• Personalgespräch - trotz AU zur Arbeit

    Guten Abend, von seitens meines Arbeitgebers werden derzeit sogenannte Personalgespräche geführt. Im Zuge des Gesprächs stellt sich heraus das es um die Krankheitsausfälle während der gesamten langjährigen Betriebszugehörigkeit geht.
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    Das Traurige ist halt, dass heutzutage Angestellte superschnell wg. Krankheits-Fehlzeiten auf der Abschussliste landen. Erst rauspressen was geht – und dann Kündigung, wenn man mal nicht so funktioniert. Es ist bitter, dass Angestellte ggf. unter Druck gesetzt werden. AU ist eigentlich AU und mehr als die voraussichtliche Fehldauer muss man dem AG auch nicht mitteilen. Wie und wann mehr Transparenz sinnvoll ist (statt ein Verstecken hinter Paragraphen) muss jeder selber entscheiden. Zu stur sollte man auch nicht sein...


    Aber wenn man SELBER ein ruhiges Gewissen hat und wirklich krank war (und nicht wg. einem hamrlosen Schnupfen drei Wochen "blau" macht), dann sollte man durchaus selbstbewusst auftreten und sich nicht unterschieben lassen, dass man zu lange krank war. Es ging nicht, der Arzt hat es entschieden. Punkt. Zu frühes Arbeiten kann den Heilungsverlauf auch gefährden.


    Ich habe schon 3x einen Job wg. Krankheit verloren... und war z.T. so doof, 4-5 Tage nach Knie-OP wieder arbeiten zu gehen. Gedankt hat es doch keiner. Wie ich zukünftig handeln werde: Keine Ahnung. Ich weiß, dass ich nicht unnötig zu Hause bleibe. Ich weiß, dass ich ab einem best. Level nicht arbeitsfähig bin. Irgendwo muss man einen Mittelweg finden.


    Aber wie gesagt: Wenn man nicht unnötig lange zu Hause geblieben ist (und dass muss jeder FÜR SICH und SEINEN JOB entscheiden!), dann kann man ruhig selbstbewusst sein. Diese Personagespräch-Geschichte ist entweder eine miese Tour. Aber aber sogar ehrlich gemeint um herauszufinden, wo man ggf. etwas verbessern kann.

    Andererseits gibt es auch noch genug Ärzte die einen nur 3 Tage oder eine Woche lang krank schreiben auch wenn absehbar ist dass es länger dauern wird – und dann muss man wieder dort antanzen (und dann heißt es wieder, die Leute hocken nur beim Arzt...)


    Es gibt übrigens auch Ärzte, die meinen, eine Krankmeldung sei bindend...

    Also selbst wenn es so ist, dass man dann, wenn man arbeitsunfähig krank geschrieben ist, trotzdem arbeiten "darf", ohne versicherungsrechtliche oder sonstige Nachteile zu erleiden, so ist es doch jedenfalls so, dass man dann nicht arbeiten muss.


    Und was OPs an Knien, Füßen, Beinen usw angeht: Ich kenne mehrere Fälle von keineswegs arbeitsscheuen Leuten, die waren nach so einer OP wochenlang erst im KH, dann in Reha und danach zuhause krankgeschrieben und mussten bei Bewegungen ganz bestimmte Regeln einhalten. Die haben auch einen "Bürojob", aber das heißt ja nicht, dass man morgens auf dem Bürostuhl aufwacht und dann den ganzen Tag dran klebenbleibt.

    Zitat

    Aber aber sogar ehrlich gemeint um herauszufinden, wo man ggf. etwas verbessern kann.


    (Sunflower_73)

    Airbus hat bei uns in der Nähe ein Modellprojekt laufen, um zu sehen, woran es liegt, dass Arbeitnehmer (vermehrt) krank sind. Man will damit den Ursachen auf den Grund gehen, um vorbeugen zu können, z.B. durch Rückengymnastik-Kurse o.ä.


    Es muss nicht immer heissen, dass der Arbeitgeber einem damit etwas Schlechtes will.

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    "wenn man im Büro arbeitet kann man auch mit Knie-bzw. Fuss-OP arbeiten. Schliesslich hat man einen sitzenden Job und kann das Bein hochlegen.

    Ich würde ihm sagen, dass mir das medizinische Fachwissen fehlt und ich mich auf das Fachwissen meines Arztes verlassen muss. Mehr gibt es da aus meiner Sicht mit einem Personalchef nicht zu sprechen.

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    Jetzt stell ich mir allerdings gerade die Frage: Ist das versicherungstechnisch überhaupt möglich?

    Wie meinst Du das?

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    Wer von Euch kennt sich da mit den rechtlichen Hintergründen aus? Wie sieht das ganze versicherungstechnisch aus etc etc.

    Ich weiß nur, dass ich meinem Arbeitgeber nicht einmal sagen muss, welche Krankheit ich habe. Was die Rechtsfrage betrifft, so solltest Du Dich an entsprechender fachlicher Stelle erkundigen. Das hier ist kein Rechtsforum.

