Sorge vor dem ersten Arbeitstag

    Hallo zusammen,


    ich fange am Donnerstag einen neuen Job an.


    Bei meinem aktuellen Job habe ich alle Freiheiten der Welt. Ich habe ein wöchentliches Arbeitspensum und kann mir das einteilen wie ich möchte. Morgens gehe ich erstmal zum Sport, mache danach einiges für die Uni oder im Haushalt und fange dann gegen Vormittag langsam an zu arbeiten. Teilweise bin ich auch schon Donnerstags oder Freitags durch mit meinem Pensum und habe dann den Tag bezahlt frei.


    Diese Freiheiten hat man wahrscheinlich nirgendwo, allerdings ist die Bezahlung auch nicht so doll und man keinerlei Entwicklungs- bzw. Aufstiegschancen.


    Daher habe ich mich entschieden, etwas Neues zu suchen. Eigentlich ist alles super. Ich bekomme fast 30 % mehr Gehalt, gute Aufstiegschancen, guter Tarifvertrag, interessante Aufgaben, sicherer Job usw. Freunde, Familie und sogar mein Chef haben gesagt, dass es der richtige Schritt ist.


    Aber je näher der erste Arbeitstag kommt, umso mehr Zweifel bekomme ich.

    • Erstmal 6 Monate Probezeit.
    • Keine Ahnung wie die Kollegen sind, der Altersdurchschnitt liegt bei Ende 40 - ich bin 25 und der jüngste am ganzen Standort.
    • Ich weiß nicht, wie die Einarbeitung ablaufen wird, da die meisten momentan im Home Office sind.
    • Vermutlich werde ich auch deswegen erstmal vereinsamen, da die Empfehlung zum Home Office bis 31.12.2020 gilt und somit fast alle Büros leer sind. Ein paar Führungskräfte sind vor Ort, aber kaum ein Mitarbeiter auf meiner Position.
    • Das Büro ist direkt in der Innenstadt und die Tiefgarage ist wohl voll, daher graut es sich mir schon vor der Parkplatzsuche.


    Von Tag zu Tag bekomme ich immer mehr Bauchschmerzen.


    Habt ihr irgendwelche Tipps für mich?

  • 6 Antworten

    Naja, das ist wohl einfach ganz normal, dass man vor einem neuen Job erstmal etwas angespant ist und sich ein paar Sorgen macht. Da muss man einfach durch.


    Wobei die Frage schon ist, warum es Dich so arg nervös macht, ist ja nun auch kein großes Drama? Wird schon, und so..

    Ja, da spielt die Fantasie das komplette Programm des Kopfkinos durch.


    Irgendjemand wird schon sagen, wo es wie lang geht und was an Arbeit gerade ansteht.


    Niemand schickt dich in einen Saal mit 38 Schreibtischen, wo du allein irgendwo hingesetzt wirst. Und das bis Weihnachten.


    Irgendjemand wird schon da sein und sagen, was wie wo und wann gemacht werden muss. Garantiert.

    In der Regel ist es so, dass jemand einem zeigt, was Sache ist. Man hat ja auch noch einen Mund und kann fragen.

    An meinen ersten Arbeitstagen irgendwo wurden mir jedenfalls die Schritte gezeigt, die anliegen. Denjenigen muss man einfach erst mal "kopieren", einfach das nachmachen, was der vorgibt, sofort einhaken, wenn was unklar ist. Damit zeigt man Interesse....

    Alle Abläufe erfragen, sich dazu vielleicht Notizen machen, fragen, wer einen bei dem und dem Anliegen weiterhelfen kann....

    Man wird in der Regel auch in die Kaffeemaschine eingewiesen und einem wird gezeigt, wo das Klo ist.


    Sofern man nicht selbst völlig kauzig ist, dazu gepflegt auftritt, wird sich das zurechtrücken.


    Was die Arbeit betrifft, würde ich da erst mal sehen, dass ich die Routine erfasse.


    Wenn ich die nach einiger Zeit drauf habe, selbst meine, dass dann irgendwie ändern zu können, weil zu umständlich oder weil ich ein besseres Konzept habe, ist dann die Zeit dafür, nicht jedoch nach 2 bis 3 Tagen....

    Erst mal ankommen. Kopfkino mal ausschalten.

    Und vielleicht wird sich dein Tagesrhythmus völlig ändern, weil nicht Haushalt und Sport an erster Stelle stehen sondern tatsächlich mal die Arbeit, für die du ja auch bezahlt wirst.

    Ansonsten sieh keine Perspektive und bleib da, wo du bist, bis zur Rente.


    Ironieschalter wieder aus.

    Patrick1302 schrieb:

    Habt ihr irgendwelche Tipps für mich?

    Ruf dir einfach nochmal ins Gedächtnis, warum du dich dort beworben hast


    Sonst: das operative lässt sich alles lösen.

