noch für eine Aufgabe, die ich gut erledigt habe. Er hatte mir am Montag aufgetragen, etwas bestimmtes zu erledigen.


    Ich dachte noch, oh, er kann auch mal ein Lob erteilen und freute mich schon. Doch dann kam leider im nächsten Satz: "Besser wäre natürlich, wenn man Ihnen so etwas nicht erst sagen müsste! Ich habe deswegen schließlich eine reife Frau eingestellt und keine 17-jährige".


    War klar, oder? :-(


    Dann wurde er schon wieder eklig in eine bestimmte Richtung.


    Er ließ sich über die junge Assistentin aus, die er vor kurzem entlassen hat. "Die mit den komischen Haaren". Die er nur eingestellt habe, damit sie ihren Kerl nicht immer nach Geld fragen müsse, wenn sie z.B. einen neuen BH brauche, weil die Brüste schon wieder größer geworden sind.


    Er machte mir ein Kompliment, dass ich ja so schöne Haare habe. Gepflegte Haare seien ihm schon immer wichtig gewesen.


    Ich fragte, ob er nächste Woche Urlaub habe. Er antwortete, nein, er sei im Büro. Bei uns beiden sei es doch so, dass wir ohne Arbeit nicht leben können, oder nicht? Wir seien doch noch vom alten Schlag! %-|


    Höflichkeitshalber wünschte ich ihm später noch schöne Feiertage, da er morgen und übermorgen nicht im Haus ist. Er meinte daraufhin, dass wir an Weihnachten aber nicht weinen, oder? Ich war mal wieder irritiert und wollte wissen, wieso.


    Er antwortete, dass es doch alles nichts sei, so allein. Dass es früher so schön gewesen sei, so familiär. Ich sagte, dass es auch für mich nicht mehr so wie früher sei (seit meine Großeltern alle verstorben sind und meine Mutter ist absolut kein Familienmensch) und kam mir wieder so hilflos vor.


    Leider schafft er es immer wieder, mich zu verunsichern.

    Wünsch ihm doch einfach aus Höflichkeit keine schönen Feiertage mehr, wenn du ihn so unsympathisch findest (was ich verstehen kann). Du biederst dich ja nahezu an und ich glaube schon auch, dass er das sehr wohl spürt und deswegen nochmal extra eklig ist. :-/

    @ katiafox

    Irgendwie habe ich aber leider das Gefühl, dass er erwartet, dass man sich anbiedert. Er will sich halt immer als der Chef fühlen.


    Ich habe es als meine Pflicht angesehen, ihm schöne Feiertage zu wünschen, da ein paar Kolleginnen das vor mir schon gemacht haben.

    Zitat

    Irgendwie habe ich aber leider das Gefühl, dass er erwartet, dass man sich anbiedert.

    Aber da musst du ja nicht von dir aus mitspielen. Den Chef Chef sein lassen okay, sein Unternehmen, seine Entscheidungen, aber gute Chefs kriegen das sehr gut hin, sich zwischenmenschlich nicht wie der letzte Hampelmann aufzuführen.

    Zitat

    Ich habe es als meine Pflicht angesehen, ihm schöne Feiertage zu wünschen, da ein paar Kolleginnen das vor mir schon gemacht haben.

    Ja, gut. Schöne Feiertage kann man schon wünschen, aber du musst dich doch anschließend nicht noch in so ein merkwürdiges Geplänkel verwickeln lassen.


    Mein Tipp: Das nächste Mal, wenn du das Gefühl bekommst, dass du gerade nicht durchschaust, was er meint, einfach nicht mehr nachfragen. Abhaken, weitermachen.

    Sehe das wie katiafox. Das Nachfragen und dann noch die private Auskunft zur Familie war unnötig und war genau das, was er wollte.


    Und was heißt "vom alten Schlag", hattest du hier nicht irgendwo dein Alter geschrieben? Du bist doch gar nicht "alt"? ":/


    Schöne Feiertage hätte ich allerdings auch gewünscht, das ist anständig. Aber den Passus davor hätte ich mir geschenkt.

