Nicht allein sein können

    Hallo ihr lieben.


    Ich bin neu hier und muss mit einfach mal was von der Seele schreiben. Vielleicht hat der eine oder andere ein paar Tipps für mich.


    Also es ist so, dass ich vor kurzem in meine erste richtige eigene Wohnung gezogen bin. Vorher hab ich immer mit meinen Partnern zusammen gewohnt oder sie waren immer da. Jetzt bin ich komplett alleine. Ich habe zwar einen Partner, den sehe ich aber nur am Wochenende. Ich fühle mich an den ersten beiden Tagen nach dem Wochenende immer so schrecklich einsam, dass ich zu nichts fähig bin.


    Meine Wohnung ist noch nicht eingerichtet. Überall stehen Kartons Rum und ich kann mich nicht dazu motivieren etwas zu tun. Zumal auch noch Möbel fehlen.


    Da kommen wir zum zweiten Problem. Ich habe im Moment keinen Job. Den habe ich kurz nach meinem Umzug verloren. Und das nagt an mir. Ihr fühle mich nutzlos. Klar schreibe ich Bewerbungen aber mich dazu aufzuraffen fällt mir unendlich schwer. Ich fühle mich wie gelähmt in meiner Einsamkeit.


    Ich kann auch nicht kochen. Und genau so sieht auch meine Ernährung aus. Ich bin nicht im Stande mir was zu essen zu machen. Ich weiß einfach nicht wie ich mich dazu zwingen kann. Ich komme allein überhaupt nicht klar.


    Ich habe einen guten Freund aber den will ich nicht damit belasten, er hat einen Job und eine Freundin also nicht wirklich viel zeit für mich.


    Ich hoffe, dass irgendjemand einen Tipp für mich hat damit ich mein Leben endlich wieder auf die reihe kriege.


    Vielen Dank fürs Lesen

  • 15 Antworten

    Da hilft nur ein Tritt in den eigenen Popo.


    Verhungern wirst du nicht. Dann hole dir fürs Erste Fertigmenüs oder Dosenfutter und wärme das auf.


    Kochen lernt man, wenn man will, ohne jede Hilfe. Habe ich auch so gemacht. Guck ins Netz, sieh dir Rezepte an. Am besten ist es, wenn man unbedingt etwas Bestimmtes essen will. Dann bekommt man auch heraus, wie man es zubereitet.


    Dann halt einen neuen Job suchen und die Wohnung erstmal provisorisch einrichten. Die Kartons in die Räume stellen, wo deren Inhalt hin soll. Und dann halt erstmal aus den Kartons leben. Macht ja nichts.

    Kochen kann man mit Videos, die man im Netz findet, wohl lernen. Sogar bei Chefkoch.


    Sich ein Rezept aussuchen, die Zutaten einkaufen, und genau nach Rezept kochen. Das übt.


    Auch wenn man keine Lust hat, die Dinge trotzdem tun.


    Also Kartons auspacken.


    Genau das machen Mjillionen täglich. Sie tun einfach Dinge, weil sie getan werden müssen.


    Anfangen. Es trotzdem machen. So einfach ist das.


    Kein Bock ist eine Stimmung, die man auch gerne ignorieren kann.


    Das ist Lebenskunst und schafft Erfolg.


    Jammern nicht.

    Danke für die Antworten.


    Wenn das mal alles so einfach wäre. Ich schaffe es ja nicht mal aufzustehen. Ich versuche mich zu motivieren aber ich scheitere jedes mal. Ich komme damit einfach nicht klar.


    Mich nervt das ja alles selbst ohne ende. Ich würde gern was ändern aber es geht nicht und das demotiviert mich noch mehr :-/

    Es einfach machen. Trotz Scheißlaune und nicht motiviert sein.


    Du wirst erstaunt feststellen, wie gut


    Du Dich fühlen wirst, wenn Du nur 30 Minuten was gemacht hast.


    Wer sich alles auf einmal vornimmt, wird in solchem Zustand scheitern. 30 Minuten reichen erst einmal.


    Wärest Du in einer psychosomatische n Klinik, müßtest Du morgens schon zur Gymnastik, vor dem Frühstück.


    Dann zum Nordic Walking. Dann zu x, dann zu y.


    Keine Ausrede, Dü müßtest es tun. Um mehr und mehr festzustellen, das tut gut...


