Raus aus der Großstadt

    Hallo,

    ich weiß ihr kennt mich nicht, aber vll bekomme ich doch Ideen hier.


    Ich bin seit März im HomeOffice und das wird bzw kann so bleiben. Und ich wohne mitten in einer Großstadt. Die Stadt platzt immer mehr aus allen Nähten und ich brauche immer mehr Ruhe und nehme seit 2 Jahren gar nicht mehr am öffentlichen Leben teil, d.h. keine Restaurantbesuche, Shopping, Fitnesstudio o.ä.


    Ich bin am liebsten mit dem Rad unterwegs oder joggen oder sowas und Großstadt nervt mich nur noch. Allerdings lebe ich alleine und bin Ü40 und Thame Familie ist durch.


    Ich sehe eigentlich nur Pros und keine Contras für einen Umzug etwas weiter raus. Ach und paar € spar ich mir auch noch. So sieht es nach 1. Recherchen zumindest aus.


    Freu mich über Meinungen usw.

  • 18 Antworten

    Ich wohne in einer Kleinstadt und bin extrem zufrieden. Ich fahre ca 30 km bis zur nächsten Großstadt, aber zu Fuß bin ich in 3 Minuten im Wald. Diese Kombination, also das Zwischending- perfekt.

    Mach das! den Mietwucher muss man nicht unterstützen. Ein befreundetes Ehepaar mit zwei kleinen Kindern ist gerade in ein Kleinst-Städtchen in herllicher Landschaft (Hügel, Wald, Badeseen) 40km vor Dresden gezogen, haben da für wenig Geld eine Etage gemietet und können ein riesiges Grundstück von mehreren 1000 qm mit nutzen.

    Hallo,


    Ich wohne in etwas, das sich zwar Großstadt nennt, aber bei der die Stadtteile so sehr von Wald durchzogen sind, dass es eher wie viele Dörfer wirkt.


    Ich bin in fünf Minuten im Wald und genauso zwischen Feldern, dennoch bin ich in 20 Minuten in der Innenstadt. Die Atmosphäre ist eher dörflich-ruhig.


    Für mich ist Stadtrand oder so wie bei mir ideal. Vorteile der Stadt mit denen des Landes verknüpft.


    Ich persönlich bin froh über die gute gesundheitliche Versorgung hier - und denke dabei auch an Zeiten in denen ich nicht mehr so gut zu Fuß bin, nicht gut mit Öffentlichen fahren kann.


    Da ist es wirklich mein Horror mit 80 oder im Krankheitsfall viel früher entweder noch umziehen zu müssen oder völlig abhängig von anderen zu sein, weil es im Umkreis von 50 km keine Ärzte, Apotheken, Läden gibt und ich mir das ständige liefernlassen nicht mehr leisten kann.


    Daher würde ich zwar immer gerne an einen gut angebundenen Stadtrand ziehen - vor allem wenn man zu Fuß in 5 Minuten im Naturschutzgebiet steht! - als so etwas zu riskieren.

    Ich bin auch ein totales Landei. Hier geboren und bis Mitte 20 auch hier gelebt. Dann der Versuch, mich in einer Großstadt anzusiedeln. Ich habe es gehasst, jeden Morgen die Überraschung im Hauseingang: Kotze? Oder große Urinlache? Dann nachts der Lärm in den Strassen, Gegröhle ohne Ende. Ende 20 hab ich kapituliert und bin wieder aufs Dorf gezogen. Ich liebe die Ruhe, den Platz den man hat und finde es schön, dass man die Nachbarn kennt.

    Ich komme aus der Kleinstadt (50.000 EW). Dann 15 Jahre in Unistadt mit 250.000 EW. Dann 3 Jahre Hamburg. Jetzt wieder in der (etwas gewachsenen) Kleinstadt.

    Ja, manche Dinge fehlen mir hier. Nicht im Vergleich zu Hamburg (da war ich erschlagen von Angebot, hatte nicht viel Freizeit und die Wegstrecken und Kosten waren teilweise heftig). Nein, im Vergleich zu meiner Studienstadt.