    @ Choupette_Finnian

    Ich hätte nicht nachfragen sollen, was er damit meinte, dass wir Weihnachten doch wohl nicht weinen. Als er so traurig sagte, dass das Alleinsein gerade an solchen Tagen nicht schön sei, hatte er wohl erreicht, was er wollte. Nämlich, dass ich Mitgefühl empfinde.


    Als er ging, sagte er noch, dass er vielleicht doch weinen würde. Bei wem würde das kein Mitleid hervorrufen? Bei MIR auf jeden Fall, weil ich sehr mitfühlend bin. Das bin ich manchmal sogar bei Menschen, dir mir eigentlich nicht so sympathisch sind oder die mich schlecht behandeln.


    Was das "vom alten Schlag" bedeutete, habe ich mich auch gefragt!


    Ich bin Ende 30, also 20 Jahre jünger als er.

    Er manipuliert dich. Überleg mal, wärst du in seiner Position: Würdest du einer recht neuen Mitarbeiterin, der du eh ständig fragwürdige Sprüche und Berührungen angedeihen lässt um deine Macht zu zeigen, so viel Einblick in dein Seelenleben verschaffen? Der Satz, dass er vielleicht doch weinen würde ist in eurem Verhältnis doch derart unpassend und peinlich (und damit meine ich nicht, dass Männer nicht weinen dürfen), das stinkt doch zum Himmel. (Übrigens wird es einen Grund haben, wenn er Weihnachten unfreiwillig niemanden hat...)


    Ich bin auch mitfühlend - aber nicht naiv. Und wenn mich jemand manipulieren oder ausnutzen will, dann werde ich sauer. Ich glaube, diese Stufe zu erreichen fehlt dir noch. Sonst würdest du auch souveräner reagieren können und nicht auf jeden seiner Köder reinfallen.


    Unterm Strich sind solcherlei Sprüche zwar immer noch besser als komische Berührungen, dennoch bettelt der Typ förmlich darum, dass du ihm Grenzen setzt. Das kann man ja auch höflich tun, solange er das kapiert.


    Den Spruch mit dem "vom alten Schlag" würde ich schon fast so werten, als ob er dich damit treffen möchte. So nach dem Motto du wärst eine alte Frau. Wobei ich mir den Schuh nicht anziehen würde mit Ende 30, aber ich denke, andere Frauen würde er schon damit treffen. Aber vielleicht sehe ich da zu schwarz.

    @ Choupette_Finnian

    Meinst du wirklich, dass man das als Manipulation sehen muss, wie er sich gestern verhalten hat?


    Vielleicht wollte er einfach nur ein wenig Mitgefühl und Verständnis für seine Traurigkeit, Weihnachten allein zu verbringen?


    Möglicherweise bin ich aber auch tatsächlich naiv.


    Der Spruch mit dem "vom alten Schlag" kann schon als Seitenhieb verstanden werden, da ich schon mal darüber gejammert habe, bald 40 zu werden.

    Zitat

    Irgendwie habe ich aber leider das Gefühl, dass er erwartet, dass man sich anbiedert. Er will sich halt immer als der Chef fühlen.


    Ich habe es als meine Pflicht angesehen, ihm schöne Feiertage zu wünschen, da ein paar Kolleginnen das vor mir schon gemacht haben.

    Dann lässt du dich also gern manipulieren?


    Es ist doch egal, was du denkst, was er erwartet oder was du denkst, was er will. Und es ist auch egal, was andere Kolleginnen vor dir schon gemacht haben.


    Denk doch mal nur für dich, Möppelchen! Trau dir einen Egoismus zu, der sich nicht an vermeintlichen Erwartungen anderer orientiert!


    Ja, seine Art aus deinen Beschreibungen ist schmierig-schleimig bis dominant-großkotzig und ein bisschen zu privat. Aber warum lässt du dich da reinziehen, anstatt dich davon zu distanzieren?

    Zitat

    "Besser wäre natürlich, wenn man Ihnen so etwas nicht erst sagen müsste! Ich habe deswegen schließlich eine reife Frau eingestellt und keine 17-jährige".

    "Und ich dachte, ich komme hier in einen Betrieb, wo der Chef auch respektvoll mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgeht, anstatt solche Sprüche unter der Gürtellinie loszulassen!" Peng, direkt zurück den Spruch!

