Probezeit

    Hallo,


    ich befinde mich aktuell in der Probezeit.


    Mir wurde gleich zu Beginn eröffnet, hier bei uns in der Firma herrscht ein rauer Umgangston.


    Wenn ich aber mal durch die Firma laufe, merke ich nichts davon ":/ Mit den Kollegen kann man sich normal unterhalten.


    Langsam dämmert es mir, den Umgangston verursacht meine Abteilung, indem Anfragen gekonnt abgebügelt werden oder durch unfreundliches Verhalten am Telefon.


    Was mir extrem zu schaffen macht ist, dass bei uns intern über jeden und alles gelästert wird. Für mich herrscht einfach eine negative Grundstimmung, verursacht durch Personalmangel, veraltete Strukturen, etc.


    Ich bin aber schon gebrandmarkt durch Mobbing in der Schule und obwohl es mich momentan nur indirekt betrifft, mache ich mir schon Sorgen, was auf mich zukommt.


    Zum Glück bin ich in der Probezeit. Kündigen ist definitiv eine Option. Was ich mir halt manchmal wünsche, ist einfach diesen Mist zu überhören.

    Was habt ihr denn sonst noch für Erfahrungen gemacht oder Lehren daraus gezogen, genau dann wenn der Start holprig war?


    melb1985 : wo bist du :_D

  • 86 Antworten

    Also grundsätzlich würde ich mir ja erstmal selbst ein Bild machen und nicht drauf vertrauen, was man mir vorher so erzählt. Wie du ja gemerkt hast, scheint es so schlimm nicht zu sein.


    Aus Lästereien kann man sich grundsätzlich raushalten. Und wie du dich bei Anfragen verhältst und am Telefon ist auch deine Sache.


    Ob du aktuell gemobbt wirst oder nicht, kannst du ja sicher selber einschätzen aufgrund deiner Vorerfahrungen. Und meiner Erfahrung nach passiert das nicht mehr, wenn man seine Grenzen aufzeigt und zu dem steht, was man tut. Man muss nicht lebenslang das Opfer sein.


    Passt es denn von der Zusammenarbeit her grundsätzlich?

    Zusammenarbeit hin oder her, ich muss regelrecht betteln um eingearbeitet zu werden.


    ich habe mit meiner Kollegin klar gemacht, was wir brauchen um vorwärts zu kommen.


    aber ich falle vom Glauben ab, wenn ich in einem Raum mit den Kollegen sitze und sie sich darüber unterhalten, welche Halbwertszeit gibst du ihm.

    ich muss aber auch gelassener werden, ich fahre einfach darauf ab, wenn ein tyrann im büro sitzt.

    Zitat

    ich mir ja erstmal selbst ein Bild machen und nicht drauf vertrauen, was man mir vorher so erzählt. Wie du ja gemerkt hast, scheint es so schlimm nicht zu sein.

    definitiv, der ton macht die musik.

    Zitat

    Aus Lästereien kann man sich grundsätzlich raushalten

    mache ich.


    Zitat

    Ob du aktuell gemobbt wirst oder nicht, kannst du ja sicher selber einschätzen aufgrund deiner Vorerfahrungen

    nein, werde ich nicht.

    Zitat

    Und meiner Erfahrung nach passiert das nicht mehr, wenn man seine Grenzen aufzeigt und zu dem steht, was man tut.

    haben wir heute gemacht, haben die Einarbeitung eingefordert


    Zitat

    Man muss nicht lebenslang das Opfer sein.

    das wünsche ich mir sehr, aber wenn ich auf solche Leute treffe, bin ich erstmal verunsichert.


    vielleicht lasse ich mich auch durch fehlende fachkenntnisse in manchen Bereichen zusätzlich unter Druck setzen.


    ich habe vor, die Aufgabenbereiche besser zu trennen, Einarbeitung per Mail einfordern, etc.


    brauche abends einfach ruhe und Zweisamkeit daheim und nicht diese blöde Arbeit im Kopf :°(

    Zitat

    brauche abends einfach ruhe und Zweisamkeit daheim und nicht diese blöde Arbeit im Kopf

    Stichwort leben

    wie kann ich es schaffen, nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, die Leute denken schlecht über mich?


    in einem freundlichen arbeitsumfeld ist das viel leichter.

    aber mit knalltüten :-o

    Zitat

    willst du dir das wirklich antun ?

    das ist die frage, an sich ist er der einzige dummkopf. aber solche leute gibt es überall.


    an mir zu arbeiten ist eine option und parallel plan b in der Hinterhand haben.


    die Firma investiert auch Geld in mich, die Chancen sind gut, allerdings wenn das klima schon vergiftet ist.


    meine gesundheit first, denn ich war schon mal depressiv

    Zitat

    Zusammenarbeit hin oder her, ich muss regelrecht betteln um eingearbeitet zu werden.

    Also wenig bis keine Zusammenarbeit.

    Zitat

    ich habe mit meiner Kollegin klar gemacht, was wir brauchen um vorwärts zu kommen.

    Und wird das umgesetzt, was ihr abgesprochen habt?

    Zitat

    aber ich falle vom Glauben ab, wenn ich in einem Raum mit den Kollegen sitze und sie sich darüber unterhalten, welche Halbwertszeit gibst du ihm.

    Da hilft nur Durchzug.

    Zitat

    haben wir heute gemacht, haben die Einarbeitung eingefordert

    Und funktioniert es jetzt?