    Aber:

    Ich bin hier in ca. 10 Minuten überall. Der Verkehr ist okay. Mit dem Rad bin ich fast genauso schnell wie mit dem Auto, wenn ich mich auf das Zentrum konzentriere. Es ist alles nicht so voll und hektisch. Ich bin ruckzuck in der Natur, und die bietet einiges. Wir haben ein tolles Schwimmbad (viel größer als in den größeren Städten). Der Umgang miteinander ist im Wesentlichen netter; selbst in den Läden wird geredet, man wird wiedererkannt. Im Alltag geht es mir hier gut; für Sonderwünsche (schickeres Shoppen, indisch essen,...) fahre ich dann halt gelegentlich in die "nächste Zivilisation". D.h. nach Holland, weil da eine größere Stadt hinter der Grenze liegt. Oder an meinen Studienort (90 km). Alles machbar; letzteres dauert mit dem Zug 55 Minuten und so lange war ich teilweise in Hamburg auch unterwegs. Weil Kollegen bspw. komplett durch die Stadt verstreut lebten.

    Dafür habe ich (eigentlich unängstlicher!) Mensch HIER keine Angst, abends unterwegs zu sein. Hatte ich an meinem Studienort auch nicht. In HH fand ich aggressive Betrunkene in der U-Bahn, manche U-Bahn-Stationen etc. schon angsteinflößend. Vielleicht muss man damit von Kindheit an groß werden, aber ich war oft schon angespannt. Auch Pöbeleien, aggressives Anbetteln etc. habe ich weder in der Kleinstadt noch ausgeprägt an meinem Studienort erlebt. In HH sehr wohl.


    Kurzum: Für mich ist es okay so.


    Und: Ich zahle hier genauso viel Miete wie in HH. Aber: Da war es eine grob renovierte Wohnung aus den 70ern, mit Schimmelproblem und überhaupt. 2,5 Zimmer, 72qm. hier habe ich 130qm, 6 Jahre alt, moderner Standard. Und fast 300qm Garten. Wobei die Preise hier für die Gegend insgesamt auch schon heftig angezogen haben.


    Katastrophal ist nur der ÖPNV; ohne Auto geht es nicht.

    _Chipsy_ schrieb:

    Ich sehe eigentlich nur Pros und keine Contras für einen Umzug etwas weiter raus.

    Ja, das einzige, was mir noch einfällt: ärztliche Versorgung. Also je nachdem was "etwas weiter raus" bedeutet, würde ich schauen, dass es dennoch eine halbwegs passable Auswahl an unterschiedlichen Fachärzten in der näheren Umgebung gibt.

    Ui danke, so viel Feedback ;)


    Also ich meine nicht Land, sondern Umkreis, weshalb Arzt, Einkaufen usw sowieso möglich ist. Ich habe kein Auto, weshalb tiefster Acker nicht geht. Die Bahn muss in der Nähe sein und da gibt es genug! Wald wäre auch meins ;)

    Hier habe ich alles vor der Türe, aber dermassen teuer und voll und assozial. Vollgekotzte Strassen, Gepöbel in den Bussen, Glasscherben am Boden alle paar Meter. Nein seit paar Jahren wird es immer unerträglicher. Mein Verein ist weiter draussen (ÖPNV-Gebiet) und da gibts sowas nicht und die Menschen sind auch freundlicher.

    Im Moment kann ich nicht mal einen Contrapunkt finden. Doof wäre halt, wenn dann die Wohnung bald wieder gekündigt wird und überhaupt etwas finden, könnte schwer werden, aber ich habe wohl schon entschieden.

    Ich würde umziehen an deiner Stelle.