    Zitat

    Bei uns beiden sei es doch so, dass wir ohne Arbeit nicht leben können, oder nicht? Wir seien doch noch vom alten Schlag! %-|

    "Ja, Sie sind ganz sicher vom gaaaanz alten Schlag. ]:D Aber ich nicht! Ich kann nämlich super auch ohne Arbeit leben! Und in dem Sinne: Feierabend! Tschüss bis 2. Januar! Keine Anrufe, keine Mails!"

    Zitat

    Er antwortete, dass es doch alles nichts sei, so allein. Dass es früher so schön gewesen sei, so familiär. Ich sagte, dass es auch für mich nicht mehr so wie früher sei (seit meine Großeltern alle verstorben sind und meine Mutter ist absolut kein Familienmensch) und kam mir wieder so hilflos vor.

    Dann betonst du eure Gemeinsamkeiten, ja, du biederst dich an und heuchelst Sympathie. Wie wäre es denn mit: "Sie finden bestimmt noch jemandem in ihrem Alter ]:D , auch wenn ich ihren Charakter ziemlich schwierig finde." Das ist ehrlich, gerade heraus, nicht verletzend und macht klar, dass du kein Interesse hast.

    Zitat

    Der Spruch mit dem "vom alten Schlag" kann schon als Seitenhieb verstanden werden, da ich schon mal darüber gejammert habe, bald 40 zu werden.

    Das ist eine Redewendung und bedeutet, eine traditionelle, pflichtbewusste Einstellung zur Arbeit zu haben.


    Mit Deinem Alter hat das nichts zu tun.


    Ich finde es bemerkenswert, auf welche Art Du ihn immer wieder missverstehst.

    Zitat

    Nein, das ganze soll keine Sackgasse sein und ich will mich von meinem Chef nicht fertig machen lassen.

    Das ist eine Absichtserklärung, die ich so überzeugend finde, wie die Absichtserklärung eines Alkoholikers, der sagt, er will nicht mehr trinken.


    Jenseits dieser allgemeinen Absichtserklärung machst Du Dir keine Gedanken, wie Du Dich gegenüber Deinem Chef verhalten willst. Geschweige denn, dass Du irgendetwas in die Tat umsetzt.

    Zitat

    Vielleicht wollte er einfach nur ein wenig Mitgefühl und Verständnis für seine Traurigkeit, Weihnachten allein zu verbringen?

    Das macht man unter Freunden, aber nicht in der Konstellation Chef - Untergebene.

    Schließe mich Pythonist an. Kann dazu auch gar nicht mehr so viel schreiben. Möppelchen, ich habe den Eindruck, du machst im Laufe des Threads eher persönliche Rückschritte. ":/ Deine Eingangsfrage war "Ich mag und will das nicht, stelle ich mich an?", mittlerweile bist du irgendwie bei Wischiwaschi angekommen. Du setzt weder ihm Grenzen, noch machst du dir selber klar wo deine eigenen Grenzen sind. Du fühlst dich zwar in gewissen Situationen unwohl oder beleidigt, aber nimmst es lieber hin, dass es dir damit schlecht geht, als dass du ihm mal freundlich, aber deutlich (keiner sagt, dass du deinen Chef respektlos anmachen sollst) ein "Bis hierhin und nicht weiter" aufzeigst, mit dem ihr beide leben könntet und mit dem du dir bei ihm eher Respekt verschaffst, als dass du unten durch bist - oder wovor du auch immer Angst hast. Dann vergleicht er dich auch nicht mehr mit einer 17-Jährigen.


    Ich kannte zu Schulzeiten solche manipulativen Leute wie deinen Chef und ich dachte immer, die anderen, die denen geben, was sie wollen, biedern sich absichtlich in der Hoffnung irgendwelcher Vorteile an, aber vielleicht waren die echt so naiv und haben das gar nicht gemerkt, wie sie das Ego solcher Leute noch füttern. Kann ich nicht nachvollziehen.


    Wünsche dir jedenfalls alles Gute und dass du einen Weg findest mit dem Typen umzugehen ohne "zwingend" Kündigen zu müssen. @:)