    Kann er das? Da würde ich mich erkundigen. Ich wüsste nicht, warum ich zur Arbeit gehen sollte, wenn ich krank geschrieben bin. Das hat nichts mit Chef oder nicht-Chef zu tun. Ich wüsste nicht, was er mir da für einen Strick drehen soll und wie? Bestätigungen können allerdings auch über den Postweg gehen. Da muss ich nicht direkt hin. Außerdem bekommt mein Arbeitgeber doch sowieso jedesmal die Krankschreibung mit der voraussichtlichen Krankheitsdauer oder dem nächsten Untersuchungstermin.

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    ich frag mich grad nur, wieso der Personalchef sowas fordert. er muss doch auch wissen das er nicht im Recht ist.

    Ist ja nicht so, dass Arbeitgeber nicht Dinge tun bzw. versuchen, was sie nicht dürfen. Darum würde ich mich an Deiner Stelle auf jeden Fall erkundigen und auch gleich bei der Gewerkschaft, in wieweit solche Gespräche erlaubt sind und wie weit die ins Detail gehen dürfen. Auch gibt es nun einmal leider AGs, die gewisse Mittel anweden und versuchen ihre Mitarbeiter einzuschüchter. Bei den einen klappt es, bei anderen nicht.

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    Wenn ich wg einer Erkältung 1 Woche AU geschrieben bin, mich aber nach 4 Tagen wieder top fühle, kann ich wieder arbeiten gehen.

    Das kannst Du ja handhaben, wie Du willst. Du kannst natürlich gegen den ärztlichen Rat handeln. Ich gehe zum Arzt, weil er die fachliche Qualifikation hat und gerade bei Erkältung sollte jemand auch 1-2 gesunde Tag zu Hause sein, damit man nicht rückfällig wird – habe ich mir sagen lassen. Ich würde eine Krankheit nicht verschleppen und dabei dann noch einige anstecken.

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    Ich würde mir ehrlich gesagt überlegen, ob ich überhaupt irgendwas sage, wenn ich ein "Personalgespräch" hätte, wo es darum geht, was ich genau hatte, als ich krank war. Man muss es einfach nicht sagen, dazu ist man nicht verpflichtet.

    Mit der Vorgeschichte, sehe ich es auch so.

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    Es muss nicht immer heissen, dass der Arbeitgeber einem damit etwas Schlechtes will.

    Unsere Firma würde dann eine anonyme Umfrage starten. ":/

    Anonym nützt nichts, wenn einer Kopfschmerzen wegen ständiger Überlastung, der andere Rückenprobleme wegen was auch immer und der nächste Magenschmerzen wegen zu wenig Peronal hat, usw.


    Wenn der Arbeitgeber wirkliches Interesse hat, gesunde Mitarbeiter zu haben, bringen nur Einzelgespräche etwas.

    zum einen, wurde ja bereits gesagt, kann ich trotz au wieder arbeiten gehen, ohne dass ich dadurch den verlust meines versicherungsschutzes bei der bg befürchten muss. das ist ein ammenmärchen, dass sich hartnäckig hält...gesundschriebungen durch den arzt gibt es nicht...


    ein gespräch bzgl krankheitstage kann es durchaus geben...kommt halt darauf an, um wie viele es geht...es gibt sogar eine gesetzliche pflicht des ag, mit dem mitarbeiter ein gespräch zu führen bzw. es ihm anzubieten, wenn er in den letzten zwölf monaten mehr als 30 tage krank war (am stück oder insgesamt)....


    prinzipiell kann aber der personalchef meinen, was er möchte...die wahl, ob du mit dem gebrochenen fuß arbeiten bzw. es versuchen möchtest, liegt bei dir und deinem arzt...es soll sih ja nicht nachteilig auf die heilung auswirken...und das kan der personalchef eher nicht einschätzen...

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    Ich gehe zum Arzt, weil er die fachliche Qualifikation hat

    wobei die "Qualifikation" mancher Ärzte in der Hinsicht bezweifelt werden darf, gerade was Erkältungen, Magen-Darm etc angeht, die gerne mal sehr großzügig krankschreiben und einen gewissen Ruf weg haben.

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    gesundschriebungen durch den arzt gibt es nicht

    natürlich ist das keine Gesetz und es gibt auch keinen grünen/lila/blau-gestreiften Schein dafür, aber als ich mit der Dame von der VBG gesprochen habe, meinte sie, dass man dort gerne eher wieder arbeiten gehen kann, dies aber vom Arzt bestätigt werden muss. Weiß jetzt nicht, ob das auch für so was wie Erkältungen gilt.


    Über eins sind wir uns aber glaube einig:


    Der Chef hat da gar nix zu sagen oder gar zu wollen.

    klickmich


    Hier ist es sehr gut erklärt.


    Das ganze habe ich mir jetzt auch mal ausgedruckt und werde es unserer Lohnbuchhaltung vorlegen.


    Es ist jedesmal ein Drama wenn ein Mitarbeiter AU ist und sich nach ein paar Tagen besser fühlt um dann doch früher wieder anzufangen.




    ""Du muss zum Arzt und dich gesundschreiben lassen, sonst bist du nicht versichert wenn was passiert""




    Danke, durch diesen Faden hab ich diesen Mythos entmystifiziert ;-)


    Gute Besserung an euch alle


    *:)