    Sich selbst den Arschtritt zu geben, Struktur reinzubringen, wird es bringen.


    Niemand sagt, es sei leicht. Aber es fällt irgendwann leichter.


    Einfach gegen alle Widerstände die Dinge trotzdem zu. Dies als Motto machen.

    Du, da hilft kein weiteres Reden. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder trotzdem das tun, was getan werden muß, oder liegen bleiben und sterben. So hat es klingt, aber es gibt nichts anderes.

    Und wenn du dir den Fernseher einschaltest oder das Radio und dabei aufräumst? ... Gibt es irgendwas, das du auch früher schon gerne alleine gemacht hast?

    Leider hilft das nicht. Das lenkt nur ab :-/


    Nein ich hab noch nie Sachen gern allein gemacht. Ich hab immer jemanden um mich gehabt. Deswegen ist es auch so extrem schwer mich jetzt allein aufzuraffen

    Einem Umzugskarton ist es schnuppe, dass Du alleine bist.


    Und man kann sich auch entschließen, es allein anzupacken. Werde erwachsen.


    An der Tür klingelt nun mal kein Prinz.


    Und stell Dir vor, Du bist 102 und schaust auf Dein Leben zurück.


    Was soll da auftauchen? 20 Jahre verplempert mit immer nur im Bettl liegen und am Ende sind die Kartons immer noch nicht ausgepackt oder eine eingeräumt aufgeräumgte Wohnung mit dem Nebeneffekt, raus gehen zu können, um zu leben, Leute zu treffen etc.


    Diese Entscheidung fällst du nur allein.


    Was Sterbende am meisten bereuen, ein interessantes Buch.


    Dinge nicht gemacht zu haben ist der rote Faden.


    Du entscheidest. Über Stumpfsinn, ihn zu überwinden oder eben Lethargie und verplemnperte Zeit.

    ein bisschen kenne ich das, aber bei dir kommt alles zusammen.


    das allein sein musst du zulassen. und du darfst es nicht negativ sehen, sondern positiv endlich hast du zeit für dich, und kannst es dir gut gehen lassen, nur das tun was du willst und musst auf niemanden rücksicht nehmen, keine kompromisse. ich hatte die woche auch so ein phase, aber konnte sie umdrehen.


    was meinst du mit du kannst nicht kochen? würtchen warm machen oder nudeln kochen kannst ja bestimmt? wenn nicht probier ist es aus. ich bin auch kein profikoch, und man muss keinen braten machen können, aber ne gemüsepfanne, suppe oder nudeln mit soße, oder schnitzel bekommt jeder hin.


    das mit der motivation ist so ne sache, dein problem ist sicherlich die menge. es wird ja auch immer mehr. aber mach doch einfach kleine schritte, räum ein kiste aus oder koch dir was kleines, man fühlt sich besser wenn man etwas geschafft hat und dann drauf zurückschauen kann. das wirkt wunder. und wenn du jeden tag eine kleinigkeit machst, kommst du auch schritt für schritt voran und wenn man dann dabei ist und den erfolg sieht bekomme ich sogar lust noch mehr zu machen.


    aber einmal muß man anfangen.


    am ende musst du lernen es für dich zu tun, kochen, aufräumen oder das alleinseingenießen. mach es dir schön.


    und mit deinem job musst wohl einfach warten, vielleicht bekommst ja vorübergehend nen aushilfsjob oder so? das du wenigstens bissl mehr geld hast.

    Zitat

    ein paar Tipps für mich.

    Es gibt leider nur einen Tipp: Aufstehen und machen! Die Frage ist, ob du das überhaupt willst? Oder willst du lieber in deiner Lethargie verbleiben? Mache dir bewusst, dass es in jedem Moment deine Entscheidung ist, ob du aktiv wirst oder weitergammelst.


    Was wird passieren, wenn du dich aufraffst? Du wirst froh und vermutlich auch stolz auf dich sein, etwas geschafft, deinen Schweinehund überwunden zu haben, und dich nicht mehr nur als Opfer deiner eigenen traurigen Gefühle erleben.


    Bleibst du aber liegen, wird es diese positiven Emotionen für dich nicht geben, im Gegenteil, du wirst dich in Gedanken noch weiter runter machen. "Ich schaffe nichts, es sieht hier aus wie bei Hempels unterm Sofa, ich kriege nichts geregelt, ich bin alleine nicht lebensfähig" usw.

