Soll ich einen Neuanfang im IT-Bereich wagen?

    Liebe Community,


    hätte einige Fragen an euch. Ich habe ein geisteswissenschaftliches Lehramt an Gymnasien abgeschlossen und ca. 2 Jahre als Lehrerin und im Bildungsbereich gearbeitet, habe zuvor aber eine Schule mit Informatik-Schwerpunkt besucht und dabei mit HTML, CSS, PHP und Contentmanagementsystemen zu tun gehabt, was mir auch immer sehr viel Spaß gemacht hat. Den Lehrerberuf kann ich mir aus mehreren Gründen nicht (mehr) vorstellen. Wäre es ein zu schlimmer "Cut" im CV, wenn ich jetzt meine IT-Kenntnisse ausbauen würde und Informatik studieren würde (mit dem Studium hab ich schon lang geliebäugelt, mich aber nicht richtig "getraut"). Wenn ich das Studium anfangen würde, wäre ich immerhin 27 Jahre alt... Ist das zu spät?


    Danke für eure Antworten!@:)

  • 70 Antworten
    Mazikeen schrieb:

    In welchem Bereich der IT möchtest du denn später arbeiten? Teilweise ist der Markt nämlich überlaufen...

    Ich würde gerne Richtung Softwareentwicklung und/oder in die IT-Beratung gehen.

    Zu spät für irgendwas ist es eigentlich nie.

    Wenn dir das Thema liegt und du dir ein Studium vorstellen kannst, warum nicht.

    Warum du nicht mehr als Lehrerin arbeiten willst, musst du am Ende selber wissen und entscheiden.

    Bedenke, ein Informatik-Studium hat nur wenig mit den aufgezählten Beispielen zu tun. Da ist in der Hauptsache trockene Mathematik angesagt...

    Vielleicht wäre eine Ausbildung als Fachinformatikerin Fachrichtung Anwendungsentwicklung eine Alternative oder ein duales Studium.

    ich würde darauf achten in welcher Branche ich lande. Von der Automobilbranche und Verlagswesen rate ich dringend ab.


    Mit HTML, CSS und PHP gewinnst du keinen Blumentopf. Dafür brauchst du kein Studium. Das kann jeder Skript-Kiddie mittlerweile.


    Ich rate dir, dich breit aufzustellen, objektorientierte Programmierung, Datenbanken, Web- und Netzwerkadministration. Nach dem Studium stellen die alle Türen offen.


    Alter ist zweitrangig. So gesehen: viel Erfolg und nicht alles auf einmal wollen @:)

    Zitat

    Da ist in der Hauptsache trockene Mathematik angesagt.


    zumindest in den niedrigeren Semestern. Es kommen noch Physik und E-Technik hinzu

    Ich würde nicht Informatik an einer Uni studieren, sondern Softwaretechnik an der Fachhochschule. Praxisnäher, einfacher, usw.


    Ich hatte vor langer Zeit (1994-1997) beides. Uni - theoretisch, praxisfremd, unglaublich schwierig teilweise. Fachhochschule - gut lernbare Häppchen, interessante, praxisorientierte Inhalte, gut machbar.


    Uni wird sich war auch etwas verändert haben. aber die Tendenzen dürften nach wie vor so sein.


    Und klar, warum denn nicht.. weiterbilden schadet nie.


    Allerdings ist "richtiges Programmieren" noch was anderes als HTML und CMS.


    Du könntest mal eine online-java-Kurs (Tutorial) machen, um zu schauen, ob Dir das wirklich liegt. Java ist auch, obwohl viele die Sprache beschreien, sehr schön geeignet, weil sie sehr klar und sauber objektorientierte Strukturen und auch sonst alles was man "klassischerweise so hat" beinhaltet.

    Ja, wenn, dann würde ich ein FH-Studium bevorzugen.

    Ich bin gerade dabei, mir Python mittels Videokurs beizubringen, bis jetzt macht es mir Spaß und die Lernkurve ist auch steil.

    Das mit Java ist auch ein guter Tipp, finde ich, danke!


    Allerdings mache ich mir um meinen Lebenslauf wirklich Sorgen.

    Ich sehs ähnlich. Machbar ist das bestimmt wenn es einem liegt, egal welches Alter.


    Sowas wie "ist das schlimm im CV" gibts in der Branche eigentlich nicht, außer vielleicht bei großen Konzernen oder beim Staat. Aber normalerweise zählt als erstes mal immer was Du kannst und nicht wo Du herkommst.


    Natürlich ist "Erfahrung" auch viel Wert, jenachdem wo und was Du arbeitest, kanns bestimmt passieren, dass Du dann erstmal als Junior anfängst mit einem Einstiegsgehalt obwohl Du dann schon 30 bist. Aber nach 2, 3 Jahren sollte sich das ja legen, dann sind ein paar Jahre Altersunterschied, ob man nun Bachelor oder Master oder gar nichts ist, etc nach und nach immer egaler.


    Deine Wortwahl (z. B. "im IT-Bereich") klingt, als, dass Du bisher wenig Kontakt zur heutigen Welt der Softwareentwicklung hast. Ich würde mich nie als IT bezeichnen. Softwareentwicklung hat sich denke ich auch sehr verändert mit der Zeit.


