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    Baah ist das ein schrecklicher Faden hier. Hab grad ein bißchen reingelesen, hier präsentiert sich die rücksichtslose Ego-Gesellschaft at its best... Ich will aber 2 Uhr nachts nach meiner Schicht shoppen, mir doch egal, wenn die alleinerziehende Mama da nen Babysitter braucht, soll sie doch den Job wechseln, wenn sie so faul ist...


    Der IKEA ist samstags immer so voll, soll er doch auch noch Sonntag öffnen und Montag dafür schließen. Können halt die Eltern den Sonntag nicht mit ihren Kindern verbringen, dafür kann ich meine Billigmöbel shoppen, nur das zählt ja.

    Dann fühlst du dich hoffentlich auch ordentlich schuldig, wenn du sonntags ins Restaurant oder Café/zum Schwimmen/ins Museum/ins Kino/ins Theater/zur Tankstelle/in die Disco/zum Rummel gehst?


    Wenn man notwendige Dinge wie Krankenhaus und Polizei mal außen vor lässt gibt es immer noch genug Betriebe, die sonntags oder außerhalb der normalen Zeiten einzig deshalb geöffnet haben um anderen Leuten Freizeitspaß zu ermöglichen. Warum ist das voll ok und das Familienleben der Betroffenen interessiert keinen, aber sobald es ums Shoppen geht bricht die große Entrüstung aus?

    Ja, dass stimmt... da sollten die, die Nachtschicht oder Zwischenschicht arbeiten auch ruhig in der Lage sein, auf dem Weg nach Hause ebend um 3Uhr morgens einzukaufen, damit sie nicht am Morgen nach dem Aufstehen gleich wieder rausmüssen, meist liegt der Supermarkt auf dem Weg von der Arbeit nach Hause...

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    Café/zum Schwimmen/ins Museum/ins Kino/ins Theater/zur Tankstelle/in die Disco/zum Rummel

    :)^ Noch mehr gute Beispiele.


    Übrigens hat der IKEA in Heerlen/NL jeden letzten Sonntag im Monat verkaufsoffen. Genauso die 2 Gartencenter und der Aldi direkt hinter unserer Grenze.Outletcenter Roermond+Innenstadt auch. Da braucht man also gar nicht bis in diese deregulierte Gesellschaft USA zu reisen, die Holländer scheinen da auch nicht so pingelig zu sein. ;-)

    In Frankreich haben auch viele Geschäfte sonntags geöffnet. :-) Teilweise kürzer also z.B. nur bis 16 Uhr. Die einheitlichen Öffnungszeiten gehen da natürlich verloren, aber im Internet kann man in 10 Sekunden nachschauen wer wann offen ist. Früher war das viel nerviger, da wußte man erst ob ein Laden offen ist oder nicht, wenn man schon davor stand.

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    Und rate mal wer da in Holland shoppen geht ??? Die, die hier nicht die verlängerten Öffnungszeiten wollen

    ;-D

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    aber sobald es ums Shoppen geht bricht die große Entrüstung aus?

    Ich denke, um die Waren des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Drogerieartikel...) herrscht doch hier weitgehend Einigkeit. Der Streitpunkt sind doch die Dinge (Möbel, Technik, Schmuck, Kleidung...), die man eben nicht ständig kauft und weswegen man eben nicht sofort losrennen muss.

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    capo7 vor 20 Jahren haben die Leute auch noch nicht wie heute im Internet gesurft, wollen wir das nicht auch wieder aus Solidarität abgeben und uns wieder über den Gartenzaun unterhalten und wieder Telefonzellen aufstellen, denn wofür braucht man Handys....

    Na der Vergleich braucht aber mehr als einen Krückstock ;-)


    Sollen doch alle so viel im Internet surfen und an ihren Handys rumspielen, wie sie wollen, fördert zwar nicht grad die Gemeinschaft aber schadet ja nun auch keinem. Unsoziale Arbeitszeiten aber schon.


    Klar gibt es Jobs, wo auch sonntags und abends gearbeitet werden muss, deshalb nun aber zu meinen, dann soll das aber bitte überall sein, finde ich halt :(v


    Und shoppen ist für mich nun mal kein überlebensnotwendiges Grundbedürfnis. Und eine Ärztin verdient einfach ungleich mehr. Wenn es schon sein muss, dann sollen die Leute auch anständig dafür bezahlt werden.

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    Findest du, dass Pflegekräfte, Busfahrer, Taxifahrer, Kellner, usw. anständig bezahlt werden?

    nee, finde ich eher nicht, sollten besser bezahlt werden, definitiv. Man sollte auch nicht die schlechte Bezahlung von einer Berufsgruppe als Rechtfertigung für die schlechte Bezahlung einer anderen heranziehen.


    Pflege beispielsweise wird nunmal rund um die Uhr benötigt, Einkaufen eher nicht.


    Der Unterschied ist vielleicht auch, ob man vorher weiß, worauf man sich einlässt. Als Koch oder Kellner weiß man vorher einfach, auf was für Arbeitszeiten man sich einlässt, als Verkäuferin hat man es vielleicht nicht gewusst und schleichend werden da immer mehr zusätzliche Arbeitszeiten eingeführt, das ist wohl eher das Problem.

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    Schon mal überlegt, dass auch viele dieser Läden die langen Öffnungszeiten brauchen um zu überleben ??? Die Konkurenz war vor 20 Jahren auch noch nicht so extrem wie heute.

    Schon mal überlegt, dass genau diese Denkweise, die nur die Bedürfnisse der Unternehmen berücksichtigt und nicht die der Menschen, immer mehr Menschen ins Abseits drängt und zu immer mehr sozialer Kälte führt?

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    Pflege beispielsweise wird nunmal rund um die Uhr benötigt, Einkaufen eher nicht.

    Die Überschrift ist irreführend. Vom 24-Std.-Shopping sind wir noch weit entfernt, keine Verkäuferin arbeiten 24 Stunden.

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    Der Unterschied ist vielleicht auch, ob man vorher weiß, worauf man sich einlässt. Als Koch oder Kellner weiß man vorher einfach, auf was für Arbeitszeiten man sich einlässt,

    Das ist ein "Argument", zu hier schon einiges geschrieben wurde. :=o