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    komisch, ich möchte behaupten, dass gerade in sozialen berufen, die meisten psychisch kranken arbeiten, die dort ja auch bleiben, es sei denn es wird beruflich wirklich komplett umorientiert. ich frage mich, ob die, die hier so dagegen posaunen eigentlich selbst betroffen sind ;-)

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    komisch, ich möchte behaupten, dass gerade in sozialen berufen, die meisten psychisch kranken arbeiten, die dort ja auch bleiben, es sei denn es wird beruflich wirklich komplett umorientiert

    Es ist aber nun mal ein Unterschied ob man diagnostiziert und behandelt ist oder eben nicht, und auch ob man vorher schon in dem beruf gearbeitet hat und vielleicht einen unbefristeten Vertrag hat, oder neu eine Ausbildung beginnen will.


    Da sollte man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen ....

    Hier muss keiner der die Ausbildung zur Erzieherin machen zu irgendeiner Untersuchung. Die Schulen hier reissen sich um jeden der diese Ausbildung machen möchte. Da wird keiner nach irgendwelchen Krankheiten gefragt. Habe ich auch noch niemals erlebt. Es wird leider Gottes auch nicht im laufe der Ausbildung ausgesiebt. Wenn das irgendwo anders so ist dann soll es so sein.

    Also erstmal danke für die zahlreichen Antworten @:)


    Und... ich kann beide Seiten irgendwie verstehen.


    Ich muss dazusagen, dass sich meine Triggeranfälligkeit schon extrem gebessert hat, ebenso die Fähigkeit mich abzugrenzen. Das lernt man hier, wenn man auf engstem Raum mit mehreren anderen psychisch Erkrankten zusammenlebt.


    Ich kann schon verstehen dass es dem Klienten eher schaden kann wenn man selbst nicht stabil ist, aber ich möchte ja nicht mit psychisch Kranken arbeiten und bei der ehrenamtlichen Tätigkeit hat's ja auch geklappt mit den Kindern und Jugendlichen... ":/ und im Krankenhaus früher auch, ich konnte mich wunderbar abgrenzen, klingt jetzt vielleicht hart, aber es war sehr sehr selten, dass mich ein Schicksal zu sehr berührt hat. Ich denke, wenn ich das wirklich will, schaffe ich das auch!

    Zitat

    Hier muss keiner der die Ausbildung zur Erzieherin machen zu irgendeiner Untersuchung.

    Das mag sein das es die bei schulischen Ausbildungen nicht gibt, aber die Betriebsärzte kommen spätestens zum Einsatz wenn es um den Wechsel in den Beruf geht ....


    Denn wenn die betriebe keinen eigenen Arzt haben, wird man eben zum Gesundheitsamt geschickt und jeder Arbeitsvertrag besagt auch unter Voraussetzung der gesundheitlichen Eignung ....


    Sicher kann man einfach drauf los rennen, aber wenn man nicht hinterher dumm dastehen will sollte man sich über die Einstellungsbedingungen NACH der Ausbildung auch mal informieren ...

    Meine Studienerfahrungen (Sozialwesen): Viele Depressive, Borderliner und mit PTBS wurden aufgenommen, die können sich ja soooooo super in das Klientel hineinversetzen.


    Ende von Lied: die haben keine 3 Semester durchgehalten. Na sowas.


    Ich finde ganz radikal, dass psychisch Kranke nicht in diese Branche gehören. Wenn ich querschnittsgelähmt bin, kann ich auch nunmal nicht Ballerina werden.


    Man hat mit Klienten zu tun, die von sexuellem Missbrauch, Gewalt, Sucht etc. betroffen sind.


    Da ist eine psychisch labile Person nun wirklich nicht die geeignetste, sorry.

    hallo !


    Selbst um im Kindergarten zu arbeiten muß man heute wirklich psychisch belastbar sein (da schließe ich mich einigen Vorschreibern an.


    Ich selbst arbeite in einer Kindertagesstätte seit fast 20 Jahren und es hat sich unglaublich viel verändert.


    Ist man selbst psychisch nicht gefestigt bin ich sehr sicher, daß man den Job nicht durchhalten würde. In einem Praktikum hat man recht wenig an Verantwortung (was als ausgelernte Kraft anders ist) und man bekommt nicht wirklich zu 100 % mit, was die ausgelernten Erzieherinnen leisten müssen.


    Dazu gehören Elterngespräche (die nicht immer sehr einfach sind- besonders wenn bei dem Kind Probleme bestehen), Umgang mit schwierigen Kindern etc.


    Das alles ist ein dickes Gesamtpaket daß man nicht mal so wegsteckt.


    Ich bin durchaus belastbar was die Psyche angeht und sogar ich träume das ein oder andere Mal nachts von Situationen, Gesprächen oder ähnlichem aus der Arbeit. Daran merk ich dann immer, daß mein Gehirn und meine Psyche sich doch mit den Fällen beschäftigen, auch wenn ich sie eigentlich für mich als erledigt markiert hab.