    Ich finde daher den Tipp des Vorredners, mal einen Programmier-Crashkurs mit nem online tutorial zu machen nicht schlecht. Ich würd ihn sogar noch erweitern. Vielleicht gibts die Möglichkeit, dass Du irgendwo mal nen Tag Softwareentwciklung (mit)erleben kannst, über einen Bekannten der sowas macht oder irgendeine Art Praktikum. Programmieren ist ja nur ein (im Laufe der Karriere immer kleiner werdender) Teil. Es ist viel Kommunikation (mit Kunden, Managern und vorallen Dingen den anderen im Entwicklungsteam). Man plant gemeinsam Dinge an Whiteboards, man teilt sich gegenseitig Wissen. Ich fand es bisland schwierig jemandem von meinem Alltag als Softwareentwickler zu erzählen, weil die meisten sich das anders vorstellen.

    Nein, Du bist nicht zu alt und für Deinen Lebenslauf sehe ich überhaupt kein Problem. Du wirst mit 30 oder 31 dann zwei abgeschlossene Studiengänge plus Berufserfahrung haben, das ist total super, gerade mit IT plus die Geisteswissenschaften/Lehrerbefähigung wirst Du überhaupt keine Probleme haben.


    Du solltest an dieser für mich übersteigerten Angst, Deinen Lebenslauf kaputt zu machen, arbeiten. Bei Bewerbungen/Vorstellungsgesprächen wird Dir dieser irrationale Selbstzweifel alles kaputt machen (das spürt man nämlich), aber auf keinen Fall Dein Bildungsweg.

    Zitat

    Du solltest an dieser für mich übersteigerten Angst, Deinen Lebenslauf kaputt zu machen, arbeiten. Bei Bewerbungen/Vorstellungsgesprächen wird Dir dieser irrationale Selbstzweifel alles kaputt machen (das spürt man nämlich)

    da stimme ich dir zu :)z gerade in der informatik kann man sich solide und brauchbare kenntnisse aneignen. damit sollte man gut punkten können und sich nicht durch seinen lebenslauf kleiner machen

    Wenn man eine authentische Bewerbung schreibt, aus der echtes Interesse hervorgeht, dann noch den zur Ausschreibung passenden Abschluss hat und auch im Vorstellungsgespräch begeisterungsfähig und authentisch rüber kommt und den Eindruck macht, Spaß an der Sache zu haben, dann ist die Sache geritzt und ein absoluter Selbstläufer. Kein Mensch guckt drauf, ob man dann 30 oder 32 ist und ob der zweite Studiengang zum ersten passt oder ob da zwei Monate Leerlauf drin sind. Es ist vollkommen normal, mit Mitte/Ende 20 nach den ersten Berufserfahrungen in der Erstausbildung/dem ersten Studiengang festzustellen, das war es noch nicht, nicht ganz das Richtige oder auch völlig Falsche und dann nochmal was anderes zu machen. Es gibt nicht wenig Leute, die 30 oder älter sind, wenn sie ihren ersten Abschluss machen.

    Danke für die Antworten!

    Ich habe halt die Befürchtung, dass das Lehramtsstudium sowie meine Berufserfahrungen im Bildungsbereich von potentiellen Arbeitgebern eher sogar negativ gewertet werden, weil dies eben eine komplett andere Richtung als Informatik war und dies dann auch eher ein Hindernis sein wird, auch im Hinblick auf jüngere Studenten, deren Bildungskarriere geradlinige verlaufen ist und die sich in den letzten Jahren natürlich spezifisches Wissen und Können aneignen konnten.

    Mit dieser Befürchtung liegst Du vollkommen falsch. Du hast zügig Dein Lehramtsstudium absolviert, hast in dem Bereich Erfahrungen gesammelt, hast Dich dann in einem anderen Bereich orientiert und ebenfalls Erfahrungen gesammelt. Vor allen Dingen hast Du Erfahrung in der Arbeit mit Menschen, das haben alle jüngeren Studenten, die direkt nach der Schule studiert haben, nicht. Für die wird das erste Berufsjahr richtig hart werden, und auch die Arbeitgeber wissen, dass es im Job ganz wesentlich auch auf andere Dinge als spezifisches Wissen und Können ankommt. Gerade im IT-Bereich, ist das eine sehr wertvolle Ressource im Leben(slauf). Eine Stärke, keine Schwäche. Und selbst wenn es jetzt nicht IT wird: Es passt alles zu Deinem bisherigen Lebenslauf. Warum kannst Du das nicht glauben? Du machst es Dir selber mit diesen Selbstzweifeln schwer.

    Zitat

    Ich habe halt die Befürchtung, dass das Lehramtsstudium sowie meine Berufserfahrungen im Bildungsbereich von potentiellen Arbeitgebern eher sogar negativ gewertet werden,

    du kannst dich weiterhin in deinem Selbstmitleid suhlen oder das neue Kapitel Informatik als Chance sehen.


    Liest du eigentlich was dir die Leute für Rückmeldungen geben?