    Ja, der Kopf.


    Verunsicherung ist normal. Man muss ja auch erstmal alles kennen lernen.

    Fehlende Fachkenntnisse kann man ja lernen. Das du nicht weiß, wie es konkret im Unternehmen läuft, ist ja normal. Geht doch jedem so, der neu dazukommt. Aber du hast doch Kenntnisse. Du kannst doch was. Fehlendes kann man lernen. Und das, was man kann, kann man einbringen.

    Aufgabenbereiche besser trennen und Einarbeitung einfordern klingt nach einem Plan.

    Aber falls der Hinweis, dass kündigen eine Option ist, dahin ging. Wenn sich perspektivisch über Wochen und Monate herauskristallisiert, dass du auf deinem Arbeitsplatz immer noch im Trüben fischt und dir weiterhin sehr unsicher bist, ob du alles richtig machst, dann ist das meines Erachtens eine realistische Möglichkeit. Allerdings ist für mich der sicherste Indikator, dass du tatsächlich Fehler machst. Das sollte nach und nach weniger werden. Wenn du deine Fehler selber erkennst, ist die Chance allerdings groß, dass du künftig keine mehr machst. Wenn man dich mit deinen Fehlern konfrontiert und es wird trotzdem nicht besser, dann ist auch da keine Perspektive für dich. Wobei dann die Chance recht groß ist, dass du gekündigt wirst und nicht selber kündigen musst. Das kann aber durchaus für schlechte Einarbeitung sprechen und ist nicht nur auf mangelnde Kenntnisse zurückzuführen, meiner Meinung nach.

    danke *:) ich werde berichten, muss mal dampf ablassen und das am besten nicht zuhause.


    im Grunde genommen kochen alle nur mit wasser, mit genügend Einarbeitung und Zeit, werde ich fit.


    die Sache mit dem Durchzug, puhh. ich bin da etwas sensibler und nicht wirklich auf krawall gebürstet.


    aber vielleicht hilft es mal den pfeiffen die grenzen aufzuzeigen, denn so wie man im Wald schreit so hallt es auch zurück. da brauche ich mich nicht wundern wenn andere Kollegen mich anpfeifen.


    bin noch etwas verunsichert, möchte aber generell aus dieser starre raus, jetzt und für alle Zeit, denn die Kehrseite depression kenne ich

    Zitat

    wie kann ich es schaffen, nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, die Leute denken schlecht über mich?

    Ich fürchte das muss man üben. Bei mir hat tatsächlich ein gutes Umfeld die Wende gebracht. Das hatte ich aber vor Berufseintritt.

    Vielleicht macht es aber Sinn, dass du mal anfängst selbst nicht schlecht über andere zu denken. Stichwort Knalltüten.

    Ja, die gibt es. Und es ist doof, wenn man mit denen zusammenarbeiten muss. Aber solange das deine eigene Arbeit nicht beeinträchtigt, kann man da viel überhören. Das ist wie gesagt Übungssache.

    Zitat

    an mir zu arbeiten ist eine option und parallel plan b in der Hinterhand haben.

    Ja und nicht alles auf sich beziehen und mal beobachten, wie die anderen so ticken.

    Wenn man die anderen zumindest ein bisschen kennt, kann man über vieles hinweg sehen, was da kommt.

    Zitat

    die Firma investiert auch Geld in mich, die Chancen sind gut, allerdings wenn das klima schon vergiftet ist.

    Sie haben dich eingestellt, dass ist ihr Problem. Du leistest deine Arbeit und wirst dafür bezahlt. Ob du mit dem Betriebsklima zurecht kommst, musst du sehen. Wenn es dich dauerhaft belastet, ist das nicht gut. Inwiefern du an dir arbeiten kannst, musst du ausprobieren. Es kann aber nicht schaden, im Auge zu behalten, was an dir liegt und was im Unternehmen schief läuft. Manche Dinge kann man mit der besten Einstellung nicht ändern.

    Zitat

    meine gesundheit first, denn ich war schon mal depressiv

    Gesundheit immer first, versteht sich.

    Zitat

    die Sache mit dem Durchzug, puhh. ich bin da etwas sensibler und nicht wirklich auf krawall gebürstet.

    Randale ist auch nicht notwendig. Auch wenn man manchmal Lust hätte, die Kollegen mit Radiergummis zu bewerfen. ;-D

    Das kommt auch eher von innen, dass man sich selber kennt und dann weiß, wie das, was von außen kommt einzuschätzen ist.

    Zitat

    aber vielleicht hilft es mal den pfeiffen die grenzen aufzuzeigen, denn so wie man im Wald schreit so hallt es auch zurück. da brauche ich mich nicht wundern wenn andere Kollegen mich anpfeifen.

    Ja, aber sachlich. Und Grenzen aufzeigen ist immer wichtig, nicht nur am Arbeitsplatz.

    Und sich auch nicht provozieren lassen. Erfahrungsgemäß ist das am wirksamsten. Auch mal was ignorieren.

    Zitat

    bin noch etwas verunsichert, möchte aber generell aus dieser starre raus, jetzt und für alle Zeit, denn die Kehrseite depression kenne ich

    Sieht nach einem guten Start aus. Ich drück die Daumen.

    ich habe mir ein psychohygiene cheat-sheet erstellt.


    der wundeste Punkt ist die Angst vor Abwertung (fachlich und persönlich)


    interessant ":/