    Klar könnte dir gekündigt werden. Ich zb würde als neuen Vermieter niemals eine 90jährige Omi nehmen, weil man nicht weiß wie lange sie noch lebt und was dann mit der Wohnung passiert. Und ich würde nie mit dem Vermieter in einem Haus leben, weil ich nicht wollte, dass er auf einmal beide Wohnungen zu einer machen will. ;-D

    _Chipsy_ schrieb:

    Ui danke, so viel Feedback ;)


    Also ich meine nicht Land, sondern Umkreis, weshalb Arzt, Einkaufen usw sowieso möglich ist. Ich habe kein Auto, weshalb tiefster Acker nicht geht. Die Bahn muss in der Nähe sein und da gibt es genug! Wald wäre auch meins ;)

    Hier habe ich alles vor der Türe, aber dermassen teuer und voll und assozial. Vollgekotzte Strassen, Gepöbel in den Bussen, Glasscherben am Boden alle paar Meter. Nein seit paar Jahren wird es immer unerträglicher. Mein Verein ist weiter draussen (ÖPNV-Gebiet) und da gibts sowas nicht und die Menschen sind auch freundlicher.

    Im Moment kann ich nicht mal einen Contrapunkt finden. Doof wäre halt, wenn dann die Wohnung bald wieder gekündigt wird und überhaupt etwas finden, könnte schwer werden, aber ich habe wohl schon entschieden.

    Das geht mir ähnlich. Gerade der Dreck wenn man echt im Zentrum einer richtigen Riesenstadt wohnt ist echt heftig (habe fruher in Berlin in der nähe der Wilmersdorfer gewohnt und das gilt ja noch als "gute Gegend" - aber der Dreck ist heftig)


    Dass die Menschen generell freundlicher sind... Puh, das habe ich (nach diversen Erfahrungen) definitiv nicht so erlebt. Wenn du Pech hast ist schon am Stadtrand die "soziale Kontrolle" durch Nachbarn extrem... Nur noch einige Straßen weiter draußen haben es jetzt hier schon einige Freunde (unabhängig voneinander) nicht ausgehalten weil eben tatsachlich schon eine extrem enge "dörfliche" Gemeinschaft ist die noch nach 30 Jahren erzählt, dass der Nachbar "ja eigentlich sowieso nicht hierhergehort sondern aus xy ist"


    Wohlgemerkt, das ist noch Stadtrand einer Großstadt in Deutschland.


    Erkundige dich gut über die Region in die du ziehst

    Paritu schrieb:

    "soziale Kontrolle"

    Da grauts mir auch ,aber sogar das habe ich in hier. Die Nachbarin öffnet immer ihre Türe, wenn ich Besuch habe zum Lauschen. Es ist widerlich. Und sie stöbert ab und an in der Mülltonne. Echt irre.

    Ich schau nun einfach mal gemütlich. Ich habe auch noch ein wenig Hoffnung, dass atuell nur viele Touris in der Stadt sind, aber ich glaube es sind Dauertouris und viele die im Moment einfach nicht in Urlaub fahren und somit wird da nichts mehr besser ;(

    Also ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass man als neu zugezogen in der Anonymität untergeht. Manchmal denke ich mir, wenn ich allein wohnen würde und mir würde was passieren, dann wäre es das gewesen, weil sich keiner für den anderen interessiert. Da hätte ich lieber eine neugierige Rentnerin nebenan, die sich wundert, wenn mein Auto vor der Tür steht, mich aber seit drei Tagen keiner mehr gesehen oder gehört hat.

    Braunesledersofa schrieb:

    Also ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass man als neu zugezogen in der Anonymität untergeht. Manchmal denke ich mir, wenn ich allein wohnen würde und mir würde was passieren, dann wäre es das gewesen, weil sich keiner für den anderen interessiert. Da hätte ich lieber eine neugierige Rentnerin nebenan, die sich wundert, wenn mein Auto vor der Tür steht, mich aber seit drei Tagen keiner mehr gesehen oder gehört hat.

    Kommt auf die neugierige Nachbarin an. Wenn das jemand ist, der sogar auf dein Kind losgeht weil es ihrer Meinung nach die falschen Freunde hat und doch besser in der Bibelschule nach welchen suchen sollte, kann ich bestens drauf verzichten. Das habe ich als Kind zur Genüge gehabt.