Sollte man in dem Fall eher pendeln oder ein Zimmer im Internat wählen?

    Aufgrund körperlicher Beeinsträchtigungen wurde ich nach dem Abitur innerhalb der Arbeitsagentur in die Rehaabteilung weitergereicht, da es mir unter normalen Umständen aufgrund eine reguläre Ausbildung zu beginnen.


    Ich war im September in einer Arbeitserprobung, sodass ich mir in einem Berufsbildungswerk die Ausbildungsberufe Elektroniker und Orthopädieschuhmacher angeschaut habe und mich letztendlich für den Beruf entschieden habe, an dass ich nach dem Ausbildungsende sinnvoll mit einem Studium aufbauen kann. Die Ausbildungsstelle als Elektroniker ist mir ab dem 1.11. zugesichert worden und die Rehaabteilung der Arbeitsagentur wird auch die Ausbildungskosten und Unterbringung in einem Internat samt Verpflegung und nötiger physiotherapeutischer Betreuung im Ausbildungswerk übernimmt.


    Das ich die Ausbildungsstelle nehme steht für mich fest. Allerdings bin ich mir noch nicht recht sicher, ob ich täglich pendeln werde (Hin- und Rückfahrt um die 70 km pro Fahrt, also insgesamt 140 km täglich) oder das Internatwohnen wähle.


    Meine Eltern lassen mich ungern ziehen, da ich auch als jüngstes Kind das Nesthäckchen der Familie bin. Allerdings sehe ich andererseits auch die Chance mit Gleichaltrigen zusammen zu kommen, was bisher nicht gegeben war in der Freizeit. Der Ausbildungsleiter meinte auch, dass er bei Pendelfahrten auf lange Sicht auch das Problem sieht, dass mir die Tage zu stressig wären. Eine Betreuung (nach Bedarf) wäre dort auch durch einen Heilerziehungspfleger gegeben.

  • 74 Antworten
    just_looking? schrieb:

    70km pendeln? Ich im Leben nicht, dazu sind Züge viel zu nervig.

    Na ja, es ist ja ein Wagen vorhanden.


    Wobei der ja auch ordentlich Spritkosten fressen würde, da die Arbeitsagentur sich nur an Hin- und Rückfahrt im 14-tägigen Wechsel an den Wochenenden beteiligt.

    Wie wäre denn die Zugverbindung? Ich bin mal eine Weile gependelt, die Zeit im Zug (ähnliche km-Strecke) war gar kein Ding, aber ich wohnte ein ordentliches Stück weit weg vom Bahnhof und musste am Ziel auch nochmal ewig mit Bus vom dortigen Bahnhof ins Büro fahren, das war dann die eigentliche Nervsache daran. 140km Auto jeden Tag - im Leben nicht, das ist ja noch nerviger. Spätestens wenn mal ne längere Baustelle ist, du täglich Umleitungen fährst oder die ersten paar Staus dich abends erst ultraspät ins Bett fallen ließen, biste genervt ohne Ende. Ich würde hinziehen und die Wochenenden in der Heimat verbringen.

    also, als langjähriger pendler 70 hin und 70 zurück mit dem zug, kann ich dir sagen, dass du 2h deiner lebenszeit verlierst.


    es ist auf dauer anstrengend und kostet viel geld. vor allem in winter ist es nervig, wenn der zug sich verspätet, ausfällt etc.


    auf grund deiner beeinträchtigung würde ich dir zum Internat raten. wenn alle Stricke reißen kannst du noch immer nach hause.

    außerdem du bist jung, ein wohnortwechsel bringt immer neue perspektiven und lebenserfahrung.


    ich sage: nur mut @:)

    Zitat

    Internat.

    ich finde es gut, dass hier dazu geraten wird. überleg dir, Plan B mit pendeln steht dir immer noch offen.


    so gesehen machst du nichts falsch, gewinnst neue Freunde, kannst abends unbeschwert in‘s Bett fallen (als pendler fällst du eher um)


    ich finde deine Konstellation ganz brauchbar

    mnef schrieb:

    Wie wäre denn die Zugverbindung? Ich bin mal eine Weile gependelt, die Zeit im Zug (ähnliche km-Strecke) war gar kein Ding, aber ich wohnte ein ordentliches Stück weit weg vom Bahnhof und musste am Ziel auch nochmal ewig mit Bus vom dortigen Bahnhof ins Büro fahren, das war dann die eigentliche Nervsache daran. 140km Auto jeden Tag - im Leben nicht, das ist ja noch nerviger. Spätestens wenn mal ne längere Baustelle ist, du täglich Umleitungen fährst oder die ersten paar Staus dich abends erst ultraspät ins Bett fallen ließen, biste genervt ohne Ende. Ich würde hinziehen und die Wochenenden in der Heimat verbringen.

    Die Zugverbindung wäre mit dreimal Umsteigen und langen Wartezeiten verbunden. Luftlinie wäre die Fahrtzeit mit der Bahn 80 km, aber per Bahn knapp 3,5 h, da das Heim relativ ländlich liegt.


    Fahrtzeit mit dem Wagen etwa 1,5 h pro Fahrt, also 3 h am Tag, wobei ich bei Schnee durch die Sauerländer Berge fahren müsste, was mich jetzt nicht besonders reizt.

    3 Stunden Fahrtzeit wären mir zu viel. Oder kannst du erstmal pendeln probieren und ggf. kurzfristig umziehen, quasi mittendrin?

    mnef schrieb:

    3 Stunden Fahrtzeit wären mir zu viel. Oder kannst du erstmal pendeln probieren und ggf. kurzfristig umziehen, quasi mittendrin?

    Also ich habe mal ausgerechnet, dass ich mit einer halben Stunde Puffer (für alle Fälle) spätestens um 5 h aufstehen müsste, wenn ich pünktlich um 7.20 h auf der Matte stehen möchte. Das wäre schon sehr viel.


    Entscheiden müsste ich mich über das Wochenende.

    TimFaber schrieb:
    Zitat

    Internat.

    ich finde es gut, dass hier dazu geraten wird. überleg dir, Plan B mit pendeln steht dir immer noch offen.


    so gesehen machst du nichts falsch, gewinnst neue Freunde, kannst abends unbeschwert in‘s Bett fallen (als pendler fällst du eher um)


    ich finde deine Konstellation ganz brauchbar

    Zumal ich dort ja auch - im Zweifel - die nötige Betreuung hätte.

    Du rechnest im Moment nur Unterrichtszeit und Fahrzeit.


    Du bedenkst nicht , bislang jedenfalls völlig unerwähnt, dass eine Ausbildung auch damit verbunden ist, zu lernen. Wenn du Auto fährst, kannste das knicken, fährst du mit Öffis, mit 3 x umsteigen, bist du abends geschafft. Schon ohne auch nur ansatzweise gelernt zu haben.


    Im Winter Glätte, vielleicht Schnee, im Sauerland sicherlich vorprogrammiert, wird die Fahrtzeit. verzögern. ein Auto braucht auch mal eine Inspektion, neue Bremsbeläge, kriegt vielleicht auch mal eine Beule und fällt aus.


    Der Vorteil des Internats ist, du wirst Kontakte knüpfen, man kanonisch auch um den Lehrstoff austauschen, auch von Vorteil, wenn man vielleicht etwas nicht verstanden hat, sodass man sich gegenseitig helfen könnte.


    Und wenn du mit dem Auto fährst, wirst du wahrscheinlich der Aussenseiter bleiben, wenn andere sich nach der Schule mal auf ein Bierchen treffen oder im Sommer zusammen mal grillen wollen. Du musst ja nach Hause....


    Nabel dich ab von zu Hause und Mamis Hotel. Werde erwachsen. Das ist ein guter Weg....

    Zitat

    mit 3 x umsteigen

    und wehe da geht was schief, zug kommt nicht, schienenersatzverkehr, personen im gleisbereich, etc.


    bist gleich mal 1h länger unterwegs.


    entscheide weise und trau dich von zuhause loszulösen