"Neu" im Dorf, nach ich mir zu viele Sorgen ums Kind?

    Hallo liebe Leute,

    mich treibt was um. Vor 10 Jahren haben mein Mann und ich in diesem Dorf ein Haus gekauft.


    Am Anfang fühlte ich mich nicht besonders wohl, die Dorfgemeinschaft ist sehr eingeschworen und obwohl von mir immer wieder Initiative ausging kam ich einfach nicht "rein". Auch die anderen "zugezogenen" hatten bereits ihre feste Gruppe und es ergaben sich keine Freundschaften.


    Ich fühlte mich weder ausgegrenzt noch abgelehnt, bei zufälligen Treffen gibt es netten Smalltalk und man kennt sich eben.


    Dass alles leider nur oberflächlich bleibt habe ich dann nach einiger Zeit akzeptiert, man will sich ja auch nicht ständig anbiedern.


    Wir haben tolle Freunde aus der Stadt und Umgebung gefunden und waren damit sehr im reinen.


    Soooooo...


    Vor zwei Jahren kam dann unsere Kleine zur Welt. Es gibt auch 7 "Gleichaltrige" aus dem Dorf.

    Wir kennen uns durch die hiesige Windelflitzergruppe und Ss- Kurse. Leider bin ich mit ihr nach wie vor "außenvor". Ich habe die anderen Mütter auf gemeinsame Treffen/Ausfahrten/Kaffee/Spielplatzbesuche angesprochen. Es kam kaum Resonanz oder Interesse.


    Ich finde es sehr schade, nicht nur um Meinetwegen, sondern wegen der Kleinen.


    Sie hat regelmäßigen Kontakt zu anderen Kindern in Kursen in der Stadt, aber wenn Spielkameraden vor der Haustür sind, deren Mütter sich nicht mit uns (aber trotzdem untereinander) treffen wollen versetzt mir das schon einen großen Stich.


    Ich fühle mich irgendwie als Versagerin und plötzlich sehr sehr einsam.


    Manchmal denke ich, dass ich meiner Kleinen einfach vertrauen soll und sie sicher mit Kindern die ihr sympathisch sind Freundschaften schließen wird.

    Dann habe ich wieder Sorge dass die Eltern, denen ich eventuell nicht so zusage das etwas unterbinden könnten. Das hört man hier auf dem Land leider öfter.


    Ich fühle mich mies, dass ich für meine Maus einfach keine guten Voraussetzungen schaffen kann, gut in die Dorfgemeinschaft integriert zu werden.


    Oder mache ich mir zu viele Sorgen?

    Was habt ihr für Erfahrungen?


    Danke fürs Lesen @:)

  • 13 Antworten
    Freimaurer schrieb:

    Sie hat regelmäßigen Kontakt zu anderen Kindern in Kursen in der Stadt, aber wenn Spielkameraden vor der Haustür sind, deren Mütter sich nicht mit uns (aber trotzdem untereinander) treffen wollen versetzt mir das schon einen großen Stich.

    Dir oder auch deiner 2-jährigen? ;-)


    Dein Kind hat offenbar genug Sozialkontakte. Ob und wie sie auch in die Dorfgemeinschaft reinfinden kann (und will!), wird sich zeigen, wenn sie alt genug dafür ist.
    Wenn die gleichaltrigen Kinder sich dann mal begegnen (Kita, Schule, einfach beim Spielen draußen), freunden sie sich an oder nicht. Da haben die Eltern gar nicht so viel Einfluss.


    Also ja, ich finde du machst dir zu viel Sorgen.


    Freimaurer schrieb:

    Dann habe ich wieder Sorge dass die Eltern, denen ich eventuell nicht so zusage das etwas unterbinden könnten. Das hört man hier auf dem Land leider öfter.


    Wieso sagst du denn ab? Ich denke du fragst alle, aber sie sagen dir ab?


    Ich wurde auch auf dem Land groß, meine Eltern waren ein ganz anderer Schlag als der Durchschnitts-Dorfbewohner (heißt: auch micht mehr als Smalltalk) und ich fand meine Kontakte in entsprechendem Alter ganz normal und selbständig.

    mnef, mit dem Zusagen meinte Freimaurer nicht, einer Verabredung nicht zuzusagen, sonder dass sie anderen nicht zusagt. 😃

    So wie einem ein Kleidungsstück nicht zusagt / nicht gefällt.