    Zitat

    Ich kann auch nicht kochen.

    Doch, können kannst du. Du hast zwei gesunde Hände, einen Herd, einen Topf, es gibt Supermärkte und Millionen Rezepte im Netz und in Kochbüchern, und du kannst lesen. Aber auch hier: Du willst nicht. Das ist ein entscheidener Unterschied.

    Zitat

    Ich komme allein überhaupt nicht klar.

    Doch, kommst du, du musst es aber wollen. Du musst den Schritt von dem allseits versorgten Kind hin zum eigenverantwortlichen Erwachsenen vollziehen. Das kann dir niemand abnehmen. :)*

    Ich habe noch einen Tipp: Ändere dein Denken. Das geht wirklich! Dazu müsstest du sie zunächst allerdings genau beobachten und prüfen, in welcher Weise du dich damit selbst herabziehst und fertigmachst.


    Man merkt oft gar nicht, dass man sich andauernd selbst entmutigt. Ängstliche und entwertende Gedanken schleichen sich unbemerkt ein und schüren die Gefühle der Einsamkeit und Wertlosigkeit.


    Streng genommen könnte man sagen, du fühlst dich nur aufgewertet durch die Gegenwart anderer, nicht wahr? Und sie lenken dich von dir selbst ab. Sobald du mit dir selbst zusammen bist (also allein zuhause) überfallen dich Gedanken, die dich herunterziehen.


    Mein Rat ist also, lerne dich selbst auszuhalten und sogar zu mögen. Dazu musst du nicht perfekt sein. Wir sind in Wirklichkeit alle nicht so toll. Jeder kann nur mit seinen Macken leben, trotzdem kann man sich selbst freundschaftlich gegenüberstehen.


    Deine unausgepackten Kisten und die Ungemütlichkeit um dich herum sind gleichzeitig ein Spiegel dafür, wie es bei dir innerlich aussieht sowie auch eine zusätzliche Ursache: Ordnung tut gut und hilft dir beim Dich-selber-Mögen.

    Zitat

    Da kommen wir zum zweiten Problem. Ich habe im Moment keinen Job. Den habe ich kurz nach meinem Umzug verloren. Und das nagt an mir. Ihr fühle mich nutzlos. Klar schreibe ich Bewerbungen aber mich dazu aufzuraffen fällt mir unendlich schwer. Ich fühle mich wie gelähmt in meiner Einsamkeit.

    Das ist echt scheiße, das hab ich auch grad. Ich finde es ist erst ohne Arbeit so richtig schlimm, ansonsten geht es zumal du ja deinen Freund am WE wenigstens siehst. Aber naja, es erschlägt einen dann doch ziemlich. :-/


    Ich würd an deiner Stelle versuchen, die Wohnung etwas herzurichten, wenn du grad eh nichts anderes zu tun hast. Fang einfach an. Ansonsten kann man auch sinnlose Dinge tun, wie Serien gucken, zocken usw.


    Ich versuch grade, einfach die ganzen kleinen Dinge zu erledigen, die immer liegen geblieben sind. Eigentlich ist immer was zu tun, gestern hab ich z.B. GEZ-Befreiungsantrag ausgefüllt und in nen Umschlag gesteckt, Jobs gesucht auf die ich mich bewerben will. Hab da sone Liste und hab mir z.B. Screenshots von den Ausschreibungen gemacht... Bewerbungen schreiben tu ich morgen wieder, heute kein Bock gehabt. ;-) Dann war ich gestern noch bisschen in der Großstadt bummeln. Normalerweise hasse ich Menschenmassen aber in letzter Zeit wo ich so viel einsam war tut das manchmal richtig gut, dass man einfach paar Menschen sieht. Und ich wasch meine Wäsche viel häufiger, mach regelmäßiger den Abwasch und so und ich lese nach gefühlt 5 Jahren zum ersten Mal wieder nen Roman nur zum Spaß.

    Erstmal sorry das ich mich jetzt erst melde.


    Es ist viel passiert. Ich hab mir Hilfe von Freunden geholt und so vieles in den Griff bekommen.


    Einige Kartons sind leer und gekocht habe ich auch schon. Also die Wohnung nimmt Gestalt an und ich fühle mich immer wohler auch mal allein zu sein und es zu genießen ;-D


    Danke für eure Tipps :)^