    Ich denke, es wäre der falsche Beruf (auch im Behinderten Bereich (die Arbeit ist oft noch anstrengender psychisch als "normale" Kita) für dich – egal welcher soziale Bereich.


    Das soll allerdings nicht dich als Person in Frage stellen ! Nur anregen vielleicht doch mal zu überlegen, was du vielleicht statt dessen machen könntest / oder machen wollen würdest (sorry- komischer Satz *gg* ich weiß).


    Ich bin auch genauso sicher, daß du einen Beruf finden kannst, der dir spaß macht und den du prima meistern kannst ! :)^

    Der "soziale Bereich" ist so vielfältig, dass man meiner Meinung nach nicht pauschalisieren kann.


    Ich bin seit vielen Jahren depressiv und arbeite "trotzdem" mit psychisch kranken Menschen. Von Demenz über Depression, bipolare Störungen, Tourette, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen... Da ist alles dabei.


    Ich kann mich sehr gut abgrenzen und auch meine Kollegen (die nichts von meiner Diagnose wissen) schätzen meine Arbeit sehr.


    Es kommt auf den Einzelfall drauf an. Leute, die sagen "psychisch Kranke haben im Sozialbereich nix zu suchen" kennen sich meiner Meinung nach einfach zu wenig aus. Man kann das nicht pauschalisieren.

    Zitat

    Es kommt auf den Einzelfall drauf an. Leute, die sagen "psychisch Kranke haben im Sozialbereich nix zu suchen" kennen sich meiner Meinung nach einfach zu wenig aus. Man kann das nicht pauschalisieren.

    Da scheinst du dich zu irren, da hier Menschen aus der Praxis sprechen.


    Dass es die eine oder andere Ausnahme geben mag, bezweifelt keiner. Anraten und empfehlen würde ich diese Branche betroffenen Menschen nie im Leben.

    Ich weiß aber nicht, was ich statt dessen arbeiten soll. Bürojobs sind nichts für mich, ebensowenig Handwerk. Medienbranche interessiert mich auch nicht. Ich möchte mit vielen verschiedenen Menschen zu tun haben und ihnen helfen. Naja mal sehen, vielleicht gehe ich doch in meinen alten Job zurück, da habe ich das ja auch alles. Mit dem Unterschied, dass ich die meisten Patienten nur kurz und nicht so oft sehe und nicht so tief in die jeweiligen Schicksale hineingezogen werde... ":/

    Ich würde es nicht pauschal ablehnen, kommt darauf an, wie belastbar man trotzdem ist. Diese Berufe können auch durch ihre Sinnhaftigkeit aufbauend wirken. Mit Behinderten erlebt man nicht unmittelbar Krankheiten und Todesfälle (kommt vor, ist aber nicht so häufig), sondern auch viel Leben und Lachen. Was man können muss, aber auch gut lernen kann, ist abgrenzen ohne unnahbar zu werden, sich einfühlen, aber nicht mitleiden. Das gilt eigentlich für alle sozialen Berufe. Und gerade Leute, die selbst psychische Probleme haben, können sich oft gut einfühlen.


    Was allerdings ein großes Problem werden kann, ist die Belastbarkeit in körperlicher Hinsicht. Man hat oft sehr schwierige und belastende Arbeitszeiten mit Nachtanwesenheiten (in Wohnheimen), mit Frühdiensten und überhaupt WEchselschichten, die das eigene Schlafvermögen auf die Probe stellen. Da sehe ich die größten Probleme, weil das durchaus die eigene Psyche destabilisieren kann, vielleicht mehr als die Menschen, mit denen man arbeitet.


    Dieses Problem könnte man umgehen, wenn man sich nicht im Wohnheimbereich engagiert, sondern ausschließlich in der Tagesbetreuung von Kinder und Jugendlichen.

    Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Berufe mit Behinderten lärm- und aufmerksamkeitsintensiv ist, man ist dann manchmal dadurch regelrecht geschlaucht. Ich würde dazu raten, verschiedene Praktika zu machen, um herauszufinden, wo man sich am ehesten wohlfühlen könnte.

    Zitat

    Was allerdings ein großes Problem werden kann, ist die Belastbarkeit in körperlicher Hinsicht. Man hat oft sehr schwierige und belastende Arbeitszeiten mit Nachtanwesenheiten (in Wohnheimen), mit Frühdiensten und überhaupt WEchselschichten, die das eigene Schlafvermögen auf die Probe stellen. Da sehe ich die größten Probleme, weil das durchaus die eigene Psyche destabilisieren kann, vielleicht mehr als die Menschen, mit denen man arbeitet.

    Das ist mir durchaus bewusst und das hatte ich in meinem alten Job auch. Hatte dort teilweise 20-24 Std-Dienste und so, und habe es jahrelang gut hingekriegt. Also in dieser Hinsicht denke ich schon, dass ich belastbar bin bzw. wieder werden kann.

    Ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass ein sozialer Beruf wirklich ein sinnvoller Beruf für einen Neustart mit einer psysischen Erkrankung ist.


    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele vergessen, dass eben nicht alle Menschen nett und freundlich sind und man nicht immer und überall helfen kann. Es gibt genug Menschen, die sich gar nicht helfen lassen wollen. Und Menschen, die auch ganz dreiste und unverschämte Art Hilfe einfordern, die ihnen gar nicht zusteht. Wenn man mit vielen Menschen zutun hat, dann erlebt man auch viel Negatives mit Menschen. Und diese negativen Erlebnisse bleiben erfahrungsgemäß auch eher hängen als die positiven Erlebnisse. Ich helfe den ganzen Tag anderen Leuten, das ist mein Job. Und habe am Ende des Tages schon wieder die meistens Namen vergessen. Und erkenne diese Menschen auch oftmals schon wenige Wochen später nicht mehr wieder. Dieses gute Gefühl, dass sich manche von diesem "Menschen helfen" Ding erhoffen, hält vielleicht die ersten Wochen an, dann ist es Alltag.


    Frustrierende Erlebnisse bleiben allerdings oft lange präsent. Der Mensch ist einfach so gepolt, jeder wird sich eher an richtige miese Tage errinern als an Tage, an denen alles ganz normal lief.


    Da stellt sich halt die Fragen, ob man sich da als psysisch Kranker wirklich einen gefallen tut, in einer Branche zu arbeiten, in der man ständig mit anderen Menschen konfrontiert wird. Menschen, die fordert und verlangen, die sich keine Gedanken darum machen, was machbar ist und was nicht und wo man immer noch einen finden wird, der alles scheiße findet, was man so macht. Die einem Fehler unter die Nase reiben, nie zufrieden sind und Dinge erwarten, die man gar nicht leisten kann.


    Auch bei Menschen mit Behinderungen sehe ich da viel Konfliktpotential. Denn dort gibts nicht nur lachen und leben sondern auch Menschen, die körperlich und psysisch sehr übergriffig werden. Oder Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung 24 h Stunden am Tag Aufmerksamtkeit brauchen oder aggresiv werden, wenn ihnen etwas nicht passt oder einen aufs übelste Beschimpfen. Oder eben auch Angehörige, die nicht immer freundlich und positiv gestimmt sind, weil man ihreren Verwandten hilft. Oder eben auch unzumutbare Zuständen in Pflegeeinrichtungen, die durch Personalmangen, schlecht Führung/Organisation etc. entstehen. Und helfen zu wollen und stattdessen zusehen zu müssen, wie die Menschen durchweg schlecht behandelt werden, ist auch nicht ohne.


    Im Endeffekt geht probieren über studieren und endgültig herausfinden wirst du es nur indem du es machst. Auch Praktika bieten nur einen kleinen Einblick und man trägt viel weniger Verantwortung als die tatsächlichen Pflegekräfte. Ich an deiner Stellen würde mich darauf nicht einlassen und glauben auch, dass du dir damit keinen Gefallen tust. Warum kannst du dir denn nicht vorstellen, in deinem alten Beruf zu arbeiten? Dort hast du bereits gesehen, dass du klarkommst und das soziale kommt auch nicht zu kurz.

    Das kommt darauf an, im Schwerstbehindertenbereich würde ich auch nicht empfehlen zu arbeiten (weil du "Pflegeeinreichtungen erwähnt hast..). Das ist seelisch und körperlich schwierig zu bewältigen. Ansonsten ist nach meiner Erfahrung die positive Stimmung überwiegend, sicherlich ist auch das von den einzelnen Leuten abhängig. Das ist einfach ein ganz anderes Feld als Schwerstbehindertenpflege. Sicher gibt es übergriffige Situationen, Streit und auch mal Ausraster, aber es überwiegt nicht, es ist nicht ständig und täglich dabei. Man kennt ja dann die Leute und weiß, wer dazu neigt und wer eher nicht. Und man lernt mit der Distanzlosigkeit Behinderter umzugehen. Ich habe die enge Zusammenarbeit mit Kollegen als bisweilen anstrengender empfunden als den Umgang mit den Behinderten selber. Das ist auch wiederum individuell, ob man einen Draht zu dieser Arbeit hat oder nicht. Und zudem kommt es auch noch darauf an, ob man mit Erwachsenen, Jugendlichen oder Kindern arbeitet.


    Unzumutbare Zustände hab ich bei dieser Organisation überhaupt nicht erlebt, der Personalschlüssel ist im Behindertenbereich gegenüber der Altenpflege zum Beispiel geradezu traumhaft, aber auch das hängt manchmal einfach nur vom Bundesland bzw. den Regionen im Bundesland ab, weil die finanziellen Mittel nicht überall gleich sind.


    Aber das alles ist schwer zu beantworten, wenn man nicht weiß, ob die TE mit ihrer individuellen psychischen Situation da gut aufgehoben ist oder nicht. Wenn sie sich in Praktika erproben kann, weiß sie mehr.