    * Home Office plus Videokonferenzen.

    * Ein Schnitt von Ende 40 hat auch ne Verteilung: und es reichen ja 3-4 Kollegen/innen, die auch in den 20ern sind.

    * Gegen Vereinsamung müsstest du dir generell was überlegen, und das nicht von der Arbeitssituation abhängig machen.

    * Fahrad/Pedelec statt Parkplatzsuche. :-) Oder E-Roller in den Kofferraum für die letzte Meile, wer das wirklich nicht laufen iwll. Oder sieh es einfach als Sport: auch Laufen ist Sport. Und dann kannst du dir einen schönen, geräumigen Parkplatz suchen, der auch mal 1 oder 2 km weg sein kann.


    Sonst: das Abwägen und Entscheiden kann dir keiner abnehmen. Und es ist eine Probezeit von beiden Seiten. Auch du kannst mit wenigen Tagen Frist dann kündigen, wenn das wirklich nix sein sollte.

    Man kann Anspannung aber auch nur schlecht durch rationale Überlegungen ausschalten.


    Du bist jetzt einfach bis Donnerstag angespannt und danach ist wieder gut.

    bisschen Sorge finde ich völlig normal. Ich hatte zwei Tage vor dem lockdown Berufsstart und die Eingewöhnung ist quasi ausgefallen. Das war schon echt scheisse. Aber darüber sind wir ja schon deutlich hinweg. Du wirst nicht ganz alleine sein.
    Sich noch mal klar zu machen, warum man sich beworben hat, das ist wirklich keine schlechte Idee.

    Ich sehe in Deiner Auflistung der Sorgen nirgendwo, dass Du Angst hättest, der Sache nicht gewachsen zu sein. Du scheinst einen Job gefunden zu haben, den Du für den richtigen hälst, der zu Dir und Deinen Fähigkeiten passt. Das ist super!


    Die anderen Sorgen die Du auflistest sind, auch wenns Dir nicht so vorkommt, eigentlich Kleinigkeiten. Die hat jeder und die darfst Du gerne haben, solltest sie nur nicht überbewerten.


    Patrick1302 schrieb:
    • Erstmal 6 Monate Probezeit.

    Die hat man fast immer. Ich weiß nicht was für nen Beruf Du hast, aber als Informatiker habe ich noch nie gesehen, dass jemand in der Probezeit rausgeflogen ist.


    Wenn Du doch aus irgendeinem Grund rauszufliegst (vielleicht auch ohne verschulden, weil Corona die Wirtschaftslage verschlechtert oder sowas), gibts sicher noch genug alternative Arbeitgeber.


    Bei mir war so eine Sorge meist nach dem 1. Arbeitstag schon verflogen.


    Zitat
    Keine Ahnung wie die Kollegen sind, der Altersdurchschnitt liegt bei Ende 40 - ich bin 25 und der jüngste am ganzen Standort.

    Sieh es als Vorteil: Dir wird deshalb mehr verziehen als erfahreneren Leuten. Wenn Du etwas gut hinbekommst wird es Dir höher angerechnet als bei jemandem, von dem man das aufgrund der Erfahrung sowieso erwartet.


    Zitat
    Ich weiß nicht, wie die Einarbeitung ablaufen wird, da die meisten momentan im Home Office sind.

    Kommt sicher auch auf den Beruf an. Bei uns läuft im Homeoffice eigentlich alles genauso wie im Büro. Unser Tägliches Standup-Meeting, die anderen regelmäßigen Termine in der Woche und dazwischen (video-)telefonieren wir in Direktgesprächen ständig miteinander. Auch Werksstudenten können mich jederzeit anschreiben und ich spreche dann sobald ich kann mit ihnen, da ist nichts anders als im Büro, außer, dass man sich halt nicht real sieht.


    Zitat
    Vermutlich werde ich auch deswegen erstmal vereinsamen, da die Empfehlung zum Home Office bis 31.12.2020 gilt und somit fast alle Büros leer sind. Ein paar Führungskräfte sind vor Ort, aber kaum ein Mitarbeiter auf meiner Position.

    Dazu kann ich ncihts sagen, da ist jeder Mensch anders. Ich bin sehr gerne im Homeoffice und genieße diese Regelung, da davor Homeoffice bei uns unnötig schwierig war.


    Zitat
    Das Büro ist direkt in der Innenstadt und die Tiefgarage ist wohl voll, daher graut es sich mir schon vor der Parkplatzsuche.

    Also seit Homeoffice ist unsere Tiefgarage sehr leer. Aber wenn Du da etwas Entspannung willst: Kannst Du ja überlegen, ob es die ersten Tage möglich ist, mit der Bahn oder so anzureisen, selbst wenn es deutlich länger dauert. Nur um das Problem loszusein und sich vorort erstmal einen Überblick von der Situation zuv erschsaffen bevor Du es mit der Parkplatzssuche probierst.