    Dass du dir Gedanken machst, verstehe ich gut, aber dein Kind wird mit Sicherheit in die Gemeinschaft reinwachsen.


    Bei uns ist es auch nicht sooo einfach, bei den alteingesessenen Anschluss zu finden, aber wir zugezogenen haben uns untereinander, nehmen aber neue trotzdem auf. Hier ist es so, wenn man sich im Dorf engagiert, klappt es eher - Faschingsgruppen, Kirchenkaffee, Frauenbund ... Aber ich habe für mich da nichts gefunden.

    Ich würde mir da nicht so viele Gedanken drum machen. Bin selber in einem kleinen Dorf groß geworden und meine Eltern waren immer außen vor. Trotzdem habe ich meine Kontakte dort gefunden, indem ich mir meine Gummistiefel angezogen habe und einfach raus gegangen bin. Meine Mutter hat da null Prozent mit gemischt.

    Zitat

    Trotzdem habe ich meine Kontakte dort gefunden, indem ich mir meine Gummistiefel angezogen habe und einfach raus gegangen bin. Meine Mutter hat da null Prozent mit gemischt.

    Ganz so leicht und romantisch ist es leider nicht mehr.

    Es läuft viel nur über die Eltern, jedenfalls in der ersten Zeit.


    Ich bin auch so aufgewachsen, du glaubst gar nicht was sich (leider) inzwischen alles verändert hat 😪

    Ist dein Kind denn schon in der KiTa und hat dort Kontakt zu den anderen?

    Gibt es einen Spielplatz und geht ihr da manchmal hin? Geht ihr viel im Ort spazieren, dass du die Möglichkeit zum Small Talk hast?


    Ich bin auch ins Dorf gezogen und kannte da zwar schon viele von früher, aber hatte kaum noch Kontakte. Die Kontakte, die jetzt neu gekommen sind, sind alle durch die Kinder. Weil sich die fünfjährigen verabredet haben und wir Erwachsenen dann beim Abholen noch 5min gequatscht haben. Aus den 5min wurden dann 10min, dann 30min und irgendwann treffen wir uns vlt. auch mal nur wir Eltern, mal schauen. Viele habe ich auch schon so durch Small Talk näher kennen gelernt. Den ersten Monat haben wir uns nur vor der KiTa gegrüßt, irgendwann wechselt man mal ein paar Worte zum Wetter und wenn man sich dann mal zufällig auf der Straße/Spielplatz trifft, wird es eben auch ein persönliches Gespräch.


    Es dauert, aber es wird immer besser. Das Tempo bestimmt man ein Stück weit über seine eigene Offenheit und die Häufigkeit, in der man durchs Dorf spaziert oder an Festen teilnimmt

    Zitat

    Ist dein Kind denn schon in der KiTa und hat dort Kontakt zu den anderen?

    Gibt es einen Spielplatz und geht ihr da manchmal hin? Geht ihr viel im Ort spazieren, dass du die Möglichkeit zum Small Talk hast

    Kita - Eingewöhnung steht ab Januar an.

    Früher war ich viel mit dem Kinderwagen unterwegs und traf ab und an die anderen Mütter, die sich oft auch verabredet hatten. Dabei kam es immer zum Smalltalk, aber es wurde mir nie angeboten mit loszuziehen.

    Manchmal hab ich sie ein Stück begleitet, aber das ging dann immer von mir aus (aber wirklich nur ab und zu, soll ja nicht so ankommen als würde ich ihnen stets nachlaufen)


    Nun sind wir oft auf dem Spielplatz, hier das gleiche - ein Pulk bereits verabreder Mütter ist bereits dort oder kommt an, sitzt gemeinsam auf der Sitzgruppe, grüßt mich, ein bisschen Smalltalk aber dann sind sie untereinander wieder im Gespräch.

    Ich finde da auch keinen Einstieg, es geht um Personen die ich nicht kenne, um deren Mädelsabend auf dem ich nicht war und um den anstehenden Geburtstag, auf dem ich nicht eingeladen bin 🙁


    Wenn ich Kontakt per WhatsApp aufnehme und frage, ob wir uns zum Beispiel zum Planschbecken - planschen verabreden wollen, kommen nur absagen oder vage zusagen, wie "vielleicht nächste Woche, ich melde mich..." Es meldet sich aber niemand.

    Ich denke sie finden mich "ganz nett", aber sie und ihre Kinder haben einfach ausreichend Kontakte und kein Interesse an mir 😧

    ich denke, dass es mit der Kita-Zeit wesentlich leichter und besser wird, in Kontakt zu kommen. Spätestens wenn dein Kind woanders zum spielen eingeladen ist, oder ein anderes Kind zu euch einlädt. Da kommen ja die Muttis am Anfang immer mit und bleiben, bei Kaffee und Kuchen findet man dann auch nach und nach Gesprächsthemen.


    Ich wohne in dem Dorf wo ich aufgewachsen bin, meine beste Freundin ist 2 Jahre vor der Geburt meines Sohnes weggezogen. Ich bin immer alleine unterwegs gewesen mit dem Kinderwagen, später beim spazieren gehen, auch auf dem Spielplatz. Erst als mein Sohn langsam Kiga-Freundschaften geschlossen hat, kam der Kontakt zu den anderen Müttern, die ich eigentlich seit meiner Kindheit kenne, die aber nie wirklich meine Kontakte waren.

    Zitat

    ich denke, dass es mit der Kita-Zeit wesentlich leichter und besser wird, in Kontakt zu kommen. Spätestens wenn dein Kind woanders zum spielen eingeladen ist, oder ein anderes Kind zu euch einlädt

    Vielen Dank für deine Antwort, ich hoffe sehr dass es so kommt!

    ich kenne das so, dass sich Kinder im KiGa symphatisch finden und verabreden wollen und die Eltern ermögichen das.

    So kenne ich das.

    Dass, was Du beschreibst sind wohl Freundinnen-Gruppen, die sich schon vorher kannten, die haben keinen Bedarf an neuen Leuten.

    Dass sie Dich nicht mögen glaube ich nicht, denn sie kennen Dich ja gar nicht, sie lassen es nicht so weit kommen, um das zu beurteilen.

    Im KigA wird es schon werden, dann lernen dich die anderen mamis auch kennen, Deine tochter wird dann Dein sozialer Verteiler.

    Wir haben eine ähnliche Situation wie du, nur dass die Leute im Ort hier nicht ganz so verschworen sind, bzw. vielleicht doch, aber es gibt zumindest genug zugezogene, die nicht im "inneren Kreis" sind und mit denen man dann doch auch mal länger ins Gespräch kommt.

    Jedenfalls war ich, als mein Sohn noch kleiner war, auch eher alleine unterwegs(bin aber selber auch eher introvertiert und oft auch froh, wenn ich nicht unbedingt smalltalk machen muss), aber seit er im Kindergarten ist(ich würde mal schätzen, spätestens als es so mit den Einladungen anfing für den 4. Geburtstag), hat sich da einiges an guten Bekanntschaften ergeben, sowohl für ihn als auch für meinen Mann und mich.

    Und selbst wenn es stimmt, dass die Eltern das evtl steuern und ihre Kinder anfangs nicht mit deiner Tochter spielen lassen, ab einem gewissen Alter spielt das keine Rolle mehr, zumal sie sich dann ja auch selber verabreden.

    Sobald sie in den Kindergarten geht, wird sich das bestimmt ändern,dann wirst du auch nochmal anderen Kontakt zu den Eltern finden.

    Zitat

    Sobald sie in den Kindergarten geht, wird sich das bestimmt ändern,dann wirst du auch nochmal anderen Kontakt zu den Eltern finden.

    Ich hoffe dass es so kommt! Neulich am See haben sich alle scheinbar verabredet, nur ich saß mit meiner Maus wieder alleine da. Wenn ich nicht auf sie zugegangen wäre hätten sie mich nicht mal